Welche Versicherungen brauchen Hausbesitzer wirklich?

Welche Versicherungen brauchen Hausbesitzer wirklich?

Hausbesitz ist Vermögen – und Verantwortung. Mit der richtigen Absicherung bleibt ein Schaden ein Problem, aber kein finanzieller Wendepunkt.

Versicherungen für Hausbesitzer – das sollten Sie wissen.

🌟 Einleitung

Marcus Wacker Geschäftsführer
Marcus Wacker, Geschäftsführer,Spezialist für Privatversicherungen

Wer ein Haus besitzt, besitzt nicht nur vier Wände – sondern Verantwortung, Werte und laufende Kosten. Und genau deshalb ist die Frage „Welche Versicherungen brauche ich?“ bei Hausbesitzern anders als bei Mietern: Ein Leitungswasserschaden ist nicht nur Ärger, sondern kann schnell fünfstellige Summen erreichen. Ein Sturmereignis kann Dach, Fassade und Nebengebäude treffen. Und wenn Starkregen oder Rückstau ins Spiel kommt, entscheidet oft ein einziger Baustein darüber, ob man nur aufräumt – oder finanziell richtig blutet.

Das Problem: Viele Hausbesitzer sind „irgendwie versichert“, aber nicht sauber. Klassiker sind: Elementar fehlt, Wohnfläche falsch, Nebengebäude nicht drin, Technik modernisiert (Wärmepumpe/PV/Wallbox) – aber nie nachversichert. Und im Schadenfall kommt dann nicht die große Katastrophe, sondern der kleine Satz: „Dafür besteht leider kein Versicherungsschutz.“

Auf dieser Seite bekommen Sie den MAWA-Plan: Welche Policen sind für Hausbesitzer wirklich relevant, wo sind die typischen Limits und Ausschlüsse – und wie prüfen Sie Ihren Bestand so, dass Sie im Ernstfall Ruhe haben.

💡 Tipp: Beim Haus ist nicht der Beitrag der Hebel – sondern ob Sie genau die wenigen, teuren Risiken sauber getroffen haben.

1. Was ändert sich versicherungstechnisch als Hausbesitzer? 🏠

Mit dem Kauf (oder Bau) eines Hauses wird aus „Wohnen“ ein Bündel an Risiken und Pflichten. Als Mieter sind viele Gebäude-Themen Sache des Vermieters. Als Eigentümer tragen Sie das Substanzrisiko selbst: Leitungswasserschäden, Sturmschäden, Brand, und je nach Lage auch Starkregen/Überschwemmung. Gleichzeitig gilt: Banken und Kreditverträge erhöhen die Bedeutung von planbarer Zahlungskraft. Ein großer Schaden ist nicht nur Reparatur, sondern oft auch organisatorischer Stress, Zeitverlust, Baustellenmanagement und Konfliktpotenzial.

Typische neue Fragen, die Hausbesitzer beantworten müssen:

  • Welche Schäden treffen die Gebäudesubstanz, welche den Hausrat?
  • Wer ist Haftungsträger auf dem Grundstück (Besucher, Passanten, Handwerker)?
  • Welche Nebengebäude, Außenanlagen und technischen Komponenten gehören zum versicherten „Gebäude“?
  • Welche Umbauten müssen gemeldet werden, damit der Schutz passt?
  • Wie wird der Versicherungswert ermittelt, damit es nicht zu Unterversicherung kommt?
ThemaWas sich als Hausbesitzer ändertVersicherungs-Folge
GebäudesubstanzSie tragen Reparatur- und WiederaufbaukostenWohngebäudeversicherung wird zur Basis
AußenbereichGrundstück/Wege/Garten erhöhen HaftungsrisikenHaftpflicht-Lösungen prüfen
TechnikPV, Wärmepumpe, Wallbox sind wertrelevantBausteine/Meldungen nötig
NebengebäudeGaragen, Schuppen, Carport werden oft vergessenDeckungsumfang klären
KreditbindungRaten laufen auch bei Schaden weiterZahlungsfähigkeit absichern

📘 Beachte: Sobald Sie nicht nur selbst nutzen, sondern auch vermieten oder eine Einliegerwohnung haben, ändern sich Haftung und Risikozuordnung spürbar.

2. Die Basis: Wohngebäudeversicherung – was sie abdeckt 🔧

Die Wohngebäudeversicherung ist für Hausbesitzer meist der wichtigste Vertrag, weil sie die Substanz schützt: Wände, Dach, Fenster, feste Installationen, Leitungen, Heizungsanlage, Sanitär, fest eingebaute Küchenbestandteile (je nach Ausgestaltung) und in vielen Fällen auch Nebengebäude, wenn sie ausdrücklich eingeschlossen sind. Klassische Grundgefahren sind häufig Feuer (inkl. Blitzschlag), Leitungswasser sowie Sturm/Hagel. Entscheidend ist nicht nur „ob versichert“, sondern wie der Vertrag den Wiederaufbau regelt und ob der Versicherungswert sauber ermittelt ist.

Wichtige Praxis-Punkte:

  • Versicherungssumme/Wert: Ein häufiger Fehler ist „zu niedrig angesetzt“. Dann drohen Kürzungen.
  • Leistungsumfang: Welche Leitungen sind versichert (auch außerhalb des Gebäudes)? Wie sind Ableitungsrohre, Nässeschäden, Frost, grobe Fahrlässigkeit geregelt?
  • Aufräum-/Abbruchkosten: Nach Großschäden sind diese Kostenblöcke erheblich.
  • Mitversicherung von Nebengebäuden: nicht automatisch.
  • Selbstbeteiligung: kann Beitrag senken, erhöht aber Ihren Eigenanteil.
LeistungsbereichTypisch abgedecktTypische Lücke
FeuerBrand, Blitzschlag, Explosion (je nach Bedingung)grobe Fahrlässigkeit ohne Erweiterung
LeitungswasserRohrbruch, bestimmungswidriger WasseraustrittAbleitungsrohre außerhalb, Nässeschäden
Sturm/HagelSturmschäden am Dach, HagelschädenAußenanlagen, Gartenobjekte
KostenpositionenAufräumen, Abbruch, WiederherstellungMietausfall/Hotelkosten je nach Vertrag
ZusatzbausteineGlas, Elementar, Techniknicht automatisch enthalten

💡 Tipp: Prüfen Sie bei Leitungswasser immer explizit, ob auch Rohre außerhalb des Gebäudes, Ableitungsrohre und frostbedingte Schäden sauber geregelt sind.

3. Elementar: Starkregen, Überschwemmung, Rückstau 🌧️

Elementarschäden sind für viele Hausbesitzer der größte „Aha-Moment“: Klassische Wohngebäude-Policen decken Starkregen- und Überschwemmungsfolgen nicht automatisch ab. Gerade Starkregen kann unabhängig von Flussnähe gefährlich sein: Wasser drückt über Lichtschächte, Kellerfenster, Tiefgaragenzufahrten, Hanglagen oder überlastete Kanalisation. Rückstau ist ein eigenes Thema: Wenn Abwasser aus der Kanalisation zurückdrückt, kann ein Keller binnen Minuten schwer beschädigt werden.

Wichtige Elemente einer sauberen Elementar-Logik:

  • Gefahrenbild verstehen: Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Erdrutsch, Schneedruck können je nach Region relevant sein.
  • Prävention: Rückstauklappe, druckwasserdichte Kellerfenster, Abdichtung, Entwässerung, Hochwasserschutz.
  • Selbstbeteiligung und Wartezeiten: Elementar kann höhere Selbstbehalte haben.
  • Gebäudeteile und Hausrat: Elementar sollte zur Wohngebäude passen; im Hausrat kann Elementar ebenfalls relevant sein.
Elementar-RisikoTypisches SzenarioSinnvolle Maßnahme
StarkregenWasser über Lichtschacht/KellertürEntwässerung, Lichtschacht-Abdeckung
ÜberschwemmungOberflächenwasser auf GrundstückGeländemodell, Drainage, Barrieren
RückstauKanal überlastet, Abwasser drückt hochRückstauklappe, Nutzung Keller anpassen
Erdrutsch/HangHangwasser, BodenbewegungEntwässerung, Hangsicherung
SchneedruckDachlast, MaterialbruchDachprüfung, Wartung, Schneelast beachten

⚠️ Achtung: Ohne Elementarbaustein kann der Schaden am Gebäude trotz bestehender Wohngebäudeversicherung vollständig bei Ihnen hängen bleiben.

4. Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht: wann sie nötig ist 🧯

Als Eigentümer haften Sie für Verkehrssicherungspflichten: Wege müssen sicher sein, Schnee und Eis müssen je nach Situation geräumt/gestreut werden, lose Platten oder defekte Stufen sind zu sichern, Gefahrenquellen zu beseitigen. Die entscheidende Frage ist: Deckt Ihre private Haftpflicht diese Eigentümerrolle vollständig ab? In vielen Fällen ist für das selbstbewohnte Einfamilienhaus einiges über die Privathaftpflicht abbildbar – aber nicht immer, und besonders bei Vermietung, unbebauten Grundstücken oder Mehrfamilien-Konstellationen ist eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht oft der saubere Weg.

Typische Situationen, in denen sie besonders relevant wird:

  • Vermietete Immobilie (auch Einliegerwohnung, wenn separat vermietet)
  • Unbebautes Grundstück
  • Mehrfamilienhaus oder WEG-Konstellationen, je nach Zuständigkeiten
  • Eigentümergemeinschaften mit unklarer Haftungszuordnung
KonstellationHaftungsrisikoWas zu prüfen ist
Selbstbewohntes EFHBesucher stürzt, Wegschadenprivate Haftpflicht deckt Hausbesitz?
VermietungMieter/Handwerker/PassantenHaus- und Grundbesitzerhaftpflicht sinnvoll
EinliegerwohnungMischrisiko Eigentümer/VermieterVertragsdetails, Vermietungsanteil
Unbebautes GrundstückPassant verletzt sichseparate Absicherung häufig nötig
WEGGemeinschaftsflächenwer ist Versicherungsnehmer, was ist gedeckt?

📘 Beachte: Die Frage ist nicht „habe ich Haftpflicht“, sondern ob die Rolle als Vermieter/Eigentümer ausdrücklich eingeschlossen ist.

Zur Grundbesitzerhaftpflicht

5. Hausrat im Eigenheim: sinnvoll oder doppelt? 📦

Hausrat und Wohngebäude werden häufig verwechselt. Wohngebäude schützt die Substanz, Hausrat schützt Ihren Inhalt: Möbel, Kleidung, Elektrogeräte, Küche als bewegliches Inventar, Teppiche, Vorhänge, Fahrräder (je nach Regelung), Wertsachen. Gerade im Eigenheim ist Hausrat selten „doppelt“, sondern schlicht ein anderer Schutzbereich. Doppelt wird es nur, wenn man Bauteile fälschlich im Hausrat und im Gebäude erwartet oder wenn Versicherungswerte falsch eingeschätzt werden.

Wichtige Praxisfragen:

  • Versicherungssumme: Passt sie zur Wohnfläche und zum tatsächlichen Wert? Unterversicherung ist einer der häufigsten Kürzungsgründe.
  • Gefahren: Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Feuer, Sturm/Hagel (bezogen auf Inhalt) sind typische Bausteine.
  • Wertsachen: Schmuck, Uhren, Kunst brauchen oft besondere Regelungen, Aufbewahrungsvorschriften.
  • Fahrräder/E-Bikes: häufig nur über Zusatzbausteine sinnvoll abgedeckt.
  • Elementar im Hausrat: kann für Kellerinhalte relevant sein.
ThemaHausrat schütztWohngebäude schützt
Bewegliche SachenMöbel, Geräte, Kleidungnein
Feste SubstanzneinDach, Wände, Leitungen, Fenster
Einbruchdiebstahlgestohlener InhaltGebäudeschäden am Schloss/Fenster
Leitungswasserbeschädigter InhaltRohrbruch und Gebäudefolgen
WertsachenregelnEntschädigungsgrenzen/Obliegenheitenmeist nicht relevant

💡 Tipp: Prüfen Sie die Versicherungssumme nicht „nach Gefühl“, sondern systematisch über Wohnfläche und Ausstattung – so vermeiden Sie Unterversicherung und unangenehme Kürzungen.

6. Technik & Modernisierung: PV, Wärmepumpe, Wallbox, Smart Home ⚡

Modernisierte Häuser haben neue Werttreiber: Photovoltaik, Wärmepumpe, Wallbox, Batteriespeicher, Smart-Home-Komponenten, neue Elektrik, hochwertige Haustechnik. Diese Technik ist teuer, teilweise störanfällig und oft eng mit der Gebäudenutzung verbunden. Viele Lücken entstehen, weil Modernisierungen nicht gemeldet werden oder weil man annimmt, dass „das schon im Gebäude drin ist“.

Typische Punkte, die Hausbesitzer sauber klären sollten:

  • Gehört die PV-Anlage (inkl. Wechselrichter, Speicher) zum Gebäude-Schutz oder braucht sie einen expliziten Einschluss?
  • Sind Überspannung und Bedienfehler relevant und versichert?
  • Wie ist Diebstahl/Vandalismus an Außenkomponenten geregelt?
  • Wie werden neue Werte in die Versicherungssumme eingepreist?
  • Welche Konsequenzen haben Smart-Home-Schäden (z. B. defektes Ventil → Wasserschaden)?
TechnikTypische RisikenWas Sie absichern/klären
PhotovoltaikSturm/Hagel, Überspannung, DiebstahlEinschluss in Gebäude, Zusatzbaustein prüfen
BatteriespeicherBrand-/Defektrisiken, ElektronikschädenWert, Schutzumfang, Auflagen beachten
WärmepumpeFrost, Leitungswasser, ElektronikEinbau, Wartung, Außenaufstellung
WallboxÜberspannung, VandalismusAnzeigepflicht, Mitversicherung, Wert
Smart HomeFehlfunktion, FolgeschädenSchnittstelle zu Leitungswasser/Technik

⚠️ Achtung: Nicht gemeldete Modernisierung kann zu Streit über Wert, Risikoeinstufung und Leistung führen – melden Sie große Technik-Updates immer aktiv.

7. Nebengebäude, Garagen, Carport, Garten: häufige Lücken 🌿

Viele Hausbesitzer sind im Kerngebäude gut versichert, aber verlieren Geld im Außenbereich: Gartenhaus, Geräteschuppen, Carport, Garage, Einfriedungen, Wege, Terrassenbeläge, Zäune, Pools, Gartenmöbel. Auch fest verbaute Außenanlagen (z. B. Einfahrt, Stützmauern) sind häufig nicht im Standardumfang oder nur begrenzt enthalten. Dazu kommen praktische Fragen: Wo lagern Sie teure Geräte? Wie ist das Grundstück gesichert? Welche Werte stehen „außerhalb“?

Wichtige Klärungspunkte:

  • Welche Nebengebäude sind im Wohngebäudevertrag eingeschlossen (mit welcher Summe)?
  • Sind Garagen/Carports auf dem Grundstück automatisch versichert oder nur bei Nennung?
  • Gibt es pauschale Grenzen für Garteninventar?
  • Wie ist Einbruchdiebstahl aus Nebengebäuden im Hausrat geregelt?
Außen-/NebenthemaTypischer FehlerWas Sie prüfen sollten
Garage/Carport„ist doch dabei“ angenommenexpliziter Einschluss und Adresse/Grundstück
Gartenhaus/SchuppenWerte unterschätztHausrat-Deckung für Nebengebäude, Grenzen
AußenanlagenBeläge/Zäune fehlenErweiterung/Regelung im Vertrag
Pool/TeichFolgeschäden/Technikbesondere Risiken, Wertermittlung
Werkzeuge/GeräteDiebstahl aus SchuppenEinbruch vs. einfacher Diebstahl unterscheiden

📘 Beachte: Nebengebäude sind oft nur dann geschützt, wenn sie im Vertrag konkret benannt oder über klare Pauschalen eingeschlossen sind.

8. Kredit, Familie, Absicherung der Zahlungsfähigkeit 💶

Ein Haus ist häufig kreditfinanziert. Der eigentliche Stress im Ernstfall entsteht dann nicht nur durch Reparaturkosten, sondern durch die Frage: Wer zahlt die Rate, wenn Einkommen wegfällt oder ein Todesfall eintritt? Diese Ebene wird oft verdrängt, ist aber für die Existenzstabilität zentral.

Sinnvoll ist eine saubere Risikokette:

  • Todesfall-Risiko: Absicherung der Hinterbliebenen, damit Kredit tragbar bleibt.
  • Arbeitskraft-Risiko: Längerer Einkommensausfall durch Krankheit/Berufsunfähigkeit.
  • Kurzfristige Liquidität: Rücklagen, die 3–6 Monate Fixkosten abfedern.
  • Versicherungslogik rund ums Gebäude: Damit der Vermögenswert im Schadenfall wiederhergestellt werden kann.

Wichtig: Nicht jede „Kreditabsicherung“ ist automatisch sinnvoll. Entscheidend ist, ob Leistungsauslöser, Laufzeit, Höhe und Kosten zur echten Lücke passen.

RisikoWas passieren kannSinnvoller Baustein
TodesfallEinkommen fällt dauerhaft wegRisikolebensversicherung passend zur Restschuld
Berufsunfähigkeitlangfristiger EinkommensverlustBerufsunfähigkeitsversicherung für Hauptverdiener
Längere KrankheitWochen/Monate ohne volle EinnahmenKrankentagegeld/Reserve je nach Status
Kurzfristige EngpässeReparatur, Selbstbeteiligung, ÜbergangNotgroschen und klare Liquiditätsplanung
Trennung/WechselBelastung steigt, Objekt bleibtregelmäßige Anpassung der Absicherung

💡 Tipp: Rechnen Sie die Mindest-Rate und Fixkosten als „Pflichtbudget“ und legen Sie Absicherung und Rücklagen so aus, dass dieses Budget auch in Krisen gedeckt ist.

9. Schadenfall-Praxis: Ablauf, Nachweise, typische Kürzungen 🧾

Im Schadenfall entscheidet nicht nur der Vertrag, sondern auch Ihr Vorgehen. Viele Kürzungen entstehen, weil Obliegenheiten verletzt werden: Schaden zu spät gemeldet, Schadensminderung nicht beachtet, unklare Nachweise, falsche Handwerkerbeauftragungen oder Unterversicherung. Ein guter Ablauf reduziert Stress und erhöht die Chance auf eine reibungslose Regulierung.

Bewährte Praxis-Schritte:

  • Sofortmaßnahmen: Wasser abstellen, Strom sichern, Schaden begrenzen, Gefahrenstelle absperren.
  • Dokumentation: Fotos/Videos, Datum/Uhrzeit, Ursache soweit erkennbar, beschädigte Gegenstände nicht voreilig entsorgen.
  • Meldung: zeitnah beim Versicherer, mit klarer Beschreibung und erster Schätzung.
  • Angebote und Abstimmung: größere Reparaturen vorher abstimmen, Nachweise sauber sammeln.
  • Ursache klären: besonders bei Leitungswasser ist die Ursache entscheidend (Rohrbruch vs. Wartungsmangel).

Typische Kürzungsgründe:

  • Unterversicherung (Hausrat und teilweise Gebäude, je nach Summenermittlung).
  • Grobe Fahrlässigkeit ohne passenden Einschluss.
  • Rückstau ohne Rückstauklappe oder ohne passenden Elementarbaustein.
  • Verspätete Meldung oder fehlende Mitwirkung.
  • Mangelnde Instandhaltung, wenn der Schaden als „allmählich“ eingestuft wird.
Fehler im SchadenfallWarum er teuer wirdBessere Vorgehensweise
Zu spät meldenMitwirkungspflichten verletztsofort melden, auch wenn Ursache unklar
Keine Fotos/NachweiseSchadenumfang schwer beweisbardokumentieren, Belege sammeln
Voreilig entsorgenBeweisstück fehlterst freigeben lassen, dann entsorgen
Große Reparaturen ohne AbstimmungStreit über Kosten/NotwendigkeitAngebote einholen, abstimmen
UnterversicherungKürzung nach QuoteSummen regelmäßig prüfen

⚠️ Achtung: Bei Wasser- und Elementarschäden ist „Schadensminderung“ zentral – wer Folgeschäden durch Zögern vergrößert, riskiert Diskussionen über Kürzungen.

10. FAQ – 6 wichtige Fragen für Hausbesitzer ❓

Welche Versicherung ist für Hausbesitzer wirklich Pflicht?

Gesetzlich ist nicht die Wohngebäudeversicherung Pflicht – praktisch ist sie es aber, weil ein Gebäudeschaden sonst Ihr Vermögen trifft. Sobald ein Kredit im Spiel ist, verlangen Banken sie häufig ohnehin. Entscheidend ist, dass die Police zum Objekt passt (Wert, Wohnfläche, Bauart, Nutzung).

💡 Tipp: Prüfen Sie mindestens einmal: Wohnfläche/Angaben, Deckung (Feuer/Leitungswasser/Sturm), Selbstbehalte und ob Modernisierungen gemeldet sind.

Brauche ich wirklich Elementar oder ist das übertrieben?

Elementar ist dann besonders relevant, wenn Starkregen, Rückstau oder Überschwemmung realistisch das Gebäude oder den Keller treffen können – und das ist nicht nur „am Fluss“. Wenn Keller ausgebaut ist oder Technik unten steht, ist das Risiko oft größer als gedacht.

⚠️ Achtung: Leitungswasser zahlt häufig nicht, wenn Wasser von außen kommt oder Rückstau ursächlich ist. Genau hier trennt sich „versichert“ von „selbst zahlen“.

Reicht meine private Haftpflicht für mein Eigenheim?

Manchmal ja, manchmal nein. Sobald Vermietung, Einliegerwohnung, unbebaute Grundstücke oder Mehrfamilienkonstellationen ins Spiel kommen, wird häufig eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht relevant. Es zählt die Konstellation, nicht das Gefühl.

📘 Beachte: Haftpflicht ist Fremdschaden. Klären Sie Zuständigkeiten (WEG/Hausverwaltung) und ob Ihre Konstellation wirklich sauber eingeschlossen ist.

Sind Photovoltaik und Wärmepumpe automatisch mitversichert?

Nicht automatisch. Manche Tarife schließen PV/Wärmepumpe ein, andere nur nach Meldung oder gegen Zuschlag. Entscheidend sind außerdem Details wie Überspannung, Diebstahl/Vandalismus und ob Außenmontage sauber abgebildet ist.

💡 Tipp: Nachrüstung immer aktiv melden und schriftlich bestätigen lassen, was genau eingeschlossen ist. „Müsste drin sein“ ist im Schadenfall wertlos.

Woran erkenne ich Unterversicherung beim Haus oder Hausrat?

Beim Gebäude geht es um korrekten Versicherungswert und richtige Objektangaben. Beim Hausrat geht es um eine realistische Summe und um Limits (Wertsachen, Fahrrad, Außenbereiche). Unterversicherung wird oft erst sichtbar, wenn die Entschädigung nicht reicht oder gekürzt wird.

⚠️ Achtung: Viele sparen an der Summe, weil der Beitrag sinkt. Das ist eine Scheinsicherheit, die im großen Schaden teuer endet.

Was sind die häufigsten Fehler beim Hausbesitzer-Schutz?

Elementar fehlt, Modernisierungen sind nicht gemeldet, Nebengebäude/Außenanlagen sind unklar, und im Schadenfall wird schlecht dokumentiert oder zu spät gemeldet. Das führt nicht nur zu Stress, sondern oft zu Kürzungen oder Ablehnungen.

💡 Tipp: Machen Sie einmal jährlich einen Mini-Check: Objektangaben, Elementar ja/nein, Technik-Neuwerte, Nebengebäude, Selbstbehalte und Notfallplan.

11. Fazit – MAWA Selbstständigen-Check & Schutzstrategie 🧭

Welche Versicherungen brauchen Hausbesitzer wirklich? | MAWA Finanz

Hausbesitzer brauchen keine Versicherungsflut, sondern einen belastbaren Schutzplan. Die Basis ist die Wohngebäudeversicherung mit sauberer Wertermittlung und klarem Leistungsumfang. Danach kommt der Realitätscheck für Elementar (Starkregen/Rückstau). Parallel klären Sie Haftung (Rollen als Eigentümer/Vermieter) und schützen Ihren Hausrat als eigenen Vermögensbereich. Technik und Nebengebäude sind die häufigsten Lücken bei modernisierten Immobilien. Und im Schadenfall zählen Prozesse: Dokumentation, schnelle Meldung, Schadensminderung.

MAWA Hausbesitzer-CheckpunktZielWoran Sie es erkennenNächster Schritt
WohngebäudeSubstanz sicher wiederherstellenWerte/Leistungen passen zu Haus und SanierungSummen & Zusatzbausteine prüfen
ElementarStarkregen/Rückstau beherrschbarRisiko passt zu Lage und KellerRückstau- und Präventions-Check
HaftungEigentümerrollen sauber abgedecktprivat vs. Vermietung klar getrenntRollen prüfen, Vertrag anpassen
HausratInhalt gegen große Schäden geschütztSumme und Wertsachenregeln passenUnterversicherung vermeiden
TechnikPV/HP/Wallbox im Schutz enthaltengemeldet, Bausteine klartechnische Werte aktualisieren
NebengebäudeAußenwerte nicht „vergessen“Einschluss geregeltNebengebäude-Liste abgleichen
SchadenprozessKürzungen vermeidenNachweise und Ablauf klarNotfall-Checkliste erstellen

💡 Tipp: Machen Sie nach jeder Modernisierung (Heizung, Dach, PV, Ausbau) sofort einen Versicherungs-Update-Check – das ist der schnellste Weg, teure Lücken zu vermeiden.

📌 Alle Zielgruppen-Themen im Überblick

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