Welche Versicherungen brauchen Angestellte wirklich?

Welche Versicherungen brauchen Angestellte wirklich?

Als Angestellter sind Sie über Arbeitgeber und Sozialversicherung teilweise geschützt – aber genau dort entstehen oft die teuersten Lücken.

Versicherungen für Angestellte  – was wirklich nötig ist.

🌟 Einleitung

Marcus Wacker Geschäftsführer
Marcus Wacker, Geschäftsführer,Spezialist für Privat- & Gewerbeversicherungen

Angestellte und Arbeitnehmer haben einen Vorteil: Viele Risiken sind bereits „im System“ geregelt – Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, gesetzliche Unfallversicherung am Arbeitsplatz. Genau daraus entsteht aber der häufigste Denkfehler: „Dann bin ich ja gut abgesichert.“ In der Praxis sind die Lücken oft genau dort, wo es wirklich teuer wird: bei Haftpflichtschäden, bei langer Krankheit, bei Berufsunfähigkeit (Berufsunfähigkeit) und bei rechtlichen Konflikten im Job oder in der Wohnung.

Die Kernfrage ist deshalb nicht „Welche Versicherungen kann ich abschließen?“, sondern: Welche Risiken sind trotz Arbeitgeber/Sozialstaat existenziell – und welche Absicherungen sind nur Komfort? Ein guter Plan für Arbeitnehmer ist ein Mix aus (1) Vermögensschutz, (2) Einkommensschutz, (3) Gesundheits-/Kostenrisiken, (4) Schutz der eigenen Werte und (5) strategischer Vorsorge.

💡 Tipp: Die richtige Reihenfolge für Angestellte lautet meist: Privathaftpflicht → Berufsunfähigkeitsversicherung → Krankentagegeld/Arbeitskraft-Lücken → Hausrat/weitere Bausteine → Rechtsschutz/Feinoptimierung.

1. Ausgangslage: Was Arbeitnehmer bereits „automatisch“ haben 🧩

Als Angestellter sind Sie in Deutschland in vielen Bereichen grundversorgt. Das ist gut – aber es ist keine Vollkaskoversicherung. Entscheidend ist, was diese Systeme leisten und wo sie begrenzen.

Typische „System“-Absicherungen:

  • Krankenversicherung: Behandlungskosten (je nach GKV/PKV) – aber nicht automatisch Einkommensersatz in voller Höhe.
  • Gesetzliche Rentenversicherung: spätere Rente – aber oft mit Versorgungslücke.
  • Arbeitslosenversicherung: zeitweise Absicherung – aber begrenzt und abhängig von Vorversicherungszeiten.
  • Gesetzliche Unfallversicherung: aber primär für Arbeitsunfälle und Wegeunfälle, nicht für Freizeit.
  • Lohnfortzahlung: bei Krankheit meist 6 Wochen (vereinfacht) – danach sinkt Einkommen oft deutlich.

Die Lücken entstehen also an zwei Stellen:

  1. Einkommen: Wenn Sie länger krank sind oder berufsunfähig werden.
  2. Haftung/Vermögen: Wenn Sie Schäden verursachen, die Sie selbst zahlen müssen.

Und genau diese Lücken können größer sein als alles, was Sie monatlich sparen können.

BereichSystemschutzTypische LückeWarum relevant
KrankheitBehandlungskosten + Lohnfortzahlungnach Wochen sinkt EinkommenFixkosten laufen weiter
UnfallArbeits-/Wegeunfall abgesichertFreizeitunfall nicht gleich abgedeckthäufigster Kontext ist Freizeit
Rentegesetzliche RenteVersorgungslückeLebensstandard fällt
Arbeitslosigkeitzeitlich begrenztEinkommenseinbruchRücklagen wichtig
Haftungkein automatischer Schutzprivat haftet man vollgroße Schäden ruinös

📘 Beachte: Arbeitnehmer sind im System gut „grundabgedeckt“, aber bei langem Ausfall (Krankheit/Berufsunfähigkeit) und Haftung trägt man oft das größte Risiko selbst.

2. Pflicht, Must-have, Nice-to-have: klare Reihenfolge 🧭

Viele Angestellte verlieren Zeit und Geld, weil sie mit „Nice-to-have“-Produkten starten (z. B. kleine Zusatzversicherungen), während die großen Lücken offen bleiben. Sinnvoller ist eine klare Priorisierung nach Existenzwirkung.

Eine praxistaugliche Einordnung:

  • Pflicht: Krankenversicherung (GKV/PKV), Kfz-Haftpflicht (falls Auto).
  • Must-have: Privathaftpflicht; sehr häufig Berufsunfähigkeitsversicherung (Berufsunfähigkeit).
  • Situativ wichtig: Krankentagegeld (vor allem bei höherem Einkommen/hohen Fixkosten), Hausrat (wenn Wert vorhanden), Rechtsschutz (wenn Konfliktwahrscheinlichkeit hoch).
  • Nice-to-have: Reise, Handy, Kleinkram – erst wenn Basis steht.
KategorieVersicherungSchützt wogegenStart-Priorität
PflichtKrankenversicherungKrankheitskostensofort
Must-havePrivathaftpflichtruinöse Haftpflichtschädensofort
Meist Must-haveBerufsunfähigkeitsversicherunglangfristiger Einkommensausfallfrüh
SituativKrankentagegeldEinkommenslücke bei langer Krankheitnach Fixkostencheck
SituativHausratWertverlust durch Schaden/Diebstahlnach Einzug/Werten
SituativRechtsschutzRechtskosten bei Konfliktenbei Bedarf/Planung

💡 Tipp: Wenn Sie nur zwei Dinge direkt sauber machen: Privathaftpflicht und Berufsunfähigkeitsversicherung – das deckt die häufigsten existenziellen Lücken.

3. Privathaftpflicht: Vermögen schützen, Alltag absichern 🛡️

Die Privathaftpflicht ist für Angestellte genauso zentral wie für alle anderen: Sie schützt, wenn Sie anderen einen Schaden zufügen und dafür rechtlich haften. Gerade Personenschäden können enorm teuer werden. Ohne Privathaftpflicht kann ein einzelnes Ereignis finanzielle Folgen haben, die Sie über Jahrzehnte belasten.

Was in der Praxis wirklich zählt:

  • hohe Deckungssumme, nicht nur „ausreichend“
  • Schutz bei grober Fahrlässigkeit (damit Alltagsfehler nicht zur Katastrophe werden)
  • Mietsachschäden (Wohnung/Mietsachen), weil viele Arbeitnehmer zur Miete wohnen
  • Schlüsselverlust (privat/beruflich), wenn relevant
  • Ausfalldeckung (wenn der Schädiger nicht zahlen kann) – nice, aber nicht Kern
  • Gefälligkeitsschäden – sinnvoll, aber Tarifdetails prüfen
LeistungsbausteinWarum wichtigTypischer AnwendungsfallTypischer Fehler
Hohe Deckungschützt bei GroßschädenPersonenschaden nach Unfallzu kleine Summe
Grobe Fahrlässigkeitdeckt AlltagsfehlerHandy in Badewanne, vergessene Kerzefehlt im Billigtarif
Mietsachschädenschützt in MietwohnungWaschmaschine läuft ausSublimit zu niedrig
SchlüsselverlustSchließanlage teuerHaustür/Job-Schlüssel wegfalscher Baustein
Forderungsausfallwenn Gegner insolventUnfall, Gegner zahlt nichtüberschätzt statt Basics

⚠️ Achtung: Eine Privathaftpflicht ist nur so gut wie ihre Sublimits und Ausschlüsse – günstig ist gut, aber nicht, wenn der Kern fehlt.

4. Berufsunfähigkeitsversicherung: Einkommen langfristig sichern 💼

Für Angestellte ist Berufsunfähigkeit oft das größte existenzielle Risiko. Warum? Weil das System zwar Erwerbsminderung kennt, aber diese Leistung häufig nicht ausreicht und auch an strenge Voraussetzungen gebunden ist. Berufsunfähigkeitsversicherung (Berufsunfähigkeit) knüpft an Ihren konkreten Beruf an: Wenn Sie Ihren bisherigen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, kann sie eine monatliche Rente zahlen.

Worauf Arbeitnehmer besonders achten sollten:

  • Rentenhöhe: nicht „irgendwas“, sondern an Fixkosten und Lebensstandard orientiert
  • Laufzeit: zu kurze Laufzeiten sind eine häufige Falle
  • Nachversicherung: bei Gehaltssprüngen, Beförderung, Familiengründung
  • Berufsgruppe: richtige Einstufung hängt an Tätigkeitsbeschreibung
  • Gesundheitsangaben: wahrheitsgemäß und sauber dokumentiert
  • Leistungsdefinitionen: wie wird Berufsunfähigkeit festgestellt, welche Fristen, welche Nachweise

Viele Angestellte unterschätzen, wie oft psychische Belastungen, Rücken und chronische Erkrankungen zu Berufsunfähigkeit führen können. Und viele unterschätzen auch, wie teuer „Reparatur“ später wird, wenn Diagnosen in der Akte stehen.

EntscheidungsfeldWorauf es ankommtWarumFehler
RentenhöheFixkosten + Puffersonst reicht es nichtzu knapp kalkuliert
Laufzeitrealistisch bis RuhestandSchutzlücke vermeidenendet zu früh
NachversicherungEreignisse/Gehaltsplusohne neue Prüfung erhöhenfehlt oder zu streng
Tätigkeitpräzise BeschreibungEinstufung/Leistung„Bürojob“ zu unscharf
GesundheitDokumente/ArztaktenAnnahme/Leistungssicherheitunvollständig/geschätzt

💡 Tipp: Wer gesund ist, hat das beste Verhandlungsfenster – Berufsunfähigkeitsversicherung wird meist nicht leichter, je länger man wartet.

5. Krankengeld, Krankentagegeld & Einkommenslücken bei Krankheit 🤒

Viele Angestellte denken: „Bei Krankheit zahlt der Arbeitgeber.“ Das stimmt in der Regel nur für eine begrenzte Zeit. Danach kommt Krankengeld (je nach Konstellation). Entscheidend ist: Das ist häufig spürbar weniger als das gewohnte Netto. Und es gibt Situationen, in denen die Lücke besonders groß wird: bei höheren Einkommen, bei hohen Fixkosten, bei Alleinverdienern, bei laufenden Krediten oder bei zusätzlichen Verpflichtungen.

Der sinnvolle Blick ist nicht nur auf Prozentwerte, sondern auf Ihre tatsächliche Monatsrechnung:

  • Was sind Fixkosten, die nicht wegfallen (Miete, Kredit, Versicherungen, Unterhalt)?
  • Welche variablen Kosten kann man reduzieren?
  • Wie lange reichen Rücklagen?
  • Gibt es eine Arbeitgeberleistung (z. B. Zuschüsse, Tarifvertrag)?

Krankentagegeld kann eine Lücke schließen – aber nur, wenn es richtig abgestimmt ist (Höhe, Beginn, Wechselwirkung mit anderen Leistungen).

BausteinWas er abdecktFür wen besondersHäufiger Fehler
Lohnfortzahlungerste Krankheitsphasealle Angestelltenals „Dauerlösung“ denken
Krankengelddanach Einkommensersatzgesetzlich VersicherteNetto-Lücke unterschätzen
KrankentagegeldLücke gezielt schließenhohe Fixkosten/hohes Nettofalsch starten/falsch hoch
Rücklagensofortige Liquiditätallekeine Reserve vorhanden
Fixkosten-PlanBedarf ermittelnallenie durchgerechnet

📘 Beachte: Viele Arbeitnehmer merken die Einkommenslücke erst, wenn sie mehrere Monate krank sind – genau dann ist Nachbessern am teuersten oder gar nicht mehr möglich.

6. Unfall, Freizeit, Wege: gesetzlich vs. privat verstehen 🧍‍♂️🧍‍♀️

Die gesetzliche Unfallversicherung greift typischerweise bei Arbeits- und Wegeunfällen. Das ist hilfreich, aber es ist kein Vollschutz für das Leben. Viele schwere Unfälle passieren in der Freizeit: Sport, Haushalt, Verkehr, Reisen. Außerdem ist die Systemleistung nicht identisch mit „ich bekomme mein gewohntes Einkommen weiter“. Oft geht es um Reha, Behandlung und bestimmte Rentenleistungen – aber nicht automatisch um den Erhalt Ihres Lebensstandards.

Eine private Unfallversicherung kann sinnvoll sein, wenn:

  • Sie ein erhöhtes Freizeit-/Sport-Risiko haben
  • Sie auf körperliche Funktion angewiesen sind (Handwerk, Pflege, Außendienst)
  • Sie wenig Rücklagen haben und ein Unfall schnell teuer wird (Umbau, Hilfsmittel)
  • Sie zusätzliche Leistungen (z. B. Invaliditätsleistung) gezielt wollen

Wichtig ist, Unfallschutz nicht mit Berufsunfähigkeitsversicherung zu verwechseln: Unfall ist nur ein Teil der Ursachen, Krankheit ist oft der größere Treiber für Berufsunfähigkeit.

AspektGesetzlich (typisch)Privat (typisch)Wichtig für Entscheidung
GeltungsbereichArbeit/Wege24/7 inkl. FreizeitFreizeit ist oft der Knackpunkt
UrsacheUnfallereignisUnfallereignisKrankheit nicht abgedeckt
ZielReha/Leistungen nach SystemKapital/Leistung nach VertragBedarf an Kapital klären
EinkommensschutzbegrenztindirektBU bleibt Hauptbaustein
Flexibilitätfestes SystemTarifbausteinenicht überversichern

7. Hausrat, Wohnrisiken & sinnvolle Zusatzbausteine 🏠

Hausrat ist für viele Angestellte sinnvoll, sobald ein eigener Haushalt mit relevanten Werten besteht. Wichtig ist auch hier: nicht „viel“, sondern „passend“. Häufige Schäden sind Leitungswasser, Einbruchdiebstahl, Feuer, Sturm/Hagel (je nach Lage). Unterversicherung ist der Klassiker: Die Versicherungssumme ist zu niedrig, weil man Anschaffungen unterschätzt oder weil die Werte gestiegen sind.

Zusatzbausteine sind nur sinnvoll, wenn ein echter Bedarf vorliegt:

  • Fahrradschutz: nur bei teurem Rad und regelmäßiger Nutzung
  • Elementarschäden: je nach Region/Lage (Keller, Hochwasserrisiko)
  • Glas: nur bei viel/teurem Glas
  • Außenversicherung: wichtig bei Reisen, Laptop, temporärem Arbeiten
BausteinWann sinnvollWorauf achtenFehler
Hausratrelevanter HausstandSumme/Unterversicherungzu niedrig angesetzt
Fahrradteures Fahrrad, AlltagBedingungen/Schlosszahlt nicht bei „falschem“ Diebstahl
ElementarRisikolageEinschluss/Selbstbehalt„brauch ich nie“
AußenversicherungLaptop/TravelGrenzen, Dauerfalsche Sublimits
Glasteure VerglasungKosten-Nutzenunnötig mitversichert

💡 Tipp: Hausrat ist kein Muss am Tag 1 – aber sobald der Haushalt wertvoll ist, schützt sie Ihr Vermögen sehr effizient.

8. Rechtsschutz: Arbeitsrecht, Mietrecht, Verkehr richtig wählen ⚖️

Für Arbeitnehmer ist Rechtsschutz oft relevanter als man denkt – weil Konflikte im Arbeitsrecht schnell teuer werden können, selbst wenn man am Ende „recht bekommt“. Kündigung, Abmahnung, Zeugnis, Versetzung, Mobbing-Vorwürfe, Wettbewerbsverbote – die Bandbreite ist groß. Dazu kommen Mietrecht (Wohnung) und Verkehr (wenn Sie Auto fahren).

Wichtig: Rechtsschutz ist kein Freifahrtschein. Es gibt Wartezeiten, Ausschlüsse und Selbstbeteiligungen. Außerdem sind nicht alle Bereiche automatisch abgedeckt. Sinnvoll ist Rechtsschutz, wenn Sie (1) in einem konfliktanfälligen Umfeld arbeiten, (2) eine Wohnungssituation haben, in der Streit realistisch ist, oder (3) viel im Verkehr unterwegs sind.

BausteinWarum für Arbeitnehmer relevantWichtigster PunktTypischer Fehler
ArbeitsrechtKündigung/Zeugnis/AbmahnungWartezeitAbschluss erst nach Konflikt
MietrechtNebenkosten/Mängel/KündigungDeckungsumfangfalscher Bereich fehlt
Verkehrsrechthohe StreitwerteFahrer vs. Halter„hab kein Auto“ übersehen
PrivatrechtAlltagsstreitigkeitenLeistungslimitsErwartung „alles“
SB/ServiceBeitrag vs. NutzenSB-Höhezu teuer ohne Nutzen

📘 Beachte: Rechtsschutz lohnt sich besonders als „Konfliktbremse“ – Sie holen sich früh Beratung, bevor es eskaliert.ken wie „Auslandsschutz“, sind aber oft an Zahlungsbedingungen, Dauerlimits oder Ausschlüsse geknüpft.

9. Altersvorsorge: bAV, gesetzliche Rente & sinnvolle Ergänzung 🧓

Angestellte haben die gesetzliche Rentenversicherung – aber die Versorgungslücke ist bei vielen real. Gleichzeitig gibt es für Arbeitnehmer oft einen starken Hebel: betriebliche Altersvorsorge (bAV) mit Arbeitgeberzuschuss. Das ist kein Automatismus, aber wenn Zuschuss und Bedingungen passen, kann bAV ein sinnvoller Baustein sein.

Die kluge Strategie ist meist dreigeteilt:

  1. Basis: gesetzliche Rente verstehen (ungefähre Lücke abschätzen)
  2. Arbeitgeberhebel: bAV prüfen (Zuschuss, Kosten, Flexibilität, Portabilität)
  3. Eigener, flexibler Topf: zusätzliche Vorsorge (damit Sie nicht nur in starren Systemen hängen)

Dabei gilt: Nicht jeder bAV-Vertrag ist gut. Kosten, Einschränkungen bei Arbeitgeberwechsel, Verrentungslogik und spätere Abgaben können die Bilanz verändern. Es ist ein Rechenthema, kein Bauchthema.

BausteinStärkeWorauf achtenHäufiger Fehler
Gesetzliche RenteBasisversorgungRenteninfo lesenLücke ignorieren
bAVZuschuss möglichKosten/Wechsel/Leistungnur „Steuer sparen“ sehen
Eigene Vorsorgeflexibel steuerbarStrategie/Disziplinzu starr starten
Risikoabsicherungschützt PlanBU/InvaliditätVorsorge ohne Absicherung

💡 Tipp: Nutzen Sie Arbeitgeberzuschüsse, aber bauen Sie parallel flexible Vorsorge auf – sonst sind Sie später zu unflexibel.

10. FAQ – 6 wichtige Fragen für Angestellte ❓

Welche Versicherungen sind für Angestellte wirklich Pflicht?

Pflicht ist vor allem die Krankenversicherung. Zusätzlich ist Kfz-Haftpflicht Pflicht, wenn Sie ein Auto besitzen. Alles andere ist eine Frage von Risiko und Bedarf. In der Praxis sind Privathaftpflicht und Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch so zentral, dass sie für viele Angestellte faktisch „Must-have“ sind, auch wenn sie nicht gesetzlich vorgeschrieben sind.

💡 Tipp: Pflicht ist nicht gleich wichtig – die wichtigsten Policen sind oft die, die existenzbedrohende Lücken schließen.

Was ist für Arbeitnehmer wichtiger: Berufsunfähigkeitsversicherung oder Unfall?

Für die meisten ist Berufsunfähigkeitsversicherung wichtiger, weil Berufsunfähigkeit häufiger durch Krankheit als durch Unfall entsteht und weil sie Einkommen langfristig absichern kann. Unfall kann ergänzen, wenn Freizeitrisiko hoch ist oder wenn Kapitalbedarf bei Invalidität realistisch ist.

📘 Beachte: Unfall ist nur eine Ursache – Berufsunfähigkeit denkt breiter und sichert das zentrale Risiko „Einkommen“.

Wann brauche ich Krankentagegeld als Angestellter?

Wenn Ihr Einkommen nach der Lohnfortzahlung deutlich sinkt und Sie hohe Fixkosten haben oder wenig Rücklagen. Besonders relevant kann es bei höheren Einkommen sein, bei Alleinverdienern oder wenn Sie Verpflichtungen wie Kredite tragen. Sinnvoll ist eine saubere Abstimmung: ab wann soll gezahlt werden und wie hoch muss die Lücke wirklich sein?

⚠️ Achtung: Wer Krankentagegeld erst nach einer längeren Krankheit regelt, bekommt es häufig nur schwer oder deutlich teurer.

Lohnt sich Rechtsschutz im Arbeitsrecht wirklich?

Oft ja, weil arbeitsrechtliche Konflikte schnell Kosten verursachen und weil frühe Beratung Eskalation vermeiden kann. Wichtig sind Wartezeiten und der konkrete Leistungsumfang. Rechtsschutz hilft nicht, wenn der Konflikt bereits „läuft“ – deshalb ist Timing entscheidend.

💡 Tipp: Rechtsschutz ist am stärksten, wenn Sie ihn als Prävention nutzen: früh beraten lassen, nicht erst vor Gericht.

Ist Hausrat sinnvoll, auch wenn ich wenig besitze?

Wenn Ihr Hausrat wirklich gering ist und Sie im Notfall alles ersetzen könnten, ist Hausrat nicht zwingend. Sobald jedoch Elektronik, Möbel und persönliche Gegenstände einen Wert haben, den Sie nicht locker aus Rücklagen ersetzen, wird Hausrat sinnvoll. Entscheidend ist eine realistische Summe und der Verzicht auf unnötige Bausteine.

📘 Beachte: Hausrat ist Vermögensschutz – er macht am meisten Sinn, wenn Ersatzbeschaffung Sie finanziell belasten würde.

Wie gehe ich mit bAV und eigener Vorsorge sinnvoll um?

Nutzen Sie bAV besonders dann, wenn ein echter Arbeitgeberzuschuss vorhanden ist und die Kosten/Regeln passen. Gleichzeitig sollten Sie nicht alles in starre Systeme packen. Eine zusätzliche, flexible Vorsorge sorgt dafür, dass Sie bei Jobwechsel, Lebensänderungen oder früherem Ruhestand handlungsfähig bleiben.

⚠️ Achtung: Wer nur wegen „Steuer sparen“ in ein Produkt geht und Kosten/Abgaben später nicht rechnet, baut sich oft eine teure Überraschung.

11. Fazit – MAWA Arbeitnehmer-Check & Strategie 🧭

Welche Versicherungen brauchen Angestellte wirklich? | MAWA Finanz

Angestellte sind über das System gut grundversorgt – aber die größten finanziellen Risiken liegen oft außerhalb der Systemlogik: Haftpflichtschäden, lange Krankheit, Berufsunfähigkeit und rechtliche Konflikte. Wenn Sie die Reihenfolge halten, investieren Sie Ihr Budget dort, wo es wirklich schützt: erst Privathaftpflicht, dann Berufsunfähigkeitsversicherung, dann gezielt Krankentagegeld/Reserve und Wohn-/Vermögensschutz. Altersvorsorge wird stark, wenn Sie Arbeitgeberhebel (bAV) und flexible eigene Bausteine kombinieren – und nicht nur auf „Steuer sparen“ setzen.

MAWA Arbeitnehmer-CheckWas geprüft wirdZiel
Basis-SchutzPrivathaftpflicht passendruinöse Schäden vermeiden
EinkommensschutzBerufsunfähigkeitsversicherung passendLebensstandard sichern
KrankheitslückeLohnfortzahlung/Krankengeld/BedarfLiquidität stabil halten
Wohn/VermögenHausrat + sinnvolle BausteineWerte schützen
KonfliktrisikoRechtsschutz-BausteineStreitkosten planbar machen
Vorsorge-MixbAV + flexible ErgänzungVersorgungslücke schließen

📘 Beachte: Eine gute Absicherung für Arbeitnehmer ist kein „Paket“, sondern eine Strategie – sie schützt Einkommen und Vermögen zuerst und optimiert dann Kosten und Komfort.

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