Welche Versicherungen brauchen Bauherren wirklich?

Welche Versicherungen brauchen Bauherren wirklich?

Beim Hausbau genügt ein kleiner Fehler für große Schäden. Gute Bauherren-Absicherung schützt vor Haftung, Baustellenrisiken und teuren Verzögerungen.

Versicherungen für Bauherren – was wirklich nötig ist.

🌟 Einleitung

Marcus Wacker Geschäftsführer
Marcus Wacker, Geschäftsführer,Spezialist für Privat- & Gewerbeversicherungen

Bauen ist ein Projekt mit vielen Beteiligten, vielen Schnittstellen und hohen Summen. Genau deshalb sind Bauherren-Risiken so besonders: Ein Schaden entsteht oft nicht durch „Unfälle“, sondern durch Kommunikation, Wetter, Diebstahl, Planungsfehler, Nachunternehmer, Materialmängel – und am Ende haftet häufig der Bauherr, zumindest als Mitverantwortlicher oder Anspruchsgegner. Hinzu kommt: Während der Bauphase existiert Ihr Haus rechtlich und technisch in einem Zwischenzustand. Viele „normale“ Versicherungen greifen hier nicht oder nur teilweise.

Die wichtigste Frage lautet daher: Welche Risiken können Sie als Bauherr nicht selbst tragen – finanziell und organisatorisch? Daraus leiten sich die Kernbausteine ab: Bauherrenhaftpflicht (Haftung), Bauleistungsversicherung (Bauschäden am Objekt), Feuerrohbau (Brand am Rohbau), ggf. Bauhelfer-Unfall/gesetzliche Absicherung, sowie je nach Konstellation Absicherung gegen Bauzeitverzögerung, Diebstahl, Elementar und spätere nahtlose Übergänge in Wohngebäudeversicherung.

💡 Tipp: Absichern in Reihenfolge: (1) Haftung als Bauherr, (2) Schäden am Bauwerk, (3) Brand am Rohbau, (4) Helfer/Arbeitskraft, (5) Übergang in die Wohngebäude- und Hausratversicherung.

1. Warum Bauherren besondere Risiken tragen 🧱

Bauherren sind nicht nur „Auftraggeber“, sondern rechtlich und praktisch Risikoträger. Selbst wenn Sie ein Generalunternehmer-Modell wählen, bleibt die Baustelle ein Gefahrenbereich, auf dem Dritte zu Schaden kommen können. Zudem ist ein Bauwerk in der Entstehung besonders anfällig: Unfertige Abdichtungen, offene Bauteile, provisorische Installationen, fehlende Sicherungen – alles erhöht die Schadenswahrscheinlichkeit.

Hinzu kommt das sogenannte Schnittstellenrisiko: Gewerke arbeiten nacheinander, Fehler werden erst später sichtbar, und dann beginnt die Suche nach dem Verursacher. In dieser Phase kann es passieren, dass Sie als Bauherr in Vorleistung gehen müssen (Zeit, Geld, Gutachter), auch wenn am Ende ein anderer haftet. Versicherungen ersetzen nicht die Bauleitung, aber sie können existenzielle Risiken abfedern.

RisikotypTypischer AuslöserKonsequenzWarum Bauherren betroffen sind
HaftungPassant stürzt, Nachbarhaus beschädigthohe Forderungen, RechtsstreitBauherr als Anspruchsgegner
BauschadenSturm reißt Abdeckung abNacharbeit, VerzögerungBauwerk „unfertig“ = anfällig
DiebstahlKupfer, Werkzeug, MaterialienMehrkosten, BauverzugBaustelle ist Ziel
BrandRohbaubrand, FunkenflugTotalschaden möglichNeubau noch nicht regulär versichert
EigenleistungHelfer verletzt sichBG-Themen, KostenBauherr organisiert Arbeiten

📘 Beachte: Beim Bauen sind Schäden oft nicht „klein“ – sie kosten Zeit, führen zu Verzögerungen und erzeugen schnell fünfstellige Mehrkosten.

2. Pflicht, Must-have, Nice-to-have auf der Baustelle 🧭

Es gibt nicht die eine „Bauherren-Pflichtversicherung“. Aber es gibt klare Must-haves, weil die Risiken sonst kaum tragbar sind. Der Fokus liegt auf: Haftung (Bauherrenhaftpflicht) und Schutz des entstehenden Bauwerks (Bauleistungsversicherung + Feuerrohbau).

Nice-to-have hängt stark vom Projekt ab: viel Eigenleistung, teure Materialien am Grundstück, exponierte Lage, lange Bauzeit, riskante Wetterlage, hochwertige Technik, komplexe Baustelle. Der beste Plan ist: erst Kernschutz, dann Bausteine.

KategorieVersicherungWarumWann abschließen
Must-haveBauherrenhaftpflichtschützt vor ruinösen Haftungsansprüchenvor Baubeginn
Must-haveBauleistungsversicherungschützt Bauwerk während Bauphasevor Baubeginn
Must-haveFeuerrohbauBrand am Rohbau absichernmit Baustart
SituativBauhelfer/Unfall + BGEigenleistung und Helfer absichernvor Helfereinsatz
SituativDiebstahl-/BaugerätebausteinMaterial/Equipment absichernwenn relevant
SituativElementarbausteinStarkregen/Hochwasser/Erdrutschlageabhängig

💡 Tipp: Starten Sie mindestens 2–4 Wochen vor Baubeginn mit dem Versicherungs-Setup, damit Rückfragen, Summen und Baubeschreibung sauber sind.

3. Bauherrenhaftpflicht: Haftung für Personen- & Sachschäden 🛡️

Die Bauherrenhaftpflicht ist der zentrale Schutz, weil Sie als Bauherr für die Verkehrssicherungspflichten rund um die Baustelle verantwortlich sind. Das betrifft z. B. Sicherung von Baugruben, Gerüsten, Zugängen, Materiallager, Absperrung, Beleuchtung, und auch Gefahren für Nachbarn und Passanten.

Typische Schäden:

  • Jemand stürzt auf ungesichertem Bereich.
  • Nachbargrundstück wird durch Erdarbeiten beschädigt.
  • Gerüstteil fällt und trifft ein Fahrzeug.
  • Kinder betreten die Baustelle und verletzen sich.

Wichtig ist die saubere Risikoangabe:

  • Neubau, Umbau, Sanierung?
  • Bauart und Bauhöhe?
  • Eigenleistung ja/nein?
  • Grundstückslage, Nachbarschaft, öffentliche Wege?

Viele Privathaftpflichtverträge enthalten Bauherrenrisiken nur begrenzt (z. B. kleine Umbauten). Für einen Hausbau reicht das typischerweise nicht – hier braucht es eine explizite Bauherrenhaftpflicht.

ThemaWorauf achtenWarum wichtigHäufiger Fehler
Deckungssummeausreichend hochPersonenschäden können sehr teuer seinzu klein gewählt
Bauvorhabenkorrekt beschriebensonst Streit im Schadenfalscher Bauumfang
Eigenleistungmitversichert?erhöht HaftungsrisikoHelfer nicht angegeben
NachbarschaftSchäden an Nachbarobjektenhäufigster Konfliktpunktfalsche Annahmen
ZeitraumBauzeit abgedecktBaustellen dauern oft längerAblaufdatum vergessen

⚠️ Achtung: Eine Baustelle ohne Bauherrenhaftpflicht ist ein Haftungsrisiko, das Sie privat finanziell ruinieren kann.

4. Bauleistungsversicherung: Schäden am Bauwerk während der Bauzeit 🧰

Die Bauleistungsversicherung schützt das entstehende Bauwerk gegen unvorhersehbare Schäden während der Bauphase. Wichtig: Sie ist kein Ersatz für Gewährleistung und deckt nicht einfach „mangelhafte Arbeit“. Sie deckt typischerweise Schäden durch Ereignisse wie Sturm, Vandalismus, unvorhersehbare Beschädigungen, Materialfehlerfolgen (je nach Bedingung) oder Ungeschicklichkeit.

Typische Fälle:

  • Sturm reißt Folien ab, Regen dringt ein, Estrich/Innenausbau werden beschädigt.
  • Unbekannte beschädigen Fenster oder Dämmung.
  • Leitungen werden beim Bau beschädigt, Bauteile müssen erneut hergestellt werden.
  • Baustoffe sind eingebaut und werden durch ein Ereignis zerstört.

Wichtig ist, was nicht automatisch drin ist:

  • reiner Diebstahl von Materialien (oft Zusatzbaustein)
  • Mängel/Schlechtleistung (Gewährleistungsthema)
  • Planungsfehler ohne Schadenereignis
  • Verzögerungskosten (nur in Sonderkonzepten)
Baustein/AspektTypische LeistungWorauf achtenTypischer Fehler
Allgefahrendeckungbreite Schadenereignissesaubere Bedingungen„deckt alles“ glauben
VersicherungssummeBausumme korrektUnterversicherung vermeidenBausumme zu niedrig
Selbstbehaltpasst zur Liquiditätsonst „zahlt nie“zu hoch angesetzt
DiebstahlbausteinMaterialdiebstahlnur wenn enthaltenAnnahme „immer dabei“
DauerBauzeit inkl. VerlängerungBauverzug einkalkulierenLaufzeit zu knapp

💡 Tipp: Stimmen Sie Bauleistungsversicherung und Bauvertrag ab: Welche Risiken trägt der Unternehmer, welche bleiben beim Bauherrn?

5. Feuerrohbau & spätere Wohngebäude: nahtloser Übergang 🔥

Feuerrohbau schützt den Rohbau gegen Brand, Blitzschlag und Explosion (je nach Bedingung). Viele Anbieter koppeln Feuerrohbau an die spätere Wohngebäudeversicherung: Sie schließen früh die Wohngebäudeversicherung ab, und Feuerrohbau ist während der Bauphase beitragsfrei oder stark vergünstigt.

Das ist praktisch, aber nur dann gut, wenn die spätere Wohngebäudeversicherung auch wirklich passt.
Bauherren sollten daher zwei Dinge gleichzeitig prüfen:

  1. Feuerrohbau während der Bauzeit.
  2. Qualität der späteren Wohngebäudeversicherung (Leitungswasser, Sturm/Hagel, Elementar, grobe Fahrlässigkeit, Unterversicherungsverzicht, Ableitungen, Photovoltaik/Wärmepumpe etc.).
ThemaFeuerrohbauWohngebäude späterWichtiger Punkt
Zeitpunktab Baustartab Einzug/Nutzunglückenloser Übergang
GefahrBrand/Blitz/Explosionzusätzlich Wasser/Sturm/Elementarnicht nur Feuer denken
Preislogikoft beitragsfreilangfristiger Beitragspäterer Tarif muss passen
TechnikRohbauphasePV, Wärmepumpe, Smart-HomeErweiterungen prüfen
Summe/WertBausummegleitender NeuwertUnterversicherung vermeiden

📘 Beachte: „Beitragsfreier Feuerrohbau“ ist kein Geschenk, wenn die spätere Wohngebäudeversicherung teuer oder schwach ist – immer als Gesamtpaket rechnen.

6. Bauhelfer, Eigenleistung & Unfall: rechtlich und praktisch 👷

Viele Bauherren planen Eigenleistung: Streichen, Böden, Garten, Fliesen, Trockenbau. Das spart Geld, erhöht aber Risiken. Helfer sind oft Familie/Freunde – und genau hier wird es heikel: Wer hilft, kann als Bauhelfer gelten, und für Bauhelfer können Melde- und Beitragspflichten bestehen. Gleichzeitig ist das Unfallrisiko real: Sturz, Schnitt, Quetschung.

Praktische Absicherung besteht aus zwei Ebenen:

  • Rechtlich/organisatorisch: Helfer erfassen, Arbeitszeiten dokumentieren, Meldepflichten einhalten.
  • Versicherungstechnisch: Unfallrisiko und Haftungsrisiko realistisch abdecken, insbesondere wenn Helfer regelmäßig dabei sind.
ThemaWas Bauherren tun solltenWarumHäufiger Fehler
Helferlistewer hilft wannÜbersicht + Nachweis„spontan“ ohne Doku
Meldung/RegelnPflicht prüfenvermeidet Ärger und Lückenignoriert, weil unbekannt
Eigenleistung im Vertragim Haftpflichtschutz enthaltensonst LückeEigenleistung nicht angegeben
UnfallrisikoSchutz für Helfer/Plan BUnfall kann Bau stoppenUnfall „passiert nicht“
Erste Hilfe/SicherheitBaustellenregelnsenkt Risikokeine Sicherheitskultur

⚠️ Achtung: Eigenleistung kann die Baukosten senken – aber ein schwerer Unfall kann die gesamte Baustelle organisatorisch und finanziell aus dem Takt bringen.

7. Diebstahl, Vandalismus, Baustellen-Equipment: was ist versichert? 🧱

Baustellen sind attraktiv für Diebstahl: Kupfer, Kabel, Wärmepumpen-Teile, Werkzeuge, Maschinen, sogar Fenster und Dämmstoffe. Viele Bauherren gehen fälschlich davon aus, dass „die Bauleistungsversicherung das schon übernimmt“. Häufig ist reiner Diebstahl jedoch nur mit Zusatzbaustein oder unter engen Bedingungen versichert (z. B. Einbruchdiebstahl aus verschlossenen Räumen).

Wichtig ist deshalb eine saubere Risikoanalyse:

  • Welche Materialien liegen wann am Grundstück?
  • Wie wird gesichert (Zaun, Beleuchtung, Container, Schlösser)?
  • Gibt es teure Technik, die früh eingebaut wird?
  • Wie ist die Verantwortungsgrenze zwischen Bauherr und Unternehmer geregelt?
RisikoTypischer FallVersicherung greift wann?Typischer Fehler
MaterialdiebstahlKabel/Kupfer wegmeist nur mit Zusatzbaustein„ist automatisch drin“
VandalismusFenster zerstörteher über Bauleistungfehlende Sicherung
WerkzeugdiebstahlContainer aufgebrochenje nach Bedingungfalsche Lagerung
Früh eingebaute TechnikWärmepumpe/ElektrikBedingungen prüfenunklarer Eigentümerstatus
BaustellensicherungZaun/BeleuchtungObliegenheiten relevantkeine Mindestmaßnahmen

💡 Tipp: Planen Sie Lieferungen so, dass Materialien möglichst kurz „frei“ auf der Baustelle liegen – Versicherung ersetzt Ärger und Bauverzug nur begrenzt.

8. Elementar, Sturm, Wasser, Frost: Wetter- und Naturgefahren 🌧️

Wetter ist einer der häufigsten Bauzeit-Treiber: Starkregen, Sturm, Frost, Hitze. Das Problem ist weniger der einzelne Regentag, sondern Folgeschäden: Wasser dringt ein, Estrich wird beschädigt, Dämmung wird nass, Schimmelrisiko entsteht, Bauzeit verlängert sich.

Elementarschäden (z. B. Starkregen/Überschwemmung, Erdrutsch) sind stark lageabhängig.

Wichtig ist die Abstimmung:

  • Was deckt die Bauleistungsversicherung in den Bedingungen?
  • Gibt es Elementar als Einschluss?
  • Wie wird die Baustelle geschützt (Abdeckungen, Pumpen, Wasserführung)?
  • Wie wird gelagert (Keller, offene Bereiche)?
GefahrTypisches BauphasenproblemAbsicherungslogikHäufiger Fehler
StarkregenWasser im RohbauBauleistung/ObliegenheitenAbdeckungen mangelhaft
SturmFolien ab, Innenausbau nassBauleistungBauzeit unterschätzt
FrostLeitungen/Bauteile platzenBedingungen prüfenWinterbau ohne Konzept
ÜberschwemmungBaustelle unter WasserElementarbausteinLage nicht bewertet
Schimmel/FeuchteFolgeproblemePrävention + Nacharbeitzu spät reagieren

📘 Beachte: Versicherung hilft beim Schaden – Bauzeit und Nerven sparen Sie vor allem über gute Baustellenorganisation und Schutzmaßnahmen.

9. Baufinanzierung, Vertrag & Organisation: wo Versicherung wirklich hilft 🧾

Versicherungen lösen nicht jedes Bauproblem. Viele Kosten entstehen durch Streit: Nachträge, Verzögerungen, Mängel, Abnahmen, Gutachter. Bauherren sollten deshalb Versicherungen als Teil des Projektmanagements sehen: Sie sichern existenzielle Risiken ab, aber Sie brauchen zusätzlich klare Verträge, saubere Dokumentation und klare Verantwortlichkeiten.

Was in der Praxis oft unterschätzt wird:

  • Bauzeit verlängert sich: Versicherungslaufzeiten müssen mitziehen.
  • Finanzierung hängt an Zeitplan: Verzögerung kostet Zinsen und Miete parallel.
  • Eigenleistungen verschieben Abnahmen: Schnittstellen werden komplizierter.
  • Nachbarrecht: Schäden/Immissionen erzeugen Konflikte.
  • Dokumentation: Fotos, Protokolle, Abnahmen – hilft in jedem Schaden-/Streitfall.
OrganisationspunktWarum wichtigVersicherungsbezugTypischer Fehler
BauzeitpufferVerzögerungen sind normalLaufzeit der PolicenPolicen laufen aus
Bausumme aktuellWerte ändern sichUnterversicherung vermeidenalte Summen beibehalten
Abnahmen protokollierenHaftung/BeweisSchadenabgrenzung„mündlich passt“
NachbarkommunikationKonflikte vermeidenHaftpflichtrelevanzerst reagieren, wenn Streit da
SicherungskonzeptDiebstahl/WetterObliegenheiten„macht der Bauleiter“

💡 Tipp: Versicherungs-Setup ist am besten, wenn es mit Bauplan, Bausumme, Eigenleistung und Zeitachse verzahnt ist – sonst entstehen Lücken.

10. FAQ – 6 wichtige Fragen für Bauherren ❓

Welche 3 Versicherungen brauchen Bauherren unbedingt?

In den meisten Fällen: Bauherrenhaftpflicht, Bauleistungsversicherung und Feuerrohbau (oft im Rahmen der späteren Wohngebäudeversicherung). Diese drei decken die größten existenziellen Risiken ab: Haftung gegenüber Dritten, Schäden am entstehenden Bauwerk und Brand am Rohbau.

💡 Tipp: Erst Haftung, dann Bauwerk, dann Feuer – in dieser Reihenfolge sind Sie am schnellsten solide aufgestellt.

Reicht meine Privathaftpflicht während des Hausbaus aus?

Meist nicht bei einem kompletten Neubau. Privathaftpflicht kann kleine Bauvorhaben oder Umbauten begrenzt einschließen, aber beim Hausbau ist eine Bauherrenhaftpflicht in der Regel die saubere Lösung. Entscheidend ist der Umfang des Bauvorhabens und ob Eigenleistungen/Beauftragte eingebunden sind.

⚠️ Achtung: Verlassen Sie sich nicht auf Vermutungen – bei einem Neubau kann eine fehlende Bauherrenhaftpflicht im Schaden existenzbedrohend sein.

Deckt die Bauleistungsversicherung auch Diebstahl?

Nicht automatisch. Reiner Diebstahl von Materialien ist oft nur über Zusatzbausteine oder unter bestimmten Bedingungen versichert (z. B. Einbruchdiebstahl aus verschlossenen Containern). Vandalismus oder Beschädigung kann eher enthalten sein, aber Diebstahl muss man explizit prüfen.

📘 Beachte: Diebstahl ist eines der häufigsten Baustellenprobleme – prüfen Sie den Einschluss, bevor die ersten Lieferungen kommen.

Wann brauche ich Feuerrohbau und wann Wohngebäude?

Feuerrohbau benötigen Sie ab Baubeginn für Brand/Blitz/Explosion am entstehenden Gebäude. Wohngebäudeversicherung ist spätestens zur Bezugsfertigkeit bzw. ab Nutzung relevant, deckt dann zusätzlich z. B. Leitungswasser, Sturm/Hagel und optional Elementar. Häufig wird das als Paket organisiert: früh abschließen, Feuerrohbau in der Bauphase beitragsfrei.

💡 Tipp: Wenn Sie früh abschließen, achten Sie darauf, dass der spätere Wohngebäudetarif wirklich zu Ihrem Haus passt (PV, Wärmepumpe, Elementar).

Was ist mit Bauhelfern und Eigenleistung?

Eigenleistung erhöht Risiken und Pflichten. Helfer sollten erfasst und organisatorisch sauber geführt werden, und der Versicherungsschutz muss Eigenleistungen berücksichtigen. Zusätzlich ist das Unfallrisiko real – ein schwerer Helferunfall kann die Baustelle lahmlegen und zu Kosten/Problemen führen.

⚠️ Achtung: „Familie hilft“ ist rechtlich und organisatorisch nicht „risikofrei“ – Dokumentation und klare Regeln schützen.

Wie vermeide ich Versicherungslücken bei Bauverzug?

Planen Sie Laufzeiten nicht auf Kante. Rechnen Sie mit Verzögerungen und sorgen Sie dafür, dass Bauherrenhaftpflicht, Bauleistungsversicherung und Feuerrohbau verlängert werden können. Aktualisieren Sie zudem Bausumme und Projektbeschreibung, wenn sich Umfang oder Eigenleistung ändern.

📘 Beachte: Viele Lücken entstehen nicht am Start, sondern wenn die Bauphase länger dauert als geplant.

11. Fazit – MAWA Bauherren-Check & Strategie 🧭

Welche Versicherungen brauchen Bauherren wirklich? | MAWA Finanz

Bauherren brauchen ein klares, pragmatisches Setup: Haftungsrisiko als Bauherr absichern, das entstehende Bauwerk gegen unvorhersehbare Schäden schützen und Brand am Rohbau lückenlos abdecken. Dazu kommen – je nach Projekt – Bausteine für Diebstahl, Elementar, Helfer/Eigenleistung und ein sauberer Übergang in die spätere Wohngebäudeversicherung. Wer früh plant, Summen realistisch setzt und Laufzeiten mit Bauverzug-Puffer aufstellt, verhindert die typischen Baustellen-Lücken.

MAWA Bauherren-CheckWas wir prüfenZiel
HaftungBauherrenhaftpflicht, Eigenleistung, Laufzeitruinöse Haftungsfälle vermeiden
BauwerkBauleistungsdeckung, Summe, SB, AuslöserNacharbeit & Mehrkosten abfedern
Feuer/ÜbergangFeuerrohbau + später Wohngebäudelückenloser Schutz ab Baustart
Diebstahl/SicherungMaterial, Container, Obliegenheitenweniger Verzug & Diskussionen
Wetter/ElementarLage, Starkregen, Frost, Einschlussnaturbedingte Schäden managen
Projekt-FitBauzeitpuffer, Bausumme, DokumentationLücken durch Änderungen vermeiden

📘 Beachte: Die beste Bauherren-Absicherung ist die, die Ihre Baustelle realistisch abbildet – mit Haftung, Bauwerk und Zeitachse als Kern.

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