Welche Versicherungen brauchen Vermieter wirklich?

Welche Versicherungen brauchen Vermieter wirklich?

Vermieten soll planbar bleiben: Mit klarer Absicherung werden Schäden, Streit und Mietausfall beherrschbar – statt zum Dauerstress.

Versicherungen für Vermieter – was wirklich nötig ist.

🌟 Einleitung

Marcus Wacker Geschäftsführer
Marcus Wacker, Geschäftsführer,Spezialist für Privatversicherungen

Vermieten wirkt auf dem Papier leicht: Wohnung vermietet, Miete kommt, fertig. In der Realität ist Vermietung ein eigenes Risikoprofil – nicht, weil „Mieter immer schwierig“ wären, sondern weil ein einzelnes Ereignis gleich mehrere Baustellen gleichzeitig öffnet: Gebäudeschaden, Koordination, Zeitdruck, Kosten, Mietminderung, Streit über Verantwortlichkeiten, eventuell Anwalt und im schlimmsten Fall Mietausfall über Monate.

Viele Vermieter sind „irgendwie“ abgesichert: Wohngebäude läuft, vielleicht eine Haftpflicht, manchmal ein Rechtsschutz. Was dabei oft fehlt, ist ein sauberes System. Denn Vermieter brauchen zwei Schutzlinien, die getrennt gedacht werden müssen:

  1. Objekt und Haftung: Damit ein Schaden am Gebäude oder eine Forderung Dritter nicht zum finanziellen Problem wird.
  2. Recht und Liquidität: Damit Sie einen Konflikt durchstehen können – ohne dass ausbleibende Miete oder Prozessdauer Sie unter Druck setzen.

Gerade das Thema Mietausfall bzw. „Mietnomaden“ wird spürbar wichtiger, weil Vermietung in vielen Fällen eng kalkuliert ist: Kreditrate, Instandhaltung, Rücklagen – und dann reichen schon wenige Monate ohne Zahlung, damit aus „ärgerlich“ schnell „kritisch“ wird.

💡 Tipp: Als Vermieter müssen Sie nicht alles versichern. Sie müssen das Richtige versichern – und die Grenzen vorher kennen, nicht erst im Streit.

1. Was ist bei Vermietern anders als bei Eigennutzern? 🏠

Als Eigennutzer entscheiden Sie vieles direkt: Sie melden den Schaden, koordinieren Handwerker, wohnen selbst drin, treffen Entscheidungen ohne Dritte. Als Vermieter kommt immer mindestens eine zusätzliche Partei dazu – der Mieter – und oft noch mehr: WEG/Verwaltung, Nachbarn, Handwerker, Gutachter, manchmal Anwalt oder Gericht.

Das verändert die Risiken:

  • Mehr Haftungspunkte: Verkehrssicherung (Weg, Treppe, Beleuchtung, Dach, Außenanlagen) und die Frage, wer wofür verantwortlich ist.
  • Mehr Prozessrisiko: Wenn Zugang zur Wohnung fehlt oder Kommunikation hakt, wird aus einem kleinen Schaden schnell ein großer Folgeschaden.
  • Mehr Liquiditätsdruck: Mietausfall ist nicht nur „Einnahme fehlt“, sondern trifft meist parallel die laufenden Kosten.
  • Mehr Konfliktpotenzial: Mietminderung, Nebenkosten, Mängel, Kündigungen – vieles ist nicht technisch, sondern formal.

📘 Beachte: Vermieter brauchen weniger „Produkte“ als klare Zuständigkeiten. Viele Probleme entstehen nicht, weil niemand zahlt – sondern weil unklar ist, wer zuständig ist und wie der richtige Ablauf aussieht.

2. Die Vermieter-Risikoformel: Objekt, Haftung, Recht, Liquidität 🧩

Wenn Sie als Vermieter priorisieren, denken Sie in vier Blöcken:

BlockWas kann passieren?Was schützt?
ObjektFeuer, Leitungswasser, Sturm, Schäden an SubstanzWohngebäude (plus passende Erweiterungen)
Natur/Wasser von außenStarkregen, Überschwemmung, RückstauElementar / Rückstau-Logik
HaftungDritte stürzen, Sachen Dritter werden beschädigtHaus- und Grundbesitzerhaftpflicht
RechtStreit mit Mieter, Räumung, Forderungen durchsetzenVermieterrechtsschutz
LiquiditätMiete bleibt aus, Wohnung verwahrlost, Kosten laufen weiterMietausfall-/Mietnomadenversicherung (falls sinnvoll)

Die häufigste Fehlkalkulation ist, Rechtsschutz als „Allheilmittel“ zu sehen. Rechtsschutz hilft, den juristischen Weg zu bezahlen. Liquidität ist ein anderes Risiko.

⚠️ Achtung: Wenn die Miete Ihre Kreditrate trägt, ist Mietausfall kein Randthema. Dann ist es ein Kernrisiko – auch wenn es selten eintritt.

3. Wohngebäudeversicherung: Fundament für Vermieter 🔧

Die Wohngebäudeversicherung ist für Vermieter die Basis, weil sie die Substanz schützt. Sie deckt typischerweise Schäden am Gebäude (je nach Vertrag z. B. Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel). Entscheidend ist nicht nur „ob versichert“, sondern wie sauber.

Was Vermieter unbedingt prüfen sollten

PrüfpunktWarum es in der Vermietung wichtiger wirdTypische Stolperfalle
Objektangaben stimmenEntschädigung und Beitragskalkulation hängen daranfalsche Wohnfläche, falsche Nutzung, veraltete Daten
Leitungswasser-DefinitionWasserschäden sind Vermieter-KlassikerUrsache unklar, Folgeschäden nicht sauber geregelt
FolgekostenTrocknung, Abbruch, Wiederherstellung eskalieren schnellGrenzen/Deckelungen werden übersehen
Leerstand/ObliegenheitenMieterwechsel und Leerstand sind realFrostschutz/Beheizung/Wartung nicht beachtet
Nebengebäude/AußenanlagenGaragen, Carport, Schuppen, Zäune„ist bestimmt drin“ – ist es oft nicht

Vermieter-Praxis: „Schaden“ ist oft ein Projekt

Ein Leitungswasserschaden ist selten nur „Rohr kaputt“. Es ist Leckageortung, Trocknung, Bodenaufbau, Termine, Mieterkoordination, Mietminderung, Dokumentation. Eine gute Wohngebäudeversicherung muss deshalb nicht nur zahlen, sondern Prozesse ermöglichen: klare Zuständigkeit, klare Nachweise, saubere Definitionen.

📘 Beachte: In vermieteten Objekten ist Geschwindigkeit ein Kostenfaktor. Je länger der Schaden offen bleibt, desto größer werden Folgeschäden und Diskussionen.

4. Elementar & Rückstau: die großen Wasserrisiken 🌧️

Viele Vermieter unterschätzen Wasser von außen. Das ist verständlich, weil Leitungswasser „gefühlt“ alles abdeckt. In der Realität sind Starkregen, Überschwemmung und Rückstau eigene Welten. Und genau diese Welten entscheiden über hohe Summen.

Elementar: wofür es steht (praktisch)

Elementar ist typischerweise der Baustein, der Naturgefahren abdeckt, die nicht zur Standarddeckung gehören. Besonders relevant im Vermieter-Alltag:

  • Wasser kommt von außen (Starkregen, Oberflächenwasser, überlastete Entwässerung).
  • Keller stehen unter Wasser – und dort stehen oft Technik, Abteile, Hausanschlüsse.
  • Rückstau drückt Wasser aus dem Kanal zurück.

Rückstau: das unterschätzte Detail

Rückstau ist häufig an Schutzmaßnahmen gekoppelt. Das ist wichtig, weil sonst jeder zweite Kellerfall „versichert“ wäre, obwohl der technische Schutz fehlt. Für Vermieter heißt das:

  • Sie müssen wissen, ob Rückstausicherung vorhanden ist.
  • Sie müssen wissen, ob sie funktionsfähig ist.
  • Sie müssen wissen, wer zuständig ist (Sie, Hausmeister, WEG, Verwaltung).

📘 Beachte: Bei vermieteten Kellern oder teurer Haustechnik unten ist Elementar keine Komfortfrage. Es ist eine Vermögens- und Betriebsrisikofrage.


5. Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht: Haftung sauber abdecken 🧯

Als Vermieter tragen Sie Verantwortung für Gefahren, die vom Gebäude oder Grundstück ausgehen. Wenn Dritte zu Schaden kommen, können sehr hohe Forderungen entstehen. Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht ist dafür der klassische Baustein.

Typische Fälle:

  • Jemand stürzt wegen Glätte oder schlechter Beleuchtung.
  • Ein Teil löst sich (z. B. Dachziegel, Geländer) und verletzt oder beschädigt.
  • Ein Mangel am Gebäude verursacht einen Schaden beim Nachbarn.

Wichtig ist: Haftpflicht ist nicht nur „Zahlen“. Haftpflicht ist auch Abwehr. Eine gute Haftpflicht wehrt unberechtigte Ansprüche ab und klärt, was wirklich zu zahlen ist.

Zuständigkeiten: der häufigste Haftungsfehler

Die Haftpflicht ist nur ein Teil. Der andere Teil ist Organisation:

ThemaFrageRisiko, wenn ungeklärt
WinterdienstWer räumt/streut wann?Haftungsfall bei Unfall
HausmeisterWelche Pflichten hat er schriftlich?„war doch klar“ zählt nicht
BeleuchtungWer prüft Defekte?Sturz/Unfall
AußenanlagenWer kontrolliert lose Platten/Äste?Schaden durch Vernachlässigung

💡 Tipp: Dokumentieren Sie Dienstleister und Pflichten (Winterdienstvertrag, Hausmeisteraufgaben). Das senkt nicht nur Risiko, sondern beschleunigt auch die Schadenabwicklung.

6. Vermieterrechtsschutz: sinnvoll, aber nicht „Mietausfall-Schutz“ ⚖️

Vermieterrechtsschutz ist für viele Vermieter ein Stabilitätsbaustein – weil Streit oft nicht teuer ist, sondern langwierig. Er hilft, den juristischen Weg zu gehen, ohne aus Angst vor Kosten zu früh nachzugeben.

Was Vermieterrechtsschutz typischerweise abdeckt

Je nach Tarif können das beispielsweise sein:

  • Kosten für anwaltliche Beratung und Vertretung in Mietrechtsstreitigkeiten
  • Gerichtskosten und Kosten im Rahmen von Verfahren
  • teilweise Mediation oder telefonische Erstberatung (tarifabhängig)

Was Vermieterrechtsschutz typischerweise nicht ist

Vermieterrechtsschutz ist in der Regel keine Liquiditätsversicherung. Er ersetzt nicht automatisch die ausbleibende Miete. Er finanziert den Rechtsweg, aber nicht den Zahlungsfluss.

⚠️ Achtung: Der häufigste Erwartungsfehler lautet: „Rechtsschutz = Miete kommt wieder.“ In der Praxis heißt Rechtsschutz: „Ich kann meine Rechte durchsetzen, ohne Angst vor Kosten.“

Wartezeiten: der Klassiker

Viele Vermieterrechtsschutz-Tarife arbeiten mit Wartezeiten. Das ist kein „Trick“, sondern Schutz gegen Abschluss im laufenden Konflikt. Für Sie heißt das: Rechtsschutz muss vorhanden sein, bevor der Streit beginnt.

📘 Beachte: Wer Rechtsschutz erst abschließt, wenn der Mieter schon nicht zahlt oder der Streit schon eskaliert ist, ist oft zu spät.

Wann Vermieterrechtsschutz besonders sinnvoll ist

  • wenn Sie formale Sicherheit wollen (Fristen, Kündigungen, Abmahnungen)
  • wenn Sie mehrere Einheiten haben und Konfliktwahrscheinlichkeit steigt
  • wenn Sie nur wenige Einheiten haben, aber ein Konflikt Sie zeitlich/mental maximal bindet
  • wenn Sie klare Prozesse möchten, statt „Bauchgefühl-Reaktionen“

💡 Tipp: Rechtsschutz ist am wertvollsten, wenn er Sie vor falschen Schritten schützt. Der teuerste Fehler ist oft nicht der Prozess – sondern eine formal falsche Kündigung, die Monate kostet.

7. Mietnomaden-/Mietausfallversicherung: wann sie wirklich hilft 🧾

„Mietnomadenversicherung“ wird umgangssprachlich häufig für Mietausfall- oder Mietforderungsabsicherung genutzt. Entscheidend ist: Es geht um Liquidität und Folgekosten, wenn Miete ausbleibt – und das über den Zeitraum, in dem Recht und Räumung laufen.

Die Grundidee

Diese Absicherung soll Ihnen helfen, wenn:

  • der Mieter nicht zahlt,
  • der Ausfall sich über mehrere Monate zieht,
  • eventuell zusätzliche Kosten entstehen (z. B. Räumung, Wiederherstellung, Sonderreinigung – je nach Produkt).

Wichtig: Das ist kein Standardprodukt mit identischen Leistungen. Die Unterschiede sind groß.

Typische Stellschrauben, die über den Nutzen entscheiden

StellschraubeWas sie in der Praxis bedeutetWarum sie wichtig ist
Auslöser/Triggerab wann gilt „Zahlungsausfall“ als versichertsonst zahlen Sie Beitrag ohne klare Leistung
Maximale Dauerwie viele Monate werden ersetztProzesse dauern, „kurz“ reicht oft nicht
Maximale Summebis zu welcher Höhe wird geleistetsonst greift es nur in kleinen Fällen
SelbstbehaltAnteil, den Sie selbst tragenentscheidet über Wirtschaftlichkeit
VoraussetzungenBonitätsprüfung, Unterlagen, Dokumentationhier scheitert es oft
Ausschlüssebestimmte Konstellationen nicht gedecktz. B. gewerbliche Vermietung, Kurzzeitvermietung etc.

⚠️ Achtung: Viele Mietausfallprodukte verlangen, dass Sie bei Mieterauswahl und Dokumentation sauber gearbeitet haben. Wenn Unterlagen fehlen oder Abläufe nicht eingehalten werden, wird es im Leistungsfall schnell zäh.

Wann Mietausfall-/Mietnomaden-Schutz wirklich sinnvoll ist

Das Produkt ist besonders prüfenswert, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

  • Die Miete ist wichtig für Ihre Kreditrate oder Ihre Altersvorsorge.
  • Sie haben wenige Einheiten und damit ein konzentriertes Risiko.
  • Sie haben keine Rücklagen, um mehrere Monate Ausfall plus Kosten zu tragen.
  • Sie vermieten in einem Umfeld mit häufiger Fluktuation.
  • Sie möchten planbar sein: „Ich kann den Rechtsweg gehen, ohne finanziell zu kippen.“

💡 Tipp: Wenn Sie Mietausfall absichern wollen, denken Sie zuerst an Ihren „Worst Case“: 6 Monate keine Miete + laufende Kosten + Wiederherstellung. Wenn Sie dabei innerlich schlucken, lohnt sich eine Prüfung.

8. Häufige Missverständnisse: Kaution, Hausrat, Renovierung, Mietminderung 🧠

In der Vermietung entstehen viele Fehlentscheidungen durch falsche Annahmen. Hier die wichtigsten Klarstellungen.

Missverständnis 1: „Die Kaution reicht“

Die Kaution ist hilfreich, aber sie ist kein umfassender Schutz. Wenn Mietausfall, Prozessdauer, Renovierung und mögliche Schäden zusammenkommen, ist Kaution oft nur ein Baustein, nicht die Lösung.

⚠️ Achtung: Kaution ist keine Liquiditätsgarantie. Sie bekommen sie oft erst nach Ende des Mietverhältnisses und nach Klärung der Ansprüche „wirklich“ in der Hand.

Missverständnis 2: „Mein Hausrat deckt die vermietete Wohnung“

Hausrat ist grundsätzlich für bewegliche Sachen. In einer normalen Vermietung betrifft Hausrat den Mieter, nicht Sie. Ausnahme: möblierte Vermietung, wenn Ihre Einrichtung in der Wohnung steht. Dann brauchen Sie eine saubere Lösung für Ihr Inventar, die zur Vermietungsform passt.

📘 Beachte: Viele Konflikte entstehen bei möbliertem Wohnen: Was gehört wem, was war bei Einzug vorhanden, was ist Schaden, was ist normale Abnutzung? Ohne Dokumentation wird es schwer.

Missverständnis 3: „Rechtsschutz regelt Mietminderung“

Rechtsschutz kann helfen, die rechtliche Auseinandersetzung zu führen. Er verhindert aber nicht automatisch Mietminderung oder Ausfall. Er ist Werkzeug, kein Ergebnis.

Missverständnis 4: „Renovierung nach Auszug zahlt immer jemand“

Ob und was ersetzt wird, hängt davon ab, ob es Schaden ist oder Abnutzung, ob Ansprüche bestehen und ob eine Mietausfall-/Mietnomadenlösung Folgekosten einschließt. Viele Vermieter merken erst beim Auszug, wie teuer „Wiederherstellung“ wirklich ist.

💡 Tipp: Übergabeprotokolle, Fotos, Zählerstände, Inventarlisten (bei Möblierung) sind Vermieter-Gold. Damit sparen Sie oft mehr Geld als mit jedem Rabatt beim Beitrag.

9. Prozesse im Ernstfall: Schaden, Streit, Mietausfall – was zählt wirklich? 🧾

Versicherung ist im Vermieteralltag nicht nur Vertrag, sondern Ablauf. Wer im Ernstfall strukturiert ist, gewinnt Zeit, Geld und Nerven.

A) Gebäudeschaden: der Vermieter-Ablauf (praxisnah)

  1. Schaden begrenzen: Wasser abstellen, Notmaßnahmen, Sicherheit.
  2. Dokumentieren: Fotos, Ursache, Zeitpunkt, betroffene Bereiche.
  3. Melden: zeitnah, mit klarer Beschreibung.
  4. Ursache klären: Leckageortung, Rückstau vs. Leitung, außen vs. innen.
  5. Koordinieren: Handwerker, Zugang, Terminfenster, Kommunikation.
  6. Nachweise sammeln: Rechnungen, Berichte, Protokolle.

📘 Beachte: Der häufigste Kostentreiber ist Zeit. Ein kleiner Leckschaden wird groß, wenn er zwei Wochen „unbemerkt“ oder „ungeklärt“ bleibt.

B) Mietstreit: der gefährliche Teil ist Formalität

Viele Vermieter verlieren Zeit durch formale Fehler: falsche Fristen, falsche Form, falsche Dokumentation. Rechtsschutz kann helfen, aber er ersetzt keine saubere Linie.

💡 Tipp: Im Mietrecht sind Emotionen teuer. Struktur ist günstiger: dokumentieren, Fristen einhalten, sauber kommunizieren, früh rechtlich einordnen.

C) Mietausfall/Mietnomaden: Dokumentation entscheidet

Wenn Sie Mietausfall absichern wollen, müssen Sie wie ein Profi dokumentieren:

  • Mietvertrag sauber
  • Übergabeprotokoll, Fotos
  • Zahlungsübersicht
  • Mahnablauf und Kommunikation
  • Zustandsdokumentation bei Problemen
  • Handwerkerberichte bei Schäden

⚠️ Achtung: „Ich habe ihm doch WhatsApp geschrieben“ ist als Nachweis oft zu dünn. Vermieter brauchen im Ernstfall Papier- und Prozesssicherheit.

10. FAQ – 6 wichtige Fragen für Vermieter ❓

Welche Versicherungen sind für Vermieter die echte Basis?

Für die meisten Vermieter sind das: eine passende Wohngebäudeversicherung (Substanzschutz) und eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht (Haftung für Dritte). Rechtsschutz und Mietausfall sind dann die zweite Linie – abhängig davon, wie konflikt- und liquiditätskritisch Ihre Vermietung ist.

💡 Tipp: Erst Objekt und Haftung stabil, dann Recht und Liquidität. Wer die Reihenfolge verdreht, hat schnell teure Lücken.

Zahlt Vermieterrechtsschutz auch die ausbleibende Miete?

In der Logik ist Vermieterrechtsschutz typischerweise ein Kostenschutz für den Rechtsweg (Anwalt/Gericht). Die ausbleibende Miete ist ein Liquiditätsthema. Wenn Sie Mietausfall absichern wollen, müssen Sie das separat betrachten.

⚠️ Achtung: Der häufigste Frust entsteht aus falscher Erwartung: Rechtsschutz finanziert den Weg – er garantiert nicht das Ergebnis und ersetzt nicht automatisch Einnahmen.

Wann ist eine Mietnomaden-/Mietausfallversicherung sinnvoll?

Wenn ein längerer Ausfall Sie finanziell unter Druck setzt – zum Beispiel wegen Kreditrate, geringer Rücklagen oder weil Sie nur wenige Einheiten haben. Dann kann eine Mietausfalllösung sinnvoll sein, sofern Auslöser, Dauer, Selbstbehalt und Voraussetzungen realistisch zu Ihrer Vermietung passen.

📘 Beachte: Solche Produkte unterscheiden sich stark. Entscheidend sind Trigger, maximale Dauer, Selbstbehalt und die Anforderungen an Mieterauswahl und Dokumentation.

Was ist bei Wartezeiten im Vermieterrechtsschutz wichtig?

Rechtsschutz ist kein „Notfallknopf“. Wenn ein Konflikt schon läuft oder absehbar ist, ist Abschluss oft zu spät. Deshalb muss Rechtsschutz rechtzeitig vorhanden sein – bevor der Streit entsteht.

💡 Tipp: Wer vermietet, sollte Rechtsschutz nicht dann abschließen, wenn es brennt, sondern dann, wenn alles ruhig ist. Genau dann ist er am wertvollsten.

Reicht die Kaution als Schutz gegen Schäden und Ausfall?

Kaution hilft, aber sie ist keine Vollkaskolösung. Sie kann durch Mietausfall, Prozessdauer und Wiederherstellung schnell aufgezehrt sein – und sie ist nicht automatisch sofort verfügbar. Wer auf Kaution als „Plan“ setzt, unterschätzt häufig das Gesamtszenario.

⚠️ Achtung: Kaution ist kein Liquiditätspuffer für mehrere Monate. Wenn Ihre Kalkulation eng ist, brauchen Sie Rücklagen oder eine passende Ausfallstrategie.

Was sind die häufigsten Fehler bei Vermieter-Versicherungen?

Die Klassiker: Elementar/Rückstau wird nicht bewusst entschieden, Haftung wird unterschätzt, Rechtsschutz wird zu spät abgeschlossen, und beim Mietausfall fehlen Unterlagen und saubere Prozesse. Dazu kommt: Modernisierungen oder Nebengebäude sind nicht sauber im Vertrag abgebildet.

📘 Beachte: Der teuerste Fehler ist nicht ein „zu hoher Beitrag“, sondern eine Lücke, die erst sichtbar wird, wenn Schaden, Streit und Zeitdruck zusammenkommen.

11. Fazit – MAWA Vermieter-Check & Schutzstrategie 🧭

Welche Versicherungen brauchen Vermieter wirklich? | MAWA Finanz

Vermietung wird dann entspannt, wenn sie planbar ist. Planbarkeit entsteht nicht durch viele Policen, sondern durch ein sauberes System:

  1. Wohngebäude als Fundament: Angaben aktuell, Leitungswasser-Logik verstanden, Folgekosten realistisch, Leerstand-Pflichten im Blick.
  2. Elementar/Rückstau bewusst entscheiden: besonders bei Keller, Haustechnik, Entwässerung und Starkregenrisiko.
  3. Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht sauber: Zuständigkeiten (Winterdienst/Hausmeister) klar, Pflichten dokumentiert.
  4. Vermieterrechtsschutz rechtzeitig: als Werkzeug für Formalität, Fristen und Durchsetzung – nicht als Mietgarantie.
  5. Mietausfall/Mietnomaden prüfen, wenn Liquidität kritisch ist: Trigger, Dauer, Selbstbehalt und Voraussetzungen müssen zu Ihrer Vermietung passen.
  6. Prozesse & Dokumente im Griff: Übergaben, Fotos, Schriftverkehr, Zahlungsübersicht – weil im Ernstfall nicht Gefühl zählt, sondern Nachweis.

MAWA Vermieter-Check (praxisnah, in einem Termin machbar)

  • Wie viele Monatsmieten Ausfall könnten Sie ohne Stress tragen?
  • Ist Elementar/Rückstau für Ihr Objekt sinnvoll und technisch sauber lösbar?
  • Sind Haftungszuständigkeiten klar geregelt und dokumentiert?
  • Haben Sie Rechtsschutz rechtzeitig und wissen, wofür er nicht da ist?
  • Haben Sie eine saubere Vermieter-Akte (Vertrag, Übergabe, Zahlungen, Protokolle)?
  • Sind Modernisierungen, Nebengebäude und Nutzungsarten korrekt im Versicherungsschutz abgebildet?

💡 Tipp: Die beste Vermieter-Absicherung verhindert nicht jedes Problem. Aber sie sorgt dafür, dass ein Problem nicht Ihr Leben bestimmt – sondern nur ein lösbares Projekt bleibt.

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