
Berufsunfähigkeit: Rentenhöhe berechnen & Netto verstehen
Die richtige Rentenhöhe entscheidet, ob Berufsunfähigkeit „nur ärgerlich“ ist – oder finanziell existenziell. Planen Sie netto, nicht aus dem Bauch.
Berufsunfähigkeit: Rente berechnen & Netto verstehen – das solltest du wissen.
🌟 Einleitung

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) wird die Rentenhöhe oft zu klein gewählt – nicht aus Unwissen, sondern aus einem typischen Denkfehler: Man schaut auf den Beitrag und nimmt eine „runde Zahl“, die irgendwie bezahlbar wirkt. Das Problem: Im Leistungsfall sind nicht „irgendwelche“ Zahlen relevant, sondern Ihr realer monatlicher Finanzbedarf. Und der entsteht netto: Miete oder Kredit, Lebenshaltung, Versicherungen, Kinder, Mobilität, Rücklagen, medizinische Zuzahlungen, eventuell zusätzliche Hilfe im Alltag.
Gleichzeitig ist „Netto“ bei Berufsunfähigkeit nicht immer gleich „Netto“. Ob und wie eine Berufsunfähigkeitsrente besteuert wird, hängt stark davon ab, wie der Vertrag konstruiert ist (privat eigenständig, als Zusatz zu einer Altersvorsorge, über betriebliche Lösungen). Dazu kommen Kranken- und Pflegeversicherung, mögliche gesetzliche Leistungen, Krankengeld-Übergangsphasen und die Frage, wie lange Sie Ihren Bedarf wirklich decken müssen.
Diese Seite ist deshalb eine Rechen- und Entscheidungsseite: Sie bekommen eine klare Vorgehensweise, um Ihre passende Rentenhöhe zu berechnen, Netto-Effekte zu verstehen und typische Fallen zu vermeiden. Ziel ist nicht „maximal“, sondern „realistisch“ – so, dass Ihr System auch dann stabil bleibt, wenn Ihre Arbeitskraft wegfällt.
„💡 Tipp: Setzen Sie Ihre Zielrente nicht nach Gefühl fest, sondern nach Ihrem Netto-Bedarf. Wenn Sie einmal sauber rechnen, vermeiden Sie dauerhaft zu kleine Renten – und sparen sich später teure Korrekturen.“
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1. Was muss die Berufsunfähigkeitsrente leisten – und was nicht? 🎯
Die Berufsunfähigkeitsrente hat ein klares Ziel: Sie soll Ihren Lebensstandard stabilisieren, wenn Ihr Einkommen aus Arbeit wegfällt oder dauerhaft deutlich sinkt. Sie ist keine „Zusatzrente“, keine Geldanlage und kein Ersatz für Vermögensaufbau – sie ist Einkommensschutz. Genau deshalb ist die passende Höhe so entscheidend: Zu niedrig bedeutet, dass Sie im Leistungsfall zwar eine Zahlung bekommen, aber trotzdem in eine finanzielle Abwärtsspirale geraten. Zu hoch kann unnötig teuer sein oder scheitert an versicherbaren Grenzen.
Wichtig ist außerdem: Die Berufsunfähigkeitsrente muss nicht jeden Komfort retten, aber sie muss die Struktur retten. Struktur bedeutet: Fixkosten sind sicher, das Alltagsleben ist tragbar, und es bleibt genug Luft, um Stresskosten abzufedern (z. B. mehr Fahrtkosten, Medikamente, Haushaltshilfe, Therapien, höhere Lebenshaltung durch weniger Möglichkeiten, selbst zu optimieren). In echten Leistungsfällen ist das Leben selten „billiger“. Oft ist es sogar teurer, weil man weniger leistungsfähig ist, weniger flexibel planen kann und mehr Unterstützung benötigt.
Was sie nicht leisten muss: Sie muss nicht Ihr Bruttoeinkommen ersetzen. Und sie muss nicht jede Einkommensspitze absichern. Ein gutes Ziel ist, dass Sie Ihre monatliche Netto-Lücke schließen – also den Betrag, der Ihnen fehlt, wenn Sie nicht mehr arbeiten können und nur noch reduzierte Einnahmen (oder Übergangsleistungen) vorhanden sind.
| Frage | Worum es geht | Gute Zielrichtung | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Was soll stabil bleiben? | Fixkosten + Alltag | netto abgesichert | nur „irgendeine Rente“ wählen |
| Welche Reserven sind real? | Rücklagen/Vermögen | als Puffer, nicht als Plan | Vermögen überschätzen |
| Wie lange muss es tragen? | bis Vertragsende/Ruhestand | lange denken | Endalter verkürzen, um Beitrag zu sparen |
| Was wird teurer? | Alltag, Gesundheit, Hilfe | realistisch einplanen | Leistungsfall „zu optimistisch“ rechnen |
| Was muss nicht ersetzt werden? | Luxus, variable Spitzen | bewusst reduzieren | 100% Ersatz als Ziel setzen |
„📘 Beachte: Die beste Rentenhöhe ist die, die Ihr System stabil hält. Wenn Fixkosten, Alltag und ein Puffer gesichert sind, gewinnen Sie Handlungsspielraum – auch psychologisch.“
2. Schritt-für-Schritt-Rechnung: So ermitteln Sie Ihren Netto-Bedarf 🧮
Der sauberste Weg zur passenden Rentenhöhe ist eine Haushaltsrechnung – nicht als Buchhaltung, sondern als Struktur. Sie rechnen dabei nicht „was wäre nett“, sondern: Was muss monatlich bezahlt werden, selbst wenn alles andere stillsteht?
Schritt 1: Fixkosten sammeln. Dazu gehören Miete oder Kreditrate, Nebenkosten, Strom, Mobilität (Auto/ÖPNV), Versicherungen, Telefon/Internet, Abos, Kinderkosten (Kita, Schule, Unterhalt), laufende Verträge (z. B. Raten).
Schritt 2: Variable Kosten realistisch ansetzen. Lebensmittel, Kleidung, Freizeit, Gesundheit, spontane Ausgaben.
Schritt 3: Rücklagen als Pflicht, nicht als Luxus. Rücklagen sind im Leistungsfall besonders wichtig, weil Reparaturen, Zuzahlungen und Ausfallrisiken steigen.
Schritt 4: Puffer definieren. Ein Leistungsfall ist kein normaler Monat. Ein Puffer reduziert Stress und verhindert Schulden.
Die Rechnung ist bewusst „netto“. Denn das ist der Betrag, der wirklich fehlen kann. Die Steuerlogik kommt später als Korrektur – nicht als Startpunkt.
| Kostenblock | Beispiele | Faustregel für die Planung | Warum relevant |
|---|---|---|---|
| Wohnen | Miete/Kredit, NK, Strom | realer Monatswert | bleibt praktisch immer |
| Mobilität | Auto, Leasing, ÖPNV | konservativ rechnen | Berufsunfähigkeit heißt nicht „kein Auto“ |
| Versicherungen | Haftpflicht, PKV/GKV, Sach | muss weiterlaufen | Kündigen ist oft keine Option |
| Familie/Kinder | Unterhalt, Kita, Schule | fix einplanen | Verantwortung bleibt |
| Alltag | Essen, Kleidung, Haushalt | realistische Spanne | wird selten „halbiert“ |
| Rücklagen/Puffer | Reparaturen, Gesundheit | als Pflichtbudget | verhindert Schulden/Stress |
„💡 Tipp: Rechnen Sie Ihren Bedarf mit zwei Stufen: (1) „Minimum stabil“ (Fixkosten + Basis) und (2) „realistisch stabil“ (inkl. Rücklagen + Puffer). Ihre Zielrente sollte Stufe 2 möglichst treffen.“
3. Netto vs. Brutto: Welche Abzüge realistisch sind 🧾
Wenn Menschen „Netto“ hören, denken sie sofort an Steuern. Bei Berufsunfähigkeit ist es aber sinnvoll, Netto zuerst als Bedarf zu definieren – und Abzüge danach zu prüfen. Denn Abzüge hängen stark davon ab, wie Ihre Berufsunfähigkeitsrente steuerlich eingeordnet wird und ob Kranken- und Pflegeversicherung weiterhin zu zahlen sind.
Wichtig ist auch die psychologische Seite: Eine scheinbar „hohe“ Rente kann netto kleiner wirken, wenn Sie bestimmte Kosten weitertragen müssen, die vorher durch Arbeitgeberleistungen oder die normale Gehaltsstruktur indirekt abgedeckt waren. Dazu gehören zum Beispiel Beiträge zur Krankenversicherung, zusätzliche Eigenanteile oder auch der Wegfall von Arbeitgeberzuschüssen in bestimmten Bereichen.
Ein pragmatischer Ansatz ist daher: Sie rechnen mit einem Netto-Ziel und prüfen dann, ob Ihre Vertragsart typischerweise zu Abzügen führt. Wenn ja, erhöhen Sie die Brutto-Rentenhöhe so, dass das Netto-Ziel realistisch erreichbar ist.
| Abzugsart | Wann sie typisch wird | Warum sie relevant ist | Planungsregel |
|---|---|---|---|
| Steuer | je nach Vertragsart | kann Netto deutlich senken | Netto-Ziel + Steuerpuffer |
| Krankenversicherung | je nach Status (GKV/PKV) | läuft meist weiter | Beitrag im Bedarf einplanen |
| Pflegeversicherung | nahezu immer mit KV verbunden | Pflichtbeitrag | nicht vergessen |
| Zusatzkosten Gesundheit | Therapie, Medikamente, Zuzahlung | häufig im Leistungsfall | Puffer vorsehen |
| Wegfall Arbeitgeberanteile | bei PKV/Bestandteilen | erhöht Eigenlast | nicht „wie beim Gehalt“ denken |
„📘 Beachte: Eine Rentenhöhe ist nur dann gut, wenn sie Ihr Ziel netto trifft. Wer nur eine Brutto-Zahl vergleicht, übersieht schnell den realen Effekt.“
4. Steuern auf die Berufsunfähigkeitsrente: Drei Vertragswelten ⚖️
Ein Kernpunkt für „was bleibt netto“ ist die Frage: Wie wird die Berufsunfähigkeitsrente steuerlich behandelt? Das hängt weniger von Ihnen ab als von der Vertragskonstruktion. In der Praxis gibt es drei typische Welten:
- Private, eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung (klassisch als eigenständiger Vertrag).
- Berufsunfähigkeitsabsicherung als Zusatz in einer steuerlich geförderten Altersvorsorge (z. B. gekoppelt an bestimmte Rentenmodelle).
- Berufsunfähigkeitsabsicherung über betriebliche Wege (z. B. im Rahmen betrieblicher Lösungen).
Wichtig: Die steuerliche Behandlung kann komplex sein und hängt vom konkreten Vertrag ab. Für Ihre Planung zählt vor allem: Es kann einen Unterschied machen, ob die Leistung eher „teilweise“ oder „weitgehend“ steuerlich erfasst wird und ob zusätzlich Sozialabgaben relevant werden. Deshalb sollte die Netto-Planung immer zur Vertragsart passen.
| Vertragswelt | Typische Steuerlogik (vereinfacht) | Planungswirkung | Typische Fehlannahme |
|---|---|---|---|
| Privat eigenständig | häufig nur anteilige Besteuerung nach Systematik | Netto oft näher an Brutto | „ist immer steuerfrei“ |
| Gekoppelt an Vorsorge | oft stärkere Besteuerung im Leistungsfall | Netto kann stärker sinken | „Steuervorteil bleibt ohne Haken“ |
| Betrieblich | oft volle Steuerlogik + mögliche Abgaben | Netto muss konservativer geplant werden | „Bruttoeffekt ist gratis“ |
| Einzelfallregeln | abhängig von Vertrag/Details | Prüfung lohnt sich | pauschale Aussagen glauben |
| Kernregel | Vertragsart bestimmt Logik | Netto-Ziel absichern | nur Beitrag vergleichen |
„⚠️ Achtung: Der größte Netto-Fehler ist eine Rentenhöhe zu planen, ohne die Vertragswelt zu kennen. Zwei identische Renten können netto stark unterschiedlich wirken.“
5. Kranken- und Pflegeversicherung: Was im Leistungsfall weiterläuft 🏥
Unabhängig von der Steuerlogik ist die Kranken- und Pflegeversicherung ein echter Netto-Faktor. Viele unterschätzen das, weil sie im normalen Gehalt „automatisch“ mitläuft und teilweise über Arbeitgebermechaniken wirkt. Im Leistungsfall müssen Beiträge aber weiterhin gezahlt werden – und je nach Status kann sich die Logik ändern.
Für die Planung heißt das: Kranken- und Pflegeversicherung gehören in die Bedarfsliste. Nicht als vage Schätzung, sondern als klarer Monatsbetrag. Gerade bei privaten Lösungen (private Krankenversicherung) kann das ein großer Posten sein. Und auch in der gesetzlichen Krankenversicherung können Beiträge relevant bleiben, je nach Einkommen/Leistungssituation.
Zusätzlich kommt in vielen Fällen hinzu: Gesundheitskosten steigen, wenn Sie länger krank sind. Medikamente, Therapien, Reha, Zuzahlungen, Hilfsmittel, Fahrtkosten. Selbst wenn vieles übernommen wird: Der Eigenanteil kann spürbar sein. Deshalb ist es sinnvoll, im Bedarf einen Gesundheitsblock plus Puffer zu halten.
| KV/PV-Thema | Was im Leistungsfall passiert | Warum wichtig | Was Sie einplanen |
|---|---|---|---|
| Beiträge laufen weiter | Absicherung bleibt Pflicht | sonst drohen Lücken | fester Monatsbetrag |
| Eigenanteile | Zuzahlungen/Medikamente/Therapie | häufig unterschätzt | eigener Kostenblock |
| Statusabhängigkeit | GKV/PKV wirkt unterschiedlich | Netto-Effekt variiert | nicht pauschal rechnen |
| Zusatzabsicherung | Wahlleistungen/Extras | kann Kosten senken | bewusst entscheiden |
| Puffer | unplanbare Zusatzkosten | reduziert Stress | extra Reserve |
„💡 Tipp: Setzen Sie für Gesundheit im Leistungsfall einen eigenen Budgetblock an – selbst wenn Sie „eigentlich gut versichert“ sind. Die Realität kostet fast immer mehr als der Normalmonat.“
6. Andere Leistungen: Krankengeld, Erwerbsminderung, Versorgungswerke 🧩
Die Berufsunfähigkeitsrente steht selten allein. In vielen Fällen gibt es (zumindest zeitweise) weitere Leistungen oder Übergänge: Lohnfortzahlung, Krankengeld, Leistungen aus berufsständischen Versorgungswerken, möglicherweise gesetzliche Erwerbsminderungsrente oder arbeitgeberseitige Regelungen. Für Ihre Netto-Planung ist das wichtig – nicht, um „weniger abzusichern“, sondern um Übergänge realistisch zu betrachten.
Ein klassischer Ablauf bei Angestellten ist: erst Lohnfortzahlung, dann Krankengeld, dann (wenn die Einschränkung dauerhaft ist) Berufsunfähigkeitsrente. Diese Übergänge können Monate dauern. Genau dort entstehen Versorgungslücken, wenn man zu knapp plant oder wenn man davon ausgeht, dass „die BU schon sofort zahlt“. In der Praxis braucht es häufig Zeit, bis Nachweise vollständig sind und die Leistung startet.
Bei bestimmten Berufsgruppen (z. B. über Versorgungswerke) gibt es eigene Regeln. Für diese Seite zählt vor allem: Wenn Sie solche Systeme haben, sollten Sie sie als Baustein einrechnen – aber nicht als Ausrede, die private Absicherung zu klein zu machen. Denn viele Systeme haben eigene Definitionen und können in der Höhe oder im Zugang anders wirken, als man erwartet.
| Leistung/Phase | Typische Rolle | Stärke | Planungsfalle |
|---|---|---|---|
| Lohnfortzahlung | kurzer Startpuffer | 6 Wochen Stabilität | danach „Überraschung“ |
| Krankengeld | Übergang über Monate | hilft, aber begrenzt | ersetzt oft nicht Netto |
| Erwerbsminderung | staatlicher Basisbaustein | Existenzminimum | wird überschätzt |
| Versorgungswerk | je nach Beruf relevant | kann wichtiger Baustein sein | Definitionen falsch verstanden |
| Arbeitgeberregelungen | individuell | kann helfen | nicht sicher planbar |
„📘 Beachte: Rechnen Sie Zusatzleistungen als Bonus oder Übergang – nicht als Hauptstrategie. Die Berufsunfähigkeitsrente ist der Baustein, den Sie selbst steuern können.“
7. Inflation, Dynamik, Erhöhungen: Warum die Rente „mitwachsen“ muss 📈
Eine Rentenhöhe, die heute passt, ist in 15 oder 25 Jahren oft zu klein – nicht weil Sie falsch geplant haben, sondern weil Inflation wirkt. Genau deshalb sind Dynamik und Erhöhungsmechaniken so wichtig. Gerade bei jungen Menschen oder langen Laufzeiten ist das kein „Extra“, sondern Kernmechanik.
Dynamik bedeutet: Die Rente (und damit der Beitrag) steigt regelmäßig um einen festgelegten Prozentsatz. Das schützt den realen Wert der Rente. Alternativ oder ergänzend gibt es Erhöhungen über Nachversicherung (bei bestimmten Lebensereignissen oder Einkommenssprüngen). Für diese Seite gilt: Dynamik schützt Wert, Nachversicherung schützt Bedarfssprünge. Beides hat unterschiedliche Aufgaben.
Wichtig ist, die Dynamik nicht „blind“ zu wählen. Wenn Sie zu hoch wählen und dann ständig widersprechen müssen, ist das unsauber. Wenn Sie gar keine Dynamik wählen, frisst Inflation still Ihren Schutz. Die passende Lösung ist meist: realistische Dynamik, die Sie tragen können, plus ein klarer Plan, wann Sie über Erhöhungen aufstocken.
| Mechanismus | Wofür er da ist | Wann besonders wichtig | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Dynamik | Inflationsschutz | lange Laufzeit | komplett weglassen |
| Erhöhungen | Bedarfssprünge abdecken | Karriere/Familie/Immobilie | Ausbau nie aktiv nutzen |
| Beitragsbelastung | Tragbarkeit sichern | bei engem Budget | zu hoch starten |
| Wertstabilität | reale Kaufkraft halten | über Jahrzehnte | nur „heutige Zahl“ sehen |
| Planpunkte | feste Checkpoints | alle 2–3 Jahre prüfen | gar kein System |
„💡 Tipp: Legen Sie feste „Renten-Checkpoints“ fest (z. B. alle 2 Jahre oder bei großen Lebensereignissen). Dann bleibt die Rentenhöhe ein System – statt eine alte Zahl im Vertrag.“
8. Grenzen der Versicherer: Wie viel Rente ist überhaupt versicherbar? 🚧
Selbst wenn Sie eine sehr hohe Rentenhöhe „brauchen“: Versicherer setzen Grenzen. Diese Grenzen dienen dem Schutz vor Überversicherung und orientieren sich häufig am Einkommen und an der Plausibilität. Praktisch heißt das: Sie können nicht beliebig hoch versichern, ohne dass Einkommen, Tätigkeit und Nachweise passen.
Das ist in der Planung wichtig, weil es zwei typische Fallen gibt:
Falle 1: Man plant eine Zielrente, die später zwar sinnvoll wäre, aber in einem Schritt nicht erreichbar ist. Dann braucht es ein Ausbau-Konzept über mehrere Stufen.
Falle 2: Man unterschätzt, wie stark die versicherbare Rente an Einkommen und Status gekoppelt sein kann – und wartet zu lange. Dann ist die Lücke groß, aber der Ausbau wird schwieriger.
Für Sie bedeutet das: Planen Sie die Zielrente, aber prüfen Sie realistisch, welche Einstiegshöhe heute versicherbar ist und wie die Erhöhung später funktioniert. Das ist kein Grund, klein zu denken – es ist ein Grund, strukturiert zu denken.
| Grenz-Thema | Was dahinter steckt | Praktische Folge | Gute Lösung |
|---|---|---|---|
| Einkommensbezug | Rente muss zum Einkommen passen | Nachweise nötig | saubere Dokumentation |
| Statuswechsel | Student/Azubi → Beruf | Ausbau in Stufen | Planpunkte definieren |
| Maximalgrenzen | interne Limits je Anbieter | nicht alles in einem Vertrag | Konzept statt Einzellösung |
| Plausibilität | Überversicherung vermeiden | Rückfragen/Belege | realistische Zielkurve |
| Timing | zu spät erhöht = schwerer | Lücke bleibt | früh planbar aufbauen |
„⚠️ Achtung: Der häufigste Grenz-Fehler ist „später mache ich das groß“ – ohne vertraglich gesicherten Ausbau. Wenn Grenzen greifen und Gesundheit schlechter wird, bleibt die Rente dauerhaft zu niedrig.“
9. Drei Praxisbeispiele: typische Profile sauber durchgerechnet 🧷
Jetzt wird es konkret. Die folgenden Beispiele sind bewusst vereinfacht, damit Sie das Prinzip erkennen: Netto-Bedarf → mögliche Abzüge → Zielrente. Sie sollen nicht „Ihre Steuer exakt abbilden“, sondern zeigen, wie man systematisch plant.
Die wichtigste Erkenntnis aus Praxisfällen: Menschen unterschätzen (1) Fixkosten, (2) Gesundheits-/Alltagsmehrkosten und (3) Übergangsphasen. Wer das sauber einpreist, wählt seltener zu knapp.
| Profil (vereinfacht) | Netto heute | Fixkosten + Alltag | Rücklagen + Puffer | Netto-Ziel im BU-Fall | Typischer Planfehler |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinsteiger (Single) | 2.400 € | 1.650 € | 250 € | 1.900 € | Rente nur 1.200–1.400 € gewählt |
| Familie (1 Kind, Kredit) | 3.600 € | 2.900 € | 400 € | 3.300 € | Rente nicht an Fixkosten gekoppelt |
| Selbstständig (hohe Fixlast) | 4.200 € | 3.200 € | 500 € | 3.700 € | Übergang/Absicherung zu optimistisch |
„📘 Beachte: Nutzen Sie Beispiele nicht, um „die richtige Zahl“ abzulesen, sondern um Ihre Kostenstruktur ehrlich zu spiegeln. Wer Fixkosten sauber kennt, trifft bei der Rentenhöhe deutlich bessere Entscheidungen.“
10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur Rentenhöhe und zum Netto ❓
Die Rentenhöhe sollte Ihren realen Netto-Bedarf im Leistungsfall möglichst gut abdecken: Fixkosten, Alltag, Rücklagen und ein Puffer. Je stabiler Ihre Fixkosten (Kredit, Familie), desto wichtiger ist eine bedarfsgerechte Rente.
„💡 Tipp: Starten Sie mit einer Haushaltsrechnung. Wenn Sie Ihre Fixkosten nicht in einer Zahl benennen können, ist jede Rentenhöhe am Ende Bauchgefühl.“
Das hängt von der Vertragskonstruktion und Ihrem Versicherungsstatus ab. Je nach Modell können Steuern und Kranken-/Pflegebeiträge eine Rolle spielen. Deshalb ist die Netto-Planung immer an die Vertragswelt zu koppeln.
„📘 Beachte: Zwei identische Renten können netto unterschiedlich wirken. Klären Sie die Vertragsart, bevor Sie die Zielzahl final festlegen.“
Eine zu kleine Rente spart kurzfristig Beitrag, kann aber im Leistungsfall teuer werden, weil Fixkosten trotzdem laufen. Sinnvoll ist eher: Einstieg tragbar, aber nützlich – und dann systematisch ausbauen, wenn Einkommen steigt.
„⚠️ Achtung: Der „Mini-Vertrag“ ist der häufigste Fehler: Beitrag niedrig, Nutzen im Ernstfall ebenfalls niedrig. Das ist keine Absicherung, das ist Beruhigung.“
Bei langen Laufzeiten ist Dynamik häufig sinnvoll, weil Inflation die Kaufkraft der Rente über Jahre deutlich senkt. Ohne Dynamik kann eine heute passende Rente in 15–20 Jahren real zu klein sein.
„💡 Tipp: Wählen Sie Dynamik so, dass Sie sie langfristig durchhalten. Eine moderate Dynamik ist meist besser als keine – oder eine zu hohe, die Sie ständig stoppen müssen.“
Zusatzleistungen können helfen, aber sie sind oft begrenzt, nicht dauerhaft oder an eigene Definitionen gekoppelt. Für die Planung sollten sie eher als Übergang oder Basis gesehen werden, nicht als Hauptabsicherung.
„📘 Beachte: Planen Sie Ihre Berufsunfähigkeitsrente so, dass sie alleine tragfähig wäre. Alles andere ist ein Bonus, aber kein stabiler Plan.“
Der größte Denkfehler ist, nur „Prozent vom Einkommen“ zu rechnen, ohne Fixkosten, Familienlast, Krankenversicherung und Puffer einzupreisen. Eine Prozentzahl kann Orientierung geben, ersetzt aber keine Bedarfskalkulation.
„⚠️ Achtung: Prozentregeln sind grobe Richtwerte. Entscheidend ist Ihr konkreter Haushalt – und der entsteht nicht in Prozent, sondern in Monatsbeträgen.“
11. Fazit – MAWA Finanz Rentenhöhen-Check für Berufsunfähigkeit ✅
Berufsunfähigkeit: Rentenhöhe berechnen & Netto verstehen | MAWA Finanz
Die richtige Rentenhöhe ist kein Produktvergleich, sondern eine Systementscheidung. Wenn Sie Berufsunfähigkeit wirklich professionell planen wollen, brauchen Sie drei Dinge: (1) eine ehrliche Netto-Bedarfsrechnung, (2) ein Verständnis für Abzüge (Steuer/Krankenversicherung je nach Vertragswelt) und (3) eine Wachstumslogik über Dynamik und Erhöhungen. So vermeiden Sie den häufigsten Fehler: zu klein starten und später nicht mehr sauber auf die Zielrente kommen.
Die MAWA-Reihenfolge lautet: Bedarf netto festlegen → Vertragswelt/Abzüge prüfen → Zielrente definieren → Ausbauplan festlegen → regelmäßig prüfen. Damit wird die Rentenhöhe nicht zur Schätzung, sondern zu einem stabilen Konzept.
| MAWA Finanz Rentenhöhen-Check | Prüffrage | Ziel |
|---|---|---|
| Bedarf | Kennen Sie Fixkosten + Alltag in €? | echte Grundlage |
| Puffer | Gibt es Reserve für Mehrkosten? | Stress vermeiden |
| Abzüge | Sind Steuer/KV/PV realistisch eingepreist? | Netto trifft Ziel |
| Wachstum | Gibt es Dynamik/Erhöhungslogik? | Schutz bleibt passend |
| Grenzen | Ist die Zielrente in Stufen erreichbar? | Unterdeckung vermeiden |
| Kontrolle | Prüfen Sie alle 2–3 Jahre nach? | System bleibt aktuell |
„📘 Beachte: Eine gute Berufsunfähigkeitsrente ist nicht „hoch“, sondern „passend“. Sie ist dann richtig, wenn Ihr Leben im Ernstfall stabil bleibt – und Sie Entscheidungen aus Ruhe statt aus Druck treffen können.“
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