AU-Klausel in der Berufsunfähigkeit

AU-Klausel in der Berufsunfähigkeit

Die AU-Klausel ist die finanzielle Brücke zwischen „krankgeschrieben“ und „Leistungsentscheidung“ – wenn Definition, Nachweise und Dauer wirklich passen.

AU-Klausel Berufsunfähigkeitsversicherung – das solltest du wissen.

🌟 Einleitung

Marcus Wacker Geschäftsführer
Marcus Wacker, Geschäftsführer,Spezialist für Unfall- und Einkommensabsicherung

Die Arbeitsunfähigkeits-Klausel (AU-Klausel) ist in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) eines der am häufigsten missverstandenen Themen. Viele denken: „Wenn ich krankgeschrieben bin, zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung.“ Das stimmt so nicht – eine Krankschreibung ist zunächst „Arbeitsunfähigkeit“, und Berufsunfähigkeit ist eine eigene Prüfung mit eigener Logik (konkreter Beruf, Aufgaben, Einschränkungen, Prognose). Genau hier setzt die AU-Klausel an: Sie kann – je nach Tarif – eine zeitlich begrenzte Rentenzahlung auslösen, während die Berufsunfähigkeit noch nicht endgültig entschieden ist.

Der Nutzen ist klar: In der Praxis können Leistungsprüfungen Zeit brauchen. Und genau diese Monate sind finanziell oft die härtesten, weil Fixkosten weiterlaufen und die eigene Belastung ohnehin hoch ist. Eine gute AU-Klausel kann diese Lücke überbrücken. Eine schlechte AU-Klausel klingt gut, hilft aber kaum, weil die Bedingungen zu streng sind oder weil doch wieder dieselben Nachweise wie im Berufsunfähigkeits-Leistungsfall verlangt werden.

Auf dieser Seite erkläre ich Ihnen deshalb die AU-Klausel so, dass Sie sie wirklich prüfen können: Was sie genau ist, wann sie zahlt, welche Nachweise zählen, welche Varianten stark oder schwach sind, welche Stolperfallen es gibt und wie Sie sie in Ihr Einkommensschutz-Konzept einordnen.

„💡 Tipp: Prüfen Sie die AU-Klausel immer aus der Perspektive „Cashflow für 6–12 Monate“. Wenn Sie diese Phase ohne Stress überstehen, ist sie ein Extra. Wenn nicht, ist sie ein echter Stabilitätsbaustein.“

1. Was ist die AU-Klausel – und wofür ist sie da? 🧩

Die AU-Klausel ist eine vertragliche Zusatzregel in der Berufsunfähigkeitsversicherung, die bei längerer Arbeitsunfähigkeit (also Krankschreibung) eine Rentenzahlung auslösen kann, ohne dass die Berufsunfähigkeit bereits endgültig anerkannt sein muss. Sie ist damit eine „Zwischenleistung“ oder „Brückenleistung“.

Wichtig ist die Denkweise: Arbeitsunfähigkeit ist eine ärztliche Einschätzung, dass Sie aktuell nicht arbeiten können. Berufsunfähigkeit ist eine versicherungsrechtliche Prüfung, ob Sie Ihren konkreten zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich dauerhaft nicht mehr in relevantem Umfang ausüben können. Diese Prüfung ist oft umfangreicher, weil sie Tätigkeitsprofil, medizinische Funktionsbeeinträchtigung und Prognose zusammenführen muss.

Die AU-Klausel soll genau diese Zwischenzeit abfedern. Sie kann besonders dann wertvoll sein, wenn Sie nach Wochen oder Monaten Krankschreibung noch nicht klar sagen können, ob sich alles wieder stabilisiert – aber die finanzielle Belastung bereits da ist. Viele sehen die AU-Klausel als „schnellere BU“. Das ist nicht die richtige Erwartung. Richtig ist: Sie ist ein separates Leistungstor mit eigenen Bedingungen, und sie ist in der Regel zeitlich begrenzt.

BegriffBedeutungPraxisnutzenHäufiges Missverständnis
Arbeitsunfähigkeit (AU)Arzt bestätigt: aktuell nicht arbeitsfähigGrundlage für Krankschreibung, ggf. Krankengeld„AU = BU“
AU-KlauselVertrag kann bei längerer AU Rente zahlenCashflow-Brücke bei langen Verläufen„zahlt immer bei Krankschreibung“
BerufsunfähigkeitPrüfung: konkreter Beruf dauerhaft nicht möglichlangfristige Rente bis Endalter„wird automatisch anerkannt“
Brückenleistungzeitlich begrenzte ZahlungStabilität in der Prüfphase„ersetzt Krankentagegeld“
LeistungslogikBedingungen entscheiden, nicht Gefühlplanbar, wenn sauber dokumentiert„ein Satz im Vertrag reicht“

„📘 Beachte: Die AU-Klausel ist keine Abkürzung um die Berufsunfähigkeitsprüfung, sondern eine zusätzliche Leistungsregel für eine begrenzte Zwischenphase.“

2. Wann zahlt die AU-Klausel – und wann nicht? ⚖️

Ob die AU-Klausel zahlt, hängt vollständig von den Vertragsbedingungen ab. Das ist der entscheidende Satz. Typischerweise muss eine Arbeitsunfähigkeit über einen bestimmten Zeitraum durchgehend bestehen und durch ärztliche Nachweise belegt werden. Viele Tarife verlangen außerdem, dass die Arbeitsunfähigkeit ärztlich fortlaufend bestätigt ist und bestimmte Unterlagen vorgelegt werden.

Wann sie häufig nicht zahlt: bei kurzen Krankheitsphasen, bei unklaren oder lückenhaften Krankschreibungen, wenn die Nachweise nicht die Vertragsdefinition treffen oder wenn es zwar subjektiv „nicht geht“, aber medizinisch/ formal nicht sauber dokumentiert ist. Auch kann es sein, dass ein Tarif zwar eine AU-Klausel nennt, aber im Ergebnis doch schon sehr BU-nahe Belege will – dann ist der Vorteil in der Praxis klein.

Für die Einordnung ist ein Bild hilfreich: Die AU-Klausel ist keine „Automatik“, sondern ein Leistungstor, das Sie aktiv und korrekt bedienen müssen. Wer das versteht, kann damit echte Stabilität gewinnen. Wer es als Selbstläufer sieht, wird enttäuscht.

SituationZahlt AU-Klausel typischerweise?WarumWas Sie dann tun sollten
2–6 Wochen krankeher neinmeist zu kurz, nicht „langandauernd“Dokumentation starten, Cashflow planen
mehrere Monate durchgehend krankoft möglichDauer erfüllt häufig die GrundlogikNachweise sammeln und sauber einreichen
wechselnde Krankschreibung (Lücken)häufig schwierig„durchgehend“ wird angezweifeltTimeline klären, Lücken erklären
klare Diagnose, klare Therapie, stabile Einschränkungeher janachvollziehbares Bildärztliche Funktion + Verlauf belegen
„Burnout/psychische Belastung“möglich, aber sehr tarifabhängigDefinition und Nachweis entscheidendTherapie/Behandlerberichte sauber dokumentieren

„⚠️ Achtung: Die AU-Klausel zahlt nicht „weil Sie krank sind“, sondern weil Sie exakt die im Vertrag geforderten Nachweise und Zeitkriterien erfüllen.“

3. Nachweise & Dauer: Krankschreibung, Arztbericht, Zeitraum 🧾

Die AU-Klausel steht und fällt mit Nachweisen. In der Praxis sind das nicht nur Krankschreibungen, sondern vor allem die medizinische Begründung, warum eine Arbeitsunfähigkeit über längere Zeit besteht. Viele Versicherer wollen nachvollziehen, ob eine stabile Einschränkung vorliegt, wie behandelt wird und ob eine Rückkehr in absehbarer Zeit realistisch ist.

Wichtig ist dabei die Qualität der Dokumentation: Eine lückenlose AU-Bescheinigungskette ist oft die Grundlage, aber nicht immer ausreichend. Je nach Tarif kann zusätzlich ein fachärztlicher Bericht oder ein Bericht des behandelnden Arztes erforderlich sein. Entscheidend ist, dass nicht nur Diagnosen aufgelistet werden, sondern Funktionsbeeinträchtigungen und Verlauf beschrieben sind.

Auch der Zeitraum ist tarifabhängig. Es gibt Tarife, die früher leisten können, und Tarife, die erst bei längerer Dauer überhaupt öffnen. Deshalb ist es gefährlich, pauschal zu sagen „ab X Monaten“. Sie sollten stattdessen im Tarif prüfen: (1) Welche Mindestdauer ist erforderlich? (2) Welche Nachweise sind genau gefordert? (3) Wie lange zahlt die AU-Klausel maximal?

NachweisWer liefert ihnWas er zeigen sollteWarum er wichtig ist
lückenlose AU-Bescheinigungenbehandelnder Arztdurchgehende Arbeitsunfähigkeitformale Basis ohne Diskussion
fachärztlicher BerichtFacharzt / TherapeutBefund, Verlauf, Einschränkungmacht AU medizinisch „greifbar“
Behandlungs-/TherapieplanArzt / Klinik / TherapeutMaßnahmen und Verlaufzeigt Ernsthaftigkeit und Prognose
MedikamentenverlaufArzt / Apotheke (Dokumentation)Dauer, Anpassungen, Wirkunguntermauert Chronik und Stabilität
Timeline (eigene Übersicht)Sie selbstDatum, Arztkontakte, AU-Zeitenverhindert Widersprüche und Rückfragen

„💡 Tipp: Legen Sie ab der ersten längeren Krankheitsphase eine AU-Akte an (AU-Kette, Arztberichte, Therapie, Verlauf). Das spart später Wochen, weil Rückfragen drastisch sinken.“

4. AU-Klausel vs. Berufsunfähigkeit: Übergang und Wechsel 🔁

Die AU-Klausel ist eine Brücke, aber sie ersetzt die Berufsunfähigkeitsleistung nicht. Das ist zentral. In vielen Fällen wird die AU-Leistung befristet gezahlt, während parallel geprüft wird, ob Berufsunfähigkeit vorliegt. Oder sie wird gezahlt, solange die AU-Kriterien erfüllt sind, bis eine BU-Entscheidung getroffen wird.

Praktisch bedeutet das: Wenn Sie die AU-Klausel nutzen, sollten Sie den Berufsunfähigkeits-Leistungsfall nicht „nach hinten schieben“, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Einschränkung länger bleibt. Sonst laufen Sie Gefahr, dass die AU-Leistung endet, während die BU-Prüfung erst startet. Der saubere Weg ist oft: AU-Leistung als Stabilisierung, parallel BU-Leistungsunterlagen professionell aufbauen (Tätigkeitsprofil, Zeitanteile, medizinische Funktionsbelege, Prognose).

Der Übergang ist auch kommunikativ wichtig: Ihre Angaben zur Tätigkeit und zur Einschränkung müssen konsistent sein. Wenn Sie bei AU „völlig arbeitsunfähig“ darstellen, aber später bei BU ein anderes Berufsbild liefern, schafft das Angriffsfläche. Konsistenz ist im Leistungsprozess ein echter Erfolgsfaktor.

PhaseWas typischerweise passiertIhre AufgabeZiel
längere AU beginntKrankschreibung läuft, Belastung steigtDokumentation startenGrundlage für AU-/BU-Prozess
AU-Antrag/PrüfungVersicherer prüft AU-KriterienNachweise sauber liefernBrückenleistung aktivieren
Parallelaufbau BUTätigkeitsprofil + Medizin strukturierenUnterlagenpaket bauenBU-Prüfung beschleunigen
BU-EntscheidungAnerkennung/befristet/weiter prüfenkonsistent bleibenÜbergang ohne Cashflow-Lücke
Nachphaseggf. Nachprüfung/VerlaufVerlauf dokumentierenStabilität der Leistung

„📘 Beachte: Die beste Nutzung der AU-Klausel ist „Brücke plus Parallelstrategie“: Cashflow sichern und gleichzeitig die BU-Prüfung sauber vorbereiten.“

5. Welche AU-Klausel-Varianten gibt es? (stark vs. schwach) 🧠

Nicht jede AU-Klausel ist gleich. Es gibt starke Varianten, die wirklich als Brücke funktionieren, und schwache Varianten, die praktisch nur ein anderes Etikett für eine fast vollständige BU-Prüfung sind. Der Unterschied liegt in Definition, Nachweisanforderungen und Leistungsdauer.

Eine starke AU-Klausel ist in der Praxis erkennbar daran, dass sie klar sagt: „Wenn diese AU-Nachweise und diese Dauer erfüllt sind, zahlen wir – befristet – ohne dass bereits die vollständige BU-Anerkennung vorliegen muss.“ Eine schwache AU-Klausel erkennt man daran, dass zwar AU genannt wird, aber trotzdem fast das komplette BU-Paket verlangt wird, bevor überhaupt gezahlt wird. Dann ist die Brücke kaum eine Brücke.

Außerdem unterscheiden sich Tarife in der maximalen Leistungsdauer der AU-Leistung. Manche zahlen nur relativ kurz, andere länger. Das ist weder gut noch schlecht an sich – es muss nur zu Ihrem Risiko passen: Wie lange könnten Sie ohne zusätzliche Liquidität realistisch überbrücken, wenn die BU-Prüfung länger dauert?

VarianteTypischer InhaltVorteilRisiko
„echte“ AU-Brückeklare AU-Dauer + klare Nachweiseschnelle Stabilisierung möglichbefristet, endet ohne BU-Anschluss
AU nur mit umfangreichen ZusatzbelegenAU + viele BU-nahe Nachweiseweniger Missbrauchsrisikoin der Praxis kaum schneller
AU als „Vorschuss“Zahlung bis BU-EntscheidungLiquidität in der Prüfphasekann an strikte Bedingungen gekoppelt sein
kurze AU-Leistungsdauerbegrenzte Monatszahlgünstiger/strengerLücke, wenn BU länger dauert
sehr strenge AU-Definitionhoher Nachweisaufwandeindeutig, kalkulierbaroft schwer erreichbar

„⚠️ Achtung: Wenn eine AU-Klausel in der Praxis dieselben Nachweise wie eine BU-Anerkennung verlangt, kaufen Sie ein Etikett – aber kaum Zeitgewinn.“

6. Für wen ist die AU-Klausel besonders sinnvoll? 👥

Die AU-Klausel ist besonders sinnvoll für Menschen, bei denen eine längere Krankheitsphase finanziell schnell Druck erzeugt. Das sind typischerweise Haushalte mit hohen Fixkosten, Familien mit Verantwortung, Selbstständige mit schwankendem Einkommen, aber auch Angestellte, deren Netto nach Krankengeld deutlich fällt und die keine großen Rücklagen haben.

Auch bei Verläufen, die oft längere Klärung brauchen (z. B. psychische Belastungen, chronische Erkrankungen, komplexe orthopädische Themen), kann eine gute AU-Klausel hilfreich sein, weil die BU-Prüfung erfahrungsgemäß mehr Dokumentation und Zeit braucht. Wichtig ist dabei: AU-Klausel ersetzt nicht die saubere Dokumentation – sie belohnt sie.

Wenn Sie dagegen sehr große Liquiditätsreserven haben und eine längere Prüfphase finanziell entspannt überstehen, kann die AU-Klausel weniger Priorität haben. Dann kann der Fokus stärker auf Kernbedingungen, Nachversicherung und langfristiger Leistungssicherheit liegen. Aber selbst dann kann eine gute AU-Klausel Komfort und Stressreduktion bringen – nur ist sie dann nicht zwingend.

ProfilWarum AU-Klausel hilftWas der wichtigste Nutzen istWorauf Sie achten sollten
hohe Fixkosten (Kredit/Familie)Cashflow darf nicht reißenStabilität in langen KrankphasenDauer/Maximalleistung prüfen
Selbstständigekein Arbeitgeber-Pufferschnelle LiquiditätNachweise & Karenz logisch planen
Angestellte mit Krankengeld-LückeNetto fällt deutlichLücke überbrückenDefinition und Nachweis klar
psychische/chronische VerläufePrüfung oft komplexZeitgewinn und Ruhegute Dokumentationslogik
große Rücklagenweniger DruckKomfort/Stressreduktionnicht überbewerten

„💡 Tipp: Wenn Sie weniger als 6 Monate Fixkosten-Puffer haben, ist eine gut definierte AU-Klausel oft mehr wert als ein kleiner Beitragsvorteil ohne Brücke.“

7. Kosten & Beitrag: was die AU-Klausel preislich bedeutet 💰

Die AU-Klausel ist kein „Gratis-Baustein“. Sie beeinflusst die Kalkulation, weil sie eine zusätzliche Leistungssituation schafft. Wie stark das den Beitrag verändert, hängt vom Tarif, Ihrer Konfiguration (Rente, Endalter) und Ihrer Risikoeinstufung ab. Entscheidend ist aber nicht die Frage „kostet das mehr“, sondern „kauft mir das eine stabile Zwischenphase“.

Preislich sollten Sie die AU-Klausel wie eine Liquiditätsversicherung betrachten: Sie reduziert das Risiko, in der langen Krankheitsphase finanziell unterzugehen oder in schlechten Entscheidungen zu landen (Kündigungen, Notverkäufe, Schulden). Wenn sie gut definiert ist, kann sie die Gesamtlösung deutlich robuster machen.

Trotzdem gilt: AU-Klausel darf nicht dazu führen, dass Sie an der falschen Stelle sparen – zum Beispiel an Rentenhöhe, Endalter oder Nachversicherung. Eine perfekte AU-Klausel ist wertlos, wenn Ihre Rente zu niedrig ist oder wenn der Vertrag mit 60 endet und das Hauptrisiko bei 55 passiert.

EinflussfaktorWirkung auf den BeitragWarumWie Sie sinnvoll optimieren
Rentenhöhehöher = mehr BeitragLeistung steigtrealistische Zielrente, nicht „Bauchzahl“
Endalterlänger = mehr Beitraglängeres RisikoEndalter realistisch, nicht zu kurz
AU-Klausel-Qualitätbesser = oft mehr Beitragechte Brückenleistunglieber „brauchbar“ statt „nur vorhanden“
Berufsgruppe/Gesundheitschlechter = teurerRisiko steigtsaubere Angaben, Voranfrage bei Historie
Dynamik/Nachversicherungbeeinflusst langfristigWachstum/Inflationtragbar einstellen, Stufenplan bauen

„📘 Beachte: Beitrag ist nur dann „zu hoch“, wenn die Leistung nicht zur Lebensrealität passt. Eine tragbare, sauber definierte AU-Klausel kann im Ernstfall teure Monate entschärfen.“

8. Typische Stolperfallen: warum AU-Leistung scheitert 🚧

Die AU-Klausel scheitert in der Praxis selten am „Prinzip“, sondern an Formalien und Widersprüchen. Der Klassiker ist eine nicht durchgehende Dokumentation: Lücken in der AU-Kette, verspätete Bescheinigungen oder eine unklare Behandlerlandschaft. Ein weiterer Klassiker: medizinische Unterlagen nennen Diagnosen, aber keine nachvollziehbaren Funktionsbeeinträchtigungen oder keinen Verlauf. Dann entsteht Rückfragebedarf.

Auch gefährlich sind Widersprüche zwischen dem, was Sie selbst schreiben, und dem, was in Arztunterlagen steht. Das muss nicht böse gemeint sein – Menschen erinnern sich anders als Akten. Im Leistungsprozess zählt aber die Aktenlage. Deshalb ist die eigene Timeline so wichtig.

Und schließlich: Wer glaubt, AU-Klausel sei ein „Selbstläufer“, reagiert oft zu spät. In der Praxis ist schnelle, saubere Reaktion ein Vorteil: Unterlagen geordnet einreichen, Rückfragen konsistent beantworten, alles dokumentieren.

StolperfalleWas passiertFolgeWie Sie es vermeiden
AU-Kette hat Lücken„durchgehend“ wird bezweifeltVerzögerung/Ablehnunglückenlos bescheinigen lassen
Nachweise zu dünnDiagnose ohne Funktion/VerlaufRückfragen/GutachtenFacharzt/Verlauf beilegen
Widersprüche zur AkteAngaben passen nichtVertrauensproblemAkte vorher prüfen, Timeline bauen
zu spät beantragtFristen/Logik verpasstCashflow-Lückefrühzeitig strukturieren
falsche Erwartung„zahlt immer“EnttäuschungBedingungen konkret prüfen

„⚠️ Achtung: Die AU-Klausel ist formal. Ein einziger unklarer Punkt (Lücke, Widerspruch, fehlender Verlauf) kann Wochen kosten – genau das, was die Brücke eigentlich verhindern soll.“

9. So prüfen Sie Tarife richtig: AU-Klausel-Checkliste ✅

Wenn Sie die AU-Klausel prüfen wollen, brauchen Sie eine Checkliste, die nicht auf Marketingwörter reagiert, sondern auf Mechanik. Ziel ist: Sie müssen nach dem Lesen sagen können, (1) wann die AU-Leistung startet, (2) welche Unterlagen nötig sind, (3) wie lange maximal gezahlt wird und (4) wie der Übergang zur BU-Prüfung funktioniert.

Der wichtigste Prüfpunkt ist die praktische Umsetzbarkeit: Können Sie die geforderten Nachweise in Ihrer realen Lebenssituation liefern? Klingt banal, ist aber entscheidend. Wer häufig Arztwechsel hat, wer Therapie- oder Diagnostikwege nicht sauber dokumentiert, oder wer im Chaos antwortet, macht sich das Leben unnötig schwer. Eine gute AU-Klausel ist nicht nur „kundenfreundlich“, sondern auch „prozessfreundlich“.

Nutzen Sie den Vergleich außerdem nicht, um „immer mehr Extras“ zu sammeln, sondern um einen stabilen Kern zu bauen: solide BU-Bedingungen plus eine AU-Brücke, die wirklich als Brücke taugt.

PrüffrageIdealWarnsignalBedeutung
Startbedingungklarer AU-Zeitraum definiertschwammige FormulierungPlanbarkeit der Brücke
Nachweiseklar benannt, realistisch„fast BU komplett“ob es wirklich schneller ist
Maximaldauernachvollziehbar, passendsehr kurz ohne AlternativeRisiko einer neuen Lücke
Übergang BUlogisch beschriebenkeine klare SchnittstelleProzess wird zäh
Ausschlüsse/Detailstransparentviele AusnahmenRisiko von Überraschungen

„💡 Tipp: Lesen Sie die AU-Klausel wie einen Ablaufplan: „Wenn A und B, dann Zahlung C für D Monate“. Wenn Sie daraus keinen klaren Satz bauen können, ist sie in der Praxis oft zu unklar.“

10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur AU-Klausel ❓

Was genau ist eine AU-Klausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die AU-Klausel ist eine Zusatzregel, die bei längerer Arbeitsunfähigkeit eine (meist befristete) Rentenzahlung auslösen kann, ohne dass Berufsunfähigkeit bereits endgültig anerkannt sein muss. Sie ist damit eine Brücke zwischen Krankschreibung und BU-Leistungsentscheidung. Ob und wie sie wirkt, hängt komplett von den Vertragsbedingungen ab.

“📘 Beachte: Die AU-Klausel ist eine Brückenleistung mit eigenen Regeln – sie ist nicht automatisch die „BU-Leistung in schnell“.”

Ist die AU-Klausel dasselbe wie Krankentagegeld?

Nein. Krankentagegeld ist eine eigene Absicherung, die bei Arbeitsunfähigkeit nach vertraglichen Regeln zahlt und oft als kurzfristige Einkommensbrücke dient. Die AU-Klausel ist dagegen ein Baustein innerhalb der Berufsunfähigkeitsversicherung und zielt auf die Zwischenphase bis zur BU-Klärung. Beide können sich ergänzen, aber sie sind nicht identisch.

“💡 Tipp: Denken Sie in Rollen: Krankentagegeld = kurzfristiger Cashflow, AU-Klausel = Brücke im BU-Vertrag, BU-Leistung = langfristige Rente.”

Wie lange muss ich arbeitsunfähig sein, damit die AU-Klausel zahlt?

Das ist tarifabhängig. Manche Tarife verlangen eine längere ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit, andere sind früher möglich. Entscheidend ist nicht nur die Dauer, sondern auch die Qualität der Nachweise und ob die AU lückenlos dokumentiert ist.

“⚠️ Achtung: Ohne lückenlose AU-Kette und passende medizinische Unterlagen scheitert die AU-Leistung oft an Formalien – selbst wenn Sie faktisch lange krank sind.”

Muss ich parallel einen Antrag auf Berufsunfähigkeitsleistung stellen?

Oft ist das sinnvoll, wenn absehbar ist, dass die Einschränkung länger andauert oder wenn die Klärung komplex wird. Die AU-Klausel kann Ihnen Zeit kaufen, aber sie endet häufig irgendwann. Wenn die BU-Prüfung erst danach startet, riskieren Sie eine neue Einkommenslücke.

“📘 Beachte: Die stabilste Strategie ist häufig „AU nutzen und BU parallel sauber vorbereiten“, damit die Brücke nicht ins Leere läuft.”

Zahlt die AU-Klausel auch bei psychischen Erkrankungen?

Das kann sie, wenn die Vertragsdefinitionen erfüllt sind und die Arbeitsunfähigkeit medizinisch sauber belegt ist. In der Praxis ist die Dokumentation besonders wichtig: Verlauf, Behandlung, Behandlerberichte und nachvollziehbare Einschränkungen. Ohne saubere Aktenlage entstehen hier schnell Rückfragen.

“💡 Tipp: Bei psychischen Verläufen ist eine strukturierte Timeline (AU-Zeiten, Therapie, Arztberichte) oft der wichtigste Hebel, damit der Prozess nicht unnötig lang wird.”

Kann der Versicherer die AU-Leistung wieder stoppen?

AU-Leistung ist häufig befristet oder an fortlaufende Nachweise gebunden. Wenn die AU nicht mehr vorliegt, wenn Nachweise fehlen oder wenn die vertraglichen Kriterien nicht mehr erfüllt sind, kann die Zahlung enden. Deshalb ist die laufende Dokumentation auch während der AU-Phase wichtig.

“⚠️ Achtung: Verlassen Sie sich nicht darauf, dass eine einmal gestartete AU-Leistung „einfach läuft“. Fortlaufende Nachweise und Konsistenz sind entscheidend.”

11. Fazit – MAWA Finanz AU-Klausel-Check ✅

AU-Klausel in der Berufsunfähigkeit | MAWA Finanz

Die AU-Klausel ist eine der praktischsten Zusatzregeln in der Berufsunfähigkeitsversicherung, weil sie ein reales Problem löst: die Cashflow-Lücke zwischen langer Krankschreibung und endgültiger BU-Entscheidung. Sie ist aber nur dann wirklich wertvoll, wenn die Definition klar ist, die Nachweise realistisch lieferbar sind und die maximale Leistungsdauer zu Ihrer Lebensrealität passt.

Der wichtigste Punkt ist die Erwartungshaltung: Die AU-Klausel ist eine Brücke, keine Abkürzung. Wer sie als Brücke nutzt und parallel professionell dokumentiert, kann Monate mit enormer finanzieller und psychischer Entlastung gewinnen. Wer sie als „Automatik“ missversteht oder Formalien schleifen lässt, verliert genau den Vorteil, den er einkaufen wollte.

MAWA Finanz AU-Klausel-CheckPrüffrageZiel
StartkriteriumIst klar definiert, wann AU-Leistung beginnt?Planbarkeit
NachweiseSind Unterlagen konkret und machbar?Umsetzbarkeit
MaximaldauerReicht die Brücke für realistische Prüfzeiten?keine neue Lücke
Übergang BUIst die Schnittstelle zur BU-Prüfung sauber?Stabilität
ProzessKönnen Sie lückenlos dokumentieren?weniger Rückfragen
GesamtbildPasst AU-Klausel zur Cashflow-Realität?sinnvolle Priorität

„📘 Beachte: Die beste AU-Klausel ist die, die Sie im Ernstfall ohne Chaos erfüllen können – klar, dokumentierbar und passend zur finanziellen Realität.“

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