
Versicherungen für Architekten & Ingenieure
Architekten und Ingenieure tragen Projektverantwortung, Termin- und Kostendruck. Ein sauberes Versicherungssystem schützt im Projekt – und privat vor teuren Ausnahmen.
Versicherungen für Planer – das solltest du wissen.
🌟 Einleitung

Architekten und Ingenieure arbeiten selten „nur am Schreibtisch“. In der Praxis entsteht Risiko an Schnittstellen: Ausschreibung und Vergabe, Koordination von Fachplanern, Bauüberwachung, Fristen, Dokumentationspflichten, Abnahmen, Nachträge, Kosten- und Terminabweichungen, Konflikte zwischen Bauherr, ausführenden Firmen und Behörden. Dazu kommen harte Realitäten: Ein Vorwurf ist schnell formuliert, ein Mangel wird Jahre später entdeckt, und aus „kleinem Fehler“ wird ein Vermögensschaden mit Anwälten, Gutachtern und langem Verfahren.
Gleichzeitig ist die Absicherung im Planerberuf sehr unterschiedlich: Angestellt oder selbstständig, Einzelbüro oder GmbH, reine Planung oder Bauleitung, Objektplanung oder TGA/Statik, öffentliche Auftraggeber oder private Bauherren. Wer hier „irgendwas“ hat, merkt die Lücke oft erst, wenn es richtig teuer wird.
„💡 Tipp: Denken Sie nicht in Versicherungsnamen, sondern in Projektszenarien: Planungs-/Koordinationsfehler, Frist-/Dokulücke, Nachtragsstreit, Haftungsfall Jahre später, langer Ausfall (Psyche/Rücken), Baustellenunfall, Datenverlust/Cyber, Statuswechsel (angestellt → selbstständig). Wenn diese Szenarien finanziell überlebbar sind, ist Ihr System professionell.“
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1. Berufshaftpflicht und Planerhaftung für Architekten & Ingenieure 🏗️
Wenn eine Absicherung im Planerberuf wirklich existenziell ist, dann ist es die Berufshaftpflicht. Warum? Weil es bei Architekten und Ingenieuren häufig nicht um „kaputte Sachen“, sondern um Vermögensschäden aus Planung, Koordination, Ausschreibung, Termin- und Kostenlogik geht. Dazu kommen typische Langläufer: Ein Mangel wird spät entdeckt, Verantwortlichkeiten werden diskutiert, Gutachter kommen ins Spiel, und die Frage lautet nicht mehr „ob Stress“, sondern „wie hoch und wie lange“.
In der Praxis muss die Berufshaftpflicht zu Ihrer tatsächlichen Tätigkeit passen. Ob Sie Objektplanung machen, Bauleitung übernehmen, SiGeKo-Aufgaben haben, Tragwerksplanung liefern, Gutachten erstellen oder als Generalplaner koordinieren: Jede Rolle verändert die Risikolage. Entscheidend sind außerdem Deckungssummen, Jahreshöchstleistungen, Selbstbehalt, Nachhaftung und klare Regelungen für Subplaner/Fremdleistungen. Wer hier unpassend versichert ist, zahlt nicht nur im Schadenfall, sondern verliert oft schon vorher Ausschreibungen, weil Anforderungen nicht erfüllt sind.
| Prüfpunkt | Was das konkret bedeutet | Warum es für Planer wichtig ist | Typischer Fehler |
| Tätigkeitsprofil | Planung, Bauleitung, Gutachten, Koordination | Deckung folgt der Tätigkeit | „Standardtarif“ trotz Sonderrollen |
| Vermögensschäden | auch reine Vermögensschäden abgedeckt | häufigster Treiber im Planerfall | nur Sach-/Personenschäden gedacht |
| Deckungssumme | passend zu Projekten und Auftraggebern | ein Projekt kann teuer eskalieren | zu niedrig, weil Beitrag sparen |
| Nachhaftung | Absicherung für spätere Ansprüche | Mängel werden oft spät entdeckt | Nachhaftung ignoriert |
| Subplaner/Fremdleistung | klare Mitversicherung/Abgrenzung | Haftungsketten sind real | „die haften doch selbst“ |
„📘 Beachte: Im Planerberuf entscheidet nicht „ob Berufshaftpflicht“, sondern ob Vermögensschäden, Tätigkeitsprofil und Nachhaftung zur realen Projektpraxis passen.“
2. Einkommensschutz bei Berufsunfähigkeit für Planer 🎯
Planer arbeiten oft unter konstantem Druck: Verantwortung, Deadlines, Konfliktkommunikation, Detailarbeit, Haftungsangst, hohe mentale Last. Die häufigsten Ausfallgründe sind deshalb nicht spektakuläre Unfälle, sondern lange Verläufe: Psyche (Erschöpfung, Depression, Angst), Rücken/Nacken, chronische Schmerzen, Schlafstörungen, Migräne, Herz-Kreislauf, manchmal auch Folgen dauerhafter Bildschirmarbeit. Wer dann monatelang nicht leistungsfähig ist, merkt schnell: Projekte laufen weiter, Fixkosten bleiben, und bei Selbstständigen bricht Umsatz oft sofort ein.
Einkommensschutz muss deshalb statusgerecht geplant werden. Angestellte Planer sichern das Gehalt ab. Selbstständige Planer brauchen zusätzlich eine saubere Logik für Liquidität: Wie lange kann das Büro ohne volle Arbeitskraft laufen, wie werden Fixkosten gedeckt, wie funktioniert eine Vertretung, und welche Fristen gibt es für Leistung und Nachweise? Entscheidend sind Rentenhöhe, Laufzeit und Anpassbarkeit. Wer zu niedrig plant, baut eine dauerhafte Lücke. Wer zu kurz plant, spart Beitrag und öffnet später genau die gefährliche Phase.
| Planungsfeld | Was das praktisch bedeutet | Warum Planer betroffen sind | Typischer Fehler |
| Rentenhöhe | Fixkosten + Lebenshaltung realistisch abbilden | Ausfall dauert oft lange | „kleine Rente reicht“ |
| Endalter/Laufzeit | Schutz bis realistischer Ruhestand | Risiken steigen mit Alter | Endalter zu kurz gewählt |
| Tätigkeitsbeschreibung | reale Aufgaben sauber darlegen | Leistungsprüfung hängt daran | zu grob/zu technisch formuliert |
| Nachversicherung | Erhöhungen ohne neue Gesundheitsprüfung | Einkommen wächst mit Projekten | Optionen nicht genutzt |
| Liquiditätslogik (Selbstständig) | private Rente + Bürofixkosten mitdenken | Umsatz bricht schnell weg | nur privat gerechnet |
„⚠️ Achtung: Unterversicherung ist bei Planern besonders tückisch, weil lange Verläufe (Psyche/Rücken) nicht „kurz“ sind. Eine zu kleine Rente erzeugt Druck genau dann, wenn Stabilität gebraucht wird.“
3. Krankenversicherung, Krankentagegeld und Pflege für Planer 🏥
Bei Architekten und Ingenieuren wird Krankenversicherung oft „nebenbei“ entschieden, obwohl sie in langen Krankheitsphasen direkt über Liquidität und Ruhe entscheidet. Angestellte haben Lohnfortzahlung und danach Krankengeld, aber auch hier kann eine Lücke zum Nettoeinkommen entstehen. Selbstständige brauchen meist eine deutlich aktivere Planung, weil ohne Krankentagegeld der Einkommensstrom schnell abreißt, während Miete, Leasing, Software, Versicherungen und private Fixkosten weiterlaufen.
Dazu kommt Pflege als Langzeitrisiko. Pflege ist selten ein einzelnes Ereignis, sondern ein Kostenstrom über Jahre. Wer Familie hat oder Verantwortung mitträgt, sollte Pflege nicht als „späteres Thema“ wegschieben. Und bei Statuswechseln (angestellt → selbstständig, PKV/GKV-Themen) entstehen die größten Fehler: nicht im Normalbetrieb, sondern beim Übergang.
| Thema | Was Planer klären sollten | Warum es wichtig ist | Typischer Fehler |
| Krankentagegeld | Startzeitpunkt und Höhe passend planen | Liquidität in Krankheit | zu spät/zu niedrig |
| Einkommenslücke | Netto vs. Krankengeld real vergleichen | Haushalt bleibt stabil | „passt schon“ ohne Rechnung |
| Statuswechsel | Wechsel angestellt/selbstständig sauber planen | sonst entstehen Lücken | Wechsel ohne System |
| Pflege | Pflicht + Zusatzlogik als Plan | Langzeitkosten vermeiden | Pflege ignoriert |
| Familienabsicherung | Partner/Kinder bewusst strukturieren | Kosten sind real | „läuft automatisch“ gedacht |
„📘 Beachte: Die teuersten Kranken-Probleme entstehen selten im Alltag, sondern in langen Krankheitsphasen und bei Übergängen. Wer Krankentagegeld und Pflege strukturiert, gewinnt Ruhe.“
4. Rechtsschutz für Planer: Bau-, Vertrags- und Berufsrecht ⚖️
Planer sind Konfliktberufe. Nicht, weil Planer Streit suchen, sondern weil Bauprojekte Konflikte produzieren: Nachträge, Terminpläne, Abnahmen, Mängel, Verantwortlichkeiten, Kommunikation zwischen vielen Parteien. Dazu kommt: Schon der Vorwurf kostet Geld, selbst wenn er am Ende unbegründet ist. Gutachter, Schriftverkehr, Fristen, Anwälte, Dokumente und Aktenlage sind im Planeralltag oft der Unterschied zwischen „klärbar“ und „eskaliert“.
Ein sinnvoller Rechtsschutz für Planer orientiert sich an der Realität: Verträge, Baurecht, Auseinandersetzungen mit Auftraggebern, eventuell arbeitsrechtliche Themen (bei Angestellten) und klare Regeln, wie früh Beratung möglich ist. Wichtig ist außerdem, dass der Rechtsschutz nicht als „Streitversicherung“ verstanden wird, sondern als Handlungsfähigkeit: rechtzeitig sauber reagieren, statt später teuer reparieren.
| Konfliktfeld | Was passieren kann | Welcher Schutz hilft | Typischer Fehler |
| Werk-/Planungsvertrag | Streit über Leistung, Honorar, Nachträge | Vertrags-/Bau-Rechtsschutz | „das klären wir schon“ |
| Mängelvorwurf | Gutachter, Fristen, Haftungsdiskussion | juristische Begleitung früh | zu spät dokumentiert |
| Honorar/HOAI-Themen | Kürzungen, Prüfbarkeit, Streit | Rechtsschutz + saubere Unterlagen | falsche Kommunikation |
| Behörden/Verwaltung | Auflagen, Genehmigungen, Streit | Verwaltungsrecht je nach Fall | Fristen verpennen |
| Arbeitsrecht (angestellt) | Abmahnung, Kündigung, Konflikte | Arbeitsrechtsschutz | „brauche ich nie“ |
„💡 Tipp: Der größte Hebel ist frühe Strategie: erst Aktenlage sichern, dann sprechen. Rechtsschutz ist bei Planern wertvoll, wenn er frühe anwaltliche Unterstützung ermöglicht.“
5. Unfallversicherung und Baustellenrisiken für Planer 🧯
Auch wenn Architekten und Ingenieure viel planen, sind Baustellentermine real: Begehungen, Abnahmen, Koordination, Aufmaß, Meetings vor Ort. Unfälle passieren nicht nur auf dem Gerüst, sondern im Alltag: Treppen, ungesicherte Bereiche, Wege, Verkehr, Witterung. Trotzdem bleibt die wichtigste Unterscheidung: Unfallversicherung ist Ergänzung, nicht Einkommensschutz. Sie zahlt bei Unfallfolgen (Kapital, optional Rente), aber nicht bei den häufigen langen Krankheitsverläufen.
Warum Unfall dennoch sinnvoll sein kann: Kapital schafft Handlungsfähigkeit. Umbau, Reha, Hilfsmittel, zusätzliche Fahrten, Unterstützung im Alltag, Zeitgewinn. Gerade für Selbstständige kann eine große Einmalzahlung entscheidend sein, um Organisation zu kaufen: Vertretung, Bürohilfe, Projektübergaben, Entlastung in der Familie. Entscheidend sind Grundsumme, Progression, Mitwirkungsregeln und Bausteine, die wirklich helfen.
| Baustein | Was das leistet | Warum es für Planer sinnvoll sein kann | Typischer Fehler |
| Invaliditätskapital | Einmalzahlung bei Dauerschaden | Organisation/Umstellung finanzieren | Summe zu niedrig |
| Progression | Mehrleistung bei schweren Schäden | Worst-Case absichern | Progression fehlt |
| Mitwirkungsanteil | Kürzungen bei Vorschäden möglich | relevant bei Rücken/Belastung | überrascht im Leistungsfall |
| Reha/Assistance | Unterstützung und Organisation | beschleunigt Rückkehr | nie geprüft |
| Unfallrente (optional) | laufende Zahlung je Tarif | Stabilität bei Dauerschäden | als BU-Ersatz verstanden |
„📘 Beachte: Unfallkapital kann stark sein, ersetzt aber keinen Einkommensschutz. Die Hauptausfallgründe bei Planern sind oft Psyche und Rücken, nicht nur Unfall.“
6. Dienstreisen, Baustellentermine und Kfz-Risiken 🧳
Planer sind mobil: Baustellentermine, Kundenmeetings, Behörden, Vermessung, Aufmaß, Projektbesprechungen. Das klingt banal, ist aber risikoreich, weil es häufig passiert und Zeit kostet. Der Klassiker: Unfall oder Ausfall des Fahrzeugs zur falschen Zeit, Laptop im Auto, Unterlagen unterwegs, Terminpflichten und Vertragsdruck. Für Selbstständige ist Mobilität oft direkt Umsatz.
Wichtig ist hier weniger „eine Versicherung mehr“, sondern eine saubere Logik: Welche Wege sind kritisch, welche Kosten entstehen im Ausnahmefall, wie werden Termine ersetzt, und wie schnell können Sie wieder arbeitsfähig werden? Dazu kommt die Trennung von dienstlich/privat, wenn private Verlängerungen, Zwischenstopps oder Reisen mit Familie stattfinden.
| Szenario | Was schiefgehen kann | Was Sie prüfen sollten | Typischer Fehler |
| Baustellentermin | Unfall/Verzögerung, Terminfolgen | Mobilitäts- und Ausfalllogik | „wird schon gutgehen“ |
| Fahrzeugausfall | Ersatzwagen, Ausfallkosten | schnelle Ersatzlösung | kein Plan für Ersatz |
| Technik unterwegs | Diebstahl/Schaden | Hausrat/Inventarlogik | „Auto ist sicher“ |
| Unterlagen/Belege | Verlust, Datenschutzstress | Prozess + Backup | nur lokal gespeichert |
| Mischreisen | dienstlich/privat vermischt | klare Grenzen definieren | Zuständigkeiten unklar |
„⚠️ Achtung: Mobilitätsrisiken sind selten existenziell durch einen einzelnen Schaden, aber sie eskalieren über Termin- und Projektfolgen. Wer Ersatz und Backup plant, spart Stress.“
7. Technik, Büroinventar, Cyber und Daten 💻
Ohne Technik läuft heute kein Planungsbüro: CAD/BIM, Rechenleistung, Lizenzen, Plotter, Server/Cloud, Projektkommunikation, E-Mail, Datenräume. Genau deshalb sind Daten- und Cyberrisiken nicht „IT-Thema“, sondern Betriebsrisiko. Ein Ausfall von Systemen bedeutet: keine Pläne, keine Abgabe, keine Kommunikation, keine Nachweise. Und zusätzlich: Datenschutz, Vertraulichkeit, Vertragsstrafen, Reputationsschaden.
Versicherung ist hier nur ein Teil. Der andere Teil ist Prozess: Backup-Strategie, Rechte- und Zugriffsmanagement, Geräteverschlüsselung, 2-Faktor, getestete Wiederherstellung, klare Ablage, Versionierung. Wer nur „Cyber“ kauft, aber keine Ordnung hat, verliert im Ernstfall Zeit. Und Zeit ist bei Planern oft der knappste Faktor.
| Thema | Worum es geht | Warum es für Planer wichtig ist | Typischer Fehler |
| Inventar/Technik | Geräte, Plotter, Büroausstattung | hohe Werte im Büro | Werte unterschätzt |
| Datenverlust | Pläne, Modelle, Dokumentation | Abgabe- und Nachweisrisiko | Backup nie getestet |
| Cyberangriff | Verschlüsselung, Erpressung, Ausfall | Betrieb steht still | „trifft nur große Firmen“ |
| Cloud/Accounts | Zugriffe, Rechte, Protokolle | viele Beteiligte | Passwortchaos |
| Datenschutz | Projekt- und Personendaten | Haftung/Stress | Prozesse fehlen |
„💡 Tipp: Prüfen Sie nicht nur „ob Cyber“, sondern „wie schnell sind wir wieder arbeitsfähig“. Backup testen schlägt jede Theorie.“
8. Vermögensaufbau und Altersvorsorge für Planer 💶
Planer haben oft schwankende Jahre: gute Projektphasen, ruhigere Phasen, Investitionen in Personal, Software, Hardware. Genau deshalb ist Vermögensaufbau weniger „Rendite-Spiel“, sondern Stabilitäts- und Freiheitsaufbau. Wer Rücklagen und Struktur hat, trifft bessere Entscheidungen: keine schlechten Projekte aus Geldnot, keine Überlastung als Dauerzustand, mehr Spielraum für Familie, Weiterbildung, Büroentwicklung.
Der MAWA-Ansatz bleibt simpel: Notgroschen, langfristiger Aufbau, Ziel-Töpfe. Notgroschen schützt vor Liquiditätsstress. Langfristiger Aufbau schafft Ruhestandsfreiheit. Ziel-Töpfe verhindern, dass langfristige Anlagen für kurzfristige Themen geplündert werden. Und wichtig: Erst existenzielle Risiken stabilisieren (Haftung, Einkommen, Gesundheit), dann konsequent investieren. Sonst baut man Rendite auf einem Fundament, das beim ersten größeren Projektproblem wackelt.
| Zielbereich | Was Planer typischerweise brauchen | Sinnvolle Umsetzung | Typischer Fehler |
| Notgroschen | Puffer für schwankende Monate | 3–6+ Monatsausgaben | alles im Projekt gebunden |
| Langfristiger Aufbau | Ruhestand und Freiheit | automatisierter Sparplan | zu spät starten |
| Ziel-Töpfe | Steuern, Technik, Personal, Urlaub | getrennte Budgets | alles in einem Topf |
| Sparquote | stabil über Jahre | mit Gewinnjahren erhöhen | Lifestyle frisst Zuwachs |
| Risiko-Reihenfolge | erst stabil, dann Rendite | Fundament vor Rendite | investieren trotz Lücken |
„⚠️ Achtung: Der häufigste Fehler ist nicht „falsches Produkt“, sondern fehlende Struktur. Ohne Notgroschen und Ziel-Töpfe wird Aufbau in Krisen zu oft abgebrochen.“
9. Schadenbeispiele aus der Praxis für Architekten & Ingenieure 🧨
Schadenbeispiele zeigen die Realität: Es sind selten „Hollywood-Schäden“, sondern typische Muster aus Kommunikation, Dokumentation, Koordination und Fristen. Entscheidend ist nicht, ob etwas passiert, sondern ob Sie es finanziell und organisatorisch aushalten. Wenn ein Vorwurf kommt, müssen Sie handlungsfähig bleiben: Aktenlage, Versicherung, Anwalt, Prozess, Liquidität.
| Schadenfall | Was passiert | Welche Absicherung hilft | Typische Lücke |
| Planungsfehler | Mangel, Nacharbeit, Kostenstreit | Berufshaftpflicht | Tätigkeitsprofil passt nicht |
| Koordinationslücke | Schnittstelle Subplaner eskaliert | Berufshaftpflicht + klare Abgrenzung | „Subplaner haftet schon“ |
| Dokumentationsproblem | Nachweis fehlt, Vorwurf wird hart | Rechtsschutz + Prozess | keine saubere Ablage |
| Termin-/Fristthema | Streit, Nachträge, Druck | Rechtsschutz + Vertragslogik | Fristen nicht gesteuert |
| Langer Ausfall (Psyche/Rücken) | Monate weniger Leistung | Einkommensschutz + Krankentagegeld | Rente/Tagegeld zu klein |
| Cyber/Datenverlust | Abgabe unmöglich, Betrieb steht | Cyber/IT-Logik + Backup | Backup nicht getestet |
| Baustellenunfall | Verletzung, Umbau/Reha | Unfallkapital ergänzend | Unfall als BU-Ersatz gedacht |
| Technikdiebstahl | Geräte weg, Ausfall | Inventar/Hausrat + Ersatzplan | kein Ersatzplan |
| Honorarstreit | Kürzung, Zahlung bleibt aus | Rechtsschutz | Unterlagen nicht prüfbar |
„💡 Tipp: Nutzen Sie diese Tabelle als Checkliste. Wenn jedes Szenario „unangenehm, aber überlebbar“ ist, ist Ihr System richtig gebaut.“
10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur Versicherung für Planer ❓
Pflicht im Sinne von „ohne wird es existenziell“ ist in der Praxis die Berufshaftpflicht, weil Planerhaftung schnell in hohe Vermögensschäden führt und Anforderungen oft vertraglich vorgegeben sind. Direkt danach kommt Einkommensschutz, weil lange Ausfälle den Haushalt und bei Selbstständigen zusätzlich die Büroliquidität treffen können. Kranken-/Krankentagegeld und Pflege runden das System ab, damit Übergänge und lange Phasen planbar bleiben.
„💡 Tipp: Priorisieren Sie in dieser Reihenfolge: Berufshaftpflicht, Einkommensschutz, Kranken/Krankentagegeld + Pflege, dann Rechtsschutz und Cyber passend zur Projektpraxis.“
Sie muss Ihre tatsächliche Tätigkeit abbilden und Vermögensschäden realistisch abdecken, inklusive typischer Planerrollen wie Koordination, Bauleitung, Gutachtertätigkeit oder Fachplanung. Entscheidend sind Deckungssumme, Jahreshöchstleistung, Selbstbehalt, Nachhaftung und klare Regeln zu Subplanern und Fremdleistungen. Im Ernstfall zählt außerdem, wie sauber der Schadenprozess läuft und welche Unterlagen verlangt werden.
„📘 Beachte: Der häufigste Fehler ist nicht „zu wenig Deckung“, sondern „falsches Tätigkeitsprofil“. Was nicht versichert ist, wird im Schadenfall zur Existenzfrage.“
Zuerst Einkommensschutz über Berufsunfähigkeit, weil er auch Krankheiten und lange psychische Verläufe abdeckt, die bei Planern häufige Ausfallgründe sind. Unfallversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung, weil sie Kapital für Umbau, Reha und Organisation liefern kann, ersetzt aber den Einkommensschutz nicht.
„⚠️ Achtung: Wer Unfall als Ersatz für Einkommensschutz nutzt, hat bei Psyche und chronischen Beschwerden die größte Lücke offen.“
Viele Planer unterschätzen, wie schnell Konflikte formal werden: Honorarstreit, Mängelvorwurf, Nachtragsdiskussion, Fristen, Abnahmen, Schriftverkehr. Ein sinnvoller Rechtsschutz sollte diese Konfliktlandschaft abbilden und vor allem frühe Beratung ermöglichen, damit Sie nicht durch falsche Kommunikation oder fehlende Aktenlage in eine teure Eskalation laufen.
„💡 Tipp: Im Konfliktfall gilt: erst Unterlagen sichern, dann sprechen. Der beste Rechtsschutz ist der, der frühe Strategie ermöglicht.“
ersicherung ist nur die zweite Stufe. Die erste Stufe ist Wiederanlauffähigkeit: getestete Backups, klare Rechte, 2-Faktor, Geräteverschlüsselung, Versionierung, sauberer Datenraum, dokumentierte Prozesse. Cyber- und Technikabsicherung wird dann sinnvoll, wenn sie echte Kosten und Betriebsunterbrechung abfedert und Sie schnell wieder arbeitsfähig macht.
„📘 Beachte: Der wichtigste Test ist nicht „haben wir ein Backup?“, sondern „können wir es heute in kurzer Zeit wiederherstellen?“. Test schlägt Gefühl.“
Mit Struktur: Notgroschen für schwankende Monate, Ziel-Töpfe (Steuern, Technik, Urlaub, Weiterbildung) und ein automatisierter, realistischer Sparplan für den langfristigen Aufbau. In guten Projektphasen erhöhen Sie die Sparquote, in schwächeren Phasen bleibt das System stabil, ohne dass Sie alles abbrechen müssen.
„💡 Tipp: Automatisierung schlägt Motivation. Ein System, das auch in stressigen Projektphasen weiterläuft, gewinnt langfristig.“
11. Fazit – MAWA Planer-Check ✅
Versicherungen für Architekten & Ingenieure | MAWA Finanz
Architekten und Ingenieure brauchen kein Versicherungschaos, sondern ein System, das die teuren Ausnahmen abfedert: Berufshaftpflicht passend zum Tätigkeitsprofil und mit echter Vermögensschadenlogik, Einkommensschutz mit realistischer Rentenhöhe und Laufzeit, Kranken/Krankentagegeld und Pflege als Liquiditäts- und Langzeitfundament, Rechtsschutz für die reale Konfliktwelt im Bau- und Vertragskontext, plus Technik/Cyber als Betriebsstabilität. Danach kommt der zweite Hebel: Vermögen. Struktur (Notgroschen, Ziel-Töpfe, automatisierter Aufbau) macht aus Projektstress deutlich häufiger Handlungsfreiheit.
| MAWA Planer-Check | Prüffrage | Ziel |
| Berufshaftpflicht | Tätigkeitsprofil, Vermögensschaden, Nachhaftung passend? | keine Existenzfalle |
| Einkommensschutz | Rente/Laufzeit schließen Haushalts- und Fixkostenlücke? | stabiler Cashflow |
| Kranken/Tagegeld | lange Krankheit finanziell planbar? | Ruhe statt Druck |
| Pflege | Langzeitrisiko integriert? | keine Kostenlawine |
| Rechtsschutz | Bau-/Vertragskonflikte real abgedeckt? | handlungsfähig bleiben |
| Unfall (ergänzend) | Kapital/Progression sinnvoll dimensioniert? | Organisation finanzierbar |
| Technik/Cyber | Wiederanlauf + Absicherung stimmig? | Betrieb läuft weiter |
| Vermögen | Notgroschen + Ziel-Töpfe + Sparplan? | Freiheit und Puffer |
„📘 Beachte: Gute Absicherung fühlt sich im Alltag unspektakulär an. Richtig gut ist sie, wenn sie im Ausnahmefall greift und Sie handlungsfähig bleiben.“
