
Versicherungen für Bauhandwerk: Maler, Elektro, SHK & Co.
Bauhandwerk heißt Baustelle, Termine, Risiken und oft harte Haftung. Ein sauberes Versicherungssystem schützt Sie im Auftrag – und privat vor teuren Ausnahmen.
Versicherungen Bauhandwerk – das solltest du wissen.
🌟 Einleitung

Im Bauhandwerk ist das Tagesgeschäft klar: Baustelle anfahren, Material, Montage, Leistung abliefern, Abnahme, Rechnung. Das Risiko steckt im Ausnahmefall: Ein Brand durch Montagearbeiten, ein Wasserschaden nach SHK-Installation, ein Stromunfall, ein Sturz vom Dach, ein Gerüstvorfall, ein Kunde reklamiert Mängel, eine Frist wird gerissen, Werkzeug wird geklaut, ein Transporter fällt aus oder ein Mitarbeiter verletzt sich. Dann wird aus „läuft“ schnell „teuer“ – und manchmal „existenzgefährdend“.
Dazu kommt: Maler, Elektriker, SHK, Dachdecker, Gerüstbauer haben unterschiedliche Risiko-Treiber. Trotzdem ist die Logik immer gleich: Haftung sauber, Werte/Tools schützen, Ausfallzeiten überleben, Mobilität sichern, Prozesse dokumentieren. Wer hier Standardpakete übernimmt, merkt Lücken oft erst, wenn es brennt.
„💡 Tipp: Denken Sie nicht in Produktnamen, sondern in Baustellen-Szenarien: Personen-/Sachschaden beim Kunden, Brand/Leitungswasser nach Montage, Mängel/Nacherfüllung, Diebstahl von Werkzeug, Unfall/Sturz, Fahrzeugausfall, Streit um Rechnung/Abnahme, langer Ausfall (Rücken/Psyche). Wenn diese Szenarien finanziell überlebbar sind, ist Ihr System professionell.“
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1. Betriebshaftpflicht und typische Bauhandwerk-Haftung 🏗️
Im Bauhandwerk ist die Betriebshaftpflicht der Grundbaustein, weil Sie täglich in fremden Gebäuden arbeiten und dort Schäden verursachen können – oder Ihnen Schäden zugerechnet werden. Die Bandbreite reicht von „klein“ (Farbe auf Parkett, Bohrloch in Leitung, Kratzer am Fensterrahmen) bis „existenz“ (Brand nach Heißarbeiten, Wasserschaden nach Installation, Personenschaden durch Sicherungsmangel).
Wichtig ist, dass die Haftpflicht nicht nur zahlt, sondern auch abwehrt. Viele Vorwürfe sind strittig: War es wirklich Ihre Ursache? War bereits ein Vorschaden da? Hat der Kunde rechtzeitig gemeldet? Gab es Mitverschulden? Ohne Abwehrfunktion wird selbst ein ungerechtfertigter Anspruch teuer, weil Sie sonst im Zweifel zahlen oder lange streiten.
Außerdem muss das Tätigkeitsprofil stimmen. Dacharbeiten, Gerüstbau, Elektroarbeiten, SHK und bestimmte Nebenleistungen verändern die Risikoklasse. Wenn die Tätigkeit falsch eingeordnet ist, entstehen im Schadenfall Deckungsdiskussionen.
| Prüfpunkt | Was das konkret bedeutet | Warum es im Bauhandwerk zählt | Typischer Fehler |
| Deckungssumme | hoch genug für Personenschäden | Personenschäden sind teuer | zu niedrig gewählt |
| Mietsachschäden | Schäden an gemieteten Räumen/Objekten | Baustellen sind oft fremdes Eigentum | „nicht drin“ |
| Abwehrfunktion | unberechtigte Ansprüche abwehren | Vorwürfe sind häufig strittig | nur „Zahlung“ erwartet |
| Tätigkeitsprofil | Gewerke korrekt, inkl. Nebenarbeiten | Risikoklassen unterscheiden sich | falsche Einstufung |
| Nachunternehmer | Haftungskette und Abgrenzung | Subunternehmer sind real | „die haften selbst“ gedacht |
„📘 Beachte: Im Bauhandwerk entscheidet nicht „ob Haftpflicht“, sondern ob Tätigkeitsprofil, Abwehr und die typischen Großschäden (Brand/Wasser/Person) realistisch abgedeckt sind.“
2. Tätigkeitsprofil: Maler, Elektro, SHK, Dach, Gerüst 🎯
Viele Schäden entstehen nicht, weil „keine Versicherung da ist“, sondern weil die Tätigkeit falsch beschrieben ist. Im Bauhandwerk ist das entscheidend, weil jedes Gewerk eigene Risiko-Treiber hat:
Maler: Untergrund, Abklebung, Spritznebel, Lösemittel, Beschädigung von Böden/Fenstern, Gerüstmitbenutzung.
Elektro: Brandrisiko, Personenschaden durch Strom, Anlagenfehler, Messprotokolle, Photovoltaik, Wallbox, Smart-Home.
SHK: Leitungswasser, Druckprüfung, Dichtheit, Heizungsausfall, Legionellen-/Warmwasser-Themen, Haftung bei Folgeschäden.
Dachdecker: Absturzrisiko, Witterung, Undichtigkeiten, Sturmschäden, Sicherung, Arbeit in Höhe.
Gerüstbau: höchste Personenschadenrisiken, Sicherung, Abnahme, Dritte nutzen Gerüst, Wind/Sturm, Verkehrssicherung.
Die Absicherung muss diese Realität abbilden. Und sie muss mit dem wachsen, was Betriebe heute oft zusätzlich machen: PV, Wärmepumpe, Sanierung, Innenausbau, Trockenbau-Nebenleistungen, Abdichtung, Gerüstverleih.
| Gewerk | Typischer Risikotreiber | Was Versicherung sauber abbilden muss | Typischer Fehler |
| Maler | Sachschäden am Objekt | Mietsachschäden/Abwehr | „nur Farbe“ unterschätzt |
| Elektro | Brand/Personenschaden | Risiko- und Tätigkeitsangaben | PV/Wallbox nicht gemeldet |
| SHK | Leitungswasser/Folgeschaden | Folgeschäden realistisch | Druckprüfung/Doku fehlt |
| Dach | Absturz/Undichtigkeit | Arbeiten in Höhe korrekt | Risiken falsch eingestuft |
| Gerüst | Drittschäden/Absturz | Verkehrssicherung/Abnahme | Nutzung durch Dritte ignoriert |
„⚠️ Achtung: Falsches Tätigkeitsprofil ist die teuerste „unsichtbare“ Lücke. Wenn PV, Wärmepumpe, Gerüst oder Arbeiten in Höhe nicht korrekt drin sind, streiten Sie im Schadenfall an der falschen Stelle.“
3. Werkzeug, Maschinen und Baustellen-Diebstahl 🔧
Werkzeugdiebstahl ist im Bauhandwerk kein Ausnahmefall, sondern Alltag – vor allem bei Transportern, Anhängern, Containern und offenen Baustellen. Der Schaden ist doppelt: Materialwert weg und Arbeitsfähigkeit weg. Und genau das macht es so teuer, weil Termine laufen, Kunden warten, und die Baustelle nicht „pausiert“, nur weil Werkzeug fehlt.
Wichtig sind deshalb drei Dinge: richtige Werte, richtige Orte und richtige Sicherheitsanforderungen. Viele Policen haben Bedingungen: verschlossener Transporter, bestimmte Sicherungen, Nachtzeit-Regeln, Abstellort, ggf. Alarmanlage. Wer das nicht kennt, erlebt böse Überraschungen. Außerdem muss man klären: Was ist Werkzeug, was ist Maschine, was ist gemietet, was ist geleast, was gehört Mitarbeitern?
| Prüfpunkt | Was das konkret bedeutet | Warum es zählt | Typischer Fehler |
| Versicherungssumme | realistische Werkzeugwerte | sonst Unterversicherung | Werte „zu klein“ angesetzt |
| Orte | Transporter, Baustelle, Lager, Anhänger | Diebstahl passiert überall | nur Lager gedacht |
| Bedingungen | Schloss, Sicherung, Nachtregel | sonst Kürzung/kein Schutz | Anforderungen nicht bekannt |
| Miet-/Leihgeräte | auch fremde Geräte berücksichtigen | häufig im Einsatz | nicht gemeldet |
| Sofort-Ersatz | Prozess für Ersatz und Weiterarbeit | Ausfall kostet Umsatz | kein Plan für Ersatz |
„💡 Tipp: Werkzeugschutz ist mehr Prozess als Police: Werte-Liste, Foto-/Seriennummern, klare Aufbewahrung, und ein Ersatzplan. Das reduziert Streit und beschleunigt den Neustart.“
4. Montage-/Bauleistung, Nachbesserung und Ertragsausfall 🧱
Im Handwerk ist nicht nur der Schaden teuer, sondern die Folgearbeit: Rückbau, Trocknung, Wiederherstellung, Nachbesserung, Verzögerung. Gerade bei Elektro und SHK kann ein kleiner Fehler große Folgeschäden auslösen. Und bei Dachdecker und Gerüstbau wirken Witterung und Terminpläne als Verstärker: Wenn das Gerüst steht, kostet jeder Verzögerungstag.
Wichtig ist, dass Sie die Logik sauber trennen: Haftpflicht (Ansprüche Dritter), eigener Sachschaden (z. B. eigenes Material/Arbeitsmittel) und Ertragsausfall/Betriebsunterbrechung (wenn der Betrieb nach Schaden nicht normal arbeiten kann). Viele Betriebe unterschätzen die Cashflow-Seite: Fixkosten laufen, aber Leistung kann nicht erbracht werden (z. B. nach Brand im Lager, Einbruch, Totalschaden des Transporters, Ausfall der Schlüsselperson).
| Baustein | Worum es geht | Warum es im Bauhandwerk zählt | Typischer Fehler |
| Montage/Bauleistung | Schäden an der eigenen Leistung während Ausführung | Baustellenrisiko ist real | „haftpflicht reicht“ |
| Eigene Nachbesserung | Rückbau/Neuaufwand (je nach Konstellation) | Zeit und Material kosten | Nachbesserung falsch erwartet |
| Betriebsunterbrechung | Fixkosten + Rohertrag bei Stillstand | Cashflow-Rettung | Haftzeit zu kurz |
| Mehrkosten | Ersatzgeräte, Express-Lieferungen | beschleunigt Wiederanlauf | nicht eingeplant |
| Projektlogik | Fristen, Pönalen, Koordination | Verzögerung wirkt teuer | keine Reserve geplant |
„⚠️ Achtung: Viele Betriebe scheitern nicht am Sachschaden, sondern am Stillstand. Wenn Fixkosten laufen und Termine reißen, wird ein Schaden schnell existenziell.“
5. Rechtsschutz im Bauhandwerk: Vertrag, Forderung, Strafrecht ⚖️
Bauhandwerk ist konfliktlastig: Abnahme, Mängelrügen, Zahlungsverzug, Nachträge, Leistungsbeschreibung, Streit um Stundenlohn, Materialpreise, Gewährleistung. Dazu kommt Arbeitsrecht (Mitarbeiter, Abmahnung, Kündigung) und im Ernstfall Strafrechtsthemen (z. B. Vorwurf fahrlässige Körperverletzung nach Unfall, Ermittlungen nach Brand).
Ein sinnvoller Gewerberechtsschutz schafft Handlungsfähigkeit: frühe anwaltliche Beratung, saubere Strategie, Fristen und Kommunikation. Entscheidend ist, dass er zur Betriebsrealität passt: Vertragsrecht, Forderungsmanagement, ggf. Strafrechtsschutz und, je nach Betrieb, Verkehrsrecht (viele Fahrzeuge) und Mietrecht (Lager/Werkstatt).
| Konfliktfeld | Was passieren kann | Welcher Schutz hilft | Typischer Fehler |
| Forderungen/Verzug | Kunde zahlt nicht, Streit eskaliert | Rechtsschutz + Prozess | zu spät reagiert |
| Mängel/Abnahme | Nachbesserung, Gutachter, Streit | Vertrags-/Baurechtsschutz | Doku fehlt |
| Arbeitsrecht | Kündigung, Streit im Team | Arbeitsrechtsschutz | „brauchen wir nicht“ |
| Strafrecht-Vorwurf | Ermittlungen, Aussage, Anwalt | Strafrechtsschutz | ohne Anwalt sprechen |
| Verkehrsrecht | Unfall, Bußgeld, Fahrerfragen | Verkehrsrechtsschutz | Fahrerlogik ungeklärt |
„💡 Tipp: Im Streit gewinnt, wer zuerst Ordnung hat: Fotodoku, Protokolle, Abnahme, Schriftverkehr. Rechtsschutz hilft am meisten, wenn er frühe Beratung ermöglicht.“
6. Unfall und Arbeitssicherheit: was Versicherung leisten kann 🧯
Im Bauhandwerk ist Unfallrisiko real, weil körperlich gearbeitet wird: Stürze, Schnitte, Quetschungen, elektrische Risiken, Arbeiten in Höhe, schwere Lasten. Trotzdem bleibt die wichtigste Unterscheidung: Unfallversicherung ist Ergänzung, nicht Einkommensschutz. Unfall zahlt bei Unfallfolgen (Kapital, ggf. Rente), aber viele lange Ausfälle entstehen auch durch Krankheit: Rücken, Gelenke, Psyche, Erschöpfung.
Unfallversicherung kann trotzdem sehr sinnvoll sein, weil Kapital im Ernstfall Organisation ermöglicht: Umbau, Hilfsmittel, Reha, zusätzliche Fahrten, Unterstützung im Alltag, Entlastung im Betrieb. Entscheidend sind Grundsumme, Progression, Mitwirkungsregeln und sinnvolle Zusatzleistungen.
| Baustein | Was das leistet | Warum es sinnvoll sein kann | Typischer Fehler |
| Invaliditätskapital | Einmalzahlung bei Dauerschaden | Umbau/Neustart/Polster | Summe zu niedrig |
| Progression | Mehrleistung bei schweren Schäden | Worst-Case absichern | Progression fehlt |
| Mitwirkungsregeln | mögliche Kürzungen bei Vorschäden | relevant bei Rücken | Überraschung im Leistungsfall |
| Reha/Assistance | Organisation/Unterstützung | beschleunigt Rückkehr | nie geprüft |
| Unfallrente (optional) | laufende Zahlung je Tarif | Stabilität bei Dauerschäden | als BU-Ersatz gedacht |
„📘 Beachte: Unfallversicherung ersetzt keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Gerade im Bauhandwerk sind Rücken und lange Verläufe häufige Ausfallgründe.“
7. Kfz, Transporter, Anhänger und Fahrerrisiken 🚚
Ohne Mobilität läuft im Handwerk wenig: Transporter, Anhänger, Baustellenfahrten, Materialtransport, Notdienste, viele Fahrer. Der Schaden ist nicht nur Reparatur, sondern Ausfall und Chaos: Werkzeug im Fahrzeug, Termine, Kunden, Pönalen, Ersatzfahrzeug. Dazu kommen Fahrerfragen: feste Mitarbeiter, Azubis, Aushilfen, gelegentliche Fahrer.
Wichtig ist, dass die Nutzung korrekt ist (gewerblich, Werkverkehr, Notdienst) und dass Sie einen Ersatzplan haben. Außerdem: Ladungssicherung, Anhänger, Werkzeug im Fahrzeug und Abstellorte sind praktische Hebel, die Schäden reduzieren.
| Prüfpunkt | Was das konkret bedeutet | Warum es zählt | Typischer Fehler |
| Nutzung korrekt | Werkverkehr, Notdienst, Lieferung | sonst Deckungsstreit | Nutzung zu „privat“ eingestuft |
| Fahrerregelung | wer darf fahren | Alltag ist dynamisch | Aushilfen nicht bedacht |
| Anhänger | Mitversicherung/Diebstahl/Risiko | häufige Schadenquelle | Anhänger „vergessen“ |
| Ersatzmobilität | Ersatzfahrzeug schnell verfügbar | Termine laufen weiter | kein Ersatzplan |
| Werkzeug im Fahrzeug | Diebstahlrisiko + Bedingungen | häufiges Muster | Sicherheitsregeln unbekannt |
„⚠️ Achtung: Der teuerste Kfz-Schaden ist oft der Ausfall, nicht die Reparatur. Wer Ersatzmobilität und Werkzeugschutz zusammen denkt, vermeidet Projektchaos.“
8. Chef-Absicherung: BU, Kranken, Krankentagegeld, Pflege 💶
Im Bauhandwerk hängt viel an der Inhaberperson oder an wenigen Schlüsselkräften. Ein langer Ausfall durch Rücken, Gelenke, chronische Schmerzen oder Psyche trifft nicht nur den Haushalt, sondern oft auch den Betrieb: Angebote, Baustellenkoordination, Mitarbeiterführung, Kundenkommunikation, Abrechnung. Deshalb ist Chef-Absicherung kein „Privat-Luxus“, sondern Betriebsstabilität.
Der Kern ist Einkommensschutz über Berufsunfähigkeit, ergänzt um Krankentagegeld (bei Selbstständigen meist entscheidend) und Pflege als Langzeitrisiko. Entscheidend sind realistische Summen und Laufzeiten. Wer hier zu knapp plant, kauft sich Druck in der Phase, in der man eigentlich Ruhe und Reha bräuchte.
| Prüfpunkt | Was das konkret bedeutet | Warum es zählt | Typischer Fehler |
| BU-Rentenhöhe | Haushalt + Verantwortungen abdecken | Ausfall ist selten kurz | zu niedrig angesetzt |
| Laufzeit/Endalter | Schutz bis realistischer Ruhestand | Risiken steigen später | Endalter zu kurz |
| Krankentagegeld | Liquidität bei Krankheit | Selbstständige trifft es sofort | gar nicht vorhanden |
| Pflege | Zusatzlogik als Plan | Langzeitkosten vermeiden | Pflege ignoriert |
| Schlüsselperson-Realität | Betrieb hängt an wenigen | Ausfall wirkt sofort | „Team fängt alles auf“ |
„⚠️ Achtung: Die gefährlichste Lücke im Bauhandwerk ist der lange Ausfall der Schlüsselperson. Wenn BU und Krankentagegeld fehlen, helfen Sachversicherungen nur begrenzt.“
9. Schadenbeispiele aus der Praxis 🧨
Schadenbeispiele zeigen, was im Bauhandwerk wirklich teuer wird: nicht der Kratzer, sondern Brand/Wasser/Person, Werkzeugdiebstahl mit Terminfolgen, und langer Ausfall. Ziel ist nicht „alles verhindern“, sondern so planen, dass Sie handlungsfähig bleiben: Versicherungssummen, Prozesse, Dokumentation, Ersatzstrategien.
| Schadenfall | Was passiert | Welche Absicherung hilft | Typische Lücke |
| SHK-Wasserschaden | Folgeschäden, Streit, Trocknung | Haftpflicht + Abwehr | Folgeschadenlogik unklar |
| Elektro-Brandvorwurf | Brand, Gutachter, Anwalt | Haftpflicht + Rechtsschutz | Tätigkeitsprofil falsch |
| Sturz/Arbeitsunfall | Dauerschaden, Umbau, Ausfall | Unfallkapital ergänzend | Unfall als BU-Ersatz gedacht |
| Gerüstvorfall | Personenschaden, Haftungskette | Haftpflicht + Doku/Abnahme | Abnahme/Protokoll fehlt |
| Werkzeugdiebstahl | Tools weg, Baustelle steht | Werkzeugdeckung + Ersatzplan | Bedingungen nicht eingehalten |
| Transporter-Unfall | Ausfall, Termine, Chaos | Kfz + Ersatzmobilität | kein Ersatzplan |
| Mängelrüge/Abnahme | Streit, Nacharbeit, Gutachter | Rechtsschutz + Prozess | Foto-/Protokoll fehlt |
| Brand im Lager | Inventar weg, Betrieb steht | Inhalt + Betriebsunterbrechung | Haftzeit zu kurz |
| Inhaber fällt aus | Betrieb/Haushalt unter Druck | BU + Krankentagegeld | Chef-Absicherung fehlt |
„💡 Tipp: Wenn Sie diese Tabelle lesen und bei jedem Fall sagen können: „unangenehm, aber überlebbar“, dann ist Ihre Absicherung richtig gebaut.“
10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur Versicherung im Bauhandwerk ❓
Pflicht im Sinne von „ohne wird es schnell existenziell“ sind meist: Betriebshaftpflicht (inkl. Tätigkeitsprofil und Abwehr), Werkzeug-/Inhaltslogik je nach Betrieb, und bei vielen Betrieben eine Betriebsunterbrechung, wenn ein Sachschaden den Betrieb stilllegen kann. Für Selbstständige ist zusätzlich Chef-Absicherung (BU + Krankentagegeld) eine harte Pflicht, weil ein langer Ausfall sofort wirkt.
„💡 Tipp: Priorisieren Sie so: Haftpflicht zuerst, dann Werkzeug/Inhalt, dann Stillstand (Betriebsunterbrechung). Als Inhaber: BU/Krankentagegeld nicht „später“, sondern früh.“
Haftpflicht schützt vor Ansprüchen Dritter. Sie ersetzt nicht Ihr Werkzeug, Ihre Maschinen und nicht den Umsatz, wenn Sie nach Brand, Einbruch oder großem Wasserschaden nicht arbeiten können. In vielen Betrieben ist die Kombination aus Haftpflicht plus Werkzeug-/Inhaltsdeckung plus Stillstandslogik der Kern.
„📘 Beachte: Die teuersten Schäden sind oft Kombischäden: Sachschaden plus Stillstand plus Streit. Wer nur Haftpflicht hat, hat bei eigenen Werten und Ausfall die größte Lücke.“
Mit drei Bausteinen: richtige Werte, richtige Orte (Transporter, Baustelle, Lager) und das Einhalten der Sicherheitsbedingungen (Schloss, Abstellort, Nachtzeiten). Plus Prozess: Inventarliste, Fotos, Seriennummern und ein Ersatzplan, damit die Baustelle weiterläuft.
„⚠️ Achtung: Viele Ablehnungen passieren nicht wegen „kein Schutz“, sondern wegen nicht erfüllter Bedingungen (z. B. unverschlossen, falscher Abstellort). Regeln kennen ist Pflicht.“
Einkommensschutz über Berufsunfähigkeit ist die Hauptsäule, weil er auch Krankheiten und lange Verläufe (Rücken, Gelenke, Psyche) abdeckt. Unfallversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung, weil sie Kapital für Umbau, Reha und Organisation liefern kann, ersetzt aber keine BU.
„⚠️ Achtung: Wer Unfall als BU-Ersatz nutzt, hat bei Rücken und chronischen Erkrankungen die größte Lücke offen.“
Gewerberechtsschutz, der zur Praxis passt: Vertrags-/Forderungsthemen, Arbeitsrecht und je nach Betrieb Strafrechtsschutz für Vorwurfslagen (z. B. nach Brand/Unfall). Der Nutzen ist frühe anwaltliche Strategie, bevor Fehler in Kommunikation und Fristen passieren.
„💡 Tipp: Die beste Rechtsschutz-Nutzung ist früh: Aktenlage und Fotodoku sichern, dann beraten lassen. Das verhindert teure Eskalation.“
Falsche Nutzungsangaben, unklare Fahrerregelungen, Anhänger nicht sauber eingebunden, fehlende Ersatzmobilität und unterschätztes Werkzeugrisiko im Fahrzeug. Im Handwerk kostet Zeit meist mehr als Reparatur.
„📘 Beachte: Planen Sie Ersatzmobilität wie ein Werkzeug: klarer Ablauf, klare Zuständigkeit, und vorher festgelegt. Improvisation kostet Umsatz.“
11. Fazit – MAWA Bauhandwerk-Check ✅
Versicherungen für Bauhandwerk: Maler, Elektro, SHK & Co. | MAWA Finanz
Bauhandwerk braucht kein Versicherungschaos, sondern ein System für Baustellen-Ausnahmen: Betriebshaftpflicht mit korrektem Tätigkeitsprofil, hoher Deckung und starker Abwehrfunktion, Werkzeug- und Inhaltslogik passend zu Transporter, Lager und Baustelle, Stillstandsabsicherung, wenn ein Sachschaden den Betrieb stoppen kann, Rechtsschutz für Vertrags-/Forderungsstreit plus Strafrecht-Vorwurfslagen, Kfz- und Anhängerlogik mit Ersatzmobilität und als stabilisierende Säule Chef-Absicherung (BU, Krankentagegeld, Pflege). Ziel ist simpel: Im Ausnahmefall bleiben Sie handlungsfähig und finanzstabil.
| MAWA Bauhandwerk-Check | Prüffrage | Ziel |
| Haftpflicht | Tätigkeitsprofil, Abwehr, Großschäden sauber? | keine Existenzfalle |
| Werkzeug | Werte/Orte/Bedingungen passen? | Baustelle läuft weiter |
| Inhalt | Lager/Werkstatt/Material realistisch? | schneller Neustart |
| Stillstand | Haftzeit + Fixkostenlogik passend? | Cashflow stabil |
| Rechtsschutz | Vertrag/Forderung/Strafschutz passend? | handlungsfähig bleiben |
| Unfall (ergänzend) | Kapital/Progression sinnvoll? | Organisation finanzierbar |
| Kfz/Anhänger | Nutzung/Fahrer/Ersatz geregelt? | kein Projektchaos |
| Chef-Absicherung | BU + Krankentagegeld + Pflege? | Stabilität trotz Ausfall |
„📘 Beachte: Gute Absicherung fühlt sich im Alltag unspektakulär an. Richtig gut ist sie, wenn sie im Ausnahmefall greift und Sie weiter liefern können.“
