Berufsunfähigkeit: optimale Laufzeit & Endalter wählen

Berufsunfähigkeit: optimale Laufzeit & Endalter wählen

Die Laufzeit entscheidet, ob Ihr Schutz im kritischsten Alter noch existiert. Wer am Endalter spart, spart oft am falschen Ende.

Berufsunfähigkeit Laufzeit & Endalter – das solltest du wissen.

🌟 Einleitung

Marcus Wacker Geschäftsführer
Marcus Wacker, Geschäftsführer,Spezialist für Unfall- und Einkommensabsicherung

Die Laufzeit ist bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) eine der wichtigsten Stellschrauben – und gleichzeitig die Stelle, an der Menschen am häufigsten „aus Versehen“ das Risiko erhöhen. Warum? Weil das Endalter den Beitrag sichtbar beeinflusst und es sich nach einem einfachen Sparhebel anfühlt. In der Realität ist es aber ein Risikohebel: Wenn der Vertrag endet, endet nicht das Risiko, berufsunfähig zu werden – sondern nur Ihr Schutz. Und die kritischste Phase liegt häufig nicht mit 28, sondern später: mit 45, 52 oder 58, wenn Verpflichtungen hoch sind und ein Neuabschluss praktisch schwer oder unmöglich sein kann.

Professionelle Laufzeitplanung bedeutet daher nicht „so lang wie möglich“, sondern „so lang wie nötig“. Nötig ist: bis zum realistischen Ende Ihrer Erwerbsphase. Für viele ist das das Regelrentenalter. Für manche passt 65, wenn ein früherer Ruhestand realistisch geplant und finanziell abgesichert ist. Und für wenige Sonderfälle kann auch eine kürzere Laufzeit sinnvoll sein – aber nur, wenn die Lücke bewusst und durch ein anderes System geschlossen wird.

Auf dieser Seite bekommen Sie dafür ein klares Entscheidungsmodell: Welche Endalter in der Praxis vorkommen, wann sie sinnvoll sind, welche Risiken eine zu kurze Laufzeit erzeugt, welche Stellschrauben besser sind als „Endalter kürzen“, und wie Sie am Ende zu einer Laufzeit kommen, die zu Ihrem Lebensentwurf passt.

„💡 Tipp: Wenn Sie nur eine Sache mitnehmen: Kürzen Sie das Endalter nur dann, wenn Sie die Zeit danach konkret durchfinanziert haben. Sonst kaufen Sie sich eine unsichtbare Risiko-Lücke.“

1. Warum Laufzeit und Endalter bei Berufsunfähigkeit so entscheidend sind 🧭

Die Laufzeit ist der Zeitraum, in dem Ihr Vertrag leisten kann. Wenn Sie bis 60 versichert sind, aber bis 67 arbeiten (oder arbeiten müssen), haben Sie sieben Jahre ohne BU-Schutz. In genau dieser Phase sind viele Menschen finanziell am stärksten gebunden: Immobilienfinanzierung, Kinder, Unterhalt, laufende Versicherungen, weniger Zeit für Vermögensaufbau, weniger Flexibilität, oft höhere Gesundheitsbelastung. Das ist der Grund, warum „zu kurz“ so gefährlich ist: Die Lücke entsteht dort, wo sie am teuersten wird.

Viele unterschätzen außerdem, dass die Möglichkeit zur Korrektur später eingeschränkt ist. Ein Endalter können Sie nicht einfach „kostenlos“ hochsetzen. Eine neue oder zusätzliche Absicherung bedeutet meist neue Gesundheitsprüfung, neue Risikoprüfung, neues Eintrittsalter – und genau das macht es in späteren Jahren schwierig, teuer oder unmöglich. Deshalb ist Laufzeitplanung nicht „Finetuning“, sondern Grundstatik.

Die richtige Laufzeit beantwortet zwei Fragen: (1) Bis wann brauchen Sie ein Einkommen aus Arbeit, damit Ihr Lebensentwurf funktioniert? (2) Haben Sie danach genug Sicherheit (Rente, Vermögen, Versorgungssystem), um eine Berufsunfähigkeit finanziell zu verkraften? Wer diese Fragen sauber beantwortet, findet sein Endalter relativ klar.

Laufzeit-EntscheidungWas sie wirklich steuertWirkung auf den BeitragWirkung auf Ihr Risiko
Endalter kürzenSchutz endet früherBeitrag sinkt sichtbarRisiko steigt stark
Endalter erhöhenSchutz läuft längerBeitrag steigtRisiko sinkt, Stabilität steigt
„passt schon“-Wahlkeine klare LogikBeitrag wirkt „okay“Lücke oft unbemerkt
Endalter nach LebensplanRuhestand realistischBeitrag passendSchutz passt zur Erwerbsphase
Endalter + WerterhaltLangfristigkeit + InflationBeitrag planbarSchutz bleibt real

„📘 Beachte: Das Endalter ist kein Sparhebel wie bei einem Handyvertrag. Es ist der Zeitpunkt, ab dem Sie ohne diesen Schutz das Risiko allein tragen.“

2. Endalter 60, 62, 65, 67: was es in der Praxis bedeutet 🧱

In der Praxis begegnen Ihnen vor allem diese Endalter. Sie wirken wie kleine Unterschiede, sind aber in ihrer Konsequenz groß:

  • 60/62: häufig gewählt, weil es deutlich günstiger wirkt. Risiko: große Schutzlücke, gerade in einem Alter, in dem Berufsunfähigkeit nicht selten ist.
  • 65: klassisches „früheres Ruhestandsdenken“. Kann passen, wenn der Ruhestand wirklich realistisch geplant ist und finanziell abgesichert wird.
  • 67: orientiert sich am Regelrentenalter und ist für viele der stabile Standard, weil es die Erwerbsphase bis zum Ende abdeckt.

Wichtig ist: Das Endalter sollte nicht nach „wie fühlt es sich an“ gewählt werden, sondern nach „wie sieht der Plan aus“. Wenn Sie ehrlich davon ausgehen, bis 67 Einkommen zu benötigen, dann ist 67 der logische Standard. Wenn Sie sicher wissen, dass Sie vorher aussteigen können (und es finanziell durchgerechnet ist), kann 65 oder in echten Sonderfällen auch 62 passen.

EndalterTypische MotivationHauptvorteilHauptrisikoWann es passt
60Beitrag sparenkurzfristig günstiggroße Schutzlückenur mit abgesicherter Alternativstrategie
62„früher raus“günstiger als 65/67immer noch große Lückenur bei realistisch geplantem Ausstieg
65klassischer Ruhestandetwas günstigerLücke bis 67 möglichwenn Ruhestand 65 realistisch finanziert
67Regelrente/Arbeitsphasemaximale Abdeckunghöherer Beitragwenn Sie bis Regelrente planen
individuellSondermodellepassend zur Biografiemuss begründet seinwenn ein belastbarer Finanzplan existiert

„💡 Tipp: Prüfen Sie Ihr Endalter gegen ein einfaches Szenario: Wenn Sie mit 63 doch noch arbeiten müssen, weil Vermögen/Rente nicht reichen – wie viele Jahre wären dann ungeschützt?“

3. Wann ein früheres Endalter sinnvoll sein kann 🧩

Ein früheres Endalter ist nicht grundsätzlich falsch. Es ist nur dann sinnvoll, wenn die Lücke bewusst geplant und gesichert ist. Das ist selten, aber es gibt Fälle:

  1. Sehr hohe Vermögensbasis, die bereits früh genug vorhanden ist und die Lücke sicher schließen kann.
  2. Realistisch geplante Frühverrentung mit stabiler Versorgung (nicht „Wunsch“, sondern Plan).
  3. Berufsbilder, in denen ab einem bestimmten Alter die Erwerbsphase planbar endet und die finanzielle Absicherung danach sehr stabil ist.
  4. Kombinationen, in denen Sie bewusst ab einem Alter andere Systeme einsetzen (z. B. starkes Vermögen plus abgesicherte Altersversorgung) – und der Rest tatsächlich robust ist.

Wichtig: In fast allen normalen Lebensläufen ist „Endalter kürzen“ ein Risiko, weil die Absicherung nach hinten heraus gerade dann gebraucht werden kann, wenn Gesundheit und Belastung steigen. Ein früheres Endalter ist deshalb kein Standard, sondern eine Ausnahmeentscheidung.

SonderfallWarum früheres Endalter denkbarWas zwingend geklärt sein mussTypische Selbsttäuschung
hohes VermögenLücke kann selbst getragen werdenLiquidität + Sicherheit in KrisenVermögen ist „auf dem Papier“, nicht verfügbar
Frühverrentung geplantErwerbsphase endet früherFinanzplan + PufferFrühverrentung ist nur ein Wunsch
stabile Versorgungsstruktursehr planbare EinkünfteHöhe + Zugang + SicherheitRegeln werden unterschätzt
Teilzeit/ReduktionBedarf sinkt späterBedarf wirklich sinkt, nicht nur IdeeFixkosten bleiben trotzdem
UnternehmerverkaufExit bringt KapitalTiming + Steuer + MarktVerkauf klappt nicht wie geplant

„⚠️ Achtung: Ein früheres Endalter ist nur dann sauber, wenn Sie die Lücke als Zahl kennen und sie aus sicheren Quellen decken können. Sonst ist es Sparen gegen die Realität.“

4. Risiko realistisch: warum Berufsunfähigkeit oft später passiert ⏳

Viele verbinden Berufsunfähigkeit mit jungen Jahren, Unfällen und „plötzlich“. In der Praxis entstehen viele Fälle über Zeit: chronische Rückenprobleme, Verschleiß, psychische Erschöpfung, wiederkehrende Erkrankungen, neurologische Themen, Krebs, Herz-Kreislauf, Autoimmunverläufe. Das Risiko verschiebt sich damit in Lebensphasen, in denen Belastung und Verantwortung hoch sind.

Genau deshalb ist die Laufzeit so wichtig: Wenn Sie bis 60 versichert sind, aber das Risiko in Ihren 50ern steigt, dann endet der Schutz möglicherweise genau vor dem kritischsten Abschnitt. Das ist kein theoretisches Risiko, sondern ein typisches Muster: Menschen sparen am Endalter, weil „da ist ja fast Rente“. In Wahrheit ist „fast Rente“ oft die Phase, in der ein Leistungsfall besonders finanzielle Wirkung hat, weil Vermögensaufbau noch nicht komplett ist und die Zeit bis zur Rente noch überbrückt werden muss.

Ein weiterer Punkt: Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine neue Absicherung erschwert wird. Das heißt nicht, dass niemand mehr versicherbar ist. Aber es bedeutet: Der Spielraum wird kleiner. Und wenn Sie dann eine Lücke schließen wollen, ist es oft der teuerste Zeitpunkt dafür.

LebensphaseWarum das Risiko oft steigtFinanzielle WirkungWarum Laufzeit hier zählt
30–40Stressaufbau, erste chronische Themenoft noch flexibelLaufzeit wird häufig „falsch gespart“
40–50Verantwortung hoch, Gesundheit reagiertFixkosten steigenBU wird sehr wertvoll
50–60Chronifizierung, Erschöpfung, schwere DiagnosenVermögen noch nicht „fertig“Schutz darf nicht enden
60–67Übergangsphase zur RenteLücke ist maximal teuergenau hier endet bei vielen der Vertrag
nach Ruhestandanderes Risiko-SetEinkommen aus Arbeit weniger relevantBU ist dann nicht mehr Kernbaustein

„📘 Beachte: Wer das Endalter kürzt, spielt oft gegen die Statistik der Lebensrealität: Das Risiko verschwindet nicht, nur der Schutz.“

5. Lebenslauf-Effekte: Elternzeit, Teilzeit, Wechsel, Selbstständigkeit 🔄

Laufzeitplanung muss auch zur Biografie passen. Denn Lebensläufe sind selten linear. Viele unterschätzen, dass Lebensereignisse das Risiko nicht nur medizinisch, sondern auch finanziell verändern.

  • Elternzeit/Teilzeit: Einkommen sinkt temporär oder dauerhaft. Das kann die versicherbare Höhe beeinflussen, aber vor allem verändert es den Bedarf: Fixkosten bleiben oft gleich, Puffer wird wichtiger.
  • Berufswechsel: Neue Tätigkeiten, neue Belastungen, manchmal neue Risikoeinstufung. Laufzeit bleibt aber der Rahmen, in dem Ihre Absicherung funktionieren muss.
  • Selbstständigkeit: Einkommensvolatilität, weniger gesetzliche Sicherung, höhere Verantwortung. Gerade hier ist „zu kurz“ riskant, weil ein Neuabschluss später oft schwieriger ist und weil die Erwerbsphase oft länger geplant wird.
  • Karrierewechsel in Richtung Führung: psychische Belastung steigt häufig, auch wenn körperliche Belastung sinkt. Ein Endalter, das „nur nach Beitrag“ gewählt wurde, passt dann nicht.

Der Kern ist: Laufzeit ist nicht nur „bis wann arbeite ich“, sondern „bis wann ist mein Einkommen aus Arbeit die tragende Säule“. Bei vielen ist das bis zur Regelrente der Fall – unabhängig von Teilzeit oder Wechsel.

LebensereignisWas sich typischerweise ändertAuswirkung auf LaufzeitTypischer Fehler
Elternzeit/TeilzeitEinkommen sinkt, Fixkosten bleibenSchutz weiter nötigEndalter kürzen statt System anpassen
BerufswechselBelastung/Profil ändern sichLaufzeit bleibt SchlüsselLaufzeit „vergessen“, nur Beitrag neu denken
SelbstständigkeitAbsicherung staatlich schwächerLaufzeit meist eher längerzu kurzer Vertrag aus Budgetgründen
Führung/Stresspsychische Belastung steigtSchutz bis Ruhestand sinnvollfalsches Sicherheitsgefühl
Immobilie/KreditFixkosten sind langfristigLaufzeit muss Kreditphase abdeckenKredit läuft länger als BU

„💡 Tipp: Wenn Sie große Lebensphasen planen (Familie, Immobilie, Selbstständigkeit), wählen Sie das Endalter so, dass es diese Phasen sicher überdeckt. Die Laufzeit ist Ihre Sicherheitslinie.“

6. Inflationsfaktor: Laufzeit, Dynamik und Werterhalt 📈

Laufzeit ohne Werterhalt ist ein leiser Fehler. Wenn Sie mit 25 eine Rente festlegen und der Vertrag bis 67 läuft, dann sind das über 40 Jahre. Selbst bei moderater Inflation verliert eine feste Zahl massiv an Kaufkraft. Das heißt: Sie können die Laufzeit „richtig“ wählen und trotzdem am Ende zu wenig reale Leistung haben, wenn die Rente nicht mitwächst.

Wichtig: Laufzeit und Werterhalt sind zwei Seiten derselben Planung. Laufzeit beantwortet „bis wann“, Werterhalt beantwortet „wie viel real“. Der Werterhalt wird typischerweise über Dynamik und Erhöhungsoptionen organisiert. Die Laufzeitplanung sollte daher immer mit der Frage verbunden sein: Bleibt die Rente auch in 15 oder 25 Jahren noch sinnvoll?

Das bedeutet nicht, dass Sie „maximal dynamisch“ sein müssen. Es bedeutet: Sie brauchen eine Mechanik, die Sie langfristig tragen können. Wer Dynamik ständig stoppt, verliert Effekt. Wer sie nie hat, verliert Kaufkraft. Der professionelle Mittelweg ist: Laufzeit bis zum Erwerbsende plus eine realistische Werterhalt-Strategie.

PlanungshebelWas er schütztWarum bei langer Laufzeit entscheidendTypischer Fehler
LaufzeitZeitraum der Absicherungohne Laufzeit kein Schutzzu kurz wegen Beitrag
WerterhaltKaufkraft der Rentelange Zeit = Inflation wirktRente bleibt „fix“
CheckpointsAnpassung im LebenslaufBedarf steigt, Zahlen alternnie prüfen
BeitragstragbarkeitStabilität über Jahrzehnteschützt vor Kündigung/Stoppszu aggressiv starten
Zielrenterealistisches Niveau im Alterverhindert Unterdeckungnur „heute passt’s“

„📘 Beachte: Eine Laufzeit bis 67 ist nur dann wirklich stark, wenn die Rente über die Jahre nicht still entwertet wird.“

7. Beitrag optimieren ohne Risiko-Lücke: bessere Stellschrauben 💰

Wenn der Beitrag zu hoch wirkt, greifen viele reflexartig zum Endalter. Das ist verständlich, aber häufig die schlechteste Stellschraube. Besser ist es, zuerst Stellschrauben zu nutzen, die den Schutz nicht zeitlich abschneiden.

Typische bessere Stellschrauben sind:

  • Rentenhöhe zunächst sinnvoll, aber nicht überzogen wählen und später über klare Erhöhungslogik wachsen lassen (ohne die Laufzeit zu kürzen).
  • Beitragstragbarkeit sichern, statt „zu groß“ zu starten und später aus Budget zu kündigen.
  • Tarif- und Bedingungsqualität so wählen, dass Sie nicht „billig“ kaufen und später nachkaufen müssen (was oft teurer ist).
  • Realistische Dynamik statt „zu hoch“ oder „gar nicht“.
  • Saubere Risikoparameter (Berufsbild korrekt), denn falsche Einstufungen können unnötig teuer sein.

Wichtig ist die Reihenfolge: Endalter ist ein Risikohebel, andere Stellschrauben sind häufig Optimierungshebel. Wer erst optimiert und dann – wenn überhaupt – über Endalter nachdenkt, baut stabiler.

StellschraubeBeitragseffektRisikoeffektWarum oft besser als Endalter kürzen
Rente passend wählenmittelneutral, wenn sinnvollSchutz bleibt bis Ruhestand
Wachstumsplan nutzenverteilt Kosten über ZeitneutralZielabsicherung erreichbar
Dynamik realistischsteuerbarpositiv (Werterhalt)keine stille Entwertung
Berufsbild sauberkann Beitrag senkenneutral/positivvermeidet falsche Einstufung
Endalter kürzenstarknegativLücke im kritischen Alter

„⚠️ Achtung: Wenn der Beitrag nur über ein deutlich kürzeres Endalter „passt“, ist das ein Warnsignal: Dann ist das Risiko später meist größer als der heutige Spareffekt.“

8. Schritt-für-Schritt: So wählen Sie Ihr Endalter professionell 🧠

Ein gutes Endalter ist eine Entscheidung aus Plan, nicht aus Gefühl. Diese fünf Schritte funktionieren in der Praxis sehr zuverlässig:

  1. Realistische Erwerbsphase definieren: Bis wann brauchen Sie Erwerbseinkommen? Nicht „ich will“, sondern „ich muss“.
  2. Lücke quantifizieren: Wenn der Vertrag vor diesem Zeitpunkt endet, wie viele Jahre wären ungeschützt?
  3. Finanzierung der Lücke prüfen: Gibt es sichere Quellen, die diese Lücke decken (nicht Hoffnung, sondern Plan)?
  4. Beitrag tragbar machen: Optimieren über sinnvolle Stellschrauben, nicht über Lücken.
  5. Werterhalt integrieren: Lange Laufzeit braucht Mechanik gegen Entwertung.

Wenn Sie so vorgehen, landen viele Menschen automatisch bei 67, weil es der stabilste Rahmen ist. Wer bei 65 landet, hat meist eine klare Begründung. Wer bei 60/62 landet, braucht einen sehr stabilen, belegbaren Alternativplan.

SchrittFrageErgebnisWas Sie daraus ableiten
1Bis wann brauche ich Einkommen?realistisches EndeBasis-Endalter
2Wie groß wäre die Lücke?Jahre ohne SchutzRisikogröße
3Wer deckt die Lücke sicher?Quellen + Beträgeob Kürzung überhaupt möglich ist
4Wie wird Beitrag tragbar?OptimierungshebelEndalter bleibt stabil
5Wie bleibt die Rente real?Werterhalt-Planlangfristige Passung

„💡 Tipp: Schreiben Sie Ihre Antwort zu Schritt 3 als Zahl auf: „Ab 60 fehlen mir X € pro Monat bis 67.“ Wenn Sie diese Zahl nicht sicher decken können, ist ein Endalter 60/62 praktisch ein Risiko-Upgrade.“

9. Häufige Fehler bei der Laufzeit – und wie Sie sie vermeiden 🧱

Die häufigsten Laufzeitfehler sind erstaunlich konstant. Sie entstehen fast immer aus kurzfristigem Denken oder aus falschen Annahmen über die Zukunft.

Fehler 1: Endalter als billiger Sparhebel. Das macht den Vertrag günstig, aber das Risiko steigt massiv.
Fehler 2: „Ich mache das später neu.“ Später ist oft teurer oder nicht mehr möglich.
Fehler 3: „Ich gehe sicher früher in Rente.“ Viele Pläne ändern sich: Kinder, Trennung, Immobilien, Zinsen, Gesundheit.
Fehler 4: Lücke wird nicht gesehen, weil sie nicht sofort weh tut. Die Lücke ist unsichtbar, bis sie real wird.
Fehler 5: Laufzeit wird isoliert betrachtet, ohne die Gesamtstrategie (Bedarf, Werterhalt, Lebenslauf).

Die Lösung ist immer die gleiche: Laufzeit nach Erwerbsphase wählen, Optimierung an anderer Stelle machen, und regelmäßig prüfen.

FehlerWarum er passiertWarum er gefährlich istBessere Lösung
Endalter zu kurzBeitrag soll niedrig seinLücke im HochrisikoalterEndalter stabil, andere Hebel nutzen
„später neu“unterschätzt HürdenGesundheit/Alter verschlechtern Zugangheute richtig planen
Frühruhestand als WunschPlan fehltWunsch wird zur LückeFrühruhestand erst finanzieren, dann kürzen
Lücke nicht gerechnetwirkt abstraktwird im Ernstfall existenziellLücke in Monaten/€ berechnen
Werterhalt ignoriertFokus nur auf EndalterSchutz wird real zu kleinDynamik/Checkpoints

„📘 Beachte: Laufzeitfehler sind selten „kleine Fehler“. Sie wirken erst später – dann aber mit maximaler finanzieller Hebelwirkung.“

10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur Laufzeit bei Berufsunfähigkeit ❓

Muss die Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich bis 67 laufen?

ür viele Menschen ist 67 der stabile Standard, weil es die Erwerbsphase bis zum Regelrentenalter abdeckt. Wenn Sie realistisch bis 67 Einkommen brauchen, ist ein kürzeres Endalter eine echte Risiko-Lücke.

„💡 Tipp: Prüfen Sie nicht „67 klingt lang“, sondern „bis wann brauche ich Einkommen“. Das ist die einzig saubere Frage.“

Reicht nicht Endalter 65, weil ich sowieso früher aufhöre?

65 kann passen, wenn der Ruhestand mit 65 realistisch finanziert ist und wenn die Lücke bis 67 bewusst eingeplant ist. Ohne Finanzplan ist 65 oft nur eine günstigere Zahl – und die Lücke bleibt.

„📘 Beachte: Ein Endalter 65 ist nur dann professionell, wenn Sie die Jahre 65–67 konkret absichern können – nicht nur hoffen.“

Warum ist Endalter 60/62 meistens problematisch?

Weil es eine große Lücke erzeugt und weil gerade die Jahre 50–67 finanziell besonders kritisch sein können. Außerdem ist es später häufig schwer, diese Lücke nachträglich zu schließen, wenn Gesundheit und Alter nicht mehr mitspielen.

„⚠️ Achtung: Endalter 60/62 wirkt wie Sparen, ist aber oft Risiko-Verschiebung in die teuerste Lebensphase.“

Kann ich das Endalter später einfach erhöhen?

In vielen Fällen ist eine Erhöhung oder ein Neuabschluss nur mit erneuter Gesundheitsprüfung möglich. Dadurch kann es teurer werden oder scheitern. Deshalb sollte das Endalter von Anfang an möglichst passend gewählt werden.

„💡 Tipp: Planen Sie das Endalter so, als könnten Sie später nichts mehr ändern. Das ist die konservative und sichere Denkweise.“

Ich habe Vermögen – kann ich deshalb kürzer wählen?

Vielleicht, aber nur wenn das Vermögen die Lücke sicher und liquid decken kann. Entscheidend ist nicht „Vermögen in Summe“, sondern „monatlich verfügbarer Betrag über mehrere Jahre“ plus Sicherheitsreserve.

„📘 Beachte: Vermögen ist nur dann ein echter Ersatz für Laufzeit, wenn es planbar, verfügbar und krisenfest ist.“

Was ist die beste Alternative, wenn der Beitrag mit Endalter 67 zu hoch ist?

Besser als Endalter kürzen ist meist, andere Stellschrauben zu optimieren: Rentenhöhe sinnvoll wählen, Wachstumsplan nutzen, Werterhalt realistisch gestalten und Beitrag tragbar machen, ohne eine Schutzlücke zu kaufen.

„⚠️ Achtung: Wenn Ihr Beitrag nur mit einer großen Laufzeitlücke „passt“, passt nicht die Laufzeit – sondern das Gesamtkonzept muss sauber angepasst werden.“

11. Fazit – MAWA Finanz Laufzeit-Check für Berufsunfähigkeit ✅

Berufsunfähigkeit: optimale Laufzeit & Endalter wählen | MAWA Finanz

Die Laufzeit ist die Sicherheitslinie Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie entscheidet, ob Ihr Schutz im kritischsten Abschnitt Ihrer Erwerbsphase noch existiert. Für die meisten Menschen ist ein Endalter bis zum Regelrentenalter die stabile Lösung, weil es die Erwerbsphase vollständig abdeckt. Ein kürzeres Endalter kann nur dann sinnvoll sein, wenn die Lücke konkret finanziert ist – nicht als Wunsch, sondern als belastbarer Plan.

Wenn der Beitrag hoch wirkt, ist die bessere Strategie fast immer: erst Optimierung über Stellschrauben, die keine Schutzlücke erzeugen, und dann (falls überhaupt) eine Endalterentscheidung, die zur Biografie passt. Laufzeitplanung ist kein „Sparen“, sondern Risikomanagement.

MAWA Finanz Laufzeit-CheckPrüffrageZiel
ErwerbsphaseBis wann brauchen Sie Einkommen aus Arbeit?Endalter logisch
LückeWie viele Jahre wären ungeschützt?Risiko sichtbar
FinanzierungIst die Lücke sicher gedeckt (monatlich)?Kürzung nur wenn möglich
OptimierungWurden bessere Stellschrauben genutzt?Schutz ohne Lücke
WerterhaltBleibt die Rente real sinnvoll?Schutz bleibt passend
CheckpointsPrüfen Sie alle 2–3 Jahre?Konzept bleibt aktuell

„📘 Beachte: Bei Berufsunfähigkeit ist die günstigste Laufzeit selten die beste. Die beste Laufzeit ist die, die Ihren Lebensentwurf bis zum Ruhestand stabil trägt.“

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