
Bauleistungsversicherung – Leistungen & Grenzen
Am Bau reicht ein kleiner Fehler, Wetter oder Vandalismus – und die Kosten laufen weiter. Bauleistung schützt die Baukosten während der Bauphase, wenn der Tarif passt.
Bauleistungsversicherung | Schutz für Bauherren – das sollten Sie wissen.
🌟 Einleitung

Eine Bauleistungsversicherung ist beim Neubau, Anbau oder größeren Umbau einer Immobilie oft der unterschätzte Schutz, der im Ernstfall sehr viel Geld sparen kann. Denn in der Bauphase sind Risiken besonders hoch: Materialien liegen offen, das Gebäude ist noch nicht „dicht“, mehrere Gewerke arbeiten parallel, und ein Schaden trifft nicht nur Bauteile – sondern auch Zeitplan, Folgegewerke und Budget. Typische Auslöser sind Sturm, Starkregen, Frost, Vandalismus, unvorhergesehene Beschädigungen durch Bauarbeiten oder – je nach Tarif – auch Diebstahl fest eingebauter Teile.
Der entscheidende Punkt: Bauleistung versichert nicht „alles am Bau“, sondern grundsätzlich unvorhergesehen eintretende Schäden an der Bauleistung (also an dem, was gebaut wird) während der Bauzeit. Was genau versichert ist, hängt stark von Bedingungen ab: Bausumme, Bauzeit, Selbstbehalt, Eigenleistungen, Diebstahlregeln, Witterungsklauseln, Sicherungsanforderungen und Ausschlüsse. Wer hier nur „billig“ einkauft, wundert sich später, warum bestimmte Schäden nicht bezahlt werden.
💡 Tipp: Bauleistungsversicherung muss vor Baubeginn stehen. Und prüfen Sie immer die drei größten Praxishebel: Diebstahlklausel, Witterungsschäden und Eigenleistungen.
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1. Was ist eine Bauleistungsversicherung – und was nicht? 🧱
Die Bauleistungsversicherung (oft auch „Bauwesenversicherung“ genannt) ist eine Sachversicherung für die Bauphase. Sie schützt die Bauleistung – also die entstehenden Bauarbeiten und fest eingebauten Materialien – gegen unvorhergesehen eintretende Beschädigung oder Zerstörung. Kernidee: Wenn am Bau etwas kaputtgeht, muss es trotzdem wiederhergestellt werden – und das kostet. Bauleistung übernimmt dann die Kosten der Wiederherstellung innerhalb der vereinbarten Bedingungen.
Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Policen, die am Bau oft verwechselt werden:
Bauherrenhaftpflicht: zahlt, wenn Dritte durch den Bau geschädigt werden (Personen-/Sachschäden).
Wohngebäudeversicherung: greift typischerweise erst, wenn das Gebäude fertig ist bzw. nach Nutzungsaufnahme (je nach Vertrag).
Bauhelfer-Unfall: schützt Helfer, nicht die Bauleistung.
Feuerrohbau: deckt Brand/Blitz während Bauphase, oft in Kombis enthalten.
| Police | Was sie schützt | Typisches Beispiel | Was sie nicht ist |
|---|---|---|---|
| Bauleistungsversicherung | Bauleistung (Werk) | Starkregen beschädigt Estrich | keine Haftpflicht für Dritte |
| Bauherrenhaftpflicht | Schäden an Dritten | Passant verletzt | keine Reparatur der Baustelle |
| Feuerrohbau | Feuer/Blitz | Brand am Rohbau | nicht Sturm/Wasser/Diebstahl |
| Wohngebäude | fertiges Gebäude | Leitungswasser nach Einzug | meist nicht für Bauphase gedacht |
| Bauhelfer-Unfall | Personen | Helfer verletzt sich | kein Schutz für Material/Objekt |
| Rechtsschutz-Bausteine | Streitkosten | Mängelstreit | kein Sachschadenersatz |
📘 Beachte: Bauleistung ersetzt nicht die Verantwortung der Firmen. Sie ist ein Kostenpuffer für unvorhergesehene Schäden am Werk – unabhängig davon, ob später Regress möglich ist.
2. Für wen ist sie sinnvoll: Neubau, Anbau, Sanierung 🏗️
Bauleistung lohnt sich besonders, wenn viel offenes Risiko in der Bauphase steckt: hohe Bausumme, lange Bauzeit, viele Gewerke, Witterungsrisiko, offene Baustelle, wertvolle Materialien, komplexe Technik. Bei kleinen Renovierungen kann man abwägen, aber bei Neubau, größerem Anbau oder Kernsanierung ist der Nutzen in der Praxis oft hoch.
Typische Szenarien:
Neubau Einfamilienhaus: Wetter, Vandalismus, Materialschäden, Baustellenfeuchte.
Anbau/Umbau: Schnittstellenrisiko, Bestandsschutz, Wasserschäden, unvorhergesehene Beschädigungen.
Kernsanierung: viele Eingriffe, Risiko für bereits fertiggestellte Teile, Diebstahlrisiko.
Mehrfamilien-/Gewerbebau: hohe Werte, viele Beteiligte, höhere Schadenhäufigkeit.
| Projektart | Risikoprofil | Warum Bauleistung passt | Typischer „Aha“-Schaden |
|---|---|---|---|
| Neubau | Wetter, offene Hülle | viele unvorhergesehene Schäden | Starkregen in Rohbau |
| Anbau | Schnittstellen | Bestand + Neubau treffen aufeinander | Wasserschaden am Übergang |
| Kernsanierung | viele Gewerke | fertige Teile werden wieder beschädigt | Beschädigter Boden/Leitungen |
| Ausbau Dach | Witterung | Dachöffnung = hohes Risiko | Sturm reißt Abdeckung |
| Gewerbebau | hohe Werte | hoher Zeit- und Kostendruck | Vandalismus/Diebstahl |
| Eigenleistung | Fehlerquellen | Risiko steigt | Material falsch gelagert |
💡 Tipp: Je offener die Baustelle, je länger die Bauzeit und je teurer die Technik/Innenausbauten, desto eher ist Bauleistung ein „Pflichtbaustein“.
3. Was ist typischerweise versichert: Schäden an der Bauleistung ✅
Versichert sind typischerweise unvorhergesehen eintretende Beschädigungen oder Zerstörungen an der Bauleistung.
Das umfasst oft:
Schäden durch Witterung (Sturm, Hagel, Starkregen) – je nach Definition und Sicherungsanforderungen
unvorhergesehene Beschädigung durch Bauarbeiten (z. B. ein Bauteil wird versehentlich beschädigt)
Vandalismus und mutwillige Beschädigung
je nach Tarif: Diebstahl fest eingebauter Teile oder „Einbruchdiebstahl“ bestimmter Materialien
Kosten zur Aufräumung und Entsorgung nach einem Schaden (teils begrenzt)
Wichtig ist das Wort „unvorhergesehen“. Schäden durch schlechte Planung, bekannte Mängel, normale Abnutzung oder reine Schönheitsfehler sind in der Regel nicht versichert.
| Schadenart | Typisch gedeckt? | Praxisbeispiel | Wichtige Bedingung |
|---|---|---|---|
| Sturm/Hagel | oft ja | Abdeckung reißt, Bauteil beschädigt | Sicherungsanforderungen |
| Starkregen | oft ja | Wasser zerstört Dämmung/Estrich | „bauübliche“ Schutzmaßnahmen |
| Vandalismus | oft ja | mutwillige Beschädigung | Nachweis, Polizei |
| Bauunfall/Versehen | oft ja | Bauteil wird beschädigt | Unvorhergesehenheit |
| Einbruchdiebstahl | teils | Material aus verschlossenem Raum | Lagerung, Verschluss |
| Diebstahl fest eingebaut | teils | Heizkörper/Armaturen entwendet | genaue Klausel entscheidet |
📘 Beachte: Bauleistungsversicherung schützt die Bauleistung, nicht automatisch alle lose herumliegenden Materialien. Die Diebstahlklausel ist einer der wichtigsten Prüfbausteine.
4. Diebstahl, Vandalismus, Fahrlässigkeit: die Praxisdetails 🔐
Hier entscheidet sich, ob die Bauleistung im Alltag „wirklich hilft“. Drei Punkte sind besonders praxisrelevant:
Diebstahl: Viele Bauherren denken, Diebstahl sei automatisch abgedeckt. Oft ist aber nur Einbruchdiebstahl aus verschlossenen Räumen oder nur Diebstahl fest eingebauter Teile versichert. Lose Materialien im Freien sind häufig ausgeschlossen oder nur unter strengen Bedingungen versichert.
Vandalismus: Wird oft abgedeckt, aber Nachweise sind wichtig (Polizeimeldung, Fotos, Bautagebuch). Außerdem kann der Versicherer prüfen, ob Sicherungsmaßnahmen grob vernachlässigt wurden.
Fahrlässigkeit: Viele Schäden entstehen durch „Missgeschicke“. Ob grobe Fahrlässigkeit mitversichert ist, ist ein echter Qualitätshebel. Manche Tarife leisten auch bei grober Fahrlässigkeit, andere kürzen.
| Praxishebel | Warum wichtig | Typischer Streitpunkt | Was Sie prüfen sollten |
|---|---|---|---|
| Diebstahlklausel | häufigster Ärgerpunkt | „war nicht verschlossen“ | Einbruchdiebstahl? fest eingebaut? |
| Sicherungspflichten | Bedingung für Leistung | Bauzaun/Schloss fehlte | konkrete Anforderungen im Tarif |
| Vandalismus-Nachweis | ohne Nachweis keine Zahlung | „wer hat’s getan?“ | Fotos, Polizei, Zeugen |
| grobe Fahrlässigkeit | Missgeschicke passieren | Kürzung der Leistung | Verzicht auf Einwand grobe Fahrlässigkeit |
| Lagerung | Materialwert hoch | „Material lag offen“ | Lagerlogik + Baustellenorganisation |
| Mitversicherung Firmen | wer ist mitversichert? | Subunternehmer verursacht Schaden | versicherte Personen/Kreise |
💡 Tipp: Wenn Sie viele wertvolle Materialien früh auf der Baustelle haben (Fenster, Technik, Sanitär), ist die Diebstahl- und Sicherungslogik entscheidender als 20–30 € Beitragsunterschied.
5. Typische Ausschlüsse: was Bauleistung oft nicht zahlt 🚫
Bauleistung ist kein Allgefahren-Schein ohne Grenzen.
Typische Ausschlüsse sind:
Planungs- oder Konstruktionsfehler als Ursache (je nach Bedingung; oft wird nur der Folgeschaden begrenzt oder ausgeschlossen)
Mängel am Werk, die „normal“ sind (schlechte Ausführung) – das ist ein Gewährleistungsthema gegen die Baufirma
Verschleiß, normale Witterungseinflüsse ohne Schadenereignis
reine Verzögerungskosten (z. B. Mietkosten, Finanzierungskosten) – das wäre eher Bauzeit-/Betriebsunterbrechungsthema
Schäden, die vor Vertragsbeginn entstanden sind
Krieg, Kernenergie, Vorsatz
| Ausschluss | Warum ausgeschlossen | Praxisbeispiel | Was stattdessen hilft |
|---|---|---|---|
| Pfusch/Mangel | Gewährleistung, kein Ereignis | falsch verlegter Estrich | Mängelrechte gegen Unternehmer |
| Planung/Statik | kalkulatorisches Risiko | falsche Planung führt zu Schäden | Haftung Planer/Bauleiter |
| reine Verzögerung | kein Sachschaden | Baustopp ohne Schaden | Vertrag/Claim-Management |
| ungeschützte Lagerung | Risikoerhöhung | Material offen gelagert | Sicherung, Lagercontainer |
| bekannte Schäden | kein Zukunftsrisiko | Feuchte war schon da | Beweissicherung, Gewährleistung |
| Vorsatz | Moral Hazard | mutwillig verursacht | keine Versicherungslösung |
⚠️ Achtung: Bauleistung ist nicht dafür da, schlechte Handwerkerleistung zu „bezahlen“. Dafür gibt es Gewährleistung, Bauleitung, Sachverständige – und im Streitfall Rechtsschutz.
6. Versicherungssumme/Bausumme: richtig angeben, Unterversicherung vermeiden 📏
Die Versicherungssumme in der Bauleistungsversicherung orientiert sich meist an den gesamten Baukosten (Bausumme). Dazu zählen häufig auch Material- und Lohnkosten, Eigenleistungen (mit Wertansatz), Baustoffe, Nebenkosten (teilweise), und je nach Bedingung bestimmte Planungs-/Nebenleistungen.
Wenn die Bausumme zu niedrig angegeben wird, droht Unterversicherung: Im Schadenfall wird dann anteilig gekürzt. Außerdem kann ein zu niedrig angesetzter Wert bei größeren Projekten ein Signal für schlechte Datenqualität sein.
| Bausummen-Bestandteil | Sollte meist rein? | Warum wichtig | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Rohbau + Ausbau | ja | Hauptwert | nur Rohbau angeben |
| Haustechnik | ja | teuer, schadenanfällig | Technik vergessen |
| Eigenleistung | häufig ja (Wertansatz) | echte Werte entstehen | Eigenleistung = 0 angesetzt |
| Außenanlagen | teils/je nach Tarif | je nach Risiko | komplett weglassen, obwohl enthalten |
| Nebenarbeiten | teils | Baustelleneinrichtung | nicht berücksichtigt |
| Bauzeitverlängerung | indirekt | Schadenrisiko steigt | Bauzeit zu kurz melden |
📘 Beachte: Bausumme ist nicht „Wunsch“, sondern Grundlage. Wer zu niedrig meldet, spart Beitrag – und zahlt im Schadenfall über Kürzungen zurück.
7. Bauzeit, Beginn/Ende, Nutzungsaufnahme: Timing und Fallen ⏱️
Bauleistung gilt für die Bauzeit – aber die Definition von Beginn und Ende ist entscheidend. Typisch: Beginn mit Start der Bauarbeiten oder Anlieferung von Baustoffen; Ende mit Abnahme, Bezugsfertigkeit oder Nutzungsaufnahme (je nach Bedingung). Wer früher einzieht oder Teile nutzt, kann aus der Bauleistungslogik rausfallen und müsste über Wohngebäude/Haftpflicht anders abgesichert sein.
Auch Bauzeitverlängerungen sind ein Klassiker: Projekte dauern länger als geplant. Wenn die Police auf eine bestimmte Bauzeit abgeschlossen ist und nicht verlängert wird, kann der Schutz enden, obwohl die Baustelle weiterläuft.
| Timing-Punkt | Warum wichtig | Typischer Fehler | Saubere Lösung |
|---|---|---|---|
| Versicherungsbeginn | Schutz ab Baustart | Abschluss nach Materiallieferung | vor Baubeginn abschließen |
| Bauzeitdauer | Schutz läuft nur im Zeitraum | Bau dauert länger, niemand meldet | Verlängerung früh beantragen |
| Nutzungsaufnahme | Wechsel in Wohngebäude | Einzug bei Restbaustelle | Übergangslösung klären |
| Teilabnahmen | unterschiedliche Phasen | „ist doch fertig“ | Definitionen im Vertrag beachten |
| Eigenleistungen | oft zeitlich/inhaltlich relevant | Schaden durch Eigenleistung unklar | Mitversicherung sauber regeln |
| Baustellenstillstand | Risiko bleibt | Stillstand ohne Verlängerung | Laufzeit prüfen |
💡 Tipp: Planen Sie von Anfang an Puffer für Bauzeit. Eine Verlängerung ist fast immer günstiger als eine Deckungslücke.
8. Selbstbeteiligung, Prämie, Kostenlogik: wie man sinnvoll wählt 💶
Bei Bauleistung wird oft auf „günstig“ geschielt. In der Praxis ist aber die Selbstbeteiligung der entscheidende Hebel: Sie bestimmt, ob kleinere Schäden wirtschaftlich selbst getragen werden und ob die Prämie sinnvoll bleibt. Gleichzeitig muss die SB so gewählt sein, dass sie in einer Bauphase mit Liquiditätsdruck tragbar ist.
Wichtige Stellschrauben:
Selbstbeteiligung: niedrig = mehr Beitrag, aber mehr Nutzung; hoch = weniger Beitrag, aber Risiko selbst.
Deckungserweiterungen: Diebstahl fest eingebauter Teile, grobe Fahrlässigkeit, Aufräumkosten.
Bauzeit: länger = mehr Risiko = mehr Beitrag.
Bausumme: höher = mehr Beitrag, aber realistisch.
| Parameter | Wirkung | Empfehlungslogik | Häufiger Fehler |
|---|---|---|---|
| Selbstbeteiligung | Beitrag vs. Eigenanteil | SB so, dass sie „locker“ zahlbar bleibt | SB zu hoch, dann schmerzt jeder Schaden |
| Diebstahlbaustein | Nutzen hoch bei Technik | bei hochwertiger Ausstattung prüfen | „ist bestimmt drin“ annehmen |
| grobe Fahrlässigkeit | verhindert Kürzungen | bei Eigenleistung und Stress wichtig | nicht geprüft |
| Aufräum-/Entsorgung | oft unterschätzt | bei großen Schäden relevant | ohne Limit betrachten |
| Bauzeit | Risiko steigt | realistisch plus Puffer | zu kurz kalkuliert |
| Bausumme | Grundlage | vollständig inkl. Technik | zu niedrig gemeldet |
📘 Beachte: In der Bauphase ist der Beitrag selten das Problem. Das Problem ist der Schaden, der nicht gedeckt ist, weil man die falsche Klausel gespart hat.
9. Schadenfall in der Praxis: Ablauf, Nachweise, Fristen 🧾
Wenn etwas passiert, zählt Struktur. Viele verlieren Geld, weil sie zu spät melden oder weil Dokumentation fehlt.
Typischer Ablauf:
- Schaden mindern (Sofortmaßnahmen), ohne Beweise zu vernichten
- Fotos/Videos, Zeitpunkt, Wetter, Zeugen dokumentieren
- Polizei bei Einbruch/Vandalismus
- Versicherung melden, Schadenbeschreibung chronologisch
- Kostenvoranschläge, Rechnungen, Bautagebuch, Verträge bereitstellen
- Reparaturfreigabe abklären (insbesondere bei größeren Schäden)
| Schritt | Was Sie liefern | Warum das wichtig ist | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Sofortmaßnahmen | Abdecken, Trocknen, sichern | Folgeschaden begrenzen | nichts tun, Folgeschaden steigt |
| Dokumentation | Fotos, Uhrzeit, Wetter | Kausalität | „nur kurz“ dokumentiert |
| Anzeige | Polizei bei Diebstahl/Vandalismus | formaler Nachweis | keine Anzeige, Deckung wackelt |
| Meldung | klare Chronologie | schnelle Regulierung | Chaosbericht, Rückfragen dauern |
| Kosten | Angebote/Rechnungen | Erstattung | Rechnungen fehlen |
| Freigabe | Abstimmung | Streit vermeiden | sofort reparieren ohne Abstimmung |
⚠️ Achtung: Nicht „auf eigene Faust“ alles wegwerfen oder sofort komplett erneuern, ohne zu dokumentieren. Erst sichern und dokumentieren, dann reparieren – sonst fehlen Nachweise.
10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur Bauleistungsversicherung ❓
Bei Neubau und größeren Umbauten ist sie sehr häufig sinnvoll, weil die Bauphase eine Hochrisikozeit ist: offene Gebäudehülle, Wetter, mehrere Gewerke, Materialwerte und ein Schaden trifft sofort Budget und Zeitplan. Ein einzelner Starkregenschaden oder Vandalismus kann schnell mehrere tausend bis zehntausend Euro kosten. Ob sie zwingend ist, hängt von Bausumme, Bauzeit, Lage, Sicherung und Eigenleistung ab – in der Praxis ist sie bei „echten Bauprojekten“ meist ein sinnvoller Standard.
💡 Tipp: Wenn Sie bei einem Schaden die Wiederherstellung nicht „locker“ aus dem Budget zahlen würden, ist Bauleistung in der Regel kein Luxus, sondern Risikomanagement.
Oft ja, sofern es sich um ein unvorhergesehenes Schadenereignis handelt und die bauüblichen Schutzmaßnahmen eingehalten wurden. Genau hier liegt die Praxisfalle: Wenn der Versicherer argumentiert, dass die Baustelle nicht ausreichend gesichert war (z. B. offene Öffnungen, fehlende Abdeckung), kann es Diskussionen geben. Deshalb ist Dokumentation und Baustellensicherung besonders wichtig.
📘 Beachte: Nicht jedes „Feuchteproblem“ ist ein Schadenereignis. Dauerhafte Feuchte durch Baufehler oder falsche Planung ist häufig ein Gewährleistungsthema, nicht Bauleistung.
Sehr häufig nicht automatisch oder nur eingeschränkt. Viele Tarife decken Einbruchdiebstahl aus verschlossenen Räumen oder den Diebstahl fest eingebauter Teile, während lose Materialien im Freien ausgeschlossen sein können. Entscheidend ist die genaue Diebstahlklausel sowie die Sicherungsanforderung (verschlossen, Container, Bauzaun). Wer teure Technik oder Sanitär früh auf der Baustelle hat, sollte diese Klauseln besonders streng prüfen.
⚠️ Achtung: „Diebstahl“ ist einer der häufigsten Enttäuschungspunkte. Ohne passende Klausel zahlen Sie im Ernstfall alles selbst.
Bauleistungsversicherung schützt das, was gebaut wird (die Bauleistung) gegen unvorhergesehene Beschädigung. Bauherrenhaftpflicht schützt Sie, wenn Dritte durch die Baustelle geschädigt werden (Personenschäden, Sachschäden an fremden Dingen). Beide lösen völlig unterschiedliche Risiken. Im Ernstfall können beide nötig sein: Bauleistung für die Reparatur der Baustelle, Haftpflicht für Schäden bei Nachbarn oder Passanten.
📘 Beachte: Haftpflicht ersetzt nicht die Reparatur Ihrer eigenen Baustelle. Bauleistung ersetzt nicht die Haftung gegenüber Dritten. Es sind zwei getrennte Welten.
Dann muss der Versicherungsschutz verlängert werden, sonst kann eine Deckungslücke entstehen. Bauprojekte dauern in der Praxis häufig länger (Lieferketten, Wetter, Nachträge). Wichtig ist daher, die Bauzeit realistisch anzusetzen und rechtzeitig vor Ablauf eine Verlängerung zu beantragen. Eine Verlängerung ist fast immer einfacher und günstiger als ein Neuabschluss oder eine Deckungslücke.
💡 Tipp: Legen Sie gleich bei Abschluss einen Puffer an und setzen Sie sich eine Erinnerung mehrere Wochen vor Ablauf, um rechtzeitig zu verlängern.
Das ist tarifabhängig. Manche Tarife schließen bestimmte Eigenleistungen ein, andere haben Einschränkungen, insbesondere bei grober Fahrlässigkeit oder bei fehlender Fachunternehmerleistung. Wenn Sie viel selbst machen (Innenausbau, Dämmung, Trockenbau), ist wichtig, dass Eigenleistungen in der Bausumme korrekt berücksichtigt sind und dass die Bedingungen zur Mitversicherung passen.
⚠️ Achtung: Wenn Eigenleistung nicht sauber mitversichert ist, kann es im Schadenfall Kürzungen oder Streit geben – besonders wenn die Schadenursache im Eigenleistungsbereich liegt.
11. Fazit – MAWA Bauleistungs-Check & Strategie 🧭
Bauleistungsversicherung – Leistungen & Grenzen | MAWA Finanz
Die Bauleistungsversicherung ist einer der wichtigsten Bausteine für die Bauphase, weil sie die Kosten der Wiederherstellung nach unvorhergesehenen Schäden am Bauwerk tragen kann. Genau in dieser Phase ist das Risiko hoch: Wetter, Vandalismus, Bauunfälle, offene Materialien und viele Schnittstellen. Der Nutzen steht und fällt aber mit den Bedingungen: Diebstahlklausel, Witterungsschutz, Sicherungspflichten, Mitversicherung von Eigenleistungen, korrekte Bausumme und eine Bauzeit, die realistisch inklusive Puffer geplant ist.
Die beste Strategie ist: vor Baubeginn abschließen, Bausumme vollständig und realistisch ansetzen, Diebstahl/Witterung/Eigenleistung konsequent prüfen, Selbstbeteiligung so wählen, dass sie in der Bauphase tragbar ist, und die Bauzeit aktiv managen (Verlängerung rechtzeitig). Dann wird Bauleistung zu dem, was sie sein soll: ein solider Budgetschutz, wenn am Bau etwas Unvorhergesehenes passiert.
| MAWA Bauleistungs-Check | Was wir prüfen | Ziel |
|---|---|---|
| Projektart | Neubau, Umbau, Sanierung, Eigenleistung | richtiger Tarifrahmen |
| Bausumme | Rohbau, Ausbau, Technik, Eigenleistung | keine Unterversicherung |
| Diebstahl | fest eingebaut vs. Lagerung | keine Überraschung im Ernstfall |
| Witterung | Starkregen, Sturm, Sicherung | echte Wettertauglichkeit |
| Bauzeit | Beginn/Ende, Puffer, Verlängerung | keine Deckungslücke |
| Kostenlogik | SB, Zusatzkosten, Aufräumung | Police nutzbar machen |
| Schadenprozess | Meldung, Nachweise, Freigabe | schnelle Regulierung |
📘 Beachte: Bauleistung ist kein Ersatz für Bauleitung oder Gewährleistung – aber sie ist oft der entscheidende finanzielle Puffer, wenn Wetter, Vandalismus oder ein Bauunfall das Budget sprengen würden.
