Erwerbsunfähigkeitsversicherung – Schutz trotz Krankheit

Erwerbsunfähigkeitsversicherung – Schutz trotz Krankheit

Erwerbsunfähigkeitsversicherung als Alternative zur BU – für alle, bei denen klassischer Berufsunfähigkeitsschutz schwierig oder zu teuer ist.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung – Schutz trotz Krankheit – das sollten Sie wissen.

🌟 Einleitung

Marcus Wacker Geschäftsführer
Marcus Wacker, Geschäftsführer,Spezialist für Unfall- und Einkommensabsicherung

Ihre Arbeitskraft ist die zentrale Einnahmequelle: daraus entstehen Miete oder Kreditrate, Lebenshaltung, Familienbudget, Rücklagen und Altersvorsorge. Wenn Sie langfristig nicht mehr arbeiten können, wird aus einem medizinischen Problem sehr schnell ein finanzielles – oft mit dauerhaften Folgen für Vermögen, Lebensstandard und die Menschen, die von Ihrem Einkommen abhängen.

Viele denken hier sofort an eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Das ist nachvollziehbar, weil BU oft früh greift, wenn der eigene Beruf nicht mehr machbar ist. In der Realität scheitert BU aber bei manchen Menschen: Beiträge sind zu hoch, der Beruf gilt als riskant, oder die Gesundheitsprüfung ist ein Stolperstein. Genau an diesem Punkt entsteht häufig die gefährlichste Lücke: „Dann mache ich lieber gar nichts.“

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist hier ein möglicher Plan B. Sie ist nicht „BU in günstig“, sondern ein anderer Mechanismus: Sie zahlt typischerweise erst dann, wenn Sie insgesamt kaum noch erwerbsfähig sind – also nicht nur Ihren Job, sondern auch andere Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr in relevantem Umfang ausüben können. Verbraucherzentralen ordnen das sehr klar ein: EU leistet weniger als BU und erst, wenn man überhaupt nicht mehr arbeiten kann.

„💡 Tipp: Wenn BU nicht machbar ist, ist EU oft besser als „kein Schutz“. Entscheidend ist, dass Sie die Leistungshürde verstehen und die Rentenhöhe so planen, dass sie im Ernstfall wirklich stabilisiert.“

1. Was ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung genau? 🧱

Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) ist eine Versicherung, die eine monatliche Rente zahlt, wenn Sie aufgrund von Krankheit oder Unfall so stark eingeschränkt sind, dass Sie insgesamt kaum noch erwerbstätig sein können. Der Fokus liegt dabei nicht auf Ihrem bisherigen Beruf, sondern auf Ihrer generellen Erwerbsfähigkeit.

Das ist der zentrale Unterschied zur BU:

KernfrageBU (vereinfacht)EU (vereinfacht)
Worauf wird geschaut?Ihr zuletzt ausgeübter Berufallgemeine Erwerbsfähigkeit
Was muss passieren?Beruf dauerhaft nicht mehr ausreichend möglichArbeit insgesamt kaum noch möglich
Typische RollePlan APlan B / Ergänzung

Was Sie bei EU vertraglich festlegen, ist meist erstaunlich „klassisch“:

VertragsbausteinWas Sie festlegenWarum das in der Praxis zählt
Rentenhöhez. B. 1.000 € / 1.500 € / 2.000 €ob Fixkosten stabilisiert sind
Endalterhäufig bis Rentenbeginnschützt vor späten Lücken
Leistungsdefinitionab wann „erwerbsunfähig“entscheidet über Leistungsrealität
Beitragsbefreiungmeist im Leistungsfallentlastet dauerhaft
NachprüfungRegeln zur Überprüfungsorgt für klare Spielregeln

Viele unterschätzen: EU ist kein „Diagnosenvertrag“. Die Diagnose ist der Anlass – aber im Leistungsfall geht es fast immer um die Frage, welche Leistungsfähigkeit im Alltag und am Arbeitsmarkt noch vorhanden ist.

„📘 Beachte: Bei EU entscheidet ein Satz im Bedingungswerk über alles: ab wann gilt jemand als erwerbsunfähig? Zwei Tarife können ähnlich klingen, aber unterschiedlich streng auslösen.“

2. Unterschied zur BU und zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente ⚖️

Damit Sie EU korrekt einordnen, müssen drei Dinge sauber getrennt sein:

  • BU (privat): Schutz des konkreten Berufs
  • EU (privat): Schutz der allgemeinen Erwerbsfähigkeit (vertraglich definiert)
  • Gesetzliche Erwerbsminderungsrente (EMR): staatliche Basisleistung nach gesetzlichen Kriterien

Die Deutsche Rentenversicherung beschreibt die gesetzliche Systematik sehr klar: teilweise Erwerbsminderung liegt vor, wenn man noch mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden täglich arbeiten kann (in allen Tätigkeiten); volle Erwerbsminderung bei unter drei Stunden täglich. Deutsche Rentenversicherung+2Deutsche Rentenversicherung+2

Für BU findet man häufig die bekannte Schwelle von „50 %“ im bisherigen Beruf; die BaFin beschreibt, dass der Grad, der üblicherweise ausreicht, damit der Versicherer leisten muss, bei 50 Prozent liegt. BaFin

Vergleich in einer praxistauglichen Übersicht:

AspektBU (privat)EU (privat)Gesetzliche EMR
Bezugspunktletzter Berufallgemeine Erwerbsfähigkeitallgemeiner Arbeitsmarkt Deutsche Rentenversicherung+1
„Schwelle“häufig 50% im Beruf (typisch) BaFinje Vertrag, meist „sehr stark eingeschränkt“<3 Std. voll, 3–<6 Std. teilweise
Leistungshöhefrei vereinbartfrei vereinbartabhängig von Versicherungszeiten
Stärkeberufsnah, oft früherPlan B, oft bezahlbarerBasisnetz
GrenzeAnnahme/Preishohe Hürdeoft finanziell knapp

Wichtig: EU orientiert sich gedanklich eher am „allgemeinen Arbeitsmarkt“-Prinzip wie die gesetzliche EMR, ist aber ein privater Vertrag. Das heißt: Die Definition steht nicht im Gesetz, sondern in Ihren Versicherungsbedingungen.

„⚠️ Achtung: Beiträge zu vergleichen, ohne die Leistungshürde zu vergleichen, führt fast immer zur falschen Entscheidung. EU kann günstiger sein, weil sie später greift – nicht, weil sie „besser“ ist.“

3. Für wen ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung sinnvoll? 👥

EU ist selten die erste Wahl, aber sie kann eine sehr sinnvolle zweite Wahl sein – vor allem, wenn BU nicht realistisch darstellbar ist. Finanztip ordnet EU als eine der wichtigsten BU-Alternativen ein, betont aber auch, dass Alternativen keine gleichwertige BU ersetzen.

Typische Situationen, in denen EU in der Praxis auftaucht:

SituationWas bei BU oft passiertWarum EU geprüft wird
körperliche BerufeBeitrag sehr hoch oder AusschlüsseEU als Grundschutz/Plan B
VorerkrankungenZuschläge, Ausschlüsse, AblehnungEU manchmal noch möglich
knappes BudgetBU-Rente in sinnvoller Höhe unbezahlbarEU als „Notanker“
Selbstständigehoher Bedarf, aber BU teuerEU als Mindeststabilisierung

Ein klarer Entscheidungsfilter (einfach, aber wirksam):

FrageWenn „Ja“: EU ernsthaft prüfen
BU ist medizinisch/finanziell nicht machbarja
Sie wollen nicht ohne Arbeitskraftschutz bleibenja
Sie akzeptieren eine höhere Leistungshürdeja
Sie planen die Rente fixkostenbasiertja

Auch wichtig: EU kann nicht nur „statt BU“ relevant sein, sondern als Ergänzung, wenn jemand bewusst stufenweise absichert (BU als früherer Schutz, EU als Extremfallnetz).

„💡 Tipp: Denken Sie in Stufen: BU schützt häufige Fälle (Beruf geht nicht mehr), EU schützt Extremfälle (Arbeit insgesamt geht kaum noch). Eine saubere Stufe ist besser als ein Gefühl von Sicherheit.“

4. Leistungen & Bedingungen – wann zahlt die EU-Rente? 📦

Die wichtigste Frage lautet nicht „Wie heißt das Produkt?“, sondern: „Wann genau gilt man laut Vertrag als erwerbsunfähig?“ Verbraucherzentrale Niedersachsen formuliert die Kernlogik sehr deutlich: EU leistet erst dann, wenn man überhaupt nicht mehr arbeiten kann.

Typische Leistungs-Bausteine (in der Praxis entscheidend):

Bedingungs-PunktWas das bedeutetWarum es wichtig ist
Definition EUSchwelle „Erwerbsfähigkeit“entscheidet über „zahlt / zahlt nicht“
PrognosezeitraumEinschränkung muss voraussichtlich anhaltenschützt vor Kurzzeitfällen
UrsachenKrankheit/Unfall, ggf. weiterelegt den Rahmen fest
BeitragsbefreiungBeitrag entfällt im Leistungsfallschützt Ihr Budget
NachprüfungVersicherer darf regelmäßig prüfennormal, sollte fair geregelt sein

Was im Leistungsfall fast immer zählt, ist die Kombination aus Medizin und Funktion:

  • Diagnosen sind der Ausgangspunkt.
  • Entscheidend sind aber Einschränkungen: Belastbarkeit, Konzentration, Beweglichkeit, Ausdauer, Stabilität – also ob eine Tätigkeit in relevantem Umfang noch möglich wäre.

Praktischer Dokumentations-Check (damit es später nicht „daran“ scheitert):

UnterlageWas sie zeigen sollteHäufiger Fehler
Arztberichtekonkrete Funktionseinschränkungenzu allgemein („Patient fühlt sich schlecht“)
VerlaufDauer, Therapien, StabilitätLücken/kein roter Faden
Alltagwas geht konkret nicht mehrwidersprüchliche Aussagen
MaßnahmenReha, Therapie, Anpassungenkeine Nachweise gesammelt

„📘 Beachte: Eine EU-Rente wird nicht wegen einer „großen Diagnose“ gezahlt, sondern wegen einer klar nachgewiesenen Einschränkung der Erwerbsfähigkeit nach Vertragsdefinition. Dokumentation ist hier Ihr stärkster Hebel.“

5. Höhe der Rente & Laufzeit – wie planen Sie richtig? 🎯

Bei EU ist die Rentenplanung besonders wichtig, weil die Hürde hoch ist: Wenn es wirklich passiert, muss die Rente wirken. Zu kleine Summen beruhigen, stabilisieren aber nicht.

Der beste Start ist eine Fixkostenrechnung. Kein Bauchgefühl, keine „üblichen Werte“, sondern Ihr System:

FixkostenblockBeispieleBetrag/Monat
WohnenMiete/Kredit + Nebenkosten
LebenEssen, Mobilität, Kommunikation
FamilieUnterhalt, Betreuung, Schule
VerträgeVersicherungen, Abos, laufende Verpflichtungen
GesundheitZuzahlungen, Therapie, Hilfsmittel
MindestbedarfSumme

Dann kommt die zweite Ebene: Welche sicheren Einnahmen wären im Ernstfall realistisch (gesetzliche Leistungen, Partner-Einkommen, Rücklagen, ggf. Teilzeitarbeit – falls überhaupt möglich)?

Planungslogik in drei Stufen:

StufeZielTypischer Inhalt
1GrundstabilitätWohnen + Grundbedarf
2LebensrealitätFamilie + Mehrbedarf + Mobilität
3LangfristigkeitLaufzeit bis Rentenbeginn, Inflationsgedanke

Laufzeit: Bei Arbeitskraftschutz ist „zu kurz“ fast immer ein Fehler, weil viele Langzeitausfälle erst in späteren Erwerbsjahren relevant werden. Wenn der Vertrag mit 60 endet, sind die Jahre danach oft genau die Phase, in der Sie den Schutz am meisten brauchen.

„⚠️ Achtung: Eine EU mit 400–600 € Rente kann sich „gut“ anfühlen, löst aber im Ernstfall selten das Problem. EU sollte so geplant sein, dass Fixkosten sichtbar entlastet werden – sonst ist es Symbolschutz.“

6. Beiträge & Kosten – warum EU meist günstiger als BU ist 💶

EU ist häufig günstiger als BU – nicht, weil sie „gleiches leistet, nur billiger“, sondern weil die Leistungshürde höher ist. Verbraucherzentrale Niedersachsen bringt das klar auf den Punkt: EU leistet weniger als BU und erst, wenn man überhaupt nicht mehr arbeiten kann. Verbraucherzentrale Niedersachsen

Kosten-Treiber (typisch):

FaktorWirkungWarum
AlterstarkRisiko steigt mit Alter
Rentenhöhedirekthöhere Rente = mehr Leistung
Endalterrelevantlängere mögliche Leistungsdauer
Gesundheitsehr relevantZuschläge/Ausschlüsse/Ablehnung
BerufrelevantRisikoprofil
Risiken/HobbysrelevantZusatzrisiken

Grobe Orientierung nach Profil (nur Tendenz, keine Preisversprechen):

ProfilZiel (EU-Rente)Beitragstendenz
30 Jahre, Büro1.500 €eher niedriger zweistelliger Bereich
40 Jahre, Familie1.500–2.000 €mittlerer zweistelliger Bereich
50 Jahre, körperlicher Beruf1.000–1.500 €mittlerer bis höherer zweistelliger Bereich

„💡 Tipp: Vergleichen Sie EU-Angebote nicht nur über den Beitrag. Prüfen Sie immer: Definition, Nachweise, Nachprüfung, Laufzeit und ob die Rentenhöhe wirklich Ihre Fixkosten stabilisieren kann.“

7. Gesundheitsprüfung, Vorerkrankungen & riskante Berufe 🩺

EU ist kein „Schlupfloch“ durch die Gesundheitsprüfung. Gesundheitsangaben müssen vollständig und korrekt sein – sonst gefährden Sie den Anspruch im Leistungsfall.

Was in der Praxis funktioniert, ist ein strukturierter Prozess:

SchrittWas Sie tunWarum das hilft
1Gesundheits-Historie sammelnweniger Fehler, weniger Vergessen
2Arztunterlagen anfordernobjektive Grundlage
3Angaben konsistent formulierenweniger Rückfragen
4Voranfragen nutzenrealistische Optionen ohne „Schnellschuss“
5erst dann Antragbessere Trefferquote

Bei risikoreichen Berufen kann EU interessant werden, weil BU-Beiträge häufig stark steigen. Finanztip nennt EU explizit als mögliche Alternative gerade für risikoreiche Berufsgruppen.

Typische Fehler, die später teuer werden:

FehlerRisikoBesser
Bagatellisierenwirkt wie Täuschungsauber erklären, belegen
Lücken in der HistorieRückfragen/AblehnungUnterlagen beschaffen
Mehrere Schnell-Anträgeunnötige Ablehnungenvorab strategisch prüfen

„📘 Beachte: Die Qualität Ihrer Gesundheitsaufbereitung entscheidet oft mehr als der Versicherer. Wer sauber vorbereitet ist, bekommt eher eine passende Lösung – und reduziert spätere Diskussionen.“

8. EU im Zusammenspiel mit BU, Krankentagegeld & Alternativen 🔄

EU steht selten allein. In guten Konzepten ist EU ein Baustein innerhalb einer Reihenfolge von Risiken:

  • kurzfristig (Wochen/Monate): Einkommen bricht teilweise ein
  • mittelfristig: längere Krankheit, Reha, Umstellung
  • langfristig: dauerhafte Einschränkung oder Totalausfall

Praktische Einordnung der Bausteine:

BausteinZahlt typischerweise, wenn…Rolle
Krankentagegeldlängere AU im Arbeitsverhältnis/privat (je Tarif)„erste Phase“ absichern
BUBeruf nicht mehr ausreichend möglich (typisch)Plan A
EUErwerbsfähigkeit insgesamt massiv wegbrichtPlan B / Extremfall
Grundfähigkeitdefinierte Fähigkeiten wegfallenAlternative/Ergänzung
Dread Diseasedefinierte schwere DiagnosenEinmalbetrag für Umbau/Entschuldung

Finanztip ordnet EU klar als BU-Alternative ein (neben Grundfähigkeit, Dread Disease etc.), aber ohne gleichwertigen Ersatz zur BU. Finanztip+1

Eine verständliche Kombi-Logik (wenn Budget begrenzt ist):

AusgangslageHäufig sinnvollWarum
BU möglich, aber teuerkleinere BU + EU ErgänzungStufenschutz bei Budgetdruck
BU nicht möglichEU + GrundfähigkeitExtremfall + Katalogschutz
hoher LiquiditätsbedarfBU/EU + Dread DiseaseRente + Einmalpuffer

„⚠️ Achtung: Mehrere Verträge bringen nur dann mehr Sicherheit, wenn die Auslöser klar sind. Sonst hat man „viel Papier“, aber trotzdem Lücken – oder falsche Erwartungen.“

9. Stärken, Schwächen & typische Fehler bei EU-Verträgen 🚫

EU kann sehr sinnvoll sein – genau dann, wenn sie als Plan B geplant wird und nicht als „billige BU“.

Stärken:

StärkeNutzen
Plan B bei BU-Problemenbesser als kein Schutz
oft bezahlbarerEinstieg möglich
Extremfall-Schutzstabilisiert bei Totalausfall

Schwächen:

SchwächeRisiko
hohe Leistungshürdeviele Fälle reichen nicht
wenig berufsnahanderer Job könnte theoretisch möglich sein
Scheinsicherheit„ich habe ja EU“ – aber falsche Erwartung

Typische Fehler in der Praxis:

FehlerFolge
EU wie BU verstandenEnttäuschung im Ernstfall
Rente zu kleinkaum finanzielle Wirkung
Laufzeit zu kurzLücke kurz vor Rentenbeginn
Bedingungen nicht verglichenungünstige Definitionen übersehen

„💡 Tipp: Wenn EU Ihr Hauptschutz ist, planen Sie konservativ: höhere Rentenhöhe, Laufzeit bis Rentenbeginn, und Bedingungscheck vor Preischeck. Sonst sparen Sie am falschen Ende.“

10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung ❓

Ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung genauso gut wie eine BU?

Nein. BU schützt Ihren zuletzt ausgeübten Beruf und greift typischerweise früher. EU setzt meist erst dann an, wenn Ihre Erwerbsfähigkeit insgesamt massiv eingeschränkt ist. Verbraucherzentralen beschreiben das sehr klar: EU leistet weniger als BU und erst, wenn man überhaupt nicht mehr arbeiten kann.

„📘 Beachte: EU ist kein BU-Ersatz „in günstig“, sondern ein anderer Schutz mit höherer Leistungshürde.“

Wann zahlt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung konkret?

Wenn die vertragliche Definition erfüllt ist. In der Praxis geht es darum, ob Sie noch in relevantem Umfang irgendeiner Tätigkeit nachgehen könnten. Entscheidend sind dabei nicht nur Diagnosen, sondern medizinisch belegte Funktions- und Belastungseinschränkungen sowie der voraussichtliche Verlauf.

„💡 Tipp: Dokumentieren Sie nicht nur Diagnosen, sondern Folgen: Belastbarkeit, Konzentration, Mobilität, Ausdauer – diese Punkte machen die Erwerbsfähigkeit greifbar.“

Für wen lohnt sich EU besonders?

EU lohnt sich besonders, wenn BU nicht darstellbar ist (Ablehnung, starke Ausschlüsse, extrem hohe Beiträge) und Sie trotzdem nicht ohne Arbeitskraftschutz bleiben wollen. Finanztip nennt EU als eine der wichtigsten BU-Alternativen, betont aber gleichzeitig, dass Alternativen keine gleichwertige BU ersetzen.

„⚠️ Achtung: EU lohnt sich nur, wenn Sie die höhere Leistungshürde bewusst akzeptieren. Wer EU mit BU verwechselt, plant am Bedarf vorbei.“

Zahlt EU auch bei psychischen Erkrankungen?

Grundsätzlich können psychische Erkrankungen zu einem Zustand führen, der die Erwerbsfähigkeit massiv reduziert. Ob die EU dann zahlt, hängt nicht am Begriff „Depression“ oder „Burnout“, sondern an der Frage, ob Sie im Sinne des Vertrags noch in relevantem Umfang erwerbsfähig sind und ob das medizinisch sauber belegt ist.

„📘 Beachte: Bei Psyche sind Verlauf, Therapie, Stabilität und nachvollziehbare Funktionseinschränkungen besonders wichtig – pauschale Aussagen reichen selten.“

Kann ich BU und EU kombinieren?

Ja – und das kann sehr sinnvoll sein, wenn Sie ein Stufensystem aufbauen wollen. BU ist häufig Plan A, weil sie Ihren Beruf absichert und typischerweise früher greift (bei BU ist die 50%-Schwelle im Beruf häufig der übliche Maßstab). BaFin EU ist Plan B: Sie greift typischerweise erst bei sehr starkem, generellem Ausfall der Erwerbsfähigkeit.

So kann eine Kombination in der Praxis wirken:

  • BU deckt das Szenario ab, in dem Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können, aber grundsätzlich noch „irgendetwas“ schaffen würden.
  • EU ergänzt als Extremfallnetz, falls die Gesundheit so stark beeinträchtigt ist, dass auch andere Tätigkeiten kaum noch möglich sind.

Warum das oft sinnvoller ist als „entweder oder“:

  • Wenn eine hohe BU-Rente zu teuer ist, kann eine bezahlbare BU (Fixkosten-Niveau) mit einer ergänzenden EU kombiniert werden.
  • Sie schaffen damit zwei Sicherheitsstufen, statt alles von einem einzigen Auslöser abhängig zu machen.

„💡 Tipp: Eine Kombination funktioniert nur, wenn die Rollen klar sind: BU = Beruf, EU = Totalausfall. Planen Sie die Summen so, dass jede Stufe für sich einen echten Nutzen hat.“

Was passiert, wenn ich nie erwerbsunfähig werde?

EU ist in der Regel ein Risikoschutz: Wenn der Leistungsfall nicht eintritt, gibt es keine Auszahlung. Der Nutzen liegt nicht in „Geld zurück“, sondern in der finanziellen Stabilität für den Extremfall – ähnlich wie bei anderen existenziellen Risiken.

„📘 Beachte: „Geld-zurück“-Konstrukte sind meist deutlich teurer. Wenn das Ziel Schutz ist, ist eine klare Risikolösung in vielen Fällen wirtschaftlicher.“

11. Fazit – MAWA Finanz: EU als Plan B sinnvoll nutzen 🧭

Erwerbsunfähigkeitsversicherung – Schutz trotz Krankheit | MAWA Finanz

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist ein spezieller Baustein der Einkommensabsicherung. Sie bietet:

  • eine monatliche Rente, wenn die allgemeine Erwerbsfähigkeit massiv wegbricht,
  • oft bezahlbarere Beiträge als eine BU (weil die Leistungshürde höher ist),
  • eine sinnvolle Plan-B-Lösung, wenn BU nicht machbar oder nicht bezahlbar ist,
  • gute Kombinationsmöglichkeiten mit Krankentagegeld, BU und ausgewählten Alternativen. Verbraucherzentrale Niedersachsen+1

Gleichzeitig gilt:

  • Sie ist kein 1:1-Ersatz für eine starke Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Ihre Wirkung hängt massiv davon ab, wie Erwerbsunfähigkeit im Vertrag definiert ist.
  • Sie entfaltet ihren Nutzen nur im Rahmen eines stimmigen Gesamtkonzepts – sonst entsteht Scheinsicherheit.

Ein durchdachtes Konzept könnte z. B. so aussehen wie:

  • BU in sinnvoller Höhe – soweit gesundheitlich und finanziell machbar,
  • EU als zusätzlicher Sicherheitsbaustein (Extremfallnetz),
  • passend dazu Krankentagegeld (für die erste Phase), ggf. Grundfähigkeit oder Dread-Disease-Baustein,
  • abgestimmt auf Ihre familiäre Situation, Ihr Einkommen, Ihre Fixkosten und Ihre Ziele.

MAWA Finanz unterstützt Sie dabei:

  • Ihre Einkommenslücke realistisch zu berechnen (Fixkosten, Familie, Verpflichtungen),
  • bestehende Absicherungen (BU, EU, Krankentagegeld, Unfall, bAV) sinnvoll einzuordnen,
  • EU-Angebote inhaltlich zu vergleichen (Definitionen, Nachweise, Nachprüfung) – nicht nur preislich,
  • BU, EU & Alternativen so zu kombinieren, dass Sie keine falschen Sicherheiten, sondern einen tragfähigen Schutz erhalten.

„📘 Beachte: Eine gute Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist kein Versprechen für jeden Krankheitsfall, sondern ein präziser Plan-B-Baustein. Richtig eingesetzt, kann sie genau dann Stabilität schaffen, wenn Arbeit insgesamt kaum noch möglich ist – und finanzielle Sicherheit wichtiger wird als jede Theorie.“

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