Erwerbsunfähigkeitsversicherung – Schutz trotz Krankheit

Erwerbsunfähigkeitsversicherung – Schutz trotz Krankheit

Erwerbsunfähigkeit schützt nicht den Beruf, sondern die generelle Arbeitsfähigkeit. Genau deshalb ist sie oft günstiger – und strenger im Leistungsfall.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung – Schutz trotz Krankheit – das sollten Sie wissen.

🌟 Einleitung

Marcus Wacker Geschäftsführer
Marcus Wacker, Geschäftsführer,Spezialist für Unfall- und Einkommensabsicherung

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) ist ein Produkt, das oft in einem Atemzug mit der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) genannt wird – und genau das sorgt für Missverständnisse. BU fragt, ob Sie Ihren konkreten Beruf voraussichtlich dauerhaft zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben können. EU fragt deutlich grundlegender: Können Sie überhaupt noch irgendeiner Erwerbstätigkeit nachgehen – also am allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten? Diese Logik macht EU in vielen Fällen günstiger, aber auch strenger im Leistungsfall.

Für viele Menschen ist EU eine Alternative, wenn BU nicht möglich oder nicht bezahlbar ist. Für andere ist EU ein bewusst gewählter „Basisbaustein“, weil er den extremen Fall abdecken soll: vollständige oder nahezu vollständige Erwerbsunfähigkeit. Wichtig ist dabei: EU ist kein „BU-light“, sondern ein anderes Schutzkonzept. Wer EU kauft und BU erwartet, wird später enttäuscht. Wer EU versteht, kann dagegen einen sinnvollen und oft gut kalkulierbaren Schutz bekommen.

Auf dieser Seite bekommen Sie eine klare Orientierung: Was ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung, wann leistet sie, wie unterscheidet sie sich von BU und Grundfähigkeiten, welche Gesundheitsfragen sind relevant, welche Vertragsdetails entscheiden über die Qualität und wie Sie EU sinnvoll in Ihre Einkommensabsicherung einbauen.

💡 Tipp: Prüfen Sie zuerst Ihre Risikofrage: Wollen Sie den Beruf schützen (BU-Logik) oder den Extremfall abdecken, dass Sie überhaupt nicht mehr arbeiten können (EU-Logik)? Danach wird klar, ob EU passt.

1. Was ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung genau? 🧱

Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) ist eine Rentenversicherung für den Extremfall: Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie wegen Krankheit oder Unfall insgesamt so eingeschränkt sind, dass eine Erwerbstätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt praktisch nicht mehr realistisch ist – so, wie es der Vertrag definiert.

Wichtig ist die Denke dahinter: EU fragt nicht „Können Sie Ihren Beruf noch machen?“, sondern „Welche Arbeitsleistung ist Ihnen überhaupt noch möglich – unabhängig davon, was Sie bisher gearbeitet haben?“. Genau deshalb ist EU oft günstiger als BU: Die Hürde liegt in der Regel deutlich höher.

In der Praxis muss man EU als „Existenz-Stabilisator“ lesen: Wenn es wirklich hart kommt (massiver Funktionsverlust, schwere chronische Verläufe, starke Einschränkung von Belastbarkeit/Konzentration/Mobilität), soll die Rente Fixkosten auffangen. Sie ist keine Komfortlösung für „ich kann meinen Job nicht mehr“, sondern eine Plan-B-Absicherung für „ich kann insgesamt kaum noch“.

Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird: EU ist kein Diagnosenvertrag. Eine Diagnose kann der Auslöser sein, aber gezahlt wird typischerweise nicht für den Namen der Krankheit, sondern für die nachweisbare Einschränkung Ihrer Leistungsfähigkeit. Zwei Menschen mit gleicher Diagnose können versicherungsrechtlich völlig unterschiedlich bewertet werden – je nachdem, was funktional noch möglich ist.

VertragsbausteinWas Sie festlegenWarum das in der Praxis zählt
Rentenhöhez. B. 1.000 / 1.500 / 2.000 €Ob Miete/Kredit, Lebenshaltung und Verpflichtungen stabil bleiben
Endaltermeist bis 65/67Ob kurz vor Rentenbeginn eine gefährliche Lücke entsteht
Leistungsdefinitionwann genau „EU“ vorliegtDas ist der eigentliche „Schalter“: zahlt oder zahlt nicht
Prognose/Zeitraumz. B. 6/12 Monate (tariflich)Trennt kurze Ausfälle von dauerhaftem Leistungsfall
Beitragsbefreiungmeist im LeistungsfallEntlastet dauerhaft – sonst frisst der Vertrag die eigene Rente an

📘 Beachte: EU ist eine Absicherung für den Totalausfall der Erwerbsfähigkeit – sie ist deshalb nur dann „gut“, wenn die Definition im Vertrag wirklich sauber und realistisch leistbar ist.

2. Unterschied zur BU und zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente ⚖️

Wenn man EU falsch einsortiert, passiert fast immer einer von zwei Fehlern: Entweder man erwartet BU-Leistung (und ist enttäuscht) oder man vergleicht nur Beiträge (und kauft die falsche Hürde).

BU (privat) ist berufsbezogen: Es geht um den zuletzt ausgeübten Beruf und darum, ob Sie diesen noch zu einem wesentlichen Teil ausüben können. EU (privat) ist arbeitsmarktbezogen: Es geht um die generelle Erwerbsfähigkeit, häufig mit deutlich strengerem Maßstab. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente (EMR) ist das staatliche Grundnetz – mit festen gesetzlichen Kriterien und oft spürbar niedriger finanzieller Wirkung, als viele denken.

Der praktische Kern: BU ist „Plan A“ für die meisten Arbeitskraftkonzepte, weil sie früher greift und näher an Ihrer realen Lebensplanung hängt. EU ist „Plan B“, weil sie eher den Zustand absichert, in dem eine Erwerbstätigkeit insgesamt kaum noch möglich ist. Und die gesetzliche EMR ist „Basis“, aber eben nicht automatisch ausreichend, um Fixkosten eines modernen Haushalts zuverlässig zu tragen.

AspektBU (privat)EU (privat)Gesetzliche EMR
Bezugspunktletzter Berufallgemeine Erwerbsfähigkeitallgemeiner Arbeitsmarkt
Typische Hürdehäufig >50% im Beruf (tariflich)je Vertrag, meist sehr hohe Schwellegesetzliche Stundenlogik (unter 3 Std. / 3–<6 Std.)
RollePlan APlan B / ErgänzungBasisnetz
Vorteilberufsnah, häufig früheroft bezahlbarer Einstieggesetzlicher Anspruch (bei Voraussetzungen)
Risikoteurer/Annahmehürdenkann spät greifenfinanziell oft knapp, plus Prüf-/Anrechnungslogik

⚠️ Achtung: „EU ist günstiger“ heißt fast immer „EU greift später/strenger“ – wer das nicht akzeptiert, kauft Scheinsicherheit.

3. Für wen ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung sinnvoll? 👥

EU ist sinnvoll, wenn man ehrlich sagt: „BU ist für mich gerade nicht machbar – aber ohne Arbeitskraftschutz will ich nicht leben.“ Das betrifft in der Praxis vor allem drei Gruppen:

Erstens: Menschen in körperlichen Berufen (Handwerk, Bau, Lager, Pflege), bei denen BU häufig teuer wird oder nur mit Einschränkungen erreichbar ist. EU kann hier ein Mindestschutz sein, der das Worst-Case-Szenario abfedert.

Zweitens: Menschen mit gesundheitlicher Vorgeschichte, die eine BU nur schwer oder gar nicht bekommen. EU kann (nicht immer, aber teilweise) noch möglich sein – je nach Annahmepolitik und Risikoprüfung.

Drittens: Menschen mit knappem Budget, die sich eine BU in sinnvoller Höhe nicht leisten können. Dann ist die Alternative nicht „kleine BU, die nichts bringt“, sondern ein bewusstes Stufenmodell: entweder kleinere BU + Ergänzung oder EU als Notanker.

Wichtig: EU ist nicht automatisch „statt BU“. Manchmal ist EU als zweite Schicht sinnvoll: BU für berufsnahe Fälle, EU für den Extremfall. Das muss aber logisch geplant sein, sonst hat man zwei Policen, aber keine klare Erwartung, wann welche zahlt.

SituationWas bei BU oft passiertWarum EU dann relevant wird
Körperlicher BerufBeitrag hoch / Ausschlüsse möglichEU als Mindestschutz für Extremfälle
VorerkrankungenZuschlag / Ausschluss / AblehnungEU manchmal eher darstellbar
Budget engBU in sinnvoller Höhe nicht bezahlbarEU als Notanker statt „Minirente“
Selbstständigehoher Bedarf, BU teuerEU stabilisiert Fixkosten im Worst Case
StufenstrategieBU klein/medium möglichEU als zusätzliche Extremfall-Schicht

💡 Tipp: Wenn BU nicht geht, planen Sie EU nicht als „billige BU“, sondern als Fixkosten-Rettungsring: lieber eine Rente, die wirklich wirkt, als eine, die nur beruhigt.

4. Leistungen & Bedingungen – wann zahlt die EU-Rente? 📦

Hier entscheidet sich alles. Nicht beim Namen „Erwerbsunfähigkeit“, sondern bei der konkreten Definition im Bedingungswerk.

In der Praxis drehen sich EU-Leistungsprüfungen fast immer um drei Achsen:

  1. Funktion statt Diagnose: Was können Sie körperlich/psychisch/kognitiv noch? Wie lange? Unter welchen Belastungen?
  2. Prognose/Dauer: Es reicht nicht, dass Sie heute eingeschränkt sind – es muss voraussichtlich andauern (je nach Tarif).
  3. Arbeitsmarktrealität nach Vertrag: Es geht nicht darum, ob Sie Ihren Job finden oder ob Arbeitgeber „Sie nehmen würden“, sondern ob Sie nach Definition überhaupt noch in relevantem Umfang arbeiten könnten.

Was häufig unterschätzt wird: Die Qualität der Unterlagen entscheidet massiv über die Geschwindigkeit und Klarheit der Prüfung. „Patient erschöpft“ ist zu weich. „Max. 30 Minuten sitzen, danach Schmerzanstieg, Konzentration bricht, Bedarf an Liegepausen“ ist verwertbar. EU ist damit oft ein Dokumentationsprodukt: Wer sauber belegt, reduziert Rückfragen.

BedingungspunktWas das bedeutetWorauf Sie praktisch achten
EU-DefinitionSchwelle der ErwerbsfähigkeitWortlaut prüfen: wie streng, wie messbar
Prognosezeitraumvoraussichtliche Dauer„voraussichtlich“ ist entscheidend, nicht „heute schlecht“
UrsachenKrankheit/Unfall (tariflich)was ist mit Kräfteverfall, Psyche, chronisch?
NachweiseArztberichte, Tests, VerlaufBerichte müssen Funktion, Grenzen, Dauer zeigen
Nachprüfungregelmäßige Überprüfung möglichfair geregelt? klare Abläufe?

📘 Beachte: EU-Leistung wird selten „wegen Diagnose“ anerkannt, sondern wegen sauber belegter, dauerhafter Funktionseinschränkung nach Vertragswortlaut.

5. Höhe der Rente & Laufzeit – wie planen Sie richtig? 🎯

Hier passieren die teuersten Planungsfehler. EU hat eine hohe Hürde – wenn sie greift, dann ist die Situation meist gravierend. Genau dann muss die Rente spürbar entlasten.

Die richtige Logik ist Fixkosten zuerst, Komfort später. In der EU-Planung sollten Sie so rechnen, als ob Ihre Einnahmen drastisch einbrechen und gleichzeitig Mehrkosten entstehen (Fahrten, Zuzahlungen, Unterstützung, Therapie, Haushaltshilfen). EU ist nicht „Lifestyle“, EU ist Stabilisierung.

Ein sauberer Ansatz ist ein dreiteiliges Raster:

  • Fixkostenblock: Wohnen, Energie, Versicherungen, Kredite, Unterhalt, Basis-Mobilität
  • Gesundheits-/Mehrkostenblock: Zuzahlungen, Medikamente, Hilfsmittel, Therapien, Fahrten
  • Sicherheitsblock: Puffer, weil Realität nie exakt planbar ist

Zur Laufzeit: Bei Arbeitskraftschutz ist „zu kurz“ fast immer der falsche Hebel. Viele ernsthafte Einschränkungen entstehen nicht mit 30, sondern häufig später. Wenn der Vertrag vor Rentenbeginn endet, verlieren Sie genau in der kritischen Phase Schutz – und ein Neuabschluss ist dann oft teuer oder gar nicht mehr möglich.

PlanungsbereichWas Sie konkret rechnenWarum das EU-spezifisch wichtig ist
FixkostenMiete/Kredit + Nebenkosten + VerträgeEU muss zuerst das Wohnen stabilisieren
GrundbedarfEssen, Mobilität, Kommunikationsonst frisst Alltag jede kleine Rente auf
FamilieUnterhalt, Betreuung, Verpflichtungenbei Familien wirkt Unterdeckung sofort
Gesundheit/MehrkostenZuzahlungen, Hilfen, Fahrtenin schweren Fällen realer Zusatzdruck
Laufzeitbis 65/67 (meist sinnvoll)späte Lücken sind die gefährlichsten

⚠️ Achtung: Eine EU-Rente, die Ihre Fixkosten nicht spürbar entlastet, ist im Ernstfall oft nur Symbolschutz – und genau das rächt sich dann finanziell.

6. Beiträge & Kosten – warum EU meist günstiger als BU ist 💶

EU wirkt im Beitrag oft „attraktiv“, aber die Logik dahinter muss klar sein: Günstiger wird es meistens, weil das Produkt strenger auslöst oder seltener greift – nicht, weil Versicherer „freundlicher“ sind.

Die Kosten entstehen aus Risikozeit (Alter/Laufzeit), Leistungshöhe (Rente), Annahmerisiko (Gesundheit, Beruf, Hobbys) und der erwarteten Leistungswahrscheinlichkeit nach Definition.

Wichtig für deinen Beratungs-/SEO-Text: Beiträge sind nicht der Kern der Entscheidung, sondern der zweite Schritt. Erst kommt Definition + Planungslogik, dann Preis. Sonst vergleicht man Äpfel gegen Birnen: Tarif A ist günstiger, weil er „enger“ ist.

KostenfaktorWarum er wirktWas das praktisch bedeutet
EintrittsalterRisiko steigtfrüh abschließen ist meist effizienter
Rentenhöhedirekte Leistungsgröße500 € mehr Rente kostet spürbar Beitrag
Endalterlängere Risikophasekurze Laufzeit spart, schafft aber Lücken
GesundheitAnnahmerisikoZuschläge/Ausschlüsse/Ablehnung möglich
Beruf/Risikostatistische Belastungkörperliche/gefährliche Tätigkeiten teurer
HobbysZusatzrisikenMotorrad, Klettern etc. können Aufschläge bringen

💡 Tipp: Wenn EU dein Hauptschutz ist, lass die Rentenhöhe nicht vom „günstigsten Beitrag“ diktieren, sondern von deiner Fixkostenrechnung – sonst kaufst du billig und bleibst trotzdem instabil.

7. Gesundheitsprüfung, Vorerkrankungen & riskante Berufe 🩺

EU ist kein „Trick“, um Gesundheitsprüfung zu umgehen. Gesundheitsangaben sind genauso leistungsrelevant wie bei BU: Unvollständig oder widersprüchlich heißt später Stress – und im Worst Case Leistungsprobleme.

Was in der Praxis am besten funktioniert, ist ein sauberer, nachvollziehbarer Prozess, der zwei Ziele hat:

  1. Annahme überhaupt möglich machen
  2. spätere Diskussionen verhindern

Das heißt: nicht raten, nicht bagatellisieren, nicht „wird schon passen“. Sondern Unterlagen sammeln, Zeiträume klären, Diagnosen korrekt benennen, Therapieverläufe belegen. Gerade psychische Themen, Rücken, Stoffwechsel, chronische Verläufe oder wiederkehrende Beschwerden müssen sauber beschrieben werden, weil sie später oft der Kern des Leistungsfalls sind.

Bei riskanten Berufen ist EU oft ein realistischerer Einstieg als BU – aber nur, wenn man die Erwartung richtig setzt: Sie schützt nicht „Beruf geht nicht“, sondern „Erwerb geht kaum noch“. Wer das sauber kommuniziert, verhindert spätere Enttäuschung.

SchrittWas Sie tunWarum das die Trefferquote erhöht
1Gesundheits-Historie sammeln (5–10 Jahre je nach Fragen)weniger Vergessen, weniger Widersprüche
2Arztunterlagen/Befunde anfordernFakten statt Erinnerung
3Angaben konsistent formulierenweniger Rückfragen, weniger Misstrauen
4Voranfragen strategisch nutzenkeine unnötigen Ablehnungen „im System“
5Erst dann Antrag stellensaubere Annahme statt Schnellschuss

📘 Beachte: Bei EU entscheidet deine Gesundheitsaufbereitung oft mehr als „welcher Anbieter“ – saubere, belegbare Angaben sind dein stärkster Schutz gegen spätere Diskussionen.

8. EU im Zusammenspiel mit BU, Krankentagegeld & Alternativen 🔄

EU steht selten allein, wenn man sauber plant. Der Grund ist simpel: Einkommensausfälle haben Phasen.

  • Kurzfristig: Arbeitsunfähigkeit (Wochen/Monate) – hier wirken Lohnfortzahlung, Krankengeld, Krankentagegeld (je nach Status).
  • Mittelfristig: lange Erkrankung, Reha, Umstellung – hier entscheidet Organisation, Liquidität, Durchhaltefähigkeit.
  • Langfristig: dauerhafte Einschränkung – hier kommen BU, EU, Grundfähigkeit ins Spiel, je nach Auslöser.

EU ist dabei die Extremfall-Stufe. Sie kann als „alleiniger Notanker“ funktionieren, wenn BU nicht geht, oder als Ergänzung, wenn man stufenweise absichert.

Wichtig ist die Erwartungssteuerung: Mehr Verträge bringen nur dann Sicherheit, wenn die Auslöser sauber verschieden sind und man genau weiß, was wann greifen soll. Sonst kauft man doppelt und hat trotzdem Lücken.

BausteinZahlt typischerweise, wenn…Rolle im Konzept
Krankentagegeldlängere AU (je Tarif/Status)schließt die erste Einkommenslücke
BUder letzte Beruf nicht mehr gehtPlan A (berufsnah)
EUErwerbstätigkeit insgesamt kaum noch möglich istPlan B (Extremfall)
Grundfähigkeitdefinierte Fähigkeiten wegfallenKatalogschutz/Alternative
Dread Diseasedefinierte Diagnosen eintretenEinmalpuffer für Umbau/Entschuldung

⚠️ Achtung: Wenn du EU als Hauptschutz nutzt, musst du vorher glasklar definieren, wie du die Zeit bis zur Anerkennung (und mögliche Ablehnungen/Rückfragen) finanziell überbrückst – sonst entsteht die Lücke vor der Rente.

9. Stärken, Schwächen & typische Fehler bei EU-Verträgen 🚫

EU kann eine sehr gute Lösung sein – aber nur in der richtigen Rolle. Ihre Stärke ist: Sie kann Menschen, die BU nicht bekommen oder nicht bezahlen können, überhaupt wieder in einen strukturierten Arbeitskraftschutz bringen. Ihre Schwäche ist: Die Hürde ist oft hoch und die Erwartung muss passen.

Stärken in der Praxis:

  • Plan B, wenn BU nicht darstellbar ist
  • häufig bezahlbarer Einstieg
  • stabilisiert im Totalausfall-Szenario, in dem sonst nur Basisleistungen bleiben

Schwächen in der Praxis:

  • kann deutlich später greifen als BU
  • weniger „berufsnah“ – theoretisch kann irgendeine Tätigkeit möglich sein, auch wenn der eigene Beruf nicht geht
  • Gefahr der Scheinsicherheit: „Ich hab ja EU“, obwohl die eigene typische Risikolage eher BU-nahe Fälle sind

Typische Fehler kommen fast immer aus falscher Erwartung oder falscher Dimensionierung: zu niedrige Rente, zu kurze Laufzeit, Definition nicht gelesen, nur Preis verglichen.

FehlerWarum er passiertWas dann praktisch schiefgeht
EU wie BU verstandenfalscher Vergleich im KopfEnttäuschung im Leistungsfall
Rente zu kleinBeitrag soll „schön“ seinFixkosten bleiben trotzdem ein Problem
Laufzeit zu kurzBeitrag sparenLücke kurz vor Rentenbeginn
Bedingungen nicht verglichenFokus auf Preis/Marke„eng“ formulierte EU-Definition übersehen
Dokumentation unterschätzt„Arzt hat doch Diagnose“Rückfragen, Verzögerung, Ablehnung möglich

💡 Tipp: Wenn EU dein Plan A sein muss, dann plane sie wie einen Ernstfallvertrag: Definition prüfen, Rente fixkostenbasiert dimensionieren, Laufzeit bis Rentenbeginn – und Dokumentation als festen Prozess mitdenken.

10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung ❓

Ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung genauso gut wie eine BU?

Nein. BU schützt Ihren zuletzt ausgeübten Beruf und greift typischerweise früher. EU setzt meist erst dann an, wenn Ihre Erwerbsfähigkeit insgesamt massiv eingeschränkt ist. Verbraucherzentralen beschreiben das sehr klar: EU leistet weniger als BU und erst, wenn man überhaupt nicht mehr arbeiten kann.

„📘 Beachte: EU ist kein BU-Ersatz „in günstig“, sondern ein anderer Schutz mit höherer Leistungshürde.“

Wann zahlt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung konkret?

Wenn die vertragliche Definition erfüllt ist. In der Praxis geht es darum, ob Sie noch in relevantem Umfang irgendeiner Tätigkeit nachgehen könnten. Entscheidend sind dabei nicht nur Diagnosen, sondern medizinisch belegte Funktions- und Belastungseinschränkungen sowie der voraussichtliche Verlauf.

„💡 Tipp: Dokumentieren Sie nicht nur Diagnosen, sondern Folgen: Belastbarkeit, Konzentration, Mobilität, Ausdauer – diese Punkte machen die Erwerbsfähigkeit greifbar.“

Für wen lohnt sich EU besonders?

EU lohnt sich besonders, wenn BU nicht darstellbar ist (Ablehnung, starke Ausschlüsse, extrem hohe Beiträge) und Sie trotzdem nicht ohne Arbeitskraftschutz bleiben wollen. Finanztip nennt EU als eine der wichtigsten BU-Alternativen, betont aber gleichzeitig, dass Alternativen keine gleichwertige BU ersetzen.

„⚠️ Achtung: EU lohnt sich nur, wenn Sie die höhere Leistungshürde bewusst akzeptieren. Wer EU mit BU verwechselt, plant am Bedarf vorbei.“

Zahlt EU auch bei psychischen Erkrankungen?

Grundsätzlich können psychische Erkrankungen zu einem Zustand führen, der die Erwerbsfähigkeit massiv reduziert. Ob die EU dann zahlt, hängt nicht am Begriff „Depression“ oder „Burnout“, sondern an der Frage, ob Sie im Sinne des Vertrags noch in relevantem Umfang erwerbsfähig sind und ob das medizinisch sauber belegt ist.

„📘 Beachte: Bei Psyche sind Verlauf, Therapie, Stabilität und nachvollziehbare Funktionseinschränkungen besonders wichtig – pauschale Aussagen reichen selten.“

Kann ich BU und EU kombinieren?

Ja – und das kann sehr sinnvoll sein, wenn Sie ein Stufensystem aufbauen wollen. BU ist häufig Plan A, weil sie Ihren Beruf absichert und typischerweise früher greift (bei BU ist die 50%-Schwelle im Beruf häufig der übliche Maßstab). BaFin EU ist Plan B: Sie greift typischerweise erst bei sehr starkem, generellem Ausfall der Erwerbsfähigkeit.

So kann eine Kombination in der Praxis wirken:

  • BU deckt das Szenario ab, in dem Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben können, aber grundsätzlich noch „irgendetwas“ schaffen würden.
  • EU ergänzt als Extremfallnetz, falls die Gesundheit so stark beeinträchtigt ist, dass auch andere Tätigkeiten kaum noch möglich sind.

Warum das oft sinnvoller ist als „entweder oder“:

  • Wenn eine hohe BU-Rente zu teuer ist, kann eine bezahlbare BU (Fixkosten-Niveau) mit einer ergänzenden EU kombiniert werden.
  • Sie schaffen damit zwei Sicherheitsstufen, statt alles von einem einzigen Auslöser abhängig zu machen.

„💡 Tipp: Eine Kombination funktioniert nur, wenn die Rollen klar sind: BU = Beruf, EU = Totalausfall. Planen Sie die Summen so, dass jede Stufe für sich einen echten Nutzen hat.“

Was passiert, wenn ich nie erwerbsunfähig werde?

EU ist in der Regel ein Risikoschutz: Wenn der Leistungsfall nicht eintritt, gibt es keine Auszahlung. Der Nutzen liegt nicht in „Geld zurück“, sondern in der finanziellen Stabilität für den Extremfall – ähnlich wie bei anderen existenziellen Risiken.

„📘 Beachte: „Geld-zurück“-Konstrukte sind meist deutlich teurer. Wenn das Ziel Schutz ist, ist eine klare Risikolösung in vielen Fällen wirtschaftlicher.“

11. Fazit – MAWA Finanz: EU als Plan B sinnvoll nutzen 🧭

Erwerbsunfähigkeitsversicherung – Schutz trotz Krankheit | MAWA Finanz

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll, wenn Sie den Extremfall absichern wollen, dass Sie praktisch gar nicht mehr arbeiten können. Sie ist oft günstiger als BU, weil der Leistungsauslöser strenger ist. Genau das muss man bewusst akzeptieren. EU ist keine BU-light, sondern ein eigenes Schutzkonzept.

In der Praxis funktioniert EU am besten als Basisschutz: ausreichend hohe Rente für Fixkosten, Laufzeit bis zum Rentenalter, klare Bedingungen, saubere Risikoprüfung und eine Strategie, wie Sie Lücken (berufsspezifische Risiken, Teilinvalidität) ergänzen. Wer EU so baut, bekommt einen stabilen Schutz, der im schlimmsten Fall wirklich trägt.

MAWA EU-CheckPrüffrageZiel
TriggerWas muss passieren, damit EU zahlt?keine falsche Erwartung
Rentedeckt sie Fixkosten sicher?Existenzschutz
Endalterläuft sie bis zum Rentenalter?keine Schutzlücke
Gesundheitsind Angaben sauber dokumentiert?Leistungsfall ohne Streit
Strategiewie werden Teilrisiken ergänzt?lückenarme Absicherung

📘 Beachte: EU ist dann stark, wenn sie nicht „BU ersetzen soll“, sondern als bewusster Extremfallschutz in ein Gesamtpaket passt.

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