Drohnenversicherung: Pflicht & sinnvoller Schutz

Drohnenversicherung: Pflicht & sinnvoller Schutz

Drohnen sind ein Haftungsrisiko mit echten Schadensummen. Entscheidend sind Pflichtdeckung, Nutzungsprofil, Pilotenkreis, FPV-Regeln, Ausschlüsse und saubere Nachweise.

Drohnenversicherung für Freizeit & Gewerbe – das sollten Sie wissen.

🌟 Einleitung

Marcus Wacker Geschäftsführer
Marcus Wacker, Geschäftsführer,Spezialist für Privat- & Gewerbeversicherungen

Eine Drohne ist schnell gekauft – aber der Versicherungs- und Rechtsrahmen ist deutlich komplexer als viele erwarten. Der wichtigste Punkt zuerst: In Deutschland besteht eine Versicherungspflicht für Drohnen (Haftpflicht gegenüber Dritten). Das gilt nicht nur „gewerblich“, sondern grundsätzlich für den Betrieb – und ohne passenden Schutz riskieren Sie Bußgelder und im Schadenfall existenzgefährdende Forderungen.

Dazu kommt: Viele verlassen sich auf die private Haftpflichtversicherung. Das kann funktionieren – aber nur, wenn die Police Drohnen ausdrücklich einschließt, das Gewicht/Flugprofil passt, die Nutzung (privat/beruflich) richtig abgedeckt ist und keine Ausschlüsse greifen. Und selbst wenn die Haftpflicht passt: Schäden an der eigenen Drohne, am Gimbal, an Akkus oder an der Kamera sind ein anderes Thema – dafür braucht es Kasko-/Equipmentdeckung.

💡 Tipp: Erst klären, ob Sie Pflichtschutz (Drohnen-Haftpflicht) wirklich sauber haben – erst danach über Kasko, Elektronik, Zubehör und Spezialrisiken nachdenken.

1. Drohnenversicherung: Pflicht, Bausteine, Ziel 🛡️

Eine Drohnenversicherung besteht in der Praxis aus zwei Ebenen:

  1. Drohnen-Haftpflicht (Pflichtschutz): schützt dich vor Ansprüchen Dritter.
  2. Drohnen-Kasko (optional): schützt deine Drohne und je nach Tarif auch Zubehör.

Die Haftpflicht ist der Existenzschutz. Denn Personenschäden können sehr schnell in Bereiche wachsen, die privat nicht mehr tragbar sind. Die Kasko ist der Komfort- und Liquiditätsschutz: Sie nimmt dir den finanziellen Schlag bei Absturz, Kollision, Diebstahl oder Vandalismus – je nachdem, was der Tarif wirklich deckt.

Der entscheidende Punkt: Drohnen werden nicht „wie Spielzeug“ behandelt. Versicherer unterscheiden sehr streng nach Nutzungsprofil (privat/gewerblich), Drohnentyp (Kamera-Copter, FPV-Racer, Eigenbau), Betriebsart (Sichtflug, FPV, Nachtflug, Nähe zu Menschen) und Geltungsbereich (nur Deutschland vs. Europa vs. weltweit).

BausteinSchütztTypischer NutzenHäufiger Irrtum
Drohnen-HaftpflichtSchäden an Drittenexistenzielle Forderungen abfangen„Privathaftpflicht reicht immer“
Drohnen-KaskoDrohne selbstAbsturz/Bedienfehler/Diebstahl„Haftpflicht zahlt meine Drohne“
Zubehör/EquipmentKamera, Gimbal, FPVteure Technik absichern„Zubehör ist automatisch drin“
Gewerbe-BausteinAufträge/UnternehmenNutzung rechtssicher„kleiner Auftrag ist noch privat“
AuslandbausteinReisen/JobsSchutz außerhalb DE„EU ist immer automatisch“
Piloten-/Teamdeckungmehrere NutzerFamilie/Mitarbeiter„nur ich bin versichert“

📘 Beachte: Pflichtdeckung heißt: dein konkreter Drohnenbetrieb muss in den Bedingungen als mitversichert stehen – nicht nur „irgendwo erwähnt“.

2. Drohnen-Haftpflicht: Leistung, Deckung, Grenzen ⚖️

Die Drohnen-Haftpflicht übernimmt Schäden, die du mit der Drohne Dritten zufügst. Typische Schadensarten:

  • Personenschäden (Verletzungen, Folgekosten)
  • Sachschäden (Auto, Fenster, Dach, PV-Anlage, Garten, Technik)
  • Vermögensfolgeschäden (Nutzungsausfall, zusätzliche Kosten, Folgeschäden)
  • Abwehr unberechtigter Forderungen (passiver Rechtsschutz)

Wichtig: Die Haftpflicht ist nicht dafür da, deine eigene Drohne zu reparieren. Sie ist dafür da, dich vor Ansprüchen Dritter zu schützen – und genau das ist der gefährlichste Teil.

Wo sie endet (typisch):

  • Eigenschäden (Drohne, Zubehör, Akkus)
  • Vorsatz
  • Bußgelder/Strafen/Vertragsstrafen
  • Nutzung außerhalb des versicherten Profils (z. B. gewerblich, wenn nur privat versichert)
  • nicht mitversicherte Piloten (z. B. Freund fliegt spontan)
  • häufig: Schäden bei klar regelwidrigem Betrieb als Leistungshebel (tarifabhängig über Obliegenheiten)
Haftpflicht-ThemaWarum kritischPraxisbeispielWorauf wir achten
Privat vs. gewerblichDeckung kann kippenbezahltes Foto/VideoNutzung sauber deklarieren
Pilotenkreis„wer darf fliegen?“Partner/Kind fliegtMitversicherung prüfen
FPV-BetriebSonder-SetupFPV mit BrilleFPV nicht ausgeschlossen
Team/SpotterRollen im FlugBeobachter hilftRollen abgedeckt?
hohe SachwerteAnspruchshöhePV-Anlage beschädigtDeckungssumme passend
Nachweislogikohne Belege wird’s zähStreit über HergangDokumentationsroutine

⚠️ Achtung: Der häufigste Totalschaden in der Haftpflicht ist nicht der Absturz – sondern der falsche Nutzungsstatus (privat statt gewerblich) oder ein nicht mitversicherter Pilot.

3. Drohnen-Kasko: Eigenschäden, Absturz, Diebstahl, Wasser 💥

Kasko ist optional – aber bei vielen Drohnen sehr sinnvoll. Denn die häufigsten realen Schäden sind Eigenschäden: Startfehler, Seitenwind, Hindernis, Landung auf Asphalt, Kollision mit Ast, Funkabbrüche. Eine Kasko nimmt den finanziellen Druck raus.

Typische Kasko-Leistungen (tarifabhängig):

  • Absturz durch Bedienfehler
  • Kollisionen (Baum, Gebäude, Mast)
  • Vandalismus (mutwillige Beschädigung)
  • Diebstahl (oft mit Sicherungspflichten)
  • Transportschäden (nicht immer, genau prüfen)
  • Feuchtigkeit/Wasser (häufig eingeschränkt)

Typische Streitpunkte:

  • Unfallbegriff: zählt „harte Landung“ als Unfall?
  • Grobe Fahrlässigkeit: Wetter ignoriert, Warnungen missachtet
  • Zubehör: ist Kamera/Gimbal/FPV-Set im Wert enthalten oder nur „Drohnenkörper“?
  • Zeitwert vs. Neuwert: wie wird entschädigt, wie werden Akkus bewertet?
  • Obliegenheiten bei Diebstahl: Anzeige, Seriennummern, Sicherungsnachweise
Kasko-ThemaOft enthaltenHäufig begrenzt durchPraxis-Check
Bedienfehler/AbsturzjaSB + UnfalldefinitionDefinition lesen
KollisionjaAusschlüsse bei Verstoßlegaler Betrieb wichtig
DiebstahlteilsSicherungspflichtenNachweise vorbereiten
Wasser/Feuchtigkeitteilssehr viele Einschränkungenexplizit prüfen
AkkusteilsZeitwert/AlterEntschädigungslogik
Zubehör/EquipmentteilsZubehörlimitWerte sauber erfassen

💡 Tipp: Wenn du oft in „typischen Risiko-Umgebungen“ fliegst (Wasser, Berge, Wald, enge Gassen), ist Kasko meist der Baustein mit dem größten Alltagsnutzen – weil genau dort die meisten Abstürze passieren.

4. EU-Kategorien & Klassen: was Versicherer abfragen 🧭

Versicherung und Betriebsregeln hängen zusammen, weil viele Bedingungen eine Art „ordnungsgemäßen Betrieb“ erwarten. Das ist kein Moralthema, sondern ein Deckungsthema: Wenn ein Schaden unter klar problematischen Umständen passiert, wird genauer geprüft (Obliegenheiten, grobe Fahrlässigkeit, Ausschlüsse).

Was Versicherer typischerweise wissen wollen:

  • Drohnengewicht und Art (Kamera-Copter, FPV, Eigenbau)
  • Einsatzart (Freizeit, Social Media, Auftrag, Unternehmenszweck)
  • Betriebsart (Sichtflug, FPV mit Beobachter, Nachtflug, Nähe zu Menschen)
  • Pilot und Qualifikation (je nach Risiko)
  • registrierter Betreiber (Operator) und Zuordnung der Drohne
  • Spezialoperationen (außer Sicht, über Menschen, in sensiblen Zonen, Abwurf)

Wichtig ist die Praxisübersetzung:

Je „näher“ du an Menschen/Verkehr/teuren Anlagen fliegst, desto wichtiger sind Deckungssumme, klare FPV-Regelung und saubere Nutzungseinstufung.
Je „professioneller“ die Nutzung, desto wichtiger ist die gewerbliche Deckung plus Prozess (Dokumentation, Auftragslogik).

ProfilpunktWarum Versicherer es sehen wollenTypische LückeSaubere Lösung
Gewicht/TypRisiko steigt mit Massefalsche EinstufungDaten korrekt angeben
Privat/GewerbeVertragsgrundlage„kleiner Auftrag“gewerblich sauber lösen
FPVSonderbetriebFPV ausgeschlossenFPV ausdrücklich klären
Pilotenkreismehr Nutzer = mehr RisikoSpontanpilotPiloten mitversichern
EinsatzorteRisiko/Regelnurbane FlügeProfil passend wählen
Sonderflügeerhöhte HaftungBVLOS/Nacht ohne DeckungSpezialdeckung prüfen

📘 Beachte: Versicherer zahlen nicht „weil du eine Drohne hast“, sondern weil dein konkretes Nutzungsprofil im Vertrag gedeckt ist.

5. Deckungssumme, Selbstbeteiligung, Kostenlogik 💶

Bei Drohnen-Haftpflicht ist die Deckungssumme das zentrale Wirksamkeitskriterium. Personenschäden sind der echte Risikotreiber. Deshalb ist eine solide Deckungssumme sinnvoll – vor allem, wenn du in Bereichen fliegst, in denen Unbeteiligte betroffen sein können oder hohe Sachwerte in der Nähe sind.

Bei Kasko bestimmt die Selbstbeteiligung (SB), ob du den Schutz wirklich nutzt. Eine sehr hohe SB reduziert den Beitrag, macht aber kleine und mittlere Schäden praktisch „Selbstzahler“. Eine sehr niedrige SB macht Kasko komfortabel, kann aber den Beitrag deutlich erhöhen.

Warum Beiträge so unterschiedlich sind:

  • Privat vs. gewerblich
  • Drohnenwert (Kasko) und Zubehörwerte
  • FPV/Eigenbau vs. Standard-Copter
  • Deckungssumme (Haftpflicht) und SB (Kasko)
  • Mitversicherte Piloten (Familie, Mitarbeiter)
  • Geltungsbereich (DE/EU/Welt)
HebelWirkt aufTypische FolgeMAWA-Empfehlung
DeckungssummeExistenzschutzgroße Schäden abgedeckteher großzügig
SB KaskoNutzbarkeitob du meldest oder schluckstSB „tragbar“ wählen
Gewerbe-EinschlussWirksamkeitsonst Ausschlussrisikoehrlich deklarieren
FPV-KlauselDeckungsonst Lückeexplizit klären
ZubehörlimitEntschädigungKürzung bei TechnikWerte sauber erfassen
PilotenregelHaftungfalscher Pilot = LückeKreis definieren

💡 Tipp: Haftpflicht: Deckungssumme priorisieren. Kasko: SB so wählen, dass du im Ernstfall ohne Zögern meldest.

6. Privat fliegen: Alltag, Urlaub, Familie, Verein 🏡

Im Privatbereich entstehen Lücken typischerweise nicht durch „zu wenig Versicherung“, sondern durch falsche Annahmen:

  • „Meine Privathaftpflicht deckt Drohnen automatisch.“
  • „Wenn mein Partner fliegt, ist das auch versichert.“
  • „FPV ist doch nur eine andere Steuerung.“
  • „Im Urlaub gilt das schon irgendwie.“

Privatprofil bedeutet in der Praxis:

  • Freizeitflüge, Fotos/Videos, Social Media
  • Reisen (andere Regeln, andere Risiken, andere Kontrolle)
  • Familiennutzung (mehrere Piloten)
  • gelegentliches FPV
  • Vereinsflüge (Platz vs. außerhalb)

Wenn mehrere Personen fliegen, muss der Pilotenkreis im Vertrag passen. Sonst ist der Schadenfall genau dann ungedeckt, wenn „mal kurz jemand anders fliegt“.

Privat-SzenarioHaupt-RisikoKritischer PunktSauberer Ansatz
Garten/GrundstückNachbar-SachschadenHaftpflichtdeckungklare Drohnenklausel
UrlaubAbsturz/WasserKasko + GeltungAusland prüfen
Familiefalscher PilotMitversicherungPiloten festlegen
FPVSetup/ObliegenheitenFPV-KlauselSpotter/Regeln beachten
Vereinnur „Platz“ gedachtaußerhalb gedeckt?Geltungsbereich prüfen
Leihe/TestHalter vs. PilotZuständigkeitDeckung klären

📘 Beachte: Der größte Privatfehler ist die „Spontannutzung“ durch andere Personen. Genau das muss im Vertrag sauber geregelt sein.

7. Gewerblich fliegen: Foto/Video, Handwerk, Inspektion 🧰

Gewerblich ist nicht erst „Hollywood“. Gewerblich ist oft schon:

  • du bekommst Geld oder einen Vorteil für Foto/Video
  • du dokumentierst für ein Unternehmen (Marketing, Baustelle, Immobilie)
  • du nutzt die Drohne im Rahmen deiner selbständigen Tätigkeit

Warum das entscheidend ist: Viele private Lösungen schließen gewerbliche Nutzung aus oder sind so eng formuliert, dass im Schadenfall gestritten wird. Gewerblich steigen zudem Anspruchsdynamik und Einsatzfrequenz. Kunden, Auftraggeber, Dritte, Baustellenumfeld – das führt zu komplexeren Schadenketten.

Was im Gewerbe zusätzlich wichtig wird:

  • klare gewerbliche Haftpflichtdeckung
  • hohe Deckungssumme (Sachwerte/Personen)
  • Kasko/Equipment (Arbeitsmittel)
  • Pilotenkreis (Mitarbeiter, Freelancer)
  • Prozess: Dokumentation, Fluglogik, Auftragssituation
Gewerbe-EinsatzTypischer SchadenSchwerpunktWichtigster Tarifpunkt
Immobilien/MarketingPerson/SachschadenHaftpflichtgewerblich eingeschlossen
Dach/PV-InspektionAbsturz auf GebäudeHaftpflicht + KaskoUmfeld/Legalität
BaustellendokuDritte betroffenHaftpflichtPilotenkreis
Handwerk/ServiceEquipment beschädigtKasko/EquipmentZubehörlimits
LandwirtschaftFlächenbetriebHaftpflichtprofilBetriebsart passend
Industrieteure Infrastrukturhohe DeckungAusschlüsse vermeiden

⚠️ Achtung: Gewerblich zu fliegen „mit privater Deckung“ ist die riskanteste Kombination: Es wirkt abgesichert, ist es aber im kritischen Moment oft nicht.

8. Ausland & Sonderflüge: Geltung, Nachweise, Stolpersteine 🌍

Viele wollen die Drohne mitnehmen: Strand, Alpen, Städte. Genau hier wird Geltungsbereich zur Schlüsselstelle.

Haftpflicht-Geltung:

  • gilt der Vertrag außerhalb Deutschlands?
  • gilt er nur Europa-weit oder weltweit?
  • sind bestimmte Länder/Regionen ausgeschlossen?
  • gilt die Deckung auch bei gewerblichem Flug im Ausland?

Kasko-Geltung:

  • Diebstahl im Ausland: gelten Sicherungspflichten?
  • Transportschäden: sind sie eingeschlossen?
  • Lagerung im Auto/Hotel: Bedingungen und Nachweise?

Sonderflüge (typische Stolpersteine):

  • Nachtflüge
  • FPV ohne geeignete Beobachtung
  • Flüge in dicht besiedelten Bereichen
  • Flüge in sensiblen Zonen (Infrastruktur, Schutzbereiche)
Auslands-/SonderthemaWarum kritischTypische FalleSicherer Ansatz
Haftpflicht-Geltungsonst 0 Deckung„EU passt immer“Geltung schriftlich prüfen
Nachweis im AuslandKontrolle möglichkeine BestätigungDokument bereithalten
Kasko-DiebstahlReise-HotspotsAuto/Hotel unsicherSicherung + Belege
TransportschädenhäufigKoffer beschädigtTransportdeckung klären
SonderflügeRisiko & RegelnAusschlüsse/ObliegenheitenProfil passend versichern
Event/PeoplePersonenschadenNähe zu MenschenDeckung + Legalität

💡 Tipp: Reist du mit Drohne, brauchst du zwei Dinge fix: Geltungsbereich (Haftpflicht/Kasko) und eine saubere Versicherungsbestätigung als Nachweis – ohne dass du im Urlaub improvisieren musst.

9. Schadenfall: Ablauf, Belege, typische Ablehnungen 🧾

Schadenfälle scheitern selten an „böser Absicht“, sondern an fehlender Dokumentation oder an Profil-Fehlern (Nutzung, Pilot, FPV). Darum: Prozess vorbauen.

Haftpflicht-Schaden (Dritte betroffen):

  1. Sicherheit/Erste Hilfe, ggf. Rettungsdienst
  2. Daten aufnehmen: Geschädigte, Zeugen, Ort/Zeit
  3. Fotos/Videos vom Umfeld, Schaden, Flugstelle
  4. keine vorschnellen Schuldanerkenntnisse, sachlich bleiben
  5. Meldung an Versicherer mit klarer Chronologie

Kasko-Schaden (eigene Drohne):

  1. Fotos, Seriennummer, Restteile sichern
  2. Flug-/Logdaten sichern (wenn vorhanden)
  3. bei Diebstahl: Anzeige, Sicherungsnachweise
  4. Kostenvoranschlag/Rechnung, Reparaturfreigabe beachten

Typische Ablehnungsgründe:

  • gewerbliche Nutzung bei privater Deckung
  • Pilot nicht mitversichert
  • FPV ausgeschlossen oder Obliegenheiten verletzt
  • Diebstahl ohne Anzeige/Nachweise
  • Zubehör nicht versichert oder nicht nachweisbar
  • grobe Fahrlässigkeit als Kürzungshebel (tarifabhängig)
SchadenartWichtigster NachweisHäufigster StreitpunktWas sofort hilft
PersonenschadenZeugen, Fotos, BerichtHergang/Schweresaubere Chronologie
SachschadenFotos, ReparaturbelegHöhe/Verursachungklare Belege
Absturz (Kasko)Fotos, LogdatenUnfalldefinitiontechnische Dokumentation
Diebstahl (Kasko)Anzeige, Seriennr.SicherungspflichtenNachweise/Fotos
ZubehörschadenListe/RechnungenZubehörlimitEquipmentakte
AuslandschadenBelegeGeltung/ProfilDokumente bündeln

📘 Beachte: Eine Drohnenakte (Rechnungen, Seriennummern, Zubehörliste, Fotos) ist im Schadenfall der Unterschied zwischen „schnell geregelt“ und „wochenlange Rückfragen“.

10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur Drohnenversicherung ❓

Ist eine Drohnen-Haftpflicht wirklich Pflicht – auch privat?

Ja, für den Drohnenbetrieb brauchst du eine passende Haftpflichtdeckung. Das ist der Pflichtkern, weil Schäden an Dritten sehr schnell existenzgefährdend werden können.

💡 Tipp: Pflichtdeckung bedeutet: Drohne, Nutzung, Piloten und ggf. FPV müssen ausdrücklich in den Bedingungen gedeckt sein.

Reicht meine Privathaftpflicht oder brauche ich eine separate Drohnenversicherung?

as kommt auf deine Privathaftpflicht an. Manche Tarife schließen Drohnen ein, andere nur eingeschränkt (z. B. nur privat, mit Gewichtslimits, ohne FPV oder ohne fremde Piloten). Eine separate Drohnen-Haftpflicht ist oft sinnvoll, wenn du regelmäßig fliegst, mehrere Piloten nutzt, FPV betreibst oder gewerblich unterwegs bist.

📘 Beachte: „Drohnen mitversichert“ ist nur dann gut, wenn die Bedingungen zu deinem echten Flugprofil passen.

Was ist der Unterschied zwischen Drohnen-Haftpflicht und Drohnen-Kasko?

Haftpflicht schützt vor Ansprüchen Dritter (Personen- und Sachschäden). Kasko schützt deine eigene Drohne (z. B. Absturz, Kollision, Diebstahl – je nach Tarif). Haftpflicht ist der Existenzschutz, Kasko ist der Eigenschutz.

⚠️ Achtung: Wer nur Kasko hat, aber keine sauber passende Haftpflichtdeckung, hat den wichtigsten Schutz nicht zuverlässig gelöst.

Deckt die Versicherung FPV-Flüge (mit Brille/Goggles)?

FPV ist tarifabhängig. Manche Policen decken FPV ausdrücklich, andere schließen es aus oder knüpfen es an Bedingungen (z. B. Beobachter/Spotter, Sichtflug-Anforderungen). Ohne klare Regelung riskierst du im Schadenfall Diskussionen.

💡 Tipp: Wenn du FPV fliegst, prüfe nicht nur „FPV erlaubt“, sondern auch Piloten-/Teamregel und Obliegenheiten im Betrieb.

Sind Kamera, Gimbal, Akkus und Zubehör automatisch mitversichert?

Nicht automatisch. In der Haftpflicht sind Eigenteile grundsätzlich nicht versichert. In der Kasko hängt es davon ab, ob Zubehör im Wert enthalten ist, ob es Zubehörlimits gibt und wie Akkus entschädigt werden (Zeitwert/Alter). Teure Technik braucht meist eine saubere Wert- und Zubehörlogik.

📘 Beachte: Zubehör ist der häufigste „stille Wert“. Ohne Liste und Belege drohen Kürzungen oder Streit über Umfang.

Wie läuft ein Schadenfall ab, ohne dass es eskaliert?

Sofort dokumentieren: Ort/Zeit, Fotos, Zeugen, Chronologie. Bei Drittschäden keine vorschnellen Schuldanerkenntnisse, sondern sachlich bleiben und unverzüglich melden. Bei Kasko: Seriennummer, Kaufbelege, ggf. Logdaten sichern; bei Diebstahl immer Anzeige und Sicherungsnachweise.

💡 Tipp: Lege dir vorab eine Drohnenakte an (Seriennummern, Rechnungen, Zubehörliste, Fotos). Das spart im Ernstfall massiv Zeit und Rückfragen.

11. Fazit – MAWA Drohnen-Check & Strategie 🧭

Drohnenversicherung: Pflicht & sinnvoller Schutz | MAWA Finanz

Drohnenversicherung funktioniert dann, wenn sie dein reales Profil abdeckt: privat oder gewerblich, wer fliegt, ob FPV, wo du fliegst, ob du reist, wie teuer deine Technik ist und wie du Schäden nachweisen kannst. Der Pflichtkern ist die Haftpflichtdeckung für Drittschäden. Kasko ist der sinnvolle zweite Schritt für Eigenschäden und Diebstahl – besonders bei teurer Drohne und anspruchsvollen Umgebungen.

Die MAWA-Strategie: Erst Pflichtdeckung wasserdicht machen (Nutzung, Piloten, FPV, Geltung), dann Kasko/Equipment passend zum Drohnenwert wählen, dann Auslands- und Sonderprofile sauber ergänzen. Und zuletzt: Dokumentation vorbereiten, damit es im Schadenfall nicht an Nachweisen scheitert.

MAWA Drohnen-CheckWas wir prüfenZiel
PflichtdeckungHaftpflicht wirklich passendExistenzschutz sicher
Nutzungprivat vs. gewerblichAusschlussrisiko vermeiden
Piloten/Teamwer darf fliegenkeine Pilot-Lücke
FPVBedingungen/ObliegenheitenFPV sauber gedeckt
Kasko/EquipmentDrohne & ZubehörwerteEigenschäden abfedern
AuslandGeltungsbereichReisen ohne Lücke
SchadenprozessAkte, Belege, Ablaufschnelle Regulierung

📘 Beachte: Die gefährlichste Lücke ist fast immer ein falsches Nutzungsprofil (privat statt gewerblich) oder ein nicht mitversicherter Pilot – nicht ein „zu niedriger Beitrag“.

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