
Bauherren-Rechtsschutz – sinnvoll absichern
Beim Bauen entstehen Streitfälle selten aus „Böswilligkeit“, sondern aus Mängeln, Verzögerungen und Schnittstellen. Rechtsschutz hilft nur, wenn er rechtzeitig passt.
Bauherren-Rechtsschutz: Kosten & Schutz – das sollten Sie wissen.
🌟 Einleitung

Ein Hausbau ist juristisch ein Minenfeld: Verträge mit Bauunternehmen, Handwerkern, Architekten, Statikern, Energieberatern, Lieferanten – plus Nachbarn, Gemeinde, Behörden, Baurecht, Abnahmen, Nachträge, Fristen und Gewährleistung. Und das Gemeine: Viele Konflikte entstehen nicht am Anfang, sondern mitten im Projekt, wenn Zeitdruck und Gelddruck steigen. Genau dann ist es für einen Bauherren-Rechtsschutz oft zu spät, weil Rechtsschutz grundsätzlich nur für zukünftige Streitigkeiten gilt und es Wartezeiten sowie Ausschlüsse gibt.
Bauherren-Rechtsschutz ist deshalb kein „nice-to-have“, sondern ein gezielter Baustein für eine Phase mit hoher Streitwahrscheinlichkeit und hohen Streitwerten. Entscheidend ist, was genau versichert ist: Vertrags- und Sachenrecht rund um Bauvertrag, Werkvertrag, Planungsleistungen, Mängel, Nachträge, Abnahme, Gewährleistung – und in welcher Höhe (Streitwert, Deckungssumme) sowie mit welchen Bedingungen (Wartezeit, Selbstbeteiligung, Baukosten-/Bausummen-Grenzen). Wer hier falsch kauft, hat im Konfliktfall oft eine Police – aber keine Leistung.
💡 Tipp: Rechtsschutz wirkt nur präventiv: Abschluss vor Vertragsunterzeichnung oder spätestens vor Baubeginn – und nur mit explizitem Bauherren-/Bauvertragsbaustein, nicht mit „normalem Privatrechtsschutz“.
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1. Was Bauherren-Rechtsschutz wirklich ist (und was nicht) 🧱
Bauherren-Rechtsschutz ist in der Regel kein „Grundprodukt“, sondern ein Zusatzbaustein innerhalb einer Rechtsschutzversicherung. Er soll typischerweise Konflikte rund um die Planung, Errichtung, Sanierung oder den Umbau einer Immobilie abdecken – vor allem im Vertrags- und Sachenrecht (Werkverträge, Bauverträge, Planerverträge).
Wichtig ist die Abgrenzung: Viele Standard-Rechtsschutzverträge decken zwar Privat-, Berufs- oder Verkehrsrecht, aber gerade das Vertragsrecht rund um Bauvorhaben ist häufig gar nicht oder nur sehr eingeschränkt enthalten. Der Grund ist einfach: Baukonflikte haben hohe Streitwerte und sind für Versicherer teuer.
Daher gilt: Bauherren-Rechtsschutz funktioniert nur, wenn er ausdrücklich vereinbart ist und Ihr Bauvorhaben (Neubau, Anbau, Kernsanierung) im Tarif als versicherbar gilt – inklusive Bausumme, Objektart und Leistungsumfang.
| Begriff | Was es bedeutet | Was viele denken | Realität |
|---|---|---|---|
| Privatrechtsschutz | Alltag (Kaufverträge, Streit privat) | „deckt alle Verträge“ | Bauverträge oft ausgeschlossen |
| Vertragsrechtsschutz | Verträge allgemein | „dann auch Bau“ | Bau meist Sonderbaustein |
| Bauherren-Rechtsschutz | Streit rund um Bau/Planung | „alles beim Bauen“ | viele Ausschlüsse/Begrenzungen |
| Baurecht (öffentlich) | Behörden, Genehmigungen | „Baustopp = Rechtsschutz“ | häufig nur mit Spezialmodul |
| Nachbarschaftsrecht | Grenzen/Immissionen | „Streit mit Nachbarn“ | je nach Tarif unterschiedlich |
📘 Beachte: Eine Rechtsschutzversicherung ohne expliziten Bauherrenbaustein ist beim Hausbau sehr oft wirkungslos – selbst wenn sie sonst „alles“ abdeckt.. Sie denken „ich habe ja kein Vermögen“. Das schützt nicht vor Forderungen. Und genau dafür ist Haftpflicht da.
2. Typische Streitfälle beim Hausbau – wo es teuer wird 💥
Die teuersten Baukonflikte haben selten mit „Kleinkram“ zu tun, sondern mit Kerngewerken und Zeit.
Streit entsteht typischerweise bei:
- Mängeln (Feuchtigkeit, Abdichtung, Dach, Fenster, Heizung, Elektrik)
- Verzögerung (Bauzeitüberschreitung, Vertragsstrafen, Doppelbelastung Miete + Kredit)
- Nachträgen (Mehrkosten, „war nicht im Angebot“)
- Abnahme (ob Mängel vorliegen, ob Abnahme verweigert werden darf)
- Planungsfehlern (Statik, Energie, Ausführung nach falschem Plan)
- Schnittstellen (Gewerk A sagt, Gewerk B ist schuld)
Genau hier sind Streitwerte hoch, weil es um große Positionen geht. Dazu kommen Gutachterkosten, Beweissicherung und oft mehrere Beteiligte. Rechtsschutz kann hier vor allem bei Anwalts- und Gerichtskosten helfen – aber nur, wenn der Baustein passt und der Streitfall nach Beginn der Versicherung liegt.
| Streitfeld | Typischer Auslöser | Finanzieller Effekt | Warum Rechtsschutz relevant |
|---|---|---|---|
| Mängel | Feuchte, Risse, falsche Montage | Nachbesserung/Schadenersatz | Anwalt/Gericht/Gutachter |
| Bauzeitverzug | Termin reißt, Nachunternehmer fehlt | Miete + Kredit, Zusatzkosten | Durchsetzung von Ansprüchen |
| Nachträge | Mehrkostenforderungen | Budget explodiert | Prüfung/Abwehr |
| Abnahme | Streit über Mängelliste | Zahlung/Beweislast kippt | rechtliche Begleitung |
| Planungsfehler | falsche Planung/Statik | Umbau, Stillstand | komplexe Haftungsfragen |
💡 Tipp: Je höher die Bausumme und je mehr Gewerke, desto eher lohnt ein Bauherren-Rechtsschutz – weil Streitwerte und Komplexität steigen.
3. Leistungsumfang: Was ist versichert, was häufig ausgeschlossen ist 🧾
Der Kernnutzen des Bauherren-Rechtsschutzes ist in der Regel die Kostentragung für:
- anwaltliche Beratung und Vertretung
- gerichtliche Verfahren
- ggf. Mediation
- je nach Tarif auch bestimmte Gutachter-/Sachverständigenkosten (Achtung: oft begrenzt oder nur über Gericht)
Was häufig NICHT oder nur eingeschränkt versichert ist:
- Streitigkeiten, die bereits vor Versicherungsbeginn „angelegt“ waren
- reine Bauleistungs-/Erfüllungsansprüche ohne Streit (Rechtsschutz zahlt keine Bauarbeiten)
- vorsätzliche Rechtsverstöße
- bestimmte öffentlich-rechtliche Streitigkeiten (Genehmigungen) ohne Spezialbaustein
- Streit rund um reine Kapitalanlagen/Investmentobjekte (je nach Tarif)
- Vorhaben oberhalb bestimmter Bausummen
Außerdem gibt es oft Bedingungen zur „versicherten Eigenschaft“: Sind Sie Bauherr, Eigentümer, Erwerber? Ist es selbstgenutzt oder vermietet? Handelt es sich um Neubau, Umbau, Modernisierung? Diese Details entscheiden über Deckung.
| Leistungsbereich | Typisch enthalten | Häufige Begrenzung | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Anwaltskosten | ja | SB/Deckungssumme | freie Anwaltswahl, Umfang |
| Gerichtskosten | ja | Deckungssumme | Streitwert realistisch |
| Mediation | teils | Limit je Fall | als Konfliktbremse |
| Gutachter | teils/gerichtlich | oft nur per Gericht | nicht „automatisch“ erwarten |
| Öffentliches Baurecht | oft nein | nur Spezialbaustein | Genehmigung, Nachbarwiderspruch |
📘 Beachte: Bauherren-Rechtsschutz ist ein Kosten-Schutz für juristische Durchsetzung, kein „Mängelbeseitiger“ – er ersetzt keine Handwerkerleistung.
4. Wartezeiten, Schadenszeitpunkt und „Rechtsschutz zu spät“ ⏳
Der häufigste Grund für Enttäuschung ist Timing. Rechtsschutz deckt in der Regel nur Ereignisse, die nach Versicherungsbeginn passieren. Dazu kommen Wartezeiten (je nach Tarif), besonders im Vertragsrecht. Beim Bau bedeutet das: Wenn der Bauvertrag schon unterschrieben ist und der Konflikt bereits absehbar war, ist es oft zu spät.
Einfaches Prinzip: Rechtsschutz ist wie ein Regenschirm – man kauft ihn, bevor es regnet. Beim Bauen „regnet“ es juristisch oft erst, wenn Mängel auftauchen oder Termine reißen. Aber der rechtlich relevante Zeitpunkt kann schon früher liegen (z. B. Vertragsabschluss, erste Leistungsstörung, erste Fristsetzung). Deshalb muss der Baustein rechtzeitig aktiv sein.
| Timing-Punkt | Warum relevant | Risiko bei spätem Abschluss | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| vor Vertragsunterschrift | Konfliktursache beginnt oft im Vertrag | Streit gilt als „vorher angelegt“ | früh abschließen |
| vor Baubeginn | Leistungsstörungen starten früh | Wartezeit läuft noch | Puffer einplanen |
| bei ersten Mängeln | Streit ist schon da | Deckungsablehnung | zu spät |
| bei Bauverzug | Fristen laufen | Ereignis liegt oft zurück | zu spät |
| vor Abnahme | Beweislast kippt | Beratung teuer | rechtzeitig aktiv |
⚠️ Achtung: Wer Bauherren-Rechtsschutz erst kauft, wenn es knirscht, zahlt meist Beitrag ohne Nutzen – weil der Versicherer den Fall als „vorvertraglich“ wertet.
5. Deckungssumme, Selbstbeteiligung, Kostenlogik 💶
Baukonflikte haben oft hohe Streitwerte. Deshalb ist die Deckungssumme kein Detail, sondern Kern der Wirksamkeit. Eine niedrige Deckungssumme kann bei einem größeren Streit schnell ausgeschöpft sein. Ebenso wichtig ist die Selbstbeteiligung: Sie sollte so gewählt sein, dass Sie sie im Konfliktfall problemlos tragen können, ohne dass Sie aus Kostengründen auf Hilfe verzichten.
Kostenlogik: Bauherren-Rechtsschutz ist teurer als reiner Privatrechtsschutz, weil Schadenhäufigkeit und Kosten hoch sind. Gleichzeitig kann er sich in einem einzigen Konflikt „rechnen“, wenn es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt.
| Parameter | Was es bedeutet | Praxiswirkung | Häufiger Fehler |
|---|---|---|---|
| Deckungssumme | maximale Kostenübernahme | große Streitwerte möglich | zu niedrig wählen |
| Selbstbeteiligung | Eigenanteil je Fall | beeinflusst Beitrag | SB zu hoch, dann nutzt man es nicht |
| Wartezeit | Zeit bis Leistung möglich | Bau läuft schneller als Police | Abschluss zu spät |
| Mediation-Limit | Budget für außergerichtlich | Konflikte entschärfen | fehlt oder zu gering |
| Baumaßnahmen-Limit | max. Bausumme/Budget | große Projekte ausgeschlossen | Bausumme falsch angegeben |
💡 Tipp: Wählen Sie Selbstbeteiligung so, dass Sie sie auch in einer Bau-Phase mit Liquiditätsdruck locker zahlen können.
6. Abnahme, Mängel, Gewährleistung: juristische Kernphasen 🧱
Die Abnahme ist beim Bauen einer der wichtigsten juristischen Momente.
Sie entscheidet häufig darüber:
- ob und wann Sie zahlen müssen
- wann die Gewährleistung beginnt
- wie die Beweislast verteilt ist
- welche Mängel dokumentiert sind
Viele Konflikte eskalieren genau hier, weil Bauherren unter Zeitdruck stehen (Einzugstermin, Doppelbelastung) und Unternehmer unter Zahlungsdruck (Schlussrechnung). Rechtsschutz kann in dieser Phase sehr wertvoll sein, weil eine frühzeitige anwaltliche Begleitung oft verhindert, dass Sie sich durch Unterschriften oder falsche Abnahmen Positionen verbauen.
Auch Gewährleistung ist ein Feld voller Fristen und Formalien: Mängel müssen angezeigt werden, Fristen gesetzt, Nachbesserung ermöglicht, Beweissicherung betrieben. Wer hier falsch vorgeht, hat am Ende zwar „recht“, bekommt es aber nicht mehr durchgesetzt.
| Phase | Typischer Konflikt | Warum juristisch kritisch | Nutzen des Rechtsschutzes |
|---|---|---|---|
| Vorabnahme | Mängelliste, Restarbeiten | Druck steigt | Beratung zur Strategie |
| Abnahme | „Abnahme trotz Mängel?“ | Beweislast kippt | Begleitung/Schriftverkehr |
| Schlussrechnung | Nachträge/Mehrkosten | Streitwert hoch | Abwehr/Durchsetzung |
| Gewährleistung | Mängel zeigen sich später | Fristen/Beweise | rechtssicheres Vorgehen |
| Beweissicherung | Gutachter, Dokumentation | ohne Beweis keine Chance | Kosten und Verfahren |
📘 Beachte: Rechtsschutz hilft am meisten, wenn er Sie früh in der Abnahme- und Gewährleistungslogik unterstützt – nicht erst, wenn Sie vor Gericht sind.
7. Nachbarn, Behörden, Baurecht: wann hilft welcher Rechtsschutz? 🏛️
Beim Bauen geht es nicht nur um Verträge, sondern auch um öffentlich-rechtliche Themen und Nachbarschaft. Beispiele:
- Nachbar legt Widerspruch gegen Baugenehmigung ein
- Streit um Grenzabstände, Einfriedung, Baulasten
- Baustopp durch Behörde, Auflagen, Lärmzeiten
- Erschließung, Zufahrt, Baulärm, Bäume
Hier ist die Abgrenzung wichtig: Viele Rechtsschutzversicherungen decken öffentliches Baurecht nur eingeschränkt oder gar nicht, wenn kein spezieller Baustein vorhanden ist. Nachbarschaftsrecht kann in manchen Tarifen enthalten sein, aber ebenfalls nicht automatisch.
Daher: Wer in einer komplexen Lage baut (enge Nachbarschaft, Grenzthemen, Denkmalschutz, schwierige Genehmigungslage) sollte prüfen, ob ein Baurecht-/Verwaltungsrechtsschutz-Baustein überhaupt angeboten wird und ob er das konkrete Risiko abdeckt.
| Streitfeld | Rechtsgebiet | Oft versichert? | Typische Voraussetzung |
|---|---|---|---|
| Bauvertrag/Mängel | Vertrags-/Werkrecht | nur mit Bauherrenbaustein | rechtzeitig abgeschlossen |
| Nachbarstreit | Nachbarschaftsrecht | je nach Tarif | Umfang/Definitionen |
| Baugenehmigung | Verwaltungsrecht | oft nicht | Spezialbaustein nötig |
| Baustopp/Auflagen | Verwaltungsrecht | oft nicht | konkrete Deckung prüfen |
| Grundstücksgrenze | Sachenrecht/Nachbarschaft | teils | Beweise/Dokumente |
⚠️ Achtung: Bauherren-Rechtsschutz ist meist für private Bauvertragsstreitigkeiten gedacht – öffentliches Baurecht ist häufig ein separates Thema.
8. Kombinationen: Privat-/Berufs-/Verkehr vs. Bauherrenbaustein 🔧
Viele Bauherren haben bereits eine Rechtsschutzversicherung. Dann ist die Frage: Reicht die bestehende Police, oder braucht es einen Zusatz?
In der Praxis gibt es drei Szenarien:
- Bestehende Police ohne Bauherrenbaustein: dann bringt sie beim Hausbau oft wenig.
- Bestehende Police mit Vertragsrechtsschutz, aber Bau ausgeschlossen: ebenfalls wenig.
- Bestehende Police bietet Bauherrenbaustein als Erweiterung: dann ist ein Upgrade möglich, wenn rechtzeitig und passend.
Wichtig ist auch die Laufzeitlogik: Manche Bausteine gelten nur für die Bauphase oder nur für bestimmte Baumaßnahmen. Außerdem muss das Bauvorhaben hinsichtlich Bausumme und Objektart im erlaubten Rahmen liegen.
| Ausgangslage | Typischer Status | Risiko | Sinnvoller Schritt |
|---|---|---|---|
| Kein Rechtsschutz | keine Basis | hohe Kosten im Streit | früh starten, richtig modular |
| Basis-Rechtsschutz | Privat/Beruf/Verkehr | Bau nicht abgedeckt | Bauherrenbaustein ergänzen |
| Voller Rechtsschutz | inkl. Bauherrenmodul | kann passen | Bedingungen/Limit prüfen |
| Kurz vor Bau | Vertrag schon unterschrieben | Deckung oft gefährdet | nur sinnvoll, wenn noch „vorher“ |
| Sanierung/Umbau | Maßnahmen laufen | Ereignis oft vorvertraglich | früh vor Start abschließen |
💡 Tipp: Prüfen Sie nicht nur „ist Bau enthalten“, sondern auch Bausummenlimit, Wartezeit, welche Vertragstypen und ob Gutachterkosten relevant eingeschlossen sind.
9. Praxisfälle: Wann sich Bauherren-Rechtsschutz wirklich lohnt 🔍
Praxisfall A: Feuchtigkeit im Neubau nach Starkregen
Nach einem Sturmereignis dringt Wasser ein, Dämmung wird nass, Schimmelrisiko. Unternehmer und Bauleiter schieben die Verantwortung. Bauherr will Mangelbeseitigung und Folgekosten. Ohne rechtssichere Fristsetzung und Beweissicherung entstehen schnell Fehler. Rechtsschutz kann hier Anwalt und gerichtliche Schritte finanzieren.
Praxisfall B: Nachträge und Mehrkosten
Der Unternehmer fordert 25.000 € Nachtrag „wegen unvorhersehbarer Mehrarbeiten“. Bauherr sieht das als enthalten. Streitwert ist hoch, die Beweislage hängt an Leistungsbeschreibung und Protokollen. Rechtsschutz hilft bei Abwehr und Durchsetzung, wenn die Deckung Bauverträge umfasst.
Praxisfall C: Bauzeitverzug und Doppelbelastung
Einzug verschiebt sich um 4 Monate. Miete und Kredit laufen parallel. Bauherr will Schadenersatz oder Vertragsstrafe, Unternehmer beruft sich auf Lieferketten. Hier sind Fristen, Nachweise und rechtliche Bewertung zentral.
| Falltyp | Streitwert | Rechtsschutz-Nutzen | Wichtigster Erfolgsfaktor |
|---|---|---|---|
| Mangel/Feuchte | hoch | Anwalt + Verfahren | Beweissicherung früh |
| Nachträge | mittel bis hoch | Abwehr/Durchsetzung | Vertragsklarheit |
| Bauzeitverzug | hoch | Anspruchsdurchsetzung | Dokumentation + Fristen |
| Abnahme | hoch | Strategie/Schriftverkehr | keine falschen Unterschriften |
| Nachbarstreit | variabel | je nach Modul | Zuständiges Rechtsgebiet |
📘 Beachte: Der größte Nutzen entsteht nicht durch „Prozesslust“, sondern durch frühe juristische Leitplanken – damit Konflikte gar nicht erst eskalieren.
10. FAQ – 6 wichtige Fragen zum Bauherren-Rechtsschutz ❓
In vielen Fällen nein. Standard-Privatrechtsschutz deckt Bau- und Werkverträge häufig nicht oder nur stark eingeschränkt. Für Streit um Mängel, Nachträge, Bauzeitverzug und Abnahme brauchen Sie meist einen expliziten Bauherren- oder Bauvertragsbaustein, der genau diese Vertragsarten einschließt.
📘 Beachte: „Vertragsrecht ist drin“ heißt nicht automatisch „Bauvertrag ist drin“ – Bau ist oft ausdrücklich ausgeschlossen, wenn kein Spezialbaustein vereinbart wurde.
Idealerweise vor Vertragsunterzeichnung oder spätestens vor Baubeginn – mit genügend zeitlichem Puffer für Wartezeiten. Sobald der Streit absehbar ist oder erste Mängel/Verzögerungen auftreten, wird es häufig schwierig, weil der Versicherer den Fall als vorvertraglich wertet.
⚠️ Achtung: Wer erst bei den ersten Problemen abschließt, zahlt meist Beitrag ohne Leistung, weil der Konflikt rechtlich schon „angelegt“ ist.
Das hängt am Tarif und der Definition der versicherten Verträge. Manche Tarife umfassen Planerverträge (Architekt, Statiker, Energieberater), andere fokussieren nur auf Werkverträge mit Bauunternehmen/Handwerk. Entscheidend ist, dass die konkreten Vertragstypen ausdrücklich im Deckungsumfang stehen und die Bausumme im Limit liegt.
💡 Tipp: Lassen Sie vor Abschluss prüfen, ob Planerverträge und Generalunternehmer-/Bauträger-Konstellationen wirklich eingeschlossen sind.
Oft nur eingeschränkt. Häufig sind Gutachterkosten nur dann abgedeckt, wenn sie im gerichtlichen Verfahren anfallen oder wenn ein spezielles Kostenmodul vorhanden ist. Viele Bauherren überschätzen diesen Punkt. Trotzdem ist Rechtsschutz wertvoll, weil Anwalt und Gerichtskosten im Streit sehr hoch sein können.
📘 Beachte: Rechnen Sie nicht automatisch mit „freien Gutachtern“ – prüfen Sie, ob und in welcher Höhe Sachverständigenkosten übernommen werden.
Nicht automatisch. Streitigkeiten mit Behörden fallen in der Regel ins Verwaltungsrecht/öffentliches Baurecht und sind in vielen Standard-Policen nicht enthalten. Dafür braucht es oft einen speziellen Baustein, und selbst dann sind die Bedingungen tarifabhängig.
⚠️ Achtung: Bauherren-Rechtsschutz ist meist privat-rechtlich (Bauvertrag). Öffentliches Baurecht ist ein eigener Block.
Schauen Sie auf fünf Punkte: (1) sind Bau-/Werkverträge ausdrücklich eingeschlossen, (2) wie hoch ist das Bausummenlimit, (3) welche Wartezeit gilt, (4) wie hoch sind Deckungssumme und Selbstbeteiligung, (5) wie sind Gutachter-/Mediationskosten geregelt. Wenn einer dieser Punkte nicht passt, ist die Police beim Hausbau oft schwächer als erwartet.
💡 Tipp: Der beste Check ist ein „Bau-Szenario“: Mangel + Nachtrag + Bauverzug. Wenn der Tarif dafür sauber leistet, ist er praxisnah.
11. Fazit – MAWA Bau-Rechtsschutz-Check & Strategie 🧭
Bauherren-Rechtsschutz – sinnvoll absichern | MAWA Finanz
Bauherren-Rechtsschutz kann beim Hausbau ein sehr starker Kosten-Schutz sein – aber nur, wenn er rechtzeitig abgeschlossen wird und wirklich Bauverträge umfasst. Die größten Streitfelder sind Mängel, Nachträge, Abnahme, Gewährleistung und Bauzeitverzug. Genau dort entstehen hohe Streitwerte, Gutachterthemen und juristische Fallen. Wer den Baustein zu spät abschließt oder einen Tarif ohne echte Bauabdeckung wählt, hat im Konfliktfall oft nur das Gefühl von Sicherheit.
Die beste Strategie ist deshalb: früh entscheiden, Tarife an Ihrem konkreten Bauvorhaben messen (Objekt, Bausumme, Vertragstypen), und Deckungssumme/Selbstbeteiligung so wählen, dass Sie die Police auch nutzen. Rechtsschutz ersetzt keine Bauleitung und keine technische Kontrolle – aber er kann die juristische Durchsetzung finanzierbar machen und damit echte Verhandlungsstärke geben.
| MAWA Bau-Rechtsschutz-Check | Was wir prüfen | Ziel |
|---|---|---|
| Vertragsabdeckung | Bau-/Werk-/Planerverträge eingeschlossen | keine Schein-Deckung |
| Timing/Wartezeit | Abschluss vor „Anlage“ des Konflikts | Deckung sichern |
| Limits | Bausummenlimit, Deckungssumme | Streitwerte abfangen |
| Kostenlogik | Selbstbeteiligung, Mediation, Gutachter | nutzbare Police |
| Baurecht/Nachbarn | Bedarf an Verwaltungs-/Nachbarschaftsschutz | echte Risikoabdeckung |
| Praxis-Szenario | Mangel + Nachtrag + Verzug durchspielen | Tarif wirklich testen |
📘 Beachte: Bauherren-Rechtsschutz lohnt sich am meisten, wenn er nicht „für den Prozess“ gekauft wird, sondern damit Sie in kritischen Bauphasen rechtssicher handeln, Fristen richtig setzen und teure Fehler vermeiden.
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