Krankentagegeld – Einkommen bei Krankheit sichern

Krankentagegeld – Einkommen bei Krankheit sichern

Wenn Krankheit länger dauert, endet die Lohnfortzahlung – und es entsteht eine Einkommenslücke. Krankentagegeld macht Ihr Einkommen planbar.

Krankentagegeld | Einkommen bei Krankheit – das sollten Sie wissen.

🌟 Einleitung

Marcus Wacker Geschäftsführer
Marcus Wacker, Geschäftsführer,Spezialist für die Kranken- und Pflegeversicherung

Krankheit ist nicht nur ein Gesundheits-Thema, sondern ein Liquiditäts-Thema. In den ersten Wochen läuft vieles „noch irgendwie“: Lohnfortzahlung, Rücklagen, vielleicht ein paar Aufträge, die noch abgerechnet werden. Aber sobald eine Erkrankung länger dauert, kippt es bei vielen schnell. Denn dann treffen zwei Dinge zusammen: Ihr Einkommen sinkt – und die laufenden Kosten bleiben. Miete, Kredit, Leasing, Versicherungen, Beiträge, Familie, Betriebsausgaben: Die Zahlungen laufen weiter, auch wenn Sie nicht arbeiten können.

Genau hier setzt Krankentagegeld an. Es ist keine „Schönwetter-Versicherung“, sondern ein stabiler Baustein, der eine simple Frage beantwortet: Wie viel Geld brauchen Sie pro Tag, damit Krankheit nicht automatisch zur finanziellen Schieflage führt?

Wichtig ist dabei nicht nur die Höhe, sondern die Logik: Wann startet die Zahlung (Karenzzeit)? Was gilt als Arbeitsunfähigkeit? Welche Nachweise brauchen Sie? Wie passt das zu Lohnfortzahlung, gesetzlichem Krankengeld, PKV oder BU? Und wo sind die typischen Stolperfallen (zu spätes Startdatum, falsche Bemessung, falsche Annahmen zu Leistung und Dauer)?

💡 Tipp: Das Krankentagegeld muss nicht „maximal“ sein – aber es muss zu Ihrem realen Bedarf passen. Der häufigste Fehler ist nicht „zu wenig Tagegeld“, sondern „zu spät startendes Tagegeld“.

1. Was ist Krankentagegeld? 🧾

Krankentagegeld ist eine Versicherung, die Ihnen bei ärztlich festgestellter Arbeitsunfähigkeit ein vereinbartes Tagegeld zahlt. Ziel ist nicht „Gewinn“, sondern Einkommensersatz: Sie sollen laufende private Kosten (und je nach Modell auch betrieblich notwendige Fixkosten indirekt) weitertragen können, wenn Sie krankheitsbedingt nicht arbeiten können.

Wichtig ist die Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen. Viele verwechseln Krankentagegeld mit Berufsunfähigkeit, Unfallversicherung oder dem gesetzlichen Krankengeld. Das führt fast immer zu falschen Erwartungen.

BegriffWorum es gehtWann es greiftTypischer Denkfehler
KrankentagegeldTagessatz bei Arbeitsunfähigkeitvorübergehende Krankheit„Zahlt auch bei BU dauerhaft“
Gesetzliches KrankengeldEinkommensersatz aus der GKVnach Lohnfortzahlung (typisch)„Reicht schon für alle“
Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)langfristiger Leistungsausfallwenn Beruf dauerhaft nicht möglich ist„BU ersetzt Krankentagegeld“
UnfallversicherungUnfallfolgen, Invaliditätnur bei Unfall„Krankheit ist auch Unfall“
Betriebsausfall / BU für SelbstständigeKosten/Ertrag des Betriebswenn Betrieb stillsteht„Krankentagegeld deckt Betrieb“

📘 Beachte: Krankentagegeld ist der Baustein für „Krankheit jetzt und vorübergehend“. BU ist der Baustein für „langfristig oder dauerhaft“. Wer nur BU hat, kann in langen Krankheitsphasen trotzdem eine Liquiditätslücke haben.

2. Für wen ist Krankentagegeld sinnvoll? 🎯

Krankentagegeld ist besonders dort wichtig, wo die Einkommenssicherung bei Krankheit nicht automatisch „rund“ ist. In der Praxis betrifft das drei Gruppen sehr häufig: Selbstständige/Freiberufler, privat krankenversicherte Personen und Angestellte mit höherem Einkommen oder hohen Fixkosten.

Bei Angestellten gibt es typischerweise die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber für eine gewisse Zeit. Danach kommt – sofern gesetzlich versichert – das gesetzliche Krankengeld, das in vielen Fällen spürbar unter dem bisherigen Netto liegt. Bei privat Versicherten ist die Logik anders: Ohne Krankentagegeld kann nach Ablauf der Lohnfortzahlung eine sehr große Lücke entstehen, weil es kein gesetzliches Krankengeld „automatisch“ gibt wie in der GKV.

Selbstständige haben oft das härteste Szenario: Kein Arbeitgeber, der weiterzahlt. Je nach Modell und Absicherung kann das Einkommen praktisch sofort wegbrechen. Dann entscheidet die Karenzzeit (Starttag) darüber, ob Sie nach 1 Woche oder erst nach 6 Wochen Geld sehen.

PersonengruppeTypische Einkommenslage bei KrankheitWarum Tagegeld wichtig istStartlogik, die oft passt
Angestellte (GKV)erst Lohnfortzahlung, dann KrankengeldKrankengeld = häufig deutliche LückeErgänzung ab „nach Lohnfortzahlung“ oder früher bei hoher Fixlast
Angestellte (PKV)Lohnfortzahlung endet, sonst große Lückeohne Tagegeld oft „Null“ danachStart passend zur Lohnfortzahlung, plus Reserve
Selbstständige/FreiberuflerEinkommen kann sofort stoppenLiquidität bricht schnellStart früh (Tag 1/8/15), je nach Rücklagen
Unternehmer mit FixkostenPrivat + Betriebskosten laufen weiterprivate und betriebliche KettenreaktionenKombination mit Betriebsausfall prüfen
Alle mit hohen FixkostenFixkosten bleiben, Einkommen sinktKrankheitsdauer entscheidetTagegeld so, dass Fixkosten gedeckt sind

💡 Tipp: Krankentagegeld ist am wichtigsten für Menschen mit „Einkommen = Arbeit“. Je weniger Ihr Einkommen automatisch weiterläuft, desto früher sollte das Tagegeld starten.

3. Wie hoch sollte das Krankentagegeld sein? 📏

Die Höhe ist der häufigste Punkt, der falsch eingeschätzt wird. Viele wählen eine Zahl „aus dem Bauch“. Besser ist eine klare Rechnung: Welche Kosten müssen weiterlaufen, und wie groß ist die Lücke gegenüber dem, was Sie bei Krankheit tatsächlich erhalten?

Praktisch sollten Sie drei Blöcke betrachten:

  1. Private Fixkosten (Wohnen, Finanzierung, Versicherungen, Unterhalt, Lebenshaltung)
  2. Variable private Kosten (Lebensmittel, Mobilität etc.) – die sinken oft weniger als gedacht
  3. Bei Selbstständigen: betriebliche Fixkosten, die auch bei Stillstand laufen (Miete, Leasing, Software, Versicherungen, Beiträge)

Krankentagegeld wird in der Regel als Tagessatz vereinbart. Eine einfache Umrechnung: Monatsbedarf / 30 ≈ Tagesbedarf. Wichtig: Es geht um Bedarf, nicht um „maximal versicherbar“. Zu hoch ist problematisch (Überversicherung wird geprüft), zu niedrig ist im Leistungsfall schmerzhaft.

RechenschrittWas Sie eintragenBeispielErgebnis
Private Fixkosten/MonatWohnen, Kredit, Versicherungen, Familie2.400 €2.400 €
Private Lebenshaltung/Monatrealistisch, nicht „idealisiert“1.200 €1.200 €
Betriebliche Fixkosten/Monat (optional)nur wenn relevant1.500 €1.500 €
Gesamtbedarf/MonatSumme5.100 €5.100 €
Bedarf pro TagGesamt/305.100/30170 €

📘 Beachte: Der Tagessatz muss zur Realität passen. Wer zu knapp kalkuliert („ich spare dann halt“), merkt im Krankheitsfall, dass die größten Kosten nicht verhandelbar sind.

4. Ab wann soll Krankentagegeld zahlen? ⏱️

Der Starttag (Karenzzeit) ist der zweite große Hebel. Er entscheidet, ob das Tagegeld „bei echter Krankheit“ rechtzeitig kommt oder erst dann, wenn die Rücklagen bereits verbrannt sind. Hier gibt es keine Einheitslösung. Die richtige Karenzzeit hängt davon ab, ob und wie lange anderes Einkommen weiterläuft.

Typische Denkmuster:

  • Angestellte: Wenn Lohnfortzahlung eine Zeit lang läuft, kann das Tagegeld später starten. Entscheidend ist aber, ob danach eine Lücke entsteht (z. B. PKV) oder ob Krankengeld zu niedrig ist (GKV).
  • Selbstständige: Je kürzer die Rücklagen, desto früher sollte das Tagegeld starten.
  • Hohe Fixkosten: Auch mit Lohnfortzahlung kann es sinnvoll sein, früher zu starten, wenn Sonderzahlungen wegfallen oder das Krankengeld später nicht reicht.

Außerdem: Krankheit ist nicht immer „monatelang“. Viele Ausfälle liegen im Bereich 2–8 Wochen. Genau dort entscheidet die Karenzzeit, ob Sie überhaupt Leistung sehen.

KarenzstartFür wen häufig passendVorteilNachteil
ab Tag 1Selbstständige ohne große Rücklagensofortige LiquiditätBeitrag höher
ab Tag 8/15Selbstständige mit kleiner Reserveguter Kompromisserste Wochen selbst tragen
ab Tag 22/29Selbstständige mit guter ReserveBeitrag moderaterRisiko bei 3–6 Wochen Ausfall
ab Tag 43oft bei Angestellten sinnvollpasst zu typischen Lohnfortzahlungsphasenbei PKV muss das exakt passen
ab späterem Tagnur mit sehr großer ReserveBeitrag niedrigLücke wird wahrscheinlicher

💡 Tipp: Wählen Sie den Start so, dass Ihre Rücklagen die Karenzzeit wirklich tragen – ohne dass Sie in Monat zwei „notgedrungen zu früh wieder anfangen“.

5. Wann wird gezahlt – und wie lange? 🧠

Krankentagegeld wird üblicherweise gezahlt, wenn eine ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Entscheidend ist nicht „ich fühle mich krank“, sondern der medizinische Nachweis und die vertragliche Definition. In der Praxis geht es um drei Fragen:

  1. Was gilt als Arbeitsunfähigkeit in Ihrem Vertrag?
  2. Welche Nachweise müssen wann vorliegen?
  3. Wie lange wird maximal gezahlt?

Viele Verträge knüpfen die Leistung an fortlaufende ärztliche Bescheinigungen und prüfen bei längerer Dauer genauer (z. B. Verlauf, Therapie, Prognose). Das ist normal. Wichtig ist, dass Sie wissen, wie die Leistung in der Praxis läuft: Welche Fristen gelten, ob rückwirkende Bescheinigungen akzeptiert werden und wie mit Wiedereingliederung umgegangen wird.

Auch wichtig: Krankentagegeld ist nicht BU-Rente. Es ist für die Zeit gedacht, in der eine Rückkehr in die Arbeit grundsätzlich erwartet werden kann. Wenn sich abzeichnet, dass die Arbeitsfähigkeit dauerhaft nicht zurückkehrt, wird BU relevant.

LeistungsfrageWas in der Praxis zähltTypischer KonfliktWie Sie es sauber halten
Arbeitsunfähigkeitärztlich bestätigt, arbeitsbezogen„teilweise arbeitsfähig“klare Arztberichte, Tätigkeitsbeschreibung
NachweiseAU, Befunde, Verlauf, ggf. RückfragenFristen/UnklarheitenEinreichroutine, vollständige Unterlagen
Leistungsdauersolange AU besteht (vertraglich)lange Verläufefrüh BU-Strategie parallel prüfen
Wiedereingliederungstufenweise Rückkehr möglich„zahlt dann noch?“Regelungen vorab kennen
Nebenverdienstkann angerechnet werdenDoppelzahlungtransparent melden, sauber abstimmen

📘 Beachte: Je länger die Krankheit dauert, desto wichtiger wird Dokumentation. Nicht als „Misstrauen“, sondern weil der Versicherer nachvollziehen muss, dass die AU weiter besteht und wie die Prognose ist.

6. Ausschlüsse & Stolperfallen im Alltag 🚫

Die meisten Enttäuschungen kommen nicht aus „böser Absicht“, sondern aus Fehlannahmen. Krankentagegeld ist leistungsstark, wenn es korrekt beantragt und passend vereinbart ist. Es wird problematisch, wenn Gesundheitsangaben unvollständig sind, wenn die Tätigkeit falsch beschrieben ist oder wenn Menschen erwarten, dass alles „automatisch“ läuft.

Typische Stolperfallen:

  • Gesundheitsfragen: Vorerkrankungen, laufende Behandlungen oder psychische Themen werden ungenau angegeben.
  • Zu spätes Startdatum: Die Lücke entsteht genau in der Karenzzeit.
  • Überversicherung: Zu hoher Tagessatz ohne Einkommensnachweis kann später gekürzt oder angepasst werden.
  • Falsches Verständnis von „Arbeitsunfähigkeit“: Bei Selbstständigen zählt die konkrete berufliche Tätigkeit, nicht nur „krank“ im allgemeinen Sinn.
  • Formfehler: Bescheinigungen zu spät, Rückfragen ignoriert, Dokumentation fehlt.
StolperfalleWas passiertWarum das kritisch istBessere Lösung
Unvollständige GesundheitsangabenRisiko von Leistungskürzung/ProblemenVertragsbasis wird angegriffensauber aufbereiten, ehrlich, strukturiert
Karenz zu langechte Lücke entstehtLeistung kommt zu spätKarenz an Rücklagen anpassen
Tagessatz zu hochAnpassung/PrüfungÜberversicherung wird vermiedenrealistisch kalkulieren, Nachweise bereithalten
Selbstständige ohne TätigkeitsprofilStreit über AU„können Sie nicht trotzdem?“Tätigkeitsbeschreibung dokumentieren
UnterlagenchaosVerzögerungRückfragen kosten Zeitfeste Einreichroutine und Ablage

⚠️ Achtung: Wer Krankentagegeld „schnell abschließt“ und Gesundheitsfragen schlampig beantwortet, spart keine Zeit – er verschiebt das Problem in den Leistungsfall. Dann wird es richtig teuer.

7. Zusammenspiel mit GKV, PKV, BU und Betriebsausfall 🔧

Krankentagegeld steht nie alleine. Es muss zu Ihrem System passen. Der beste Tagessatz hilft wenig, wenn er zu spät startet oder wenn er mit anderen Leistungen kollidiert. Deshalb ist die wichtigste Frage: Was passiert finanziell in Woche 1–6, in Woche 7–26 und danach?

Typische Kombinationen:

  • GKV + Krankengeld: Hier geht es oft um die Lücke zum Netto oder um zusätzliche Fixkosten.
  • PKV + Krankentagegeld: Hier ist Krankentagegeld häufig der zentrale Einkommensbaustein nach der Lohnfortzahlung.
  • BU + Krankentagegeld: Krankentagegeld überbrückt, BU übernimmt bei dauerhafter Einschränkung.
  • Selbstständige: Zusätzlich kann eine Betriebsausfall-/Betriebsunterbrechungs-Logik nötig sein, weil der Betriebskostenblock sonst ungesichert bleibt.

Wichtig: Krankentagegeld ersetzt nicht automatisch Betriebsausgaben. Es ersetzt Ihr Einkommen. Betriebsausfallkonzepte zielen eher auf Fixkosten/Ertragsausfall des Betriebs. In manchen Branchen ist genau diese Kombination der Unterschied zwischen „privat überlebt“ und „Firma kippt“.

KombinationWofür sie gut istTypischer FehlerSaubere Prüffrage
GKV Krankengeld + ZusatzLücke zum Netto schließen„Krankengeld reicht“Wie groß ist Ihre Netto-Lücke wirklich?
PKV + KrankentagegeldEinkommen nach Lohnfortzahlung sichernTagegeld zu spät/zu niedrigStarttag exakt auf Lohnfortzahlung abstimmen
BU + Krankentagegeldkurz- vs. langfristig abdeckennur BU, kein ÜbergangKönnen Sie 6–12 Monate ohne Einkommen?
Selbstständig + BetriebsausfallBetriebskosten/Ertrag sichernalles nur über TagegeldWelche Fixkosten laufen im Betrieb weiter?
Rücklagen + TagegeldBeitrag optimierenRücklagen überschätztReicht Reserve wirklich bis Leistungsbeginn?

💡 Tipp: Denken Sie in Zeitachsen: Woche 1–6 (wer zahlt?), Woche 7–26 (wie groß ist die Lücke?), ab Monat 6–12 (brauchen Sie BU-Übergang?). Genau so bauen Sie ein System, das nicht reißt.

8. Beitrag & Kalkulation: wovon der Preis abhängt 💶

Der Beitrag für Krankentagegeld hängt vor allem von drei Dingen ab: Höhe des Tagessatzes, Starttag und Risiko (Alter, Beruf, Gesundheitszustand). Je früher die Leistung beginnen soll und je höher der Tagessatz, desto höher der Beitrag. Das ist logisch: Der Versicherer kalkuliert die Wahrscheinlichkeit und Dauer von Krankheitsfällen sowie die erwarteten Auszahlungen.

Ein häufiges Missverständnis: Menschen vergleichen Beiträge ohne das gleiche Startdatum oder ohne gleiche Leistungshöhe. Dann wirkt ein Tarif „billig“, ist aber schlicht später oder niedriger. Ein sinnvoller Vergleich ist immer: gleicher Tagessatz, gleicher Starttag, ähnliche Bedingungen.

Auch wichtig: Die Beitragsfrage muss zur Liquiditätsstrategie passen. Wer sehr knapp kalkuliert, wählt oft zu lange Karenzzeiten, um Beitrag zu sparen – und baut sich damit die Lücke ein, die Krankentagegeld eigentlich schließen soll.

PreisfaktorWarum er wirktTypischer EffektIhr Stellhebel
Tagessatzhöhere Leistung = mehr RisikoBeitrag steigtrealistisch kalkulieren, nicht „maximal“
Starttagfrüherer Start = häufiger LeistungBeitrag steigt deutlichKarenz passend zu Rücklagen
AlterRisiko steigt mit AlterBeitrag steigtfrüh planen statt „später“
Beruf/TätigkeitAU-Risiko und Dauer variierenBeitrag variiertTätigkeit sauber beschreiben
GesundheitVorerkrankungen beeinflussen RisikoZuschläge möglichVoranfrage, saubere Unterlagen

📘 Beachte: Der beste Beitrag ist der, der zu Ihrer Strategie passt. Billig ist wertlos, wenn der Starttag Ihre echte Lücke nicht trifft.

9. Antrag & Gesundheitsprüfung: so machen Sie es richtig 🗂️

Hier trennt sich „sauber aufgebaut“ von „im Leistungsfall Ärger“. Krankentagegeld ist ein sensibler Vertrag, weil er einkommensbezogen ist und Gesundheitsprüfung beinhaltet. Wer unvollständig angibt oder unstrukturierte Unterlagen hat, riskiert Rückfragen, Verzögerungen oder im schlimmsten Fall Streit.

Saubere Vorgehensweise:

  • Gesundheitsdaten sammeln: Diagnosen, Zeiträume, Behandlungen, Medikamente, Arztkontakte.
  • Tätigkeitsprofil erstellen: Was machen Sie beruflich konkret, wie viel davon ist körperlich/psychisch/organisatorisch?
  • Einkommenslogik belegen: Wie hoch ist Ihr Netto bzw. Ihr entnehmbares Einkommen? Bei Selbstständigen zählt oft die realistische, nachhaltige Entnahmefähigkeit, nicht nur der Umsatz.
  • Starttag festlegen: passend zu Lohnfortzahlung, Krankengeld und Rücklagen.
AntragspunktWas Sie vorbereitenWarum es wichtig istTypischer Fehler
Gesundheitsangabenvollständig, konsistentGrundlage für Annahme/Leistung„kurz und ungenau“
TätigkeitsbeschreibungAufgaben, Anteil, BelastungAU-Beurteilung bei Selbstständigen„ich mache alles“ ohne Details
Einkommensnachweisplausibel, dokumentiertverhindert ÜberversicherungTagessatz ohne Grundlage
StartdatumZeitachse beachtenLücke vermeidenStart zu spät gewählt
DokumentationAblage, Routinebeschleunigt später LeistungUnterlagen im Leistungsfall fehlen

💡 Tipp: Legen Sie sich sofort eine einfache Routine an: Alles, was medizinisch relevant ist, wird abgelegt. Im Leistungsfall zählt nicht „Erinnerung“, sondern Nachweis.

10. FAQ – 6 wichtige Fragen zum Krankentagegeld ❓

Brauche ich Krankentagegeld als Angestellter überhaupt?

Oft ja – nicht weil Sie „gar nichts“ bekommen, sondern weil nach der Lohnfortzahlung die Einnahmen häufig sinken und Fixkosten gleich bleiben. Besonders relevant ist es bei hohen Fixkosten, variablen Gehaltsbestandteilen oder wenn Sie privat krankenversichert sind.

💡 Tipp: Rechnen Sie einmal ehrlich: Was kommt nach der Lohnfortzahlung tatsächlich netto an – und was sind Ihre Fixkosten pro Monat?

Was ist der wichtigste Punkt beim Abschluss?

Der Starttag. Wenn das Tagegeld zu spät beginnt, entsteht die Lücke genau in der Phase, in der Krankheit finanziell gefährlich wird.

📘 Beachte: Der Beitrag wirkt schnell „zu hoch“, wenn man nicht sieht, dass ein früher Start genau die realen Ausfälle abdeckt.

Wie bestimme ich die richtige Höhe?

Über Ihren realen Tagesbedarf: Monatsbedarf (private Fixkosten + Lebenshaltung + ggf. betriebliche Fixkosten indirekt) geteilt durch 30. Nicht über Wunschdenken und nicht über „maximal versicherbar“.

⚠️ Achtung: Zu hoch kann später als Überversicherung geprüft werden. Zu niedrig ist im Leistungsfall definitiv Ihr Problem.

Zahlt Krankentagegeld auch bei psychischen Erkrankungen?

Grundsätzlich kann es das – entscheidend sind Gesundheitsprüfung, eventuelle Ausschlüsse und die vertraglichen Bedingungen. Im Leistungsfall ist saubere ärztliche Dokumentation besonders wichtig.

📘 Beachte: Der sauberste Weg ist eine ehrliche, vollständige Gesundheitsangabe im Antrag. Später „korrigieren“ ist keine Strategie.

Was passiert, wenn ich teilweise wieder arbeiten kann?

Das hängt von den Bedingungen ab: Manche Regelungen berücksichtigen Wiedereingliederung oder Teil-AU, andere sind strenger. Wichtig ist, das vor Abschluss zu verstehen, wenn Ihre Tätigkeit flexible Rückkehrmodelle hat.

💡 Tipp: Wenn Sie selbstständig sind, beschreiben Sie Ihre Tätigkeit so, dass klar wird, welche Aufgaben bei Krankheit wirklich ausfallen – sonst entsteht unnötige Diskussion.

Reicht eine BU nicht aus?

BU ist für dauerhafte Einschränkungen gedacht. Krankentagegeld ist für die Phase der Arbeitsunfähigkeit, in der eine Rückkehr grundsätzlich erwartet wird. Viele lange Krankheitsverläufe liegen genau in dem Bereich, in dem Tagegeld die Liquidität stabilisiert und BU noch nicht greift oder nicht beantragt ist.

⚠️ Achtung: Wer nur BU hat, kann bei mehreren Monaten Krankheit trotzdem eine harte Einkommenslücke haben – vor allem, wenn Rücklagen fehlen oder der Leistungsprozess dauert.

11. Fazit – MAWA Krankentagegeld-Check & Strategie ✅

Krankentagegeld – Einkommen bei Krankheit sichern | MAWA Finanz

Krankentagegeld ist der Einkommensbaustein für den häufigsten Leistungsfall im Leben: vorübergehende Krankheit mit echter Arbeitsunfähigkeit. Es ist nicht glamourös, aber extrem wirksam – wenn Starttag, Höhe und Antrag sauber passen. Die beste Police ist nicht die teuerste, sondern die, die Ihre Zeitachse schließt: von Tag 1 bis zur Rückkehr – und im langen Verlauf mit klarem Übergang zu einer BU-Strategie.

MAWA Krankentagegeld-CheckPrüffrageZiel
ZeitachseWer zahlt in Woche 1–6, 7–26 und danach?Lücke vermeiden
StarttagPasst die Karenz zu Rücklagen und System (GKV/PKV)?rechtzeitig Leistung
HöheDeckt der Tagessatz Ihren realen Bedarf pro Tag?Liquidität sichern
SystemPasst es zu BU, ggf. Betriebsausfall, Rücklagen?langfristige Stabilität
ProzessGesundheitsangaben, Nachweise, Ablage sauber?Leistung ohne Stress

📘 Beachte: Krankentagegeld ist ein „Planungsprodukt“. Wenn Sie es einmal sauber einstellen, läuft es im Ernstfall wie ein Sicherheitsnetz – nicht wie eine Diskussion.

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