
DU Polizei – Dienstunfähigkeit bei der Polizei absichern
Polizeidienst ist Hochbelastung: Einsatz, Schicht, Risiko. Dienstunfähigkeit bedeutet oft mehr als „krank“ – und die richtige DU-Absicherung entscheidet.
DU Polizei | Dienstunfähigkeit absichern – das sollten Sie wissen.
🌟 Einleitung

Bei der Polizei ist „dienstfähig“ kein abstrakter Begriff. Es ist eine konkrete Frage: Können Sie Einsätze fahren, Schichtdienst leisten, Stress aushalten, schnell entscheiden, körperlich durchziehen, Konflikte deeskalieren – und in Extremsituationen funktionieren? Genau deshalb ist das Thema Dienstunfähigkeit bei Polizistinnen und Polizisten so besonders. In vielen Berufen kann man bei Einschränkungen „umorganisieren“. Im Polizeidienst ist das oft nur begrenzt möglich – oder führt zu langen Diskussionen über Verwendung, Einschränkungen und Zumutbarkeit.
Dazu kommt: Das finanzielle Risiko ist häufig größer, als viele denken. Nicht, weil „gar nichts“ gezahlt wird, sondern weil im DU-Fall typische Bestandteile des aktiven Einkommens wegfallen oder sich verändern können: Zulagen, Mehrarbeit, Schichtmodelle, bestimmte Funktionszulagen. Gleichzeitig bleiben Fixkosten (Wohnen, Familie) stabil und Gesundheitskosten können steigen. Wer hier keine saubere Lückenrechnung macht, merkt die Unterdeckung im Ernstfall.
Diese Seite macht das Thema verständlich und praxisnah: Was Dienstunfähigkeit bei der Polizei bedeutet, wie das Verfahren typischerweise läuft, warum die DU-Klausel in der Absicherung entscheidend ist, wie Sie die Versorgungslücke realistisch planen und welche Schadenbilder in der Polizei-Praxis wirklich häufig sind. Dazu kommen klare Fallbeispiele und ein Antragsteil, der typische Fehler verhindert.
💡 Tipp: Bei Polizei-Absicherung zählt nicht „BU vorhanden“, sondern ob der Vertrag realistisch abbildet, dass polizeiliche Verwendungsfähigkeit schneller endet als allgemeine Arbeitsfähigkeit – und ob Ihre Zulagen-Lücke eingeplant ist.
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1. Was bedeutet Dienstunfähigkeit bei der Polizei? 👮♂️
Dienstunfähigkeit (DU) bedeutet im Kern: Eine Polizistin oder ein Polizist kann die dienstlichen Aufgaben dauerhaft nicht mehr erfüllen. Im Polizeidienst ist das besonders praxisnah, weil „Aufgaben“ nicht nur Schreibtischarbeit sind, sondern je nach Verwendung Einsatzdienst, Streife, Bereitschaft, Verkehr, Hundestaffel, Spezialeinheiten, Ermittlungen, Wachdienst, Objektschutz oder Führungsfunktionen.
Wichtig ist: Dienstunfähigkeit ist keine Diagnose und kein Gefühl, sondern eine dienstrechtliche Bewertung mit Prognose. Zwei Menschen mit der gleichen Diagnose können unterschiedlich eingestuft werden, wenn ihre konkrete Verwendung und Belastung unterschiedlich ist. Und: Zwischen „krankgeschrieben“ und „dienstunfähig“ liegen oft Phasen wie Anpassung, Umsetzung, Teildienstfähigkeit oder BEM.
| Begriff | Kurz erklärt | Wer entscheidet? | Praxisfolge |
|---|---|---|---|
| Arbeitsunfähigkeit (AU) | vorübergehend krank | behandelnder Arzt | Krankmeldung, Heilbehandlung |
| Dienstfähigkeit | dienstliche Einsatzfähigkeit | Dienstherr (mit ärztlicher Bewertung) | voller Dienst oder Auflagen |
| Teildienstfähigkeit | eingeschränkt dienstfähig | Dienstherr | reduzierte Tätigkeit/Umfang |
| Dienstunfähigkeit (DU) | dauerhaft nicht dienstfähig | Dienstherr (oft Amts-/Polizeiarzt) | Ruhestand/Entlassung je Status |
| Berufsunfähigkeit (BU) | Versicherungsbegriff | Versicherer | Leistung je Vertrag, nicht automatisch DU |
📘 Beachte: Im Polizeidienst ist die entscheidende Frage fast immer funktional: Welche Kernanforderungen sind dauerhaft nicht mehr erfüllbar (Einsatz, Schicht, Stress, körperliche Belastung) – und ist eine realistische andere Verwendung vorhanden?
2. Polizei-Realität: Verwendungen, Status, Laufbahnen 🧭
„Polizei“ ist nicht ein Beruf, sondern ein System aus Verwendungen und Laufbahnen. Die DU-Absicherung muss verstehen, dass Verwendungsfähigkeit je nach Bereich sehr unterschiedlich ist. Eine Einschränkung kann den Streifendienst unmöglich machen, während Ermittlungsarbeit theoretisch noch denkbar wäre – und genau hier entstehen die typischen Streitpunkte: Ist eine Umsetzung realistisch? Ist sie zumutbar? Ist sie dauerhaft verfügbar? Passt sie zur Qualifikation?
Zusätzlich spielt der Status eine Rolle: Beamte auf Widerruf (Ausbildung/Studium), auf Probe, auf Lebenszeit. Je früher im Status, desto größer ist häufig das finanzielle Risiko, weil Versorgung und Übergangslogik unsicherer sind.
| Polizei-Bereich | Typische Kernanforderung | Was DU häufig auslöst | Warum Absicherung speziell sein muss |
|---|---|---|---|
| Streife/Einsatzdienst | körperlich + Stress + Konflikt | Orthopädie, Psyche, Einsatztrauma | Verwendungsfähigkeit endet schneller |
| Bereitschaft/Einheiten | Belastung/Schicht/Lage | Verletzungen, Überlastung | hoher Körperanteil |
| Verkehr/Unfallaufnahme | draußen, Zeitdruck, Gefahren | Rücken/Knie, Psyche nach Unfällen | Belastung unterschätzt |
| Kripo/Ermittlungen | Konzentration, Druck, Schicht | Psyche, Schlaf, Neurologie | „geht doch am Schreibtisch“ wird diskutiert |
| Hundestaffel | körperlich + Tierführung | Orthopädie, Allergien, Unfall | sehr spezifische Anforderungen |
| Führung/Leitung | Verantwortung, Konflikte | Psyche, Burnout | hoher Druck, wenig Puffer |
💡 Tipp: Planen Sie Absicherung so, als ob der Dienstherr zuerst prüft: Umsetzung/Verwendung statt Ruhestand. Ein guter Vertrag muss diese Realität abbilden, sonst entsteht die Lücke zwischen „polizeilich nicht mehr geeignet“ und „Versicherer zahlt noch nicht“.
3. DU-Verfahren: Polizeiarzt, Amtsarzt, BEM, Verwendung 🏥
Der Weg zur Dienstunfähigkeit ist in der Praxis selten ein einzelner Termin. Meist gibt es einen Verlauf: wiederkehrende Ausfälle, längere AU, medizinische Abklärung, Belastungserprobungen, Gespräche mit Vorgesetzten, BEM (betriebliches Eingliederungsmanagement) und ärztliche Begutachtung. Im Polizeidienst kommen häufig polizeispezifische Beurteilungen dazu: Eignung für Waffeinsatz, Einsatzdienst, Schicht, besondere Lagen.
Typischer Ablauf (vereinfacht): Zuerst Stabilisierung/Behandlung, dann Prüfung der Rückkehr, dann ggf. Umsetzung/Teildienstfähigkeit, dann erst DU-Entscheidung, wenn keine realistische Wiederherstellung absehbar ist.
| Baustein | Was geprüft wird | Unterlagen, die helfen | Typischer Knackpunkt |
|---|---|---|---|
| Medizinische Abklärung | Diagnose, Verlauf, Prognose | Facharztberichte, Therapien | „schwankend“ ohne klare Prognose |
| BEM | Rückkehrmöglichkeiten | Stufenpläne, Belastungsreaktionen | Wiedereingliederung wird missverstanden |
| Verwendungsprüfung | andere Dienstposten | Qualifikation, Realismus | „Theorie-Verwendung“ statt echte Stelle |
| Begutachtung | Dienstfähigkeit | Gutachten, Funktionsstatus | Widersprüche in Aussagen/Unterlagen |
| Entscheidung | DU/Teildienstfähigkeit/Umsetzung | Bescheide, Begründung | formale Grundlage für Versicherer |
⚠️ Achtung: Im DU-Verfahren zählt Konsistenz. Wer gegenüber Arzt, Dienststelle und Versicherer unterschiedliche Belastbarkeit schildert, macht den Fall unnötig angreifbar – selbst bei objektiv ernsten Einschränkungen.
4. DU-Klausel & BU: worauf Polizisten achten müssen 🧩
Polizistinnen und Polizisten sichern das DU-Risiko typischerweise über eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Der kritische Punkt ist die Schnittstelle zwischen dienstlicher Verwendungsfähigkeit und Versicherungsdefinition. Denn: Polizeidienstfähigkeit kann enden, obwohl man theoretisch noch irgendeine Tätigkeit am allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben könnte. Genau hier entscheidet die Vertragsqualität.
In der Praxis sollten Polizeibeamtinnen und -beamte vor allem auf drei Punkte achten:
- Anerkennung dienstlicher Entscheidungen (wie stark wird DU berücksichtigt?)
- Regeln zur Verweisung (wie schnell kann auf andere Tätigkeiten verwiesen werden?)
- Behandlung von Zwischenstufen (Teildienstfähigkeit/Umsetzung)
| Vertragsmerkmal | Gute Ausprägung | Schwache Ausprägung | Praktische Folge |
|---|---|---|---|
| DU-/Dienstfähigkeitslogik | dienstliche Entscheidung ist starkes Kriterium | nur normale BU-Prüfung | längere Diskussion im Leistungsfall |
| Verweisung | realistische Grenzen, praxistauglich | weite Verweisung | „du kannst doch noch“ wird Hauptthema |
| Zwischenstufen | klare Regelung/Teil-Logik | alles-oder-nichts | Einkommenslücke bei Teilfällen |
| Tätigkeitsdefinition | Polizeialltag wird sauber abgebildet | zu allgemein („Beamter“) | Leistung schwer greifbar |
📘 Beachte: Bei Polizei ist die größte Fehlannahme: „Wenn ich nicht mehr auf Streife kann, zahlt die BU sofort.“ Das stimmt nur, wenn Vertragslogik und Nachweise die Einschränkung als dauerhafte berufliche Einschränkung tragen.
5. Versorgung & Einkommen: was sich im DU-Fall ändert 💶
Viele rechnen im DU-Fall mit „Versorgung kommt schon“. Die Realität ist differenzierter: Je nach Status und Dienstzeit kann eine Versorgung bestehen, aber sie liegt häufig spürbar unter dem aktiven Netto. Außerdem können Bestandteile des aktiven Einkommens wegfallen oder sich verändern: Zulagen, Mehrarbeit, Schicht- und Erschwernisanteile. Gleichzeitig bleiben Fixkosten stabil und es entstehen oft Mehrkosten (Therapien, Fahrten, Lebensumstellung).
Für eine saubere Planung sollten Polizeibeschäftigte ihr aktives Einkommen in Bausteine zerlegen. So wird sichtbar, welche Teile im DU-Fall überhaupt sicher sind und welche nicht.
| Einkommensbaustein | Aktiv häufig enthalten | Im DU-Fall oft verändert | Warum das für die Lücke zählt |
|---|---|---|---|
| Grundbezüge | ja | meist Basis, aber geringer | Netto sinkt spürbar |
| Zulagen/Schicht | häufig | kann wegfallen | Lücke wird unterschätzt |
| Mehrarbeit | je nach Stelle | fällt häufig weg | „unauffällige“ Unterdeckung |
| Familienkosten | unverändert | unverändert | Bedarf bleibt stabil |
| Gesundheitskosten | moderat | kann steigen | DU-Phase ist teuer |
💡 Tipp: Planen Sie die DU-Rente nicht nur nach „Netto heute“, sondern nach „Netto im DU-Szenario plus Mehrkosten“. Der Unterschied sind oft genau die Zulagen und der Gesundheitspuffer.
6. Versorgungslücke berechnen: Zulagen, Fixkosten, Reserve 🧮
Die richtige Rentenhöhe entsteht nicht aus Bauchgefühl, sondern aus einer Lückenrechnung. Besonders bei Polizei ist das wichtig, weil die Einnahmenseite sich stärker verändert als viele erwarten. Die einfache Logik lautet:
Monatsbedarf (Fixkosten + Lebenshaltung + Verpflichtungen + Gesundheit + Reserve) minus sichere Einnahmen im DU-Fall = notwendige DU/BU-Rente.
Sinnvoll ist eine Szenario-Rechnung:
- Szenario „früh“: DU in Ausbildung/Probezeit (größte Unsicherheit)
- Szenario „mitten im Dienst“: DU nach einigen Jahren (Zulagen real, Fixkosten hoch)
- Szenario „später“: DU nach langer Dienstzeit (Versorgung höher, aber Gesundheitsthema größer)
| Rechenschritt | Was Sie ansetzen | Polizei-spezifischer Punkt | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Fixkosten | Wohnen/Kredit/Verträge | oft langfristig gebunden | „reduziere ich dann“ |
| Lebenshaltung | realistisch | Schicht-/Stressfolgen kosten | zu knapp kalkuliert |
| Zulagenverlust | als Risiko einpreisen | häufig unterschätzt | Zulagen nicht berücksichtigt |
| Gesundheit | Therapie, Medikamente, Wege | bei Psyche/Orthopädie oft höher | kein Puffer |
| Reserve | 5–15 % | Übergang/Umstellung | Reserve fehlt komplett |
⚠️ Achtung: Wer die Lücke ohne Zulagenverlust rechnet, plant fast immer zu niedrig. Im Polizeidienst ist genau das der häufigste Unsichtbar-Faktor.
7. Typische DU-Ursachen im Polizeidienst 🧠
Polizeidienst hat ein klares Ursachenprofil für Dienstunfähigkeit: psychische Belastungsfolgen, orthopädische Schäden, Unfallfolgen, Hörschäden/Tinnitus, Schlaf- und Schichtprobleme, sowie chronische Krankheitsverläufe. Viele Fälle sind nicht „ein Ereignis“, sondern eine Kette aus Belastung, Ausfällen, Rückkehrversuchen und erneuten Ausfällen.
Wichtig ist für Leser: Nicht jede Diagnose führt zur DU. Entscheidend ist, ob die Kernanforderungen des Polizeidienstes dauerhaft nicht mehr erfüllt werden können und ob es eine realistische alternative Verwendung gibt.
| Ursachenfeld | Warum im Polizeidienst häufig | Typische Einschränkung | Was später als Nachweis zählt |
|---|---|---|---|
| Psyche/Trauma | Lagen, Gewalt, Dauerstress | Reizüberflutung, Schlaf, Angst | Therapie, Verlauf, Prognose, Belastbarkeit |
| Orthopädie | Tragen, Rennen, Festnahmen | Knie/Rücken/Schulter | Befunde, Funktion, Reha-Verlauf |
| Unfallfolgen | Verkehr, Einsätze, Stürze | Dauerfolgen, Schmerzen | OP-/Entlassberichte, Funktionsstatus |
| Hörschäden/Tinnitus | Lärmexposition, Stress | Konzentration, Schlaf | Audiogramme, Verlauf, Behandlung |
| Schlaf/Schicht | Nacht, Wechsel, Stress | Erschöpfung, Leistungseinbruch | Schlafmedizin, Verlauf, Stabilität |
📘 Beachte: Gerade bei psychischen und schleichenden Verläufen entscheidet die Dokumentation. Ohne nachvollziehbare Behandlungskette wirkt ein Fall für Dritte „unklar“, obwohl er für Betroffene massiv einschränkend ist.
8. Schadenbeispiele: so entstehen DU-Fälle in der Praxis 🧨
Damit Leser verstehen, wie DU Polizei praktisch aussieht, helfen konkrete Muster. Die Beispiele sind vereinfacht, aber realistisch in der Mechanik. Entscheidend ist die Logik: Kernanforderung fällt weg, Verlauf belegt Dauer, Verwendung wird geprüft, Entscheidung folgt.
| Fall | Auslöser | Verlauf | Dienstliche Folge | Absicherungskritischer Punkt |
|---|---|---|---|---|
| Knie-/Rückenchronik | Festnahme/Belastung | OP, Reha, Rückfälle | Einsatzdienst nicht mehr | Verweisung auf Innendienst |
| Belastungsstörung | schwere Lage/Übergriffe | Schlaf, Panik, Trigger | Einsatzfähigkeit fällt weg | Nachweise, Prognose, Stabilität |
| Verkehrsunfall im Dienst | Unfall mit Folgen | Schmerz, Konzentrationsprobleme | dauerhaft eingeschränkt | Funktionsstatus + Lückenrechnung |
| Tinnitus/Hörschaden | Lärm + Stress | Schlafprobleme, Fokusverlust | bestimmte Verwendungen unmöglich | objektive Befunde + Verlauf |
| Migräne/Neurologie | Stress/Schicht | häufige Ausfälle | Schicht/Einsatz nicht mehr | Frequenz, Behandlung, Belastbarkeit |
Fallmechanik 1 (Orthopädie): Ein Beamter im Einsatzdienst erleidet eine schwere Knieverletzung. Nach OP und Reha bleibt Instabilität. Kurze Strecken gehen, aber Rennen, schnelle Richtungswechsel, Festhalten, längeres Stehen in Lagen sind dauerhaft nicht möglich. Dienstlich wird Umsetzung geprüft, Innendienst wird diskutiert. Versicherungstechnisch ist der Kernpunkt, ob die zuletzt ausgeübte Tätigkeit (Einsatzdienst mit körperlicher Komponente) dauerhaft nicht mehr möglich ist und ob eine Verweisung realistisch greift.
Fallmechanik 2 (Psyche/Trauma): Nach einer schweren Lage entwickeln sich Schlafstörungen, Trigger, Reizüberflutung. Mehrere Rückkehrversuche scheitern, Wiedereingliederung führt zu Rückfällen. Dienstlich wird Einsatzfähigkeit verneint, andere Verwendungen werden geprüft. Entscheidend ist die Behandlungs- und Prognosekette: Therapie, Verlauf, klare Aussagen zur Belastbarkeit. Ohne Struktur wird der Fall unnötig „diskutierbar“.
💡 Tipp: Gute Fallführung bedeutet: Tätigkeitsprofil konkret machen (Einsatz/Schicht/Lagen), Einschränkungen funktional beschreiben (was geht nicht mehr) und Verlauf belegen (nicht behaupten). Das beschleunigt Entscheidungen bei Dienstherr und Versicherer.
9. Antrag & Gesundheitsprüfung: sauber abschließen 🧾
Bei Polizei-Anträgen gibt es typische Problemfelder: orthopädische Vorgeschichten (Sport, Knie, Rücken), psychische Themen (Stress, Schlaf, Therapie), Migräne, Tinnitus, wiederkehrende Krankschreibungen. Viele machen hier den Fehler, zu „glatt“ zu antworten, aus Angst vor Zuschlägen. Das ist riskant, weil im Leistungsfall genau diese Punkte geprüft werden.
Sauberer Weg: Gesundheitsdaten sammeln, Zeiträume und Behandlungen konsistent angeben, relevante Berichte bereithalten und – wenn sinnvoll – über eine strukturierte Vorprüfung arbeiten. Wichtig ist auch, die Tätigkeit realistisch zu beschreiben: Einsatzdienst, Schicht, körperliche Belastung, Lagen, Waffen-/Einsatzanforderungen. Je konkreter die Beschreibung, desto besser kann das Risiko korrekt eingestuft werden.
| Antragsbereich | Was Sie vorbereiten | Warum bei Polizei wichtig | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Orthopädie | Diagnosen, OP, Physio, Verlauf | häufige DU-Ursachen | „war nur Sport“ |
| Psyche/Schlaf | Therapie, Medikamente, Verlauf | häufigster Streitpunkt | weglassen/relativieren |
| Tinnitus/Gehör | Audiogramme, Verlauf | dienstrelevant | nur „Ohrgeräusch“ |
| Migräne/Neurologie | Frequenz, Behandlung | Ausfallmuster zählt | keine Zeitlinie |
| Tätigkeitsprofil | Schicht, Einsatz, Belastung | Leistung greifbar machen | zu allgemein („Beamter“) |
⚠️ Achtung: Verschweigen ist das größte Risiko. Zuschläge sind planbar, ein angreifbarer Antrag im Leistungsfall ist es nicht.
10. FAQ – 6 wichtige Fragen zu DU Polizei ❓
Sie kann reichen, aber sie ist oft konfliktanfälliger. Polizeidienstfähigkeit kann enden, obwohl man theoretisch noch eine andere Tätigkeit ausüben könnte. Dann entscheidet der Vertrag, wie eng Verweisung und Definitionen sind. Ohne passende Logik kann es im Leistungsfall länger dauern und streitiger werden.
📘 Beachte: Die Kernfrage ist nicht „BU ja/nein“, sondern ob der Vertrag den Polizeialltag als zuletzt ausgeübte Tätigkeit sauber abbildet und Verweisung realistisch begrenzt.
Dass Zulagen und Schichtanteile „schon irgendwie weiterlaufen“. In vielen Fällen sinkt das Netto deutlich, weil genau diese Bestandteile wegfallen oder sich verändern. Gleichzeitig bleiben Fixkosten und Familienkosten stabil.
💡 Tipp: Rechnen Sie die Versorgungslücke immer mit Zulagenverlust und einem Gesundheitspuffer. Das ist der realistischere Worst-Case.
Dienstlich kann Umsetzung eine Option sein. Absicherungstechnisch ist es eine Grauzone: Wenn Sie noch eingesetzt werden, ist die Frage, ob und wie eine Versicherungsleistung ausgelöst wird. Genau deshalb brauchen Sie klare Vertragslogik und saubere Nachweise, warum die ursprüngliche Tätigkeit dauerhaft nicht mehr möglich ist.
⚠️ Achtung: „Innendienst geht immer“ ist ein Mythos. Es hängt von realen Stellen, Qualifikation, Zumutbarkeit und Ihrer konkreten Einschränkung ab. Theorie-Verwendungen helfen niemandem.
Psychische Belastungsfolgen (Erschöpfung, Angst, Trauma), orthopädische Schäden (Knie/Rücken/Schulter), Unfallfolgen sowie Schlaf-/Schichtprobleme und Hörschäden/Tinnitus. Häufig ist es kein einzelner Auslöser, sondern ein Verlauf.
📘 Beachte: Gerade bei psychischen und schleichenden Verläufen entscheidet die Dokumentation: Therapie, Verlauf, Prognose und funktionale Einschränkungen müssen nachvollziehbar sein.
Meist über mehrere Stufen: medizinische Abklärung, längere AU, BEM/Wiedereingliederung, Verwendungsprüfung, Begutachtung, Entscheidung. Parallel kann eine Versicherungsprüfung laufen, die Unterlagen und ein klares Tätigkeitsprofil braucht. Struktur und Konsistenz beschleunigen alles.
💡 Tipp: Führen Sie früh eine Zeitlinie (Symptome, Ausfälle, Behandlungen, Rückkehrversuche). Das reduziert Rückfragen und verhindert Widersprüche.
Nicht nach Gefühl, sondern nach Bedarfslücke: Monatsbedarf minus sichere Einnahmen im DU-Szenario. Planen Sie mindestens ein Szenario mit Zulagenverlust und Mehrkosten durch Gesundheit. Lieber solide und stabil als „knapp und hoffentlich“.
⚠️ Achtung: Zu knapp abschließen ist bei Polizei besonders gefährlich, weil Nachversicherung später oft an Gesundheit hängt – und weil DU-Ursachen häufig schleichend sind.
11. Fazit – MAWA Polizei-DU-Check & Strategie ✅
DU Polizei – Dienstunfähigkeit bei der Polizei absichern | MAWA Finanz
Die DU-Klausel ist der Schlüssel, damit eine BU bei Beamten im Ernstfall nicht zur Grundsatzdiskussion wird. Entscheidend sind drei Ebenen: Klauselqualität (echt/unecht und Statusabdeckung), Systemlogik (Dienstherr, Teildienstfähigkeit, anderweitige Verwendung) und Planung (richtige Rentenhöhe, Wachstumsbausteine, saubere Antragsdokumentation).
Wenn das sauber sitzt, haben Sie ein stabiles System: Der Dienstherr entscheidet über DU, der Vertrag erkennt diese Entscheidung sinnvoll an, und Ihre Versorgungslücke wird realistisch geschlossen – ohne Überraschungen.
| MAWA DU-Check | Prüffrage | Ziel |
|---|---|---|
| Klausel | echte DU? Status abgedeckt? | Leistung wird nicht zerredet |
| Verfahren | Unterlagen & Zeitlinie sauber? | schneller, ruhiger Ablauf |
| Lücke | Bedarf vs. Versorgung gerechnet? | Rente passt wirklich |
| Wachstum | Dynamik/Nachversicherung sinnvoll? | Vertrag bleibt aktuell |
| Stolperfallen | Antrag & Verlauf konsistent? | weniger Angriffsfläche |
📘 Beachte: Die beste DU-Absicherung ist die, die im Ernstfall nicht überrascht – weil Klausel, Verfahren und Rentenhöhe vorab sauber zusammenpassen.
🔹 Dienstunfähigkeitsversicherung
🔗 DU-Klausel erklärt
🔹 Zielgruppen im öffentlichen Dienst
🔗 Dienstunfähigkeit für Beamte
🔗 Dienstunfähigkeit für Lehrer
🔗 Dienstunfähigkeit für Soldaten
