
bAV – Betriebliche Altersversorgung richtig verstehen
Die bAV ist oft der stärkste Arbeitnehmer-Hebel – aber nur, wenn Zuschuss, Kosten und Netto-Auszahlung später wirklich zusammenpassen.
bAV | Betriebliche Altersversorgung – das sollten Sie wissen.
🌟 Einleitung

Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist für viele Arbeitnehmer der wichtigste Zusatzbaustein für später: Sie sparen über den Arbeitgeber, oft aus dem Brutto, häufig mit Arbeitgeberzuschuss – und bauen so Versorgung auf, die Sie privat so nicht „einfach nebenbei“ bekommen würden. Genau deshalb gilt bAV oft als No-Brainer. In der Praxis ist sie das aber nur dann, wenn die Mechanik stimmt: Welche Durchführungswege werden genutzt, wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss wirklich, welche Kosten wirken über Jahrzehnte, was passiert bei Arbeitgeberwechsel, und wie sieht das Netto im Alter aus, wenn Steuern und (je nach Status) Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge dazukommen?
Viele Fehler entstehen aus zwei Denkfehlern: Erstens wird nur auf den Vorteil in der Ansparphase geschaut („Brutto sparen“), aber nicht auf die Belastung in der Auszahlungsphase. Zweitens wird der Vertrag als „Produkt“ betrachtet, obwohl bAV immer auch ein arbeitsrechtliches Konstrukt mit Regeln ist. Wer diese Regeln nicht kennt, wird später überrascht: durch eingeschränkte Flexibilität, durch eine beitragsfreie Phase nach Jobwechsel, durch hohe Kosten oder durch eine Auszahlungsform, die nicht zum Ruhestandsplan passt.
Auf dieser Seite bekommen Sie eine klare Orientierung: Was ist bAV, wie funktioniert Entgeltumwandlung, welche Durchführungswege gibt es, wie rechnet man Arbeitgeberzuschuss und Nettoeffekt, welche Rolle spielen Steuer und Sozialabgaben, wie bewertet man Kosten, wie läuft ein Arbeitgeberwechsel sauber – und wie treffen Sie am Ende eine Entscheidung, die sich netto lohnt.
💡 Tipp: Der bAV-Check ist immer zweistufig: (1) Was kostet es Sie netto heute? (2) Was kommt netto im Alter an – nach Steuer, möglichen KV/PV-Beiträgen und Kosten? Erst wenn beide Seiten stehen, ist bAV fair bewertet.
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1. Was ist bAV – und warum ist sie so beliebt? 🧱
bAV bedeutet: Altersvorsorge über den Arbeitgeber. Statt dass Sie privat einen Vertrag abschließen, läuft der Aufbau im Rahmen des Arbeitsverhältnisses. Das kann durch Entgeltumwandlung passieren (Sie verzichten auf einen Teil des Bruttogehalts) oder durch arbeitgeberfinanzierte Beiträge (der Arbeitgeber zahlt zusätzlich).
bAV ist so beliebt, weil sie Hebel bietet, die private Vorsorge so nicht hat: steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Effekte in der Ansparphase, plus Arbeitgeberzuschüsse. Diese Hebel können das Kosten-Nutzen-Verhältnis sehr attraktiv machen – aber nur, wenn die Vertrags- und Kostenstruktur passt und wenn die Auszahlungsphase mitgedacht wird.
Wichtig ist auch: bAV ist kein einzelnes Produkt, sondern ein Rahmen. Innerhalb dieses Rahmens gibt es verschiedene Durchführungswege mit unterschiedlichen Regeln. Das erklärt, warum zwei bAVs völlig unterschiedlich wirken können, obwohl beide „bAV“ heißen.
| bAV-Baustein | Was es bedeutet | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Arbeitgeberrahmen | Vertrag/Anspruch ist ans Arbeitsverhältnis gekoppelt | bestimmt Rechte bei Wechsel |
| Finanzierung | Entgeltumwandlung oder Arbeitgeberbeitrag | entscheidet über Nettoaufwand |
| Zuschuss | Arbeitgeber beteiligt sich häufig | großer Renditehebel |
| Durchführungsweg | Art der bAV-Struktur | Regeln/Kosten/Leistungen unterscheiden sich |
| Auszahlung | Rente oder Kapital je nach Modell | bestimmt Netto im Alter |
📘 Beachte: bAV ist nicht automatisch „besser“, nur weil sie aus dem Brutto läuft. Entscheidend ist das Ergebnis in Euro netto – heute und später.
2. Entgeltumwandlung: So funktioniert „Sparen aus dem Brutto“ 💶
Bei der Entgeltumwandlung wird ein Teil Ihres Bruttogehalts in die bAV umgeleitet. Dadurch sinkt Ihr steuer- und sozialabgabenpflichtiges Einkommen. In vielen Fällen fühlt sich das so an, als würden 100 Euro bAV-Beitrag vielleicht nur 50 bis 70 Euro netto kosten. Genau das ist der Vorteil: Der Staat und die Sozialabgaben „finanzieren“ einen Teil des Beitrags indirekt mit, weil weniger Abzüge anfallen.
Dieser Effekt ist aber kein Geschenk ohne Gegenleistung. Denn Leistungen aus der bAV werden später typischerweise besteuert und können – je nach Versicherungsstatus im Ruhestand – auch für Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge relevant sein. Der Vorteil entsteht, wenn der Nettoeffekt heute plus Arbeitgeberzuschuss größer ist als die späteren Abzüge und die Kosten.
Außerdem gibt es einen arbeitsrechtlichen Rahmen: Sie haben grundsätzlich einen Anspruch auf Entgeltumwandlung, aber wie sie umgesetzt wird (Anbieter, Kollektivvertrag, Durchführungsweg) hängt oft vom Arbeitgebermodell ab.
| Schritt | Was passiert | Typische Folge |
|---|---|---|
| Bruttoverzicht | Teil des Gehalts wird umgewandelt | weniger Steuer/SV heute |
| bAV-Beitrag | Beitrag fließt in den bAV-Vertrag | Vermögensaufbau im Rahmen bAV |
| Arbeitgeberzuschuss | oft kommt Zuschuss dazu | erhöht Effektivität |
| Leistungsaufbau | Kapital wird gebildet | hängt von Anlage/Kosten ab |
| Auszahlung später | Rente/Kapital | Steuer und ggf. KV/PV beachten |
💡 Tipp: Der beste Schnell-Check: Wie viel weniger Netto habe ich heute pro 100 Euro Beitrag – und wie viel Zuschuss kommt dazu? Wenn die Netto-Mehrbelastung klein ist und der Zuschuss hoch, ist bAV oft stark.
3. Arbeitgeberzuschuss: Pflicht, Praxis und Verhandlung 🧩
Der Arbeitgeberzuschuss ist oft der größte Hebel der bAV. In vielen Fällen muss der Arbeitgeber einen Zuschuss zahlen, wenn er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart. In der Praxis wird häufig ein Zuschuss von 15 Prozent als Standard genannt – aber die konkrete Ausgestaltung hängt am Arbeitgebermodell, am Tarifwerk und am Durchführungsweg.
Wichtig ist: Zuschuss ist nicht gleich Zuschuss. Manche Arbeitgeber geben nur den Mindestzuschuss, andere geben deutlich mehr, wieder andere zahlen arbeitgeberfinanziert zusätzlich zur Entgeltumwandlung. Und dann gibt es Modelle, in denen der Arbeitgeber zwar zahlt, aber dafür andere Benefits reduziert. Deshalb ist Zuschuss immer als Gesamtkonzept zu bewerten.
Für Arbeitnehmer lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte: Ab wann gilt der Zuschuss, gilt er auf den umgewandelten Betrag oder nur bis zu einer Grenze, und was passiert bei Beitragsänderungen?
| Zuschussmodell | Was es bedeutet | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Mindestzuschuss | Arbeitgeber gibt Standardzuschuss | Basishebel, aber nicht maximal |
| Erhöhter Zuschuss | Arbeitgeber gibt mehr als Standard | bAV wird deutlich attraktiver |
| Arbeitgeberbeitrag zusätzlich | Arbeitgeber zahlt unabhängig vom Umwandlungsbetrag | echter Benefit auch ohne Entgeltumwandlung |
| Grenz-/Deckelmodelle | Zuschuss nur bis Betrag X | beeinflusst die optimale Beitragshöhe |
| Tarif-/Betriebsvereinbarung | Regeln sind festgelegt | Verhandlungsspielraum je nach Betrieb |
📘 Beachte: Ohne Zuschuss kann bAV deutlich an Attraktivität verlieren, besonders wenn Kosten hoch sind und die spätere Abgabenlast erheblich ist.
4. Durchführungswege: Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse, Direktzusage 🏢
bAV ist ein Rahmen mit mehreren Durchführungswegen. Für Arbeitnehmer sind in der Praxis vor allem Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds relevant, weil sie häufig als Standardmodelle genutzt werden. Unterstützungskasse und Direktzusage sind stärker struktur- und arbeitgebergetrieben und spielen besonders bei größeren Unternehmen oder bei speziellen Gruppen eine Rolle.
Der Durchführungsweg bestimmt nicht nur „wo das Geld liegt“, sondern auch, wie flexibel das Modell ist, wie die Kosten aussehen, wie mit Arbeitgeberwechsel umgegangen wird und welche Auszahlungsformen realistisch sind. Deshalb sollte man im bAV-Vergleich nie nur den Beitrag anschauen, sondern den Durchführungsweg mitdenken.
| Durchführungsweg | Kurzbild | Typische Stärke | Typische Grenze |
|---|---|---|---|
| Direktversicherung | Versicherungslösung über Arbeitgeber | verbreitet, gut standardisierbar | Wechsel/Regeln je Vertrag |
| Pensionskasse | Versorgungseinrichtung | häufig solide, kollektive Logik | weniger flexibel, abhängig vom Modell |
| Pensionsfonds | kapitalmarktnäher | mehr Renditechance möglich | mehr Schwankung, Regeln je Modell |
| Unterstützungskasse | Versorgung über Kasse/Struktur | hohe Gestaltungsmöglichkeiten | komplexer, stärker arbeitgebergetrieben |
| Direktzusage | Arbeitgeber verspricht Leistung direkt | sehr individuell | stark vom Arbeitgeber abhängig |
💡 Tipp: Wenn Sie eine Standard-bAV haben, ist es häufig eine Direktversicherung oder Pensionskasse. Fragen Sie nicht zuerst „wie ist die Rendite“, sondern „welcher Durchführungsweg ist es“ – dann werden viele Regeln automatisch verständlich.
5. Steuern und Sozialabgaben: Ansparphase vs. Auszahlungsphase 🧾
bAV wirkt stark, weil sie in der Ansparphase entlasten kann. Bei Entgeltumwandlung sparen Sie häufig Steuern und Sozialabgaben, weil das Brutto sinkt. Bei arbeitgeberfinanzierten Beiträgen entsteht Versorgung ohne direkten Nettoabzug. Dieser Vorteil ist real, aber er ist nur die halbe Rechnung.
In der Auszahlungsphase werden bAV-Leistungen typischerweise besteuert. Zusätzlich können – je nach Versicherungsstatus im Ruhestand – Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung anfallen. Diese Abzüge können das Netto deutlich reduzieren. Deshalb ist die wichtigste bAV-Frage nicht „wie viel Beitrag fließt“, sondern „wie viel netto kommt an“.
Für eine faire Bewertung braucht es eine einfache Logik: Nettoaufwand heute (oder kein Aufwand, wenn arbeitgeberfinanziert) versus erwartete Nettoleistung später. Das ist nicht kompliziert, aber es erfordert, dass man die Abzüge ehrlich einpreist.
| Phase | Was typischerweise passiert | Planungs-Kernpunkt |
|---|---|---|
| Ansparphase (Entgeltumwandlung) | weniger Steuer/SV, Nettoaufwand geringer | Vorteil heute realistisch berechnen |
| Ansparphase (AG-finanziert) | Aufbau ohne eigenen Nettoabzug | Benefit nicht „vergessen“ |
| Auszahlungsphase | Steuer, ggf. KV/PV-Beiträge | Netto im Alter nicht überschätzen |
| Gesamtvergleich | Vorteil heute vs. Abzüge später | bAV als Netto-Kette denken |
| Statusabhängigkeit | Abzüge hängen an Ihrer Situation im Alter | nicht pauschalisieren |
⚠️ Achtung: Wer bAV nur wegen „Brutto sparen“ macht, übersieht oft die Auszahlungsphase. Das kann aus einem guten Baustein einen durchschnittlichen machen – oder umgekehrt.
6. Kosten in der bAV: Abschluss, Verwaltung, Anlage, Kollektivverträge 💸
Kosten sind der Renditekiller Nummer eins, auch in der bAV. Es gibt mehrere Ebenen: Abschluss- und Vertriebskosten, laufende Verwaltungskosten, Anlagekosten (z. B. Fondskosten) und manchmal zusätzliche Kosten für Garantien oder Sicherungsmechaniken. Weil bAV häufig über lange Laufzeiten läuft, wirken kleine laufende Kostenunterschiede enorm.
Ein Vorteil kann sein, dass Arbeitgeber Rahmenverträge haben, die Konditionen verbessern. Das ist aber kein Automatismus. Manche Kollektive sind sehr attraktiv, andere sind eher „administrativ bequem“. Daher lohnt sich der Blick in die Kostenübersichten und in die Effektivkostenlogik.
Wer Kosten richtig prüfen will, braucht nicht 20 Kennzahlen. Es reicht meist, die Kostenebenen zu identifizieren und zu verstehen, wie stark sie die ersten Jahre drücken (Abschlusskosten) und wie stark sie langfristig jedes Jahr am Guthaben ziehen (laufende Kosten).
| Kostenebene | Woran erkennen | Wie sie wirkt |
|---|---|---|
| Abschlusskosten | Kostenübersicht/Effektivadministration | drückt Aufbau am Anfang |
| Verwaltungskosten | laufende Prozent-/Eurokosten | dauerhaft, sehr relevant |
| Fondskosten | TER/Produktkosten der Anlage | addiert sich zum Mantel |
| Garantiekosten | Hybrid/Garantie-Mechaniken | reduziert Renditechance |
| Kollektivkonditionen | Arbeitgeberrahmen | kann verbessern, muss geprüft werden |
📘 Beachte: bAV kann trotz Zuschuss enttäuschen, wenn Kosten zu hoch sind. Zuschuss ist ein Hebel, Kosten sind eine Bremse – die Bilanz entscheidet.
7. Anlageformen und Garantien: klassisch, fondsgebunden, Hybrid 📈
Die Anlage entscheidet, ob bAV eher „ruhige Basis“ oder „Renditebaustein“ ist. Klassische bAV-Tarife investieren stark in Sicherheitslogik und arbeiten mit geglätteten Überschüssen. Fondsgebundene Tarife investieren in Fonds/ETFs und bieten langfristig mehr Renditechance, verlangen aber mehr Schwankungstoleranz. Hybridmodelle kombinieren beides und nutzen Sicherungsmechaniken.
Wichtig ist: Garantien sind nicht kostenlos. Wer eine Mindestleistung will, bezahlt diese Sicherheit meist über geringere Aktienquote, Sicherungsmechaniken oder zusätzliche Kosten. Das kann sinnvoll sein, wenn Sie Schwankungen nicht aushalten oder kurz vor Rentenbeginn stehen. Es kann aber auch dazu führen, dass bAV über Jahrzehnte zu defensiv läuft.
Ein guter Ansatz ist, die bAV in den Gesamtmix zu setzen: Wenn Sie privat bereits chancenorientiert sparen, kann eine ruhige bAV-Basis passen. Wenn Sie sonst nur sichere Bausteine haben, kann eine zu garantielastige bAV das Gesamtbild zu defensiv machen.
| Anlageart | Stärke | Grenze |
|---|---|---|
| Klassisch | stabil, planbar | Renditechance oft begrenzt |
| Fondsgebunden | langfristig höhere Chance | Schwankungen, Regeln je Vertrag |
| Hybrid | Mix aus Sicherheit/Chance | Mechanik kann Rendite deckeln |
| Ablaufmanagement | Risikoabbau zum Rentenbeginn | kann Rendite kosten, aber Timing-Risiko senken |
| Garantien | psychologische und planbare Untergrenze | kosten Rendite und Flexibilität |
💡 Tipp: Wenn die bAV Ihr einziger Aktienbaustein ist, sollte die Anlage nicht dauerhaft „voll auf Sicherheit“ stehen. Sonst fehlt langfristig Renditechance im Gesamtplan.
8. Arbeitgeberwechsel: Unverfallbarkeit, Mitnahme, Ruhendstellung 🔄
bAV muss arbeitslebensfähig sein. Der Arbeitgeberwechsel ist der Moment, in dem gute bAV-Konstruktionen zeigen, wie robust sie sind. Typische Optionen sind: beitragsfreie Ruhendstellung beim alten Arbeitgeber, Weiterführung beim neuen Arbeitgeber, Übertragung auf einen neuen Vertrag oder private Weiterführung.
Wichtig ist die Unverfallbarkeit: Ab wann haben Sie einen gesicherten Anspruch auf Arbeitgeberleistungen? Das hängt von Regeln, Zusage und Beschäftigungsdauer ab. In der Praxis sollte man vor einem Wechsel klären, was genau passiert, um nicht am Ende mehrere kleine, ruhende Verträge zu sammeln, die administrativ nerven und manchmal kostenmäßig ungünstig sind.
Für Arbeitnehmer ist außerdem entscheidend, ob der neue Arbeitgeber die Weiterführung unterstützt. Manche Arbeitgeber lassen nur ihren eigenen Anbieter zu, andere sind offen. Das kann Ihre Entscheidung beeinflussen, ob Sie die bAV ruhen lassen oder privat weiterführen.
| Wechseloption | Was passiert | Typischer Effekt |
|---|---|---|
| Ruhendstellung | Vertrag läuft beitragsfrei weiter | Leistung wächst langsamer, Kosten können bleiben |
| Weiterführung beim neuen Arbeitgeber | Beitrag läuft weiter | ideal, wenn möglich |
| Übertragung | Wechsel in neuen Vertrag | kann sinnvoll sein, muss geprüft werden |
| Private Weiterführung | Sie zahlen selbst weiter | lohnt sich nur, wenn Konditionen passen |
| Unverfallbarkeit | Anspruch bleibt erhalten | Fristen und Bedingungen klären |
⚠️ Achtung: Ein ungeplanter Jobwechsel ist der häufigste Grund, warum bAV-Leistungen kleiner ausfallen als gedacht. Nicht wegen Rendite, sondern wegen Unterbrechungen und Kostenlogik in beitragsfreien Zeiten.
9. Auszahlung im Alter: Rente, Kapital, Hinterbliebene, Timing 🧓
Die Auszahlungsphase ist die eigentliche Wahrheit der bAV. Sie können je nach Vertrag eine Rente erhalten, teilweise Kapitaloptionen nutzen oder Mischformen wählen. Welche Option möglich ist, hängt am Durchführungsweg und am konkreten Vertrag.
Wichtig sind drei Punkte: Erstens die Netto-Betrachtung (Steuern und ggf. KV/PV). Zweitens die Auszahlungsstrategie (brauchen Sie eher planbare Rente oder flexibles Kapital). Drittens die Hinterbliebenenregelung (Bezugsrechte, Rentengarantiezeiten, Versorgung des Partners). Jede Zusatzabsicherung für Hinterbliebene reduziert typischerweise die eigene Rentenhöhe – das muss bewusst abgewogen werden.
Auch das Timing spielt eine Rolle: Ein früher Rentenbeginn reduziert dauerhaft die monatliche Rente. Ein späterer Beginn erhöht sie. Wer Kapitaloptionen nutzt, sollte die steuerliche Wirkung und die eigene Liquiditätsplanung berücksichtigen.
| Auszahlungsoption | Stärke | Typischer Haken |
|---|---|---|
| Lebenslange Rente | planbar, Langlebigkeitsrisiko abgesichert | weniger flexibel |
| Kapitaloption | flexibel | je nach Vertrag begrenzt/ungünstig |
| Kombination | Mix aus Rente und Kapital | Regeln müssen klar sein |
| Hinterbliebene | Familienabsicherung | senkt eigene Leistung |
| Timing | Beginn vor/ nach Regelalter | beeinflusst dauerhaft die Höhe |
📘 Beachte: bAV ist oft am stärksten als planbare Rentenbasis. Wer maximale Flexibilität will, sollte zusätzliche private Bausteine einplanen.
10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur bAV ❓
Oft ja, besonders wenn es Arbeitgeberzuschuss gibt. Ob es sich wirklich lohnt, hängt aber von Nettoaufwand heute, Zuschuss, Kosten und Nettoauszahlung später ab.
💡 Tipp: Wenn der Arbeitgeber deutlich zuschießt, ist bAV häufig der erste Vorsorgebaustein, den man prüfen sollte.
Sehr wichtig. Er ist häufig der größte Renditehebel in der bAV. Ohne Zuschuss kann bAV – je nach Kosten und späteren Abzügen – deutlich weniger attraktiv sein.
📘 Beachte: Zuschuss ist kein Detail, sondern oft der Unterschied zwischen „sehr gut“ und „nur okay“.
Typischerweise ja. bAV-Leistungen werden in der Auszahlungsphase besteuert. Zusätzlich können je nach Konstellation Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge relevant sein. Entscheidend ist deshalb die Netto-Leistung.
⚠️ Achtung: Wer die Auszahlungsphase nicht einrechnet, überschätzt bAV-Leistungen regelmäßig.
Weil Kosten über Jahrzehnte wirken. Abschluss- und laufende Verwaltungskosten plus ggf. Fondskosten reduzieren das Vertragsguthaben und damit die spätere Rente. Ein hoher Zuschuss kann das ausgleichen, ein niedriger Zuschuss oft nicht.
💡 Tipp: Prüfen Sie, ob es Kollektivkonditionen gibt und wie hoch die laufenden Kosten wirklich sind – nicht nur die Fonds-TER.
Je nach Vertrag wird die bAV beitragsfrei gestellt, beim neuen Arbeitgeber weitergeführt, übertragen oder privat weitergeführt. Wichtig ist, das aktiv zu steuern, sonst entsteht ein Sammelsurium ruhender Verträge.
📘 Beachte: Klären Sie Wechseloptionen vor dem Wechsel, nicht danach. Danach ist es oft nur noch Schadensbegrenzung.
Das hängt von Ihrem Ziel ab. Rente ist planbar und sichert das Langlebigkeitsrisiko. Kapital ist flexibel. Nicht jeder Vertrag bietet gute Kapitaloptionen, deshalb sollte man das früh prüfen.
⚠️ Achtung: Wer Kapital will, sollte nicht automatisch auf bAV setzen. bAV ist häufig rentenorientiert. Flexibilität kommt oft eher aus privaten Bausteinen.
11. Fazit – MAWA bAV-Check und Strategie ✅
bAV – Betriebliche Altersversorgung richtig verstehen | MAWA Finanz
Die bAV kann einer der stärksten Hebel in der Altersvorsorge sein – vor allem wegen Bruttoeffekt und Arbeitgeberzuschuss. Sie ist aber kein Automatismus. Ob sie sich lohnt, entscheidet sich an Mechanik: Zuschusshöhe, Kostenstruktur, Anlage/Guaranteelogik, Wechselregeln und Netto-Auszahlung im Alter.
Wenn Sie bAV richtig nutzen, ist sie häufig der solide Renten-Baustein im Gesamtmix. Für Flexibilität und Kapitalziele ergänzen Sie sie sinnvoll durch private Vorsorge. Und: Je häufiger ein Arbeitgeberwechsel möglich ist, desto wichtiger wird Portabilität und klare Fortführungslogik.
| MAWA bAV-Check | Prüffrage | Ziel |
|---|---|---|
| Netto heute | Was kostet mich der Beitrag wirklich netto? | realistischer Aufwand |
| Zuschuss | Wie hoch ist der Zuschuss und gilt er dauerhaft? | Hebel nutzen |
| Kosten | Welche laufenden Kosten wirken über Jahrzehnte? | Rendite nicht wegkaufen |
| Wechsel | Was passiert bei Jobwechsel konkret? | keine Brüche |
| Netto später | Was kommt nach Steuer/KV/PV an? | echte Planbarkeit |
📘 Beachte: bAV ist dann richtig gut, wenn sie nicht überrascht. Das erreichen Sie, indem Sie Zuschuss, Kosten, Wechselregeln und Netto-Auszahlung vorab verstehen – nicht erst beim Rentenbescheid.
