
Rürup-Rente Beispiel – Berechnung & Nettokosten
Beitrag, Steuerersparnis und Nettobelastung für Selbstständige, Angestellte und Beamte – verständlich mit Zahlen erklärt.
Rürup-Rente Beispiel | Berechnung & Nettokosten – das sollten Sie wissen.
🌟 Einleitung

Theorie ist gut – Zahlen sind besser.
Auf dieser Unterseite zur Rürup-Rente (Basisrente) geht es ganz konkret darum, wie sich Beiträge, Steuerersparnis und Nettokosten in der Praxis auswirken. Viele Interessenten stellen nicht die Frage „Ist Rürup grundsätzlich gut?“, sondern viel praktischer:
„Was kostet mich Rürup unterm Strich wirklich?“
„Wie viel spare ich an Steuern – und wie hoch ist der reale Nettoaufwand?“
„Unterscheidet sich der Effekt bei Selbstständigen, Angestellten und Beamten?“
Genau diese Fragen beantworten wir hier mit nachvollziehbaren Modellrechnungen. Sie sehen Schritt für Schritt, wie man vom Jahresbeitrag zur grob geschätzten Steuerersparnis und zur effektiven Nettobelastung kommt. Gleichzeitig zeigen wir, wo die Grenzen liegen: Höchstbeträge, andere Vorsorgeaufwendungen, individuelle Steuersätze, Kirchensteuer, Soli, Familienkonstellationen und später die Besteuerung der Rente. Modellrechnungen sind Orientierung – die Entscheidung treffen Sie besser auf Basis Ihrer echten Zahlen.
💡 Tipp: Nutzen Sie die Beispiele als Orientierung – eine echte Steuerberechnung sollte immer individuell mit aktuellen Zahlen und ggf. Steuerberater erfolgen.
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1. So berechnen wir die Nettobelastung (einfach erklärt) 🧮
Wenn Sie 3.000 € in eine Rürup-Rente einzahlen, zahlen Sie nicht automatisch „3.000 € netto“ aus dem eigenen Geldbeutel. Der Grund ist die steuerliche Förderung: Beiträge zur Basisrente können (innerhalb der gesetzlichen Regeln) als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Dadurch sinkt Ihre Steuerlast – meist nicht sofort, sondern über die Steuererklärung.
Damit es greifbar wird, trennen wir drei Begriffe, die in Gesprächen häufig durcheinander geraten:
- Bruttobeitrag: Der Betrag, der in den Rürup-Vertrag fließt (z. B. 3.000 € pro Jahr).
- Steuerersparnis: Die steuerliche Entlastung, die sich aus dem Sonderausgabenabzug ergibt (vereinfacht geschätzt).
- Nettobelastung: Bruttobeitrag minus Steuerersparnis. Das ist der Betrag, den Sie „unterm Strich“ netto tragen.
Wichtig ist die Zeitachse: Der Bruttobeitrag geht heute raus (monatlich oder jährlich). Die Steuerersparnis kommt typischerweise später zurück (mit Steuerbescheid). Wer Liquidität plant, muss das berücksichtigen: Rürup ist steuerlich attraktiv, aber die Entlastung ist nicht automatisch „monatlich sofort“ verfügbar.
| Größe | Bedeutung | Vereinfachte Rechnung | Mini-Beispiel |
|---|---|---|---|
| Bruttobeitrag | Einzahlung in den Vertrag | Beitrag p. a. | 3.000 € |
| Grenzsteuersatz | Steuersatz auf den „letzten Euro“ | Annahme (z. B. 30–42 %) | 40 % |
| Steuerersparnis | grobe Entlastung durch Abzug | Beitrag × Grenzsteuersatz | 1.200 € |
| Nettobelastung | Nettoaufwand nach Steuer | Beitrag – Steuerersparnis | 1.800 € |
📘 Beachte: In der Realität ist die Berechnung komplexer (Höchstbeträge, andere Vorsorgeaufwendungen, Kirchensteuer, Soli, Splitting usw.). Für die Verständlichkeit nutzen wir hier bewusst gerundete Modellrechnungen.
2. Rechenschritte im Überblick – vom Beitrag zur Steuerersparnis 🔍
Damit die Beispiele nachvollziehbar bleiben, nutzen wir immer denselben Standardprozess. Das Ziel ist nicht „perfekte Steuerberatung“, sondern eine klare Mechanik: Warum kann Rürup die Nettobelastung deutlich reduzieren, und warum fällt der Effekt je nach Person so unterschiedlich aus?
Schritt 1: Einkommen und Steuersituation grob einordnen
Wir arbeiten mit einem vereinfachten zu versteuernden Einkommen (zvE) und unterstellen einen plausiblen Grenzsteuersatz. Der Grenzsteuersatz ist wichtig, weil er den Steuereffekt pro zusätzlich absetzbarem Euro erklärt. Nicht der Durchschnittssteuersatz entscheidet, sondern der Satz, der auf den „letzten Euro“ wirkt.
Schritt 2: Rürup-Beitrag festlegen
Beitrag als Jahreswert (z. B. 3.000 €, 6.000 € oder 20.000 €). Für Modellrechnungen unterstellen wir, dass der Beitrag innerhalb der absetzbaren Grenzen liegt und nicht durch andere Basisvorsorgeaufwendungen vollständig „verbraucht“ ist.
Schritt 3: Absetzbaren Anteil prüfen (in der Realität entscheidend)
In echten Berechnungen wird geprüft, welcher Anteil tatsächlich steuerlich wirkt. Bei Angestellten ist der zusätzliche Spielraum oft kleiner, weil bereits Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet werden.
Schritt 4: Steuerersparnis grob schätzen
Vereinfachtes Modell: absetzbarer Beitrag × Grenzsteuersatz.
Schritt 5: Nettobelastung berechnen und einordnen
Bruttobeitrag – Steuerersparnis. Zusätzlich ordnen wir ein: Wie hoch ist die Nettoquote? Was bedeutet das monatlich? Passt das zur Liquidität?
| Rechenschritt | Was wir machen | Formel (Modell) | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|---|
| 1 | zvE/Steuersatz grob annehmen | Grenzsteuersatz als Annahme | bestimmt den Hebel |
| 2 | Jahresbeitrag festlegen | Beitrag p. a. | Basis der Rechnung |
| 3 | Absetzbaren Anteil unterstellen | Beitrag wirkt steuerlich | Realität: oft begrenzt |
| 4 | Steuerersparnis schätzen | Beitrag × Grenzsteuersatz | zeigt „Staatsanteil“ |
| 5 | Nettobelastung berechnen | Beitrag – Ersparnis | reale Belastung |
| 6 | Plausibilisieren | monatlich/Quote | Liquidität & Planbarkeit |
💡 Tipp: Für Ihre echte Situation lohnt sich fast immer eine Musterberechnung mit zwei Varianten: (1) realistischer Grenzsteuersatz und (2) konservativer Grenzsteuersatz. So sehen Sie, wie sensibel die Nettobelastung auf kleine Steuerunterschiede reagiert.
3. Beispiel 1: Selbstständig – Beitrag, Steuer, Netto 💼
Selbstständige haben häufig den stärksten Rürup-Hebel, weil (a) der Grenzsteuersatz bei guten Gewinnen hoch ist und (b) die Basisvorsorge nicht automatisch über die gesetzliche Rentenversicherung „mitläuft“. Gleichzeitig gilt: Gerade Selbstständige müssen besonders auf Liquidität achten, weil Einkommen schwanken können und Rücklagen wichtiger sind als bei vielen Angestellten.
In diesem Beispiel rechnen wir bewusst einfach, damit die Mechanik klar ist. In der Praxis würden wir zusätzlich prüfen, ob bereits andere Basisvorsorgeaufwendungen die Absetzbarkeit mindern, wie der tatsächliche Grenzsteuersatz ist und wie sich Zuzahlungen in unterschiedlichen Gewinnjahren auswirken.
| Parameter | Annahme | Rechnung (vereinfacht) | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Alter | 45 Jahre | – | – |
| Status | Selbstständig, kein Riester | – | – |
| zu versteuerndes Einkommen (zvE) | 90.000 € | – | – |
| Grenzsteuersatz (inkl. Soli) | ca. 42 % | – | – |
| geplanter Rürup-Beitrag | 6.000 € p. a. | – | – |
| steuerlich wirksamer Beitrag | 6.000 € | Modellannahme | – |
| Steuerersparnis | – | 6.000 € × 42 % | 2.520 € |
| Nettobelastung | – | 6.000 € – 2.520 € | 3.480 € |
Interpretation, praxisnah:
Der Selbstständige zahlt 6.000 € in die Altersvorsorge ein, spürt aber netto ungefähr 3.480 € Belastung, weil etwa 2.520 € über die Steuerentlastung „mitfinanziert“ werden. Das ist der Kernhebel: Aus 3.480 € Nettoaufwand werden 6.000 € Vorsorgebeitrag.
Wichtige Einordnung:
Diese Logik verführt dazu, den Beitrag zu hoch zu wählen. Für Selbstständige ist der beste Ansatz häufig: tragbarer Grundbeitrag + flexible Zuzahlung in sehr guten Jahren. So bleibt die Liquidität stabil, und die Steuerwirkung wird trotzdem genutzt, wenn der Grenzsteuersatz hoch ist.
💡 Tipp: Für Selbstständige ist Rürup am stärksten als Kombination aus Grundbeitrag (sicher tragbar) und Zuzahlungen (nur in Top-Jahren) – das reduziert späteren Stress bei schwächeren Jahren.
4. Beispiel 2: Angestellt – Beitrag, Steuer, Netto 👩💼👨💼
Bei Angestellten ist Rürup oft ein Zusatzbaustein neben gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersvorsorge (bAV) und freiem Vermögensaufbau. Der häufigste Knackpunkt ist der steuerliche Spielraum: Viele Angestellte erwarten eine sehr hohe Absetzbarkeit, merken aber später, dass bereits Teile des Höchstrahmens durch gesetzliche Rentenbeiträge „belegt“ sind. Für die Verständlichkeit unterstellen wir hier, dass der zusätzliche Beitrag steuerlich wirkt.
Außerdem wichtig: Angestellte sollten fast immer gegenrechnen, ob ein ETF-Sparplan oder eine bAV (mit Arbeitgeberzuschuss) im Verhältnis mehr Netto-Vorteil bringt. Rürup kann sehr sinnvoll sein, aber nicht automatisch die beste erste Option.
| Parameter | Annahme | Rechnung (vereinfacht) | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Alter | 40 Jahre | – | – |
| Status | Angestellt | – | – |
| Bruttoeinkommen | 85.000 € | – | – |
| zu versteuerndes Einkommen (zvE) | ca. 65.000 € | – | – |
| Grenzsteuersatz (inkl. Soli) | ca. 38 % | – | – |
| geplanter Rürup-Beitrag | 3.000 € p. a. | – | – |
| steuerlich wirksamer Beitrag | 3.000 € | Modellannahme | – |
| Steuerersparnis | – | 3.000 € × 38 % | 1.140 € |
| Nettobelastung | – | 3.000 € – 1.140 € | 1.860 € |
Interpretation:
Die Angestellte investiert 3.000 € in die Basisrente, spürt netto ungefähr 1.860 € Belastung. Der Staat trägt im Modell etwa 1.140 € über den Steuereffekt. Rechnet man das auf Monatswerte um, entspricht das grob 155 € Nettoaufwand pro Monat bei 250 € Bruttobeitrag pro Monat (vereinfachte Betrachtung).
Wichtig für Angestellte:
Wenn der steuerlich wirksame Anteil geringer ist (weil der Vorsorgerahmen bereits ausgeschöpft ist), fällt die Steuerersparnis kleiner aus. Genau deshalb ist eine echte Musterberechnung hier besonders wertvoll.
📘 Beachte: Für Angestellte mit gutem Einkommen kann Rürup ein sinnvoller Zusatzbaustein sein – aber es lohnt fast immer, Alternativen wie bAV (mit Arbeitgeberzuschuss) und einen ETF-Sparplan gegenzurechnen.
5. Beispiel 3: Beamter – Beitrag, Steuer, Netto 🎓
Beamte haben mit der Pension bereits eine sehr starke Basisversorgung. Rürup ist hier keine „Pflichtlösung“, kann aber als steuerlich geförderter Zusatzbaustein interessant sein – vor allem, wenn das Einkommen hoch ist und der Grenzsteuersatz entsprechend wirkt. Gleichzeitig ist die Frage berechtigt: Muss es Rürup sein, oder ist freies Vermögen (Depot) sinnvoller, weil es flexibler bleibt? Die Antwort hängt stark von der individuellen Zielsetzung ab: „mehr garantierte Rentenschicht“ vs. „mehr flexible Vermögensschicht“.
Wir rechnen wieder bewusst als Modell: Beitrag wirkt steuerlich, Grenzsteuersatz wird angenommen, keine Detailprüfung anderer Vorsorgeaufwendungen.
| Parameter | Annahme | Rechnung (vereinfacht) | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Alter | 50 Jahre | – | – |
| Status | Beamter (Besoldungsgruppe A12) | – | – |
| zu versteuerndes Einkommen (zvE) | ca. 70.000 € | – | – |
| Grenzsteuersatz (inkl. Soli) | ca. 40 % | – | – |
| geplanter Rürup-Beitrag | 4.000 € p. a. | – | – |
| steuerlich wirksamer Beitrag | 4.000 € | Modellannahme | – |
| Steuerersparnis | – | 4.000 € × 40 % | 1.600 € |
| Nettobelastung | – | 4.000 € – 1.600 € | 2.400 € |
Interpretation:
Für 2.400 € Nettoaufwand pro Jahr baut der Beamte 4.000 € Vorsorgebeitrag in der Basisrente auf. Der „Staatsanteil“ wirkt im Modell spürbar, aber die Entscheidung ist hier besonders stark eine Strategiefrage: Wie viel zusätzliche Rentenbindung will ich, und wie viel flexible Verfügbarkeit brauche ich?
💡 Tipp: Für Beamte ist die Gegenrechnung besonders wichtig: Basisrente kann steuerlich wirken, aber die flexible Alternative (Depot/ETF) kann im Gesamtkonzept besser passen, wenn Verfügbarkeit ein echtes Ziel ist.
❯❯ Für Beamte
6. Vergleich: Nettobelastung der Beispiele im Überblick 📊
Um die Effekte zu vergleichen, fassen wir die drei Beispiele zusammen. Zusätzlich machen wir zwei Kennzahlen sichtbar, die in Gesprächen oft helfen: (1) Nettoquote (Nettobelastung geteilt durch Bruttobeitrag) und (2) Nettobelastung pro Monat (vereinfacht auf 12 Monate verteilt). So sieht man schneller, wie „teuer“ der Beitrag wirklich im Alltag ist.
| Profil | Bruttobeitrag p. a. | Grenzsteuersatz (Modell) | Steuerersparnis p. a. | Nettobelastung p. a. | Nettoquote | Nettobelastung p. m. |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Selbstständig | 6.000 € | 42 % | 2.520 € | 3.480 € | ca. 58 % | ca. 290 € |
| Angestellt | 3.000 € | 38 % | 1.140 € | 1.860 € | ca. 62 % | ca. 155 € |
| Beamter | 4.000 € | 40 % | 1.600 € | 2.400 € | 60 % | 200 € |
Man sieht gut:
Je höher der Grenzsteuersatz, desto größer der Steuerhebel. Je höher der Beitrag, desto größer die absolute Steuerersparnis. Und: Der reale Nettoaufwand liegt im Modell deutlich unter dem Bruttobeitrag.
⚠️ Achtung: Diese Übersicht ersetzt keine individuelle Steuerberechnung. In der Realität können Abzugsgrenzen und andere Vorsorgeaufwendungen den steuerlich wirksamen Anteil reduzieren.
7. Was die Beispiele nicht abbilden (Hinweise & Annahmen) 📋
Die Beispiele sind bewusst vereinfacht, damit die Mechanik schnell verständlich ist. In echten Entscheidungen sind aber genau die „nicht abgebildeten“ Punkte oft die wichtigsten, weil sie über Netto-Rente, Flexibilität und tatsächliche Vorteilhaftigkeit entscheiden.
Dazu gehören vor allem drei große Blöcke:
- Steuerdetail: Wie hoch ist der echte Grenzsteuersatz, wie viel ist real absetzbar, welche Sonderfälle greifen?
- Produktdetail: Welche Kosten fallen an (Abschluss, Verwaltung, Fonds/ETF), wie ist die Rentenlogik (Rentenfaktor, Überschüsse)?
- Zukunftsdetail: Was passiert in der Rentenphase netto (Besteuerung, Kaufkraft, weitere Einkünfte)?
| Thema, das im Modell fehlt | Warum es relevant ist | Was sich dadurch ändern kann |
|---|---|---|
| Abzugsgrenzen und „verdrängte“ Vorsorgeaufwendungen | nicht jeder Euro Beitrag wirkt steuerlich | Steuerersparnis niedriger |
| Kirchensteuer/Soli/Splitting/Kinder | verändert den effektiven Steuerhebel | Nettobelastung anders |
| Produktkosten (Abschluss/Verwaltung/Fonds) | Kosten reduzieren langfristige Leistung | Netto-Rente kann deutlich sinken |
| Anlageertrag und Ablaufmanagement | beeinflusst Kapitalaufbau/Risiko | Schwankungen kurz vor Rentenbeginn |
| Besteuerung der Rente später | mindert Nettoauszahlung | Netto-Rente niedriger als erwartet |
| Inflation/Kaufkraft | „gleiche Rente“ ist später weniger wert | Kaufkraft-Lücke |
| Alternativen (Depot, bAV, private Rente) | andere Netto-Logik und Flexibilität | Rürup nicht automatisch bestes Tool |
📘 Beachte: Ein echter Rürup-Vergleich sollte immer auf Netto-Wirkung nach Kosten und Steuern schauen – nicht nur auf den kurzfristigen Steuervorteil in der Einzahlphase.
8. Typische Denkfehler bei Rürup-Berechnungen 🚫
In der Beratung sehen wir wiederkehrende Denkfehler, die zu schlechten Entscheidungen führen. Das Problem ist selten mangelnde Intelligenz – sondern dass man sich von einer Zahl (Steuererstattung) blenden lässt und die zweite Hälfte der Rechnung vergisst (Kosten, Bindung, spätere Steuer, Netto-Rente).
Denkfehler 1: „Ich spare Steuern, also ist Rürup automatisch gut.“
Steuern sind ein Hebel, aber kein Qualitätsbeweis. Ein teurer Vertrag bleibt teuer, auch wenn der Staat einen Teil der Einzahlung mitfinanziert.
Denkfehler 2: „Die Steuerersparnis ist mein Gewinn.“
Die Ersparnis senkt nur die Nettobelastung. Entscheidend ist, wie viel Netto-Rente später herauskommt und wie flexibel Sie bleiben.
Denkfehler 3: „Je höher der Beitrag, desto besser.“
Hohe Beiträge können sinnvoll sein – aber nur, wenn Liquidität, Notgroschen, Risikoabsicherung und flexible Vermögensschicht (Depot) nicht darunter leiden.
Denkfehler 4: „Online-Rechner zeigen mir alles.“
Viele Rechner vereinfachen an den falschen Stellen: Kosten, reale Abzugsfähigkeit, spätere Besteuerung und Inflationswirkung werden oft nur grob oder gar nicht abgebildet.
| Denkfehler | Warum er passiert | Bessere Rechenfrage | Bessere Entscheidung |
|---|---|---|---|
| Steuer = Qualität | Steuerbescheid wirkt überzeugend | Wie hoch ist Netto-Rente nach Kosten? | Kosten- und Rentenlogik prüfen |
| Ersparnis = Gewinn | „Rückzahlung“ fühlt sich wie Rendite an | Was ist mein echter Nettoaufwand p. m.? | Liquidität real planen |
| Beitrag hoch = optimal | man denkt in Maximalförderung | Welche flexible Reserve bleibt übrig? | Stufenplan statt starr |
| Rechner = Realität | schnelle Tools vereinfachen | Was passiert bei konservativen Annahmen? | Szenarien vergleichen |
💡 Tipp: Prüfen Sie Rürup immer in drei Schritten: (1) Steuervorteil heute, (2) Kosten und Anlagekonzept, (3) Besteuerung und Kaufkraft der Rente morgen.
9. Wie MAWA konkrete Rürup-Berechnungen durchführt 🧭
In der Praxis arbeiten wir nicht mit einer einzigen Zahl, sondern mit Szenarien. Der Grund: Rürup ist ein langfristiger Vertrag. Der „richtige“ Beitrag hängt davon ab, wie stabil Ihr Einkommen ist, wie Ihre übrige Vorsorge aussieht, und welche Ziele (Rente vs. Flexibilität) Sie wirklich haben.
Unser Ablauf ist deshalb klar strukturiert:
Ist-Analyse
Einkommen, Steuerstatus, Familienstatus, bestehende Verträge (gesetzliche Rente/Versorgungswerk/bAV/private Verträge), freies Vermögen (Depot/Immobilie), Liquiditätsreserven und geplante größere Ausgaben.
Steuersimulation
Gegenüberstellung „mit Rürup“ vs. „ohne Rürup“, inklusive plausibler Abzugsfähigkeit. Ergebnis ist nicht „perfekt“, aber realistisch genug, um den Nettoaufwand sauber zu verstehen.
Tarif- und Anlagevergleich
Klassische, fondsgebundene und ETF-basierte Lösungen werden nicht nach Prospekt, sondern nach Kostenstruktur, Anlageoptionen und Rentenlogik bewertet.
Langfrist-Szenarien
Was kommt später voraussichtlich als Rente heraus (brutto/netto, vereinfacht)? Wie passt das in den Gesamtplan, wenn zusätzlich Depot, Immobilien oder bAV vorhanden sind?
| Schritt | Was wir prüfen | Was Sie als Ergebnis bekommen |
|---|---|---|
| Ist-Analyse | Einkommen, Status, bestehende Vorsorge, Liquidität | klare Ausgangslage und Ziele |
| Steuercheck | Steuereffekt mit/ohne Rürup | Nettobelastung realistisch |
| Tarifvergleich | Kosten, Anlage, Rentenlogik | Vergleich geeigneter Konzepte |
| Strategie | Beitragshöhe, Zuzahlungen, Ablaufplan | Plan, der durchhaltbar ist |
| Alternativen | Depot/bAV/private Rente | Entscheidung mit Vergleich |
💡 Tipp: Eine gute Rürup-Berechnung ist immer ein Vergleich: gleiche Netto-Belastung, unterschiedliche Wege (Rürup vs. Depot vs. bAV). So sehen Sie, ob Rürup wirklich der beste Einsatz Ihres Netto-Euro ist.
10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur Rürup-Berechnung ❓
Der Grenzsteuersatz ist der Steuersatz, der auf den „letzten“ Euro Ihres Einkommens anfällt. Für einfache Modellrechnungen lässt er sich aus Steuerbescheid oder Brutto-Netto-Rechnern grob herleiten. Für eine exakte Berechnung müssten alle Einkünfte, Freibeträge, Vorsorgeaufwendungen und steuerlichen Besonderheiten berücksichtigt werden.
„📘 Beachte: Schon ein paar Prozentpunkte Unterschied beim Grenzsteuersatz können Ihre Steuerersparnis deutlich verändern – verlassen Sie sich nicht dauerhaft auf reine Schätzungen.“
Viele Online-Rechner arbeiten mit vereinfachten Annahmen und maximalen Höchstbeträgen. Sie unterstellen oft, dass alle Rürup-Beiträge komplett absetzbar sind und andere Vorsorgeaufwendungen nicht begrenzen. Das kann die realen Effekte überzeichnen.
„⚠️ Achtung: Wenn ein Rechner Ihnen extrem hohe Ersparnisse verspricht, lohnt sich ein kritischer Blick in die Annahmen – insbesondere zu Höchstbeträgen und bereits vorhandenen Einzahlungen in die Basisvorsorge.“
Eine pragmatische Vorgehensweise: Sie vergleichen eine Steuersimulation ohne Rürup mit einer Simulation mit Rürup-Beitrag. Die Differenz der Steuerlast zeigt ungefähr die Ersparnis – und daraus ergibt sich die Nettobelastung. Viele Software-Tools von Maklern und Honorarberatern können das recht genau abbilden.
„💡 Tipp: Fragen Sie gezielt nach einer vorher-nachher-Berechnung Ihrer Steuerlast – idealerweise schriftlich, damit Sie die Zahlen später in Ruhe nachvollziehen können.“
Ja. Viele Marketingbeispiele zeigen vor allem den Steuervorteil in der Einzahlungsphase, blenden die nachgelagerte Besteuerung der Rente aber aus oder behandeln sie nur grob. Dadurch wirkt Rürup auf den ersten Blick oft attraktiver, als es bei ehrlicher Netto-Betrachtung der Fall ist.
„📘 Beachte: Entscheidend ist, wie hoch Ihr Steuersatz im Ruhestand sein wird. Liegt er deutlich unter dem heutigen, kann sich Rürup lohnen – ist er ähnlich hoch, muss sehr genau gerechnet werden.“
Bei schwankenden Einkommen kann es sinnvoll sein, flexible Beiträge und Zuzahlungen zu nutzen: In guten Jahren höhere Beiträge, in schwächeren Jahren Reduktion oder Pause. Wichtig ist, dass Sie sich nicht langfristig zu hohen Fixbeiträgen verpflichten, die in Durststrecken drücken.
„💡 Tipp: Planen Sie Rürup nicht als starre „Pflichtlast“, sondern als steueroptimiertes Instrument, das sich an Ihre echte Einkommenssituation anpassen lässt.“
Unbedingt. Eine saubere Rürup-Analyse vergleicht immer mit Alternativen: private Rentenversicherung, ETF-Sparplan, bAV, Tilgung von Schulden oder Immobilienkauf. Nur so sehen Sie, ob Rürup in Ihrem konkreten Fall die beste Kombination aus Steuervorteil, Flexibilität und Rendite bietet.
„⚠️ Achtung: Wer nur den Steuervorteil betrachtet, übersieht oft, dass eine flexible, kostengünstige Anlage (z. B. ETF-Depot) langfristig eine mindestens ebenso starke – manchmal bessere – Lösung sein kann.“
11. Fazit – MAWA Finanz Rürup-Check & individuelle Beispielrechnung 🧭
Rürup-Rente Beispiel – Berechnung & Nettokosten | MAWA Finanz
Die Rürup-Rente ist kein Selbstläufer, aber ein sehr starkes Werkzeug, wenn drei Punkte gleichzeitig passen: Ihr Steuersatz ist hoch genug, die fehlende Flexibilität ist bewusst akzeptiert, und die Produktkosten sind fair. Die Beispiele für Selbstständige, Angestellte und Beamte zeigen die Mechanik klar: Der Staat kann einen relevanten Teil Ihrer Einzahlung indirekt mitfinanzieren, wodurch die Nettobelastung deutlich sinkt.
Ob dieser Effekt in Ihrer Situation stark genug ist, um Bindung, Kosten und spätere Rentenbesteuerung zu kompensieren, zeigt erst eine individuelle Rechnung. Genau hier setzen wir an: nicht Prospekte vergleichen, sondern Nettoeffekte verstehen – heute und später.
| MAWA Finanz Rürup-Check | Was geprüft wird | Warum das entscheidend ist |
|---|---|---|
| Nettobelastung | Beitrag minus realistischer Steuereffekt | Alltagstauglichkeit |
| Absetzbarkeit | wie viel wirkt steuerlich wirklich | keine Schönrechnung |
| Kostenstruktur | Abschluss, Verwaltung, Fonds/ETF | Rendite-Killer vermeiden |
| Strategie | Grundbeitrag + Zuzahlungen + Ablaufplan | schwankungsfest und planbar |
| Alternativen | Depot, bAV, private Lösungen | bestes Verhältnis finden |
| Ruhestand netto | grobe Netto-Perspektive im Alter | später keine Überraschung |
📘 Beachte: Eine gute Rürup-Strategie beginnt nicht beim Produkt, sondern bei der Rechnung dahinter – erst wenn Sie wissen, was Sie netto investieren und netto herausbekommen, können Sie sauber entscheiden, ob die Basisrente zu Ihnen passt.
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Hinweis: Alle Berechnungen auf dieser Seite sind vereinfachte Modellrechnungen und ersetzen keine steuerliche Beratung.
Für verbindliche steuerliche Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater. Alles Angaben ohne Gewähr.
