
DU Soldaten – Dienstunfähigkeit für Soldaten verstehen
Bei Soldaten entscheidet Dienstfähigkeit über die Karriere – und im Ernstfall über Einkommen und Versorgung. Die richtige Absicherung macht den Unterschied.
DU Soldaten | Dienstunfähigkeit für Soldaten – das sollten Sie wissen.
🌟 Einleitung

Bei Soldaten ist das Thema Dienstunfähigkeit besonders sensibel, weil der Beruf selbst auf körperliche und psychische Einsatzfähigkeit ausgelegt ist. Was in anderen Berufen oft noch „mit Anpassung“ oder „Schreibtischlösung“ aufgefangen werden kann, wird im militärischen System schneller zur Frage: Sind Sie noch dienstfähig, verwendungsfähig, einsatzfähig? Und wenn nein: Was passiert dienstrechtlich, finanziell und versicherungstechnisch?
Genau hier entstehen die typischen Missverständnisse: Viele denken, eine dienstliche Feststellung „dienstunfähig“ löst automatisch eine Zahlung aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung aus. In der Praxis hängt das stark an den Vertragsbedingungen, an der konkreten Verwendung, an Zwischenstufen (z. B. eingeschränkte Verwendungsfähigkeit) und am Status (FWDL, Soldat auf Zeit, Berufssoldat). Zusätzlich gibt es bei Soldaten Besonderheiten wie dienstliche Begutachtungen, truppenärztliche Strukturen, mögliche dienstbedingte Schädigungen und Übergangsleistungen, die je nach Einzelfall greifen können – oder eben nicht.
Auf dieser Seite bekommen Sie eine klare, verständliche Orientierung: Was Dienstunfähigkeit bei Soldaten bedeutet, wie das Verfahren abläuft, wie Versorgung und Übergangsphasen wirken, wie Sie eine realistische Rentenhöhe planen und welche Fehler im Antrag oder Leistungsfall am häufigsten teuer werden. Dazu gibt es Schadenbeispiele, damit Leser wirklich verstehen, wie DU-Fälle bei Soldaten praktisch aussehen.
💡 Tipp: Bei Soldaten ist die wichtigste Frage nicht „habe ich eine BU?“, sondern „zahlt sie auch, wenn ich militärisch nicht mehr verwendungsfähig bin, aber theoretisch noch irgendeine zivile Tätigkeit könnte?“. Genau diese Schnittstelle müssen Sie vor Abschluss klären.
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1. Was bedeutet Dienstunfähigkeit bei Soldaten? 🪖
„Dienstunfähigkeit“ bei Soldaten heißt in der Praxis: Die Fähigkeit, den Dienst nach den militärischen Anforderungen zu leisten, ist dauerhaft nicht mehr gegeben. Dabei ist wichtig, dass militärische Anforderungen häufig deutlich höher sind als in vielen zivilen Berufen: körperliche Belastbarkeit, Schicht- und Einsatzfähigkeit, psychische Stabilität, Belastung unter Druck, teils besondere Tauglichkeitsanforderungen je nach Verwendung.
Damit Leser das sauber einordnen, hilft die Abgrenzung der Begriffe. Denn im Alltag wird „krank“, „arbeitsunfähig“, „nicht einsatzfähig“ und „dienstunfähig“ oft durcheinandergeworfen.
| Begriff | Bedeutung | Wer entscheidet? | Praxisfolge |
|---|---|---|---|
| Dienstfähigkeit | Fähigkeit, militärischen Dienst zu leisten | Dienstherr / militärärztliche Bewertung | Fortsetzung Dienst, ggf. mit Auflagen |
| Einsatzfähigkeit | Fähigkeit für bestimmte Einsätze | militärische Bewertung | Einsatzverwendung möglich oder ausgeschlossen |
| Arbeitsunfähigkeit | vorübergehend krankgeschrieben | behandelnder Arzt | kurzfristig, nicht automatisch DU |
| Berufsunfähigkeit (BU) | Versicherungsbegriff zur Leistung | Versicherer nach Bedingungen | kann trotz dienstlicher Entscheidung streitig sein |
📘 Beachte: Militärische Dienstunfähigkeit ist kein Diagnose-Label, sondern eine Prognose- und Verwendungsfrage. Entscheidend ist, welche Funktionen dauerhaft wegfallen und ob militärische Verwendung noch realistisch ist.
2. Soldatenstatus: FWDL, SaZ, Berufssoldat, Reserve 🧭
Bei Soldaten ist der Status entscheidend, weil er die dienstrechtliche Konsequenz, die Übergangsphase und die finanzielle Ausgangslage massiv beeinflusst. Wer das nicht sauber trennt, plant mit falschen Annahmen.
Sehr vereinfacht lässt sich die Welt so strukturieren:
| Status | Typisch | Was bei dauerhafter Einschränkung passieren kann | Warum die Absicherung anders geplant werden muss |
|---|---|---|---|
| Freiwilliger Wehrdienst (FWDL) | kurze Verpflichtung | Dienst endet, ggf. vorzeitig | Übergang schnell, Lücke sofort |
| Soldat auf Zeit (SaZ) | befristete Dienstzeit | Entlassung / Verwendungwechsel möglich | Einkommen bricht ggf. abrupt weg, Umstieg zivil |
| Berufssoldat | langfristige Laufbahn | Versetzung in den Ruhestand möglich | Versorgungssystem relevant, aber Netto-Lücke bleibt |
| Reservist | nicht dauerhaft aktiv | abhängig vom zivilen Hauptberuf | Absicherung muss zivil passen |
Soldaten auf Zeit stehen häufig vor dem größten Praxisproblem: Wenn die militärische Laufbahn wegfällt, ist der Übergang in den zivilen Arbeitsmarkt der entscheidende Engpass. Gerade dann braucht es eine saubere BU-Logik, die nicht nur „militärisch unbrauchbar“, sondern die tatsächliche Fähigkeit zur Ausübung einer zumutbaren Tätigkeit bewertet.
💡 Tipp: Planen Sie mindestens zwei Szenarien: „militärisch nicht mehr verwendbar, zivil grundsätzlich noch arbeitsfähig“ und „auch zivil stark eingeschränkt“. Genau dort trennt sich gute von schlechter Absicherung.
3. DU-Verfahren: Truppenarzt, Begutachtung, Entscheidung 🏥
Der Weg zur dienstlichen Entscheidung ist in der Praxis ein Prozess. Häufig beginnt er mit wiederkehrender Arbeitsunfähigkeit, medizinischen Einschränkungen oder auffälligen Belastungsreaktionen. Danach folgen medizinische Untersuchungen, ggf. Facharzttermine, militärärztliche Bewertungen und die Frage, ob eine andere Verwendung möglich ist.
Für Leser ist wichtig: Das Verfahren ist nicht „ein Termin“, sondern eine Kette aus Einschätzung, Verlauf und Prognose. Und genau diese Kette ist später auch für die Versicherung relevant, weil sie zeigt, dass es sich nicht um eine Momentaufnahme handelt, sondern um dauerhafte Einschränkung.
| Schritt | Was passiert | Was Sie dokumentieren sollten | Warum das zählt |
|---|---|---|---|
| Erstauffälligkeit | Ausfälle, Beschwerden, Einschränkung | Beginn, Trigger, Dienstbezug | klare Zeitlinie |
| Medizinische Abklärung | Untersuchungen, Diagnostik | Befunde, Berichte, Therapien | objektiviert den Fall |
| Militärische Bewertung | Verwendungs-/Einsatzfähigkeit | dienstliche Einstufungen | zeigt militärische Relevanz |
| Verwendungsprüfung | alternative Tätigkeiten | Vorschläge, Realismus | verhindert „Theorie-Lösungen“ |
| Entscheidung | Statusfolgen, ggf. Entlassung/Ruhestand | Bescheide, Begründungen | zentral für Leistungsprüfung |
⚠️ Achtung: Viele Leistungsfälle werden unnötig zäh, weil Unterlagen verstreut sind oder weil militärische Einstufungen nicht sauber erklärt werden. Wer früh eine strukturierte Dokumentenmappe führt, spart später Wochen bis Monate.
4. BU und DU: warum die Absicherung bei Soldaten anders ist 🧩
Bei Beamten ist eine DU-Klausel in vielen BU-Konzepten ein zentrales Qualitätsmerkmal. Bei Soldaten ist es komplizierter: Soldaten sind nicht automatisch in derselben Logik wie Beamte, und nicht jede BU erkennt militärische Dienstunfähigkeit als direkten Leistungsauslöser an. In der Praxis bedeutet das: Viele Soldaten haben eine BU, aber die entscheidende Frage lautet, ob die BU bei „militärisch nicht mehr verwendbar“ tatsächlich leistet.
Hier sind die typischen Stolperstellen:
- Verweisung und Zumutbarkeit: Wenn militärische Verwendung wegfällt, prüft der Versicherer oft, ob eine andere Tätigkeit möglich ist.
- Statuswechsel: Vom Soldaten in den zivilen Beruf – die „zuletzt ausgeübte Tätigkeit“ ändert sich.
- Zwischenstufen: eingeschränkte Verwendungsfähigkeit kann finanzielle Lücken erzeugen, ohne dass eine BU sofort klar greift.
- Spezielle Klauseln: Wenn es eine militärbezogene Anerkennungslogik gibt, muss sie sauber formuliert sein und zum Status passen.
| Vertragsmerkmal | Gute Lösung | Schwache Lösung | Praxisfolge |
|---|---|---|---|
| Leistungsauslöser | klare BU-Definition, praxistauglich | sehr enge Definition | Leistung schwer erreichbar |
| Verweisung | realistische Grenzen | weite Verweisung | Streit über „kannst du doch noch“ |
| Statuswechsel | Nachversicherung/Anpassung möglich | starr, ohne Anpassung | Lücke beim Wechsel ins Zivile |
| Zwischenstufen | klare Regeln zu Teil-Leistung | alles-or-nichts | Einkommenslücke bleibt privat |
📘 Beachte: Soldaten brauchen eine Absicherung, die den Übergang ins Zivile und die Frage der Zumutbarkeit realistisch abbildet. „Militärisch raus“ ist nicht automatisch „BU-Rente drin“, wenn die Bedingungen zu eng sind.
5. Finanzielle Folgen: Versorgung, Übergang, dienstliche Schädigung 💶
Im DU-Fall entscheidet nicht nur die dienstliche Frage, sondern die Geldfrage. Bei Soldaten ist diese Geldfrage stark statusabhängig: FWDL und viele SaZ-Konstellationen haben häufig Übergangsphasen und Umstiegslogik, Berufssoldaten eher versorgungsnahe Strukturen. Zusätzlich können dienstbedingte Schädigungen je nach Einzelfall besondere Leistungen auslösen, was aber nicht pauschal angenommen werden sollte.
Für eine saubere Planung lohnt es sich, die Einnahmenseite in Bausteinen zu denken:
| Einnahme-/Leistungsbaustein | Worum es geht | Für wen typischerweise relevant | Planungsfalle |
|---|---|---|---|
| Dienstbezüge | aktives Einkommen | alle aktiven Soldaten | brechen bei Entlassung abrupt weg |
| Übergangsleistungen | Brücke in den zivilen Übergang | häufig SaZ | werden überschätzt oder vergessen |
| Versorgung/Ruhestand | langfristige Zahlung | eher Berufssoldaten | netto oft deutlich unter aktiv |
| Dienstbedingte Leistungen | bei anerkanntem Dienstbezug | Einzelfall | nicht automatisch, Nachweise nötig |
| Ziviles Einkommen | neuer Job/Qualifizierung | FWDL/SaZ häufig | Übergang dauert länger als gedacht |
💡 Tipp: Rechnen Sie konservativ: Übergangsleistungen und dienstbedingte Leistungen sind oft an Voraussetzungen geknüpft. Die BU-Rente sollte so geplant sein, dass Sie auch ohne „optimistische Sonderannahmen“ stabil bleiben.
6. DU-Rente planen: Versorgungslücke realistisch rechnen 🧮
Die Rentenhöhe ist der häufigste Fehlerpunkt. Viele Soldaten sichern zu niedrig ab, weil sie mit „wird schon irgendwie“ rechnen oder weil sie Übergang und Versorgung überschätzen. Die richtige Logik ist eine Lückenrechnung, und zwar in Szenarien.
Szenario A: Militärische Laufbahn endet, zivil grundsätzlich arbeitsfähig, aber Übergang dauert.
Szenario B: Militärische Laufbahn endet, zivil nur eingeschränkt arbeitsfähig.
Szenario C: Berufssoldat, Ruhestand, Versorgung vorhanden, aber Netto-Lücke plus Mehrkosten.
| Rechenschritt | Was Sie ansetzen | Warum es bei Soldaten besonders wichtig ist | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| Fixkosten | Wohnen, Kredit, Versicherungen | laufen unabhängig vom Status | „kann ich dann reduzieren“ |
| Lebenshaltung | realistisch, nicht Minimalmodus | Übergang ist stressig | zu knapp kalkuliert |
| Gesundheit | Therapien, Zuzahlungen, Reha | häufig höher nach DU | nicht eingeplant |
| Übergangsphase | Zeit bis neuer Job | SaZ/FWDL real | „bin in 4 Wochen wieder drin“ |
| Reserve | Puffer für Umzug/Quali | oft nötig | ohne Puffer geplant |
⚠️ Achtung: Wer die BU-Rente nur auf „normale Lebenshaltung“ plant, vergisst die Übergangskosten. Bei Soldaten sind Übergänge häufig der teuerste Teil: Umzug, Neuqualifizierung, Einkommensdelle, psychische Stabilisierung.
7. Typische Ursachen: Einsatz, Psyche, Körper, Unfall 🧠
Dienstunfähigkeit bei Soldaten hat häufig ein anderes Ursachenprofil als in vielen zivilen Berufen. Körperliche Belastungen, Unfälle, Hörschäden, orthopädische Themen und psychische Belastungsfolgen spielen in der Praxis eine große Rolle. Wichtig ist: Nicht die Ursache entscheidet allein, sondern die dauerhafte Einschränkung im Dienst und die Prognose.
| Ursachenfeld | Typische Auswirkung im Dienst | Nachweis, der oft entscheidend ist | Warum es in DU/BU kritisch wird |
|---|---|---|---|
| Orthopädie (Knie/Rücken) | Marschieren, Tragen, Belastung nicht möglich | Befunde, OP-Berichte, Reha-Verlauf | häufig „chronisch“ statt „akut“ |
| Unfallfolgen | Funktionsverlust, Schmerzen | Entlassberichte, Funktionsstatus | dauerhafte Einschränkung muss belegbar sein |
| Psyche/Belastung | Reizverarbeitung, Schlaf, Angst, Stabilität | Therapie, Verlauf, Prognose | Verläufe sind schleichend, brauchen Struktur |
| Gehör/Tinnitus | Kommunikation, Lärmexposition | HNO-Audiogramme, Verlauf | oft unterschätzt, aber dienstrelevant |
| Neurologie | Konzentration, Ausfälle | Facharztberichte, Verlauf | Prognose im Mittelpunkt |
📘 Beachte: Gerade bei psychischen und schleichenden Verläufen ist Dokumentation der Schlüssel. Ohne klare Behandlungskette wirkt der Fall für Dritte „weich“, auch wenn er für Betroffene knallhart ist.
8. Schadenbeispiele: so sehen DU-Fälle in der Praxis aus 🧨
Die folgenden Beispiele sind typische Muster (vereinfacht). Ziel ist, dass Leser verstehen, wie DU-Fälle bei Soldaten praktisch entstehen und wo die Absicherung entscheidet.
| Fall | Status | Auslöser | Dienstliche Folge | Versicherungskritischer Punkt |
|---|---|---|---|---|
| Knieverletzung chronisch | SaZ | OP, Instabilität, Schmerzen | Verwendungswechsel/Entlassung möglich | Verweisung: „zivil geht doch noch“ |
| Belastungsstörung | SaZ/BS | Schlaf, Panik, Reizüberflutung | eingeschränkte Verwendungsfähigkeit | Nachweise, Therapie, Prognose |
| Hörschaden/Tinnitus | SaZ | Lärmexposition, Dauerproblem | bestimmte Verwendungen nicht mehr | Dienstbezug vs. Leistungsprüfung |
| Unfall mit Dauerschaden | FWDL/SaZ | Unfall, Funktionsverlust | vorzeitiges Dienstende | Übergangsphase finanziell |
| Rückenchronifizierung | SaZ | wiederkehrende Ausfälle | keine Belastungstätigkeiten | „Sitzen geht doch“ wird diskutiert |
Fallmechanik 1 (SaZ, Knie): Nach einer Verletzung folgen OP und Reha. Im zivilen Alltag ist „gehen“ möglich, aber Belastung, langes Stehen, Tragen, Marschieren sind dauerhaft eingeschränkt. Militärisch fällt die ursprüngliche Verwendung weg. Dienstlich wird eine andere Verwendung geprüft, ggf. mit Ergebnis „nicht praktikabel“. Versicherungstechnisch entsteht der Streitpunkt häufig nicht über die Diagnose, sondern über die Frage, ob eine andere zumutbare Tätigkeit möglich ist.
Fallmechanik 2 (Psyche): Längerer Verlauf mit Schlafstörung, Reizüberflutung, Angstreaktionen. Dienstlich wird Einsatzfähigkeit ausgeschlossen, ggf. eingeschränkte Verwendungsfähigkeit. Entscheidend ist die Behandlungs- und Prognosekette: regelmäßige Therapie, nachvollziehbarer Verlauf, klare ärztliche Einschätzung zur Belastbarkeit. Ohne diese Kette wird es unnötig zäh.
💡 Tipp: Schadenfälle bei Soldaten sind oft Übergangsfälle. Gute Absicherung bedeutet: Sie sind nicht nur „krankheitsbedingt“ geschützt, sondern auch im Umstieg in das zivile Leben finanziell stabil.
9. Antrag: Gesundheitsprüfung, Voranfrage, Aktenlage 🧾
Bei Soldaten ist der Antrag besonders heikel, weil viele gesundheitliche Themen später DU-relevant werden können und weil die Aktenlage oft umfangreich ist: Untersuchungen, Behandlungen, Diagnostik, ggf. Therapien. Der häufigste Fehler ist nicht die Vorerkrankung, sondern unvollständige Angaben oder „zu knappe“ Antworten.
Ein sauberer Weg ist: Gesundheitsdaten systematisch sammeln, relevante Berichte anfordern, eine Voranfrage nutzen (wenn sinnvoll) und die Tätigkeit realistisch beschreiben. Zusätzlich sollten Soldaten besonders darauf achten, dass psychische Themen sauber, aber korrekt dargestellt werden. Verschweigen ist das Risiko, nicht das Thema selbst.
| Antragsfeld | Was sauber vorbereitet werden sollte | Typischer Fehler | Besserer Weg |
|---|---|---|---|
| Orthopädie | Diagnosen, OP, Reha, Verlauf | „war nix Großes“ | Befunde beilegen, Verlauf erklären |
| Psyche/Schlaf | Therapie, Medikamente, Ausfälle | weglassen aus Angst | sauber dokumentieren, Prognose |
| Tinnitus/Gehör | Audiogramme, Verlauf | nur „Ohrgeräusch“ | objektive Werte/Verlauf |
| Unfälle | Zeitpunkt, Folgen, Stabilität | unklare Angaben | Zeitlinie + Funktionsstatus |
| Dienstprofil | Verwendung, Belastung, Schicht | zu allgemein | konkret: Tragen, Marsch, Lärm, Stress |
⚠️ Achtung: Wer im Antrag „glattzieht“, riskiert später, dass der Versicherer im Leistungsfall genau dort ansetzt. Besser ist eine saubere Vorarbeit mit vollständigen Angaben und nachvollziehbarer Einordnung.
10. FAQ – 6 wichtige Fragen zu DU für Soldaten ❓
Nicht automatisch. Entscheidend sind die Vertragsbedingungen: Viele BU-Verträge prüfen Berufsunfähigkeit nach eigener Definition. Militärische Dienstunfähigkeit kann ein starkes Indiz sein, ersetzt aber nicht zwingend die BU-Prüfung, wenn keine passende Anerkennungslogik existiert.
📘 Beachte: Die kritische Frage ist die Verweisung: Wenn der Versicherer sagt „zivil geht noch“, kann militärische DU allein nicht reichen, wenn der Vertrag das so vorsieht.
Weil bei SaZ die militärische Laufbahn zeitlich begrenzt ist und ein DU-Fall oft einen abrupten Übergang ins Zivile auslöst. Selbst wenn eine zivil passende Tätigkeit möglich ist, dauert der Übergang häufig länger als gedacht. Genau in dieser Phase entsteht die größte Einkommenslücke.
💡 Tipp: Planen Sie die BU-Rente so, dass sie auch eine längere Übergangsphase abfedert, inklusive Qualifizierung und Einkommensdelle.
Die Frage, ob Sie noch eine andere zumutbare Tätigkeit ausüben können. Militärische Unverwendbarkeit bedeutet nicht automatisch, dass Sie generell nicht mehr arbeiten können. Der Versicherer schaut dann auf Fähigkeiten, Einschränkungen und mögliche Alternativtätigkeiten.
⚠️ Achtung: Ohne saubere Tätigkeits- und Einschränkungsbeschreibung (was geht wirklich nicht mehr, warum dauerhaft, mit welchen Nachweisen) wird diese Diskussion unnötig schwer.
Ja, sie kann eine Rolle spielen, aber sie ist nicht pauschal zu unterstellen. Ob und in welcher Höhe dienstliche Leistungen greifen, hängt vom Einzelfall und den Anerkennungen ab. Versicherungsschutz sollte daher nicht darauf gebaut werden, dass „dienstlich schon etwas kommt“.
📘 Beachte: Die sichere Planung ist: BU/DU-Absicherung so aufstellen, dass sie auch ohne Sonderleistungen trägt. Alles Weitere ist Zusatz, nicht Fundament.
Mit Struktur: Therapie starten, Verlauf dokumentieren, Prognosen einholen, Belastungsgrenzen konkret beschreiben. Psychische DU-Fälle sind oft schleichend und werden ohne saubere Nachweise schneller angezweifelt – nicht weil sie weniger real sind, sondern weil Dritte sie schlechter „sehen“.
💡 Tipp: Dokumentieren Sie konkret die Auswirkungen: Schlaf, Konzentration, Reizverarbeitung, Belastbarkeit unter Druck, Rückfälle nach Belastung. Je konkreter, desto besser nachvollziehbar.
Nicht nach Gefühl, sondern über Szenarien: Bedarf minus sichere Einnahmen. Rechnen Sie mindestens „Übergang ins Zivile“ und „dauerhafte Einschränkung“. Planen Sie Reserve für Umzug, Neuorientierung und Mehrkosten durch Gesundheit.
⚠️ Achtung: Zu knapp abgesichert ist der häufigste Fehler, weil Nachversicherung später oft an Gesundheit hängt. Lieber solide Grundabsicherung plus passende Wachstumslogik als „Minimalrente“.
11. Fazit – MAWA Soldaten-DU-Check & Strategie ✅
DU Soldaten – Dienstunfähigkeit für Soldaten verstehen | MAWA Finanz
Dienstunfähigkeit bei Soldaten ist eine Kombination aus militärischer Verwendungslogik, formalen Verfahren und harten Übergangsrealitäten. Der wichtigste Unterschied zu vielen zivilen Berufen ist die Schnittstelle: Militärische Dienstunfähigkeit kann eintreten, obwohl Sie theoretisch noch zivil arbeiten könnten. Genau deshalb muss die Absicherung so gebaut sein, dass Verweisung, Statuswechsel und Übergangsphase realistisch abgedeckt sind.
Wenn Sie drei Punkte sauber lösen, sind Sie deutlich besser aufgestellt: Vertragslogik (BU/DU sauber verstanden), Rentenhöhe über Versorgungslücke in Szenarien und ein sauberer Antrag mit belastbaren Gesundheitsangaben.
| MAWA Soldaten-DU-Check | Prüffrage | Ziel |
|---|---|---|
| Status | FWDL/SaZ/BS korrekt berücksichtigt? | keine Übergangslücke |
| Vertragslogik | Verweisung und Leistungsauslöser verstanden? | weniger Streit im Ernstfall |
| Rentenhöhe | Übergangs- und Dauerszenario gerechnet? | Rente passt zur Realität |
| Nachweise | Verlauf, Befunde, Prognose strukturiert? | schnellere Entscheidung |
| Antrag | vollständige Angaben, Aktenlage sauber? | Leistungsrisiko senken |
📘 Beachte: Bei Soldaten ist Absicherung immer auch Übergangsmanagement. Gute Planung bedeutet: Sie bleiben handlungsfähig, selbst wenn die militärische Laufbahn endet und der Einstieg ins Zivile Zeit braucht.
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