DU Lehrer – Dienstunfähigkeit für Lehrkräfte absichern

DU Lehrer – Dienstunfähigkeit für Lehrkräfte absichern

Lehrkräfte fallen selten „plötzlich“ aus – oft schleichend. Eine passende DU-Absicherung muss Verläufe, Nachweise und Status sauber mitdenken.

DU Lehrer | Dienstunfähigkeit Lehrkräfte – das sollten Sie wissen.

🌟 Einleitung

Marcus Wacker Geschäftsführer
Marcus Wacker, Geschäftsführer,Spezialist für Berufs- & Dienstunfähigkeitsabsicherung

Dienstunfähigkeit trifft Lehrkräfte häufig anders als viele es sich vorstellen. Nicht, weil Lehrkräfte „schwächer“ wären – sondern weil der Beruf besondere Belastungen bündelt: dauerhafte Lautstärke, Stimmeinsatz, hohe soziale Interaktion, Konflikt- und Verantwortungslast, Zeitdruck, Korrektur- und Vorbereitungsphasen, dazu Elternkommunikation, Inklusion, Personalmangel und ständige Umstellungen. Viele Dienstunfähigkeiten entstehen nicht durch ein einzelnes Ereignis, sondern durch schleichende Verläufe: Erschöpfung, Depressionen, Angststörungen, chronische Schmerzen, Migräne, Long-COVID-ähnliche Belastungsintoleranz oder Stimmprobleme.

Für verbeamtete Lehrkräfte kommt eine zweite Ebene dazu: Es geht nicht nur darum, ob man „krank“ ist, sondern ob man dienstlich noch einsetzbar ist – und ob eine anderweitige Verwendung möglich wäre. Genau hier entstehen Missverständnisse: Wer monatelang arbeitsunfähig ist, ist nicht automatisch dienstunfähig. Umgekehrt kann eine dienstliche Entscheidung (z. B. Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit) ohne passende DU-Klausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung trotzdem zu Diskussionen mit dem Versicherer führen.

Diese Seite erklärt Ihnen die DU-Absicherung für Lehrkräfte so, dass Sie sie wirklich greifen können: typisches Ursachenprofil (Psyche/Stimme), Ablauf des Verfahrens, Statusfragen (Probe/Lebenszeit), Dokumentation, Rentenhöhe, Fallbeispiele und die häufigsten Stolperfallen im Antrag und Leistungsfall.

💡 Tipp: Bei Lehrkräften entscheidet nicht „ob DU“, sondern ob Sie die drei kritischen Bereiche sauber geplant haben: Status (Probe/Lebenszeit), DU-Klauselqualität und belastbare Nachweise (Verlauf, Therapie, Belastungsprofil).

1. Was bedeutet Dienstunfähigkeit bei Lehrkräften? 🍎

Dienstunfähigkeit (DU) ist ein dienstrechtlicher Begriff. Für verbeamtete Lehrkräfte bedeutet er vereinfacht: Sie können Ihre Dienstpflichten dauerhaft nicht mehr erfüllen – bezogen auf die konkrete Tätigkeit als Lehrkraft und unter der Frage, ob eine anderweitige Verwendung (z. B. in einer anderen Funktion/Einrichtung) überhaupt realistisch ist. Entscheidend ist nicht ein Diagnosenamen, sondern die Prognose: Ist eine Rückkehr in eine dienstfähige Tätigkeit in absehbarer Zeit wahrscheinlich?

Lehrkräfte sind hier eine besondere Gruppe, weil die Tätigkeit sehr „personen- und situationsgebunden“ ist: Unterricht erfordert Konzentration, Interaktion, Stimmeinsatz, Belastbarkeit, Konfliktfähigkeit und Stressstabilität. Genau deshalb können psychische und chronische Verläufe schneller dienstrelevant werden als in Berufen, die stärker in ruhigere oder rein organisatorische Aufgaben ausweichen können.

BegriffKurz erklärtWer entscheidet?Was Lehrkräfte wissen müssen
Arbeitsunfähigkeit (AU)vorübergehend krankgeschriebenbehandelnder Arztkann lange dauern, ist aber nicht automatisch DU
Dienstunfähigkeit (DU)dienstlich dauerhaft nicht einsetzbarDienstherr (meist mit Amtsarzt)kann zu Ruhestand/Entlassung führen
Teildienstfähigkeiteingeschränkt dienstfähigDienstherrhäufige Zwischenstufe bei Lehrkräften
Berufsunfähigkeit (BU)VersicherungsdefinitionVersichererohne DU-Klausel kann es Zusatzprüfung geben

📘 Beachte: Bei Lehrkräften ist „dienstfähig“ nicht nur körperlich, sondern stark psychisch/kommunikativ geprägt. Das muss in Nachweisen und Tätigkeitsbeschreibung konkret werden, sonst bleibt es für Dritte zu abstrakt.

2. Ursachenprofil Lehrer: Psyche, Stimme, Belastung 🎭

In der Praxis dominieren bei Lehrkräften bestimmte DU-Ursachen. Besonders häufig sind psychische Belastungsfolgen (Erschöpfung, Depressionen, Angststörungen), chronische Schmerz- und Erschöpfungssyndrome sowie Stimm- und HNO-Themen. Wichtig ist: Es geht nicht darum, welche Diagnose „schlimmer“ klingt, sondern darum, wie sie Ihre konkrete Unterrichtsfähigkeit beeinflusst.

Lehrkräfte haben ein Belastungsprofil, das viele unterschätzen: tägliche Präsenzleistung, ständige Mikroentscheidungen, hohe soziale Reibung, Lärm, Multitasking, Verantwortung für Gruppen, Elternkontakte und häufig ein Arbeitsvolumen, das sich in den Nachmittag/Abend verlagert (Vorbereitung/Korrektur). Das führt bei schleichenden Verläufen oft zu einem Muster: erst „funktionieren“, dann Häufung von Ausfällen, dann längere AU, dann Verfahren.

UrsachenfeldWarum bei Lehrkräften häufigTypische WarnzeichenWas im Verfahren später zählt
Psyche/ErschöpfungDauerstress, Konflikte, PersonalmangelSchlaf, Konzentration, Angst, AntriebTherapie, Verlauf, Prognose, Belastbarkeit
Stimme/HNODauer-Sprechen, Lärm, FehlbelastungHeiserkeit, Stimmlosigkeit, SchmerzHNO/Phoniatrie, Befundketten, Therapien
Chronische SchmerzenStehen/Sitzen, Spannung, Stresswiederkehrende AusfälleFunktionsstatus, Reha, Einschränkungen
Neurologie/MigräneTrigger durch Stress/Licht/Lärmhäufige Attacken, AusfalltageBehandlung, Frequenz, Arbeitsfähigkeit
Post-/Long-VirenBelastungsintoleranz, ErschöpfungCrash nach BelastungVerlauf, Belastungstests, Stabilität

💡 Tipp: Lehrkräfte sollten früh dokumentieren, wie sich Symptome konkret im Unterricht auswirken (Stimme, Reizverarbeitung, Konzentration, Konfliktfähigkeit). „Ich bin erschöpft“ überzeugt niemanden – „ich breche nach zwei Unterrichtsstunden regelmäßig ein, mit nachvollziehbaren Befunden und Verlauf“ schon eher.

3. Nachweise & Dokumentation: was im Ernstfall zählt 🗂️

Bei DU-Verfahren und Versicherungsleistung entscheidet die Dokumentation. Gerade bei psychischen und schleichenden Verläufen ist die größte Gefahr: Betroffene kämpfen sich lange durch, ohne saubere Behandlungs- und Nachweiskette. Später wirkt der Verlauf dann „unklar“: viele Ausfälle, aber wenig strukturierte Befunde. Das lässt zu viel Interpretationsspielraum.

Praktisch brauchen Sie drei Dokumentationslinien:

  1. Medizinische Linie: Diagnosen, Befunde, Therapien, Verlauf, Prognose
  2. Tätigkeitslinie: Was genau machen Sie als Lehrkraft (Schulform, Stunden, besondere Belastungen, Klassenführung, Korrekturvolumen)?
  3. Zeitlinie: ab wann, wie oft, wie lange – welche Eskalationen, welche Maßnahmen, welche Wirkung?
NachweisWarum wichtigBeispiele für LehrkräfteTypischer Fehler
Befunde/Arztberichteobjektivieren den VerlaufHNO/Phoniatrie, Psychiatrie, Neurologienur AU-Zettel ohne Inhalt
Therapie-/Behandlungsplanzeigt ernsthafte BehandlungPsychotherapie, Stimmtherapie, Reha„keine Zeit für Therapie“
Tätigkeitsprofilmacht Einschränkung greifbarUnterricht, Lärm, Konflikte, Korrekturzu allgemein („Lehrer“)
Belastungsdokumentationzeigt GrenzenCrash nach Unterricht, Stimmausfällenur subjektive Aussagen
Zeitlinieordnet allesMonate, Episoden, Maßnahmenverstreute Infos, Widersprüche

⚠️ Achtung: Viele Verfahren scheitern nicht an der Krankheit, sondern an Widersprüchen. Wenn Sie gegenüber Arzt, Dienstherr und Versicherer drei verschiedene Geschichten erzählen, wird es unnötig schwer. Konsistenz ist entscheidend.

4. DU-Klausel: warum sie bei Lehrkräften entscheidend ist 🧩

Lehrkräfte haben oft lange Verläufe mit Zwischenstufen: Teildienstfähigkeit, Stundenreduzierung, Umsetzung, Reha, Wiedereingliederung. Genau deshalb ist es wichtig, dass die Absicherung nicht nur „auf dem Papier“ passt, sondern im Ablauf. Die DU-Klausel in einer BU ist dafür da, die dienstliche Entscheidung (z. B. Ruhestand wegen DU) als zentralen Auslöser anzuerkennen – ohne dass der Versicherer den Fall vollständig neu definiert.

In der Praxis sind zwei Punkte bei Lehrkräften besonders kritisch:

  • Status: Sind Sie Beamter auf Probe, auf Lebenszeit, ggf. Widerruf (Referendariat)? Manche DU-Regelungen greifen nur sauber für Lebenszeit.
  • Zwischenzustände: Was passiert bei Teildienstfähigkeit oder Umsetzung? Hier braucht es klare Vertragslogik, sonst bleibt eine Lücke zwischen „dienstlich reduziert“ und „versichert zahlt“.
VertragsmerkmalWarum relevantWas Sie prüfenRisiko bei schlechter Lösung
DU-Anerkennungweniger Streit im Leistungsfallechte Anerkennung der DU-EntscheidungZusatzprüfung, Verzögerung
StatusabdeckungLehrkräfte starten oft in Probegilt die Regelung auch für Probe/Widerruf?größte Lücke in frühen Jahren
Teildienstfähigkeithäufig bei LehrernTeil-Leistung / klare RegelReduktion ohne Ausgleich
Verweisung/Umsetzung„anderweitige Verwendung“praxistaugliche GrenzenHintertür für Ablehnung

📘 Beachte: Bei Lehrkräften ist „anderweitige Verwendung“ ein typischer Dreh- und Angelpunkt. Ein Vertrag, der hier zu viel offen lässt, führt im Ernstfall zu langen Diskussionen – selbst bei klarer gesundheitlicher Einschränkung.

5. Teildienstfähigkeit, Stundenreduzierung, Einsatzwechsel 🔁

Lehrkräfte erleben häufig nicht sofort den Sprung „voll dienstfähig → voll dienstunfähig“. Typischer sind Zwischenstufen: zeitweise Entlastung, Stundenreduzierung, weniger Klassenleitung, andere Schulform, Umsetzung in Verwaltungsaufgaben, Unterstützung statt Vollunterricht. Das kann fachlich sinnvoll sein – aber absicherungstechnisch ist es eine Grauzone, wenn der Vertrag nur „ganz oder gar nicht“ kennt.

Wichtig ist das Verständnis: Teildienstfähigkeit kann finanziell bedeuten, dass Einkommen sinkt oder Zulagen/Mehrarbeit wegfallen, während Fixkosten gleich bleiben. Genau hier sollte die Absicherung planbar sein: Wenn Sie weniger arbeiten können, braucht es klare Regeln, wie Leistung ausgelöst und berechnet wird (je nach Versichererlogik).

ZwischenstufeWas real passiertWarum es kritisch istWas Sie absichern wollen
Stundenreduzierungweniger Unterricht, weniger BelastungEinkommen/Entwicklung ändern sichLücke zu Bedarf schließen
Umsetzung/Versetzungandere Aufgaben, anderes Umfeld„geht doch noch irgendwie“keine erzwungene Dauerlösung
Entlastung ohne formale DUinformelle AnpassungNachweise werden dünnerDokumentation aufrechterhalten
Teildienstfähigkeit formaldienstliche EinstufungLeistung kann streitig seinklare Teil-Leistungslogik
Wechsel Schulformandere Belastungnicht immer realistischnicht auf „Theorie-Verwendung“ bauen

💡 Tipp: Wenn Sie in Zwischenstufen rutschen, dokumentieren Sie trotzdem weiter sauber (Befunde, Therapie, Belastungsgrenzen). Viele verlieren genau dort die Nachweislinie – und ärgern sich später im Verfahren.

6. Reha, Wiedereingliederung, längere Verläufe 🧭

Bei Lehrkräften sind längere Verläufe häufig: erst AU, dann Therapien, dann ggf. Reha oder Klinikaufenthalt, dann Wiedereingliederung, dann Rückfall oder Stabilisierung. Dieser Verlauf ist normal. Problematisch wird er nur, wenn er schlecht gesteuert ist: keine klare Therapie, keine saubere Prognose, keine konsistente Kommunikation.

Wiedereingliederung ist dabei oft ein doppeltes Thema: medizinisch sinnvoll, aber es kann im Verfahren falsch interpretiert werden, wenn nicht klar ist, dass es ein therapeutischer Aufbau ist – nicht „voll belastbar“. Wer hier sauber dokumentiert, verhindert Missverständnisse.

PhaseZielWas Lehrkräfte konkret brauchenTypischer Fallstrick
TherapieaufbauStabilisierungPlan, Frequenz, Verlaufunregelmäßig, keine Berichte
Reha/KlinikFunktions- und BelastungscheckEntlassberichte, Empfehlungen„bringt nichts“ ohne Dokumentation
Wiedereingliederungschrittweise RückkehrStufenplan, Belastungsreaktionenals „Beweis der Fitness“ missverstanden
Rückfall/CrashGrenzen erkennenobjektivierte Reaktionwird verschwiegen/relativiert
PrognoseDienstfähigkeit bewertenklare Arztprognose„mal sehen“ ohne Aussage

⚠️ Achtung: Der häufigste Fehler ist, Wiedereingliederung als „Erfolg“ zu verkaufen, obwohl sie medizinisch nur ein Test ist. Wenn Sie dabei über Grenzen gehen, brauchen Sie das dokumentiert – sonst wirkt der Fall später unlogisch.

7. Rentenhöhe: Bedarf, Versorgung, typische Lücken 💶

Die wichtigste Planungsfrage ist nicht „welcher Tarif“, sondern „welche Lücke“. Lehrkräfte haben oft stabile Fixkosten (Wohnung/Kredit, Familie) und gleichzeitig Risiken, dass Einnahmen sinken: Wegfall von Mehrarbeit, Zulagen, später Versorgung im DU-Fall unter aktivem Netto, zusätzlich Gesundheitskosten (z. B. PKV-Anteile, Zuzahlungen, Therapien).

Die beste Methode ist eine Bedarfslücke-Rechnung: monatlicher Bedarf minus sichere Einnahmen im jeweiligen Szenario. Sinnvoll sind mindestens zwei Szenarien: „DU früh“ (Probezeit/kurz nach Lebenszeit) und „DU später“ (lange Dienstzeit). Denn die Versorgungslage kann sich stark unterscheiden.

RechenblockWas Sie realistisch ansetzenWarum Lehrkräfte hier oft danebenliegenBesserer Ansatz
FixkostenWohnen, Kredit, Versicherungen„ich spare dann“konservativ, kaum senkbar
LebenshaltungLebensmittel, Mobilität, Kinderunterschätztrealistisch, nicht idealisiert
GesundheitTherapie, Medikamente, Beiträgevergessenextra Block, Puffer
sichere EinnahmenVersorgung/sonstigesüberschätzteher defensiv rechnen
PufferUnvorhergesehenesfehlt5–15 % Reserve einplanen

📘 Beachte: Lehrkräfte erleben häufig „schleichende DU“. Gerade dann ist eine zu niedrige Absicherung fatal, weil Nachversicherungen oft an Gesundheit hängen und später schwer werden.

8. Schadenbeispiele: typische DU-Fälle bei Lehrkräften 🧨

Die folgenden Fälle sind typische Mechaniken, stark vereinfacht. Ziel ist, dass Leser verstehen, wie DU bei Lehrkräften praktisch entsteht – und wo die Absicherung entscheidet.

FallAuslöserVerlaufWo die Absicherung entscheidet
Burnout/DepressionDauerbelastung, KonflikteMonate AU, Therapie, RückfälleNachweise, Prognose, Status, DU-Klausel
Stimmstörungchronische HeiserkeitAusfälle, Stimmtherapie, HNO/Phoniatrieobjektive Befunde, Unterrichtsunfähigkeit
Migräne/NeurologieTrigger durch Lärm/Lichthäufige Attacken, AusfalltageBehandlung, Frequenz, Belastbarkeit
Long-/Post-VirusBelastungsintoleranzCrash nach Unterricht, schwankendVerlauf, Belastungsnachweise, Konsistenz
OrthopädieRücken/HWSschleichend, chronischFunktionsstatus, Reha, Einsatzfähigkeit

Fallmechanik 1 (Psyche): Lehrkraft im Beamtenverhältnis auf Probe, zunächst einzelne AU-Phasen, dann länger. Therapie startet, Wiedereingliederung scheitert nach kurzer Zeit mit Rückfall. Amtsärztliche Bewertung sieht keine stabile Rückkehr in volle Unterrichtsfähigkeit. Dienstherr prüft Umsetzung, findet aber keine realistische Alternative. Ergebnis: Verfahren Richtung DU/Entlassung/Ruhestand – je nach Status. Ohne passende DU-Klausel und saubere Dokumentation entstehen Diskussionen, weil psychische Verläufe ohne Struktur „zu weich“ wirken.

Fallmechanik 2 (Stimme): Lehrkraft, starke Heiserkeit, wiederholte Stimmausfälle, trotz Therapie keine Stabilisierung. Unterricht als Kernaufgabe wird dauerhaft unmöglich. Der Fall zeigt, warum Lehrkräfte ihre Tätigkeit konkret darstellen müssen: „Unterrichten“ ist ohne Stimme nicht ersetzbar, das ist kein „kleines Symptom“.

💡 Tipp: Gute Schadenbeispiele folgen immer der gleichen Logik: Was ist die Kernanforderung des Berufs, welche Funktion fällt dauerhaft aus, welche Behandlungs-/Verlaufskette belegt das, und was entscheidet dienstlich?

9. Antrag & Gesundheitsprüfung: sauber abschließen 🧾

Lehrkräfte haben bei Anträgen typische Risikopunkte: psychische Vorbelastungen (Stress, Schlaf, Therapie), HNO/Stimme, Migräne, Rücken, wiederkehrende Krankschreibungen. Wer hier unvollständig oder unklar antwortet, schafft Angriffsfläche. Das Problem ist nicht die Vorerkrankung an sich, sondern die fehlende Transparenz.

Praktisch bewährt sich: Gesundheitsdaten sammeln (Diagnosen, Zeiträume, Ärzte, Behandlungen), Berichte geordnet bereithalten und die eigene Tätigkeit realistisch beschreiben: Schulform, Unterrichtsstunden, Lärm-/Konfliktprofil, Korrekturanteil, besondere Belastungen (Inklusion, Förderschwerpunkt, Berufsschule, Brennpunkt). Je realistischer, desto besser kann ein Versicherer das Risiko sauber einschätzen – und desto stabiler ist später die Leistung.

AntragsbereichWas Sie vorbereitenWarum es bei Lehrkräften zähltTypischer Fehler
Psyche/StressDiagnosen, Therapien, Verlaufhäufigste DU-Ursachen„war nur Stress“ ohne Angabe
Stimme/HNOBefunde, Therapie, Ausfällelehrer-spezifisch„Heiserkeit“ verharmlost
Migräne/NeurologieFrequenz, Behandlung, WirkungAusfallmuster wichtigkeine klare Dokumentation
Rücken/SchmerzBefunde, Reha, Einschränkunghäufig chronischnur „Rücken“ pauschal
TätigkeitsprofilSchulform, Belastung, Aufgabenmacht Risiko & Leistung greifbarzu allgemein („Lehrer“)

⚠️ Achtung: Wer psychische Themen verschweigt oder beschönigt, riskiert später massiven Streit. Gerade bei Lehrkräften ist Psyche ein Hauptfeld – hier muss der Antrag bombenfest sein.

10. FAQ – 6 wichtige Fragen zu DU für Lehrkräfte ❓

Bin ich als Lehrkraft automatisch dienstunfähig, wenn ich lange krankgeschrieben bin?

Nein. Eine lange Arbeitsunfähigkeit ist häufig der Vorlauf, aber Dienstunfähigkeit ist eine dienstrechtliche Entscheidung mit Prognose und Prüfung von Verwendungsmöglichkeiten. Entscheidend ist, ob eine dauerhafte Einsatzfähigkeit im Dienst realistisch ist.

📘 Beachte: Halten Sie die Zeitlinie sauber: ab wann, welche Behandlungen, welche Wirkung. Ohne Verlauf wirkt „lange krank“ später weniger überzeugend als eine klare medizinische Kette.

Warum sind psychische Erkrankungen bei Lehrkräften so oft DU-relevant?

Weil Unterricht eine dauerhafte Präsenz- und Interaktionsleistung ist. Wenn Konzentration, Belastbarkeit, Konfliktfähigkeit oder Stressverarbeitung dauerhaft eingeschränkt sind, ist die Kernfunktion betroffen. Psychische Verläufe sind häufig schleichend und brauchen deshalb besonders gute Nachweise.

💡 Tipp: Dokumentieren Sie konkret, was im Unterricht nicht mehr geht (Reizüberflutung, Panik, Blackouts, Crash nach Stundenplan) und lassen Sie das medizinisch einordnen.

Können Stimmprobleme wirklich zu Dienstunfähigkeit führen?

Ja. Stimme ist bei Lehrkräften ein zentrales Arbeitsmittel. Chronische Stimmstörungen, wiederholte Stimmausfälle und fehlende Stabilisierung trotz Therapie können die Unterrichtsfähigkeit dauerhaft zerstören. Dann wird DU realistisch.

⚠️ Achtung: Viele warten zu lange, bis sie HNO/Phoniatrie und Stimmtherapie sauber dokumentieren. Ohne diese Kette wird es später unnötig schwer.

Was ist bei Lehrkräften in der Probezeit besonders riskant?

Die Versorgung und die rechtlichen Folgen sind oft weniger stabil als auf Lebenszeit. Je nach Konstellation kann statt Ruhestand eine Entlassung drohen. Dadurch entsteht schnell eine große Einkommenslücke, wenn die Absicherung nicht passt.

📘 Beachte: Genau in der Probezeit entscheidet die Statusabdeckung Ihrer DU-Klausel. Wenn sie nur „Lebenszeit“ sauber abdeckt, ist das eine gefährliche Lücke.

Wie wirkt sich Teildienstfähigkeit oder Stundenreduzierung auf die Absicherung aus?

Das ist stark vertragsabhängig. Dienstlich können Zwischenstufen sinnvoll sein, aber sie können finanziell eine Lücke erzeugen, wenn Einkommen sinkt und keine klare Teil-Leistungslogik besteht. Deshalb muss man diese Zwischenzustände in der Planung mitdenken.

💡 Tipp: Sehen Sie Teildienstfähigkeit als eigenes Szenario: „Was passiert finanziell, wenn ich nur noch 50–70 % leisten kann?“ Dann planen Sie die Absicherung realistisch.

Wie finde ich die richtige Rentenhöhe für DU als Lehrkraft?

Über die Bedarfslücke: Monatsbedarf (Fixkosten + Lebenshaltung + Gesundheit + Familie) minus sichere Einnahmen im jeweiligen DU-Szenario. Planen Sie mindestens zwei Zeitpunkte: DU früh (Probe) und DU später (Lebenszeit mit Dienstjahren). So vermeiden Sie Unterdeckung.

⚠️ Achtung: Die häufigste Fehlentscheidung ist „zu klein“ starten und später nachziehen wollen. Wenn Gesundheit bereits angeschlagen ist, wird Nachversicherung oft schwierig.

11. Fazit – MAWA Lehrer-DU-Check & Strategie ✅

DU Lehrer – Dienstunfähigkeit für Lehrkräfte absichern | MAWA Finanz

Dienstunfähigkeit bei Lehrkräften ist in der Praxis selten ein „einmaliger Unfall“ – häufig ist es ein Verlauf. Genau deshalb müssen Absicherung und Nachweise zusammenpassen. Eine starke DU-Absicherung für Lehrkräfte besteht aus drei Säulen: (1) passende DU-Klausel, die auch Ihren Status abdeckt, (2) realistische Rentenhöhe nach Bedarfslücke, (3) saubere Dokumentation von Verlauf, Therapie und beruflichem Belastungsprofil.

Wenn Sie diese drei Säulen sauber aufbauen, wird DU planbar: dienstliche Entscheidungen werden versicherungstechnisch nicht zum Streitpunkt, Zwischenstufen (Teildienstfähigkeit/Wiedereingliederung) werden mitgedacht, und die finanzielle Lücke wird geschlossen, bevor sie gefährlich wird.

MAWA Lehrer-DU-CheckPrüffrageZiel
StatusProbe/Lebenszeit korrekt berücksichtigt?keine Statuslücke
KlauselDU-Anerkennung praxistauglich?weniger Streit
ZwischenstufenTeildienstfähigkeit abgedeckt?Lücken vermeiden
LückeBedarf statt Bauchgefühl gerechnet?Rente passt
NachweiseVerlauf/Therapie/Tätigkeitsprofil sauber?Verfahren stabil

📘 Beachte: Lehrkräfte profitieren besonders von einer „Verlaufs-Strategie“: früh dokumentieren, Therapie sauber führen, Tätigkeitsprofil konkret halten. Das macht den Unterschied zwischen zähem Streit und klarer Entscheidung.

📌 Dienstunfähigkeit – alle Themen im Überblick

🔹 Dienstunfähigkeitsversicherung
🔗 DU-Klausel erklärt

🔹 Zielgruppen im öffentlichen Dienst
🔗 Dienstunfähigkeit für Beamte
🔗 Dienstunfähigkeit für Soldaten
🔗 Dienstunfähigkeit für Polizei

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