Maschinenversicherung | Schutz für Technik

Maschinenversicherung | Schutz für Technik

Wenn Maschinen ausfallen, steht oft der Betrieb still – die Maschinenversicherung sichert Technik, Liquidität und Fortlauf ab.

Maschinenversicherung | Schutz für Maschinen – das sollten Sie wissen.

🌟 Einleitung

Marcus Wacker Geschäftsführer
Marcus Wacker, Geschäftsführer,Experte für Gewerbeversicherungen

Maschinen sind im Unternehmen oft der entscheidende Engpass: Läuft die Maschine, läuft der Betrieb. Fällt sie aus, geht es nicht nur um ein Ersatzteil, sondern um Stillstand, Termindruck, Expresskosten, Überstunden, Fremdvergabe – und häufig auch um Folgeschäden, die sich wie ein Dominoeffekt durchziehen. Genau hier setzt die Maschinenversicherung (oft auch Maschinenbruchversicherung genannt) an: Sie deckt unvorhergesehen eintretende Schäden an versicherten Maschinen und Anlagen, die eben nicht nur durch Feuer oder Leitungswasser entstehen, sondern im Maschinenalltag: Bedienungsfehler, Kurzschluss, Material- oder Konstruktionsfehler, Überlastung, Versagen von Mess-, Regel- oder Sicherheitseinrichtungen.

Wichtig ist dabei: Maschinenversicherung ist kein „Alles-zahlt-immer“-Produkt. Sie lebt von sauberer Definition: Welche Maschinen sind drin, welcher Wert ist versichert, welche Ursachen gelten als Schaden, welche Teile gelten als Verschleiß, und welche Zusatzkosten sind mitversichert (Demontage, Montage, Fracht, Express, Kalibrierung). Wenn das passt, wird aus einem unkalkulierbaren Einzelrisiko ein planbarer Prozess.

💡 Tipp: Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Versicherungssumme – sondern eine unvollständige Maschinenliste (Anbaugeräte, Steuerungen, Peripherie) und fehlende Regelungen zu Zusatzkosten (Express, Montage, Kalibrierung).

1. Was ist eine Maschinenversicherung? ⚙️

Die Maschinenversicherung ist eine technische Sachversicherung, die genau dort ansetzt, wo klassische Sachpakete (Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel) im Alltag oft nicht reichen: bei inneren, technischen Schäden an Maschinen. Sie übernimmt Reparatur- oder Wiederherstellungskosten, wenn an der versicherten Maschine ein unvorhergesehen eintretender Schaden entsteht – also ein Schaden, der nicht als normaler Verschleiß „zu erwarten“ war.

Der Praxisnutzen ist selten „nice to have“, sondern oft betriebsentscheidend: Eine Maschine fällt aus, der Auftrag hängt daran, die Werkstatt/Produktion steht, Termine reißen, Vertragsstrafen drohen, Kunden springen ab. Genau diese Kette startet häufig nicht mit Feuer oder Wasser, sondern mit einem technischen Defekt: Lager frisst, Spindel blockiert, Hydraulik fällt aus, Steuerung schaltet ab, Sensorik versagt, ein Antrieb überhitzt.

Wichtig ist die saubere Einordnung: Maschinenversicherung schützt die Maschine – nicht automatisch die Waren, nicht automatisch das Gebäude, nicht automatisch den Ertragsausfall. Sie kann aber der technische „Kernbaustein“ sein, auf den man Mehrkosten und eine Betriebsunterbrechungslogik aufsetzt, wenn die Maschine ein Engpass ist.

ThemaKurz erklärtTypische VerwechslungPraxisfolge
Maschinenversicherungdeckt unvorhergesehen eintretende Maschinenschädenwird mit Inhaltsversicherung gleichgesetztklassische Gefahren reichen im Alltag oft nicht
Inhaltsversicherungdeckt Einrichtung/Waren meist bei benannten Gefahren„die Maschine ist doch Inhalt“Bedienungsfehler/Kurzschluss oft nicht drin
Elektronikversicherungdeckt IT/Elektronik im Betrieb„Maschine = Elektronik“Steuerung/IT-Anteil kann extra Regeln brauchen
Gebäudeversicherungschützt Substanz des Gebäudes„zahlt auch Anlagenschaden“falscher Erwartungshorizont
BU (Betriebsunterbrechung)deckt Ertragsausfall nach Schaden (je nach Trigger)„Maschine kaputt = BU zahlt“BU braucht passenden Auslöser und Regelwerk

📘 Beachte: Maschinenversicherung ist ein Alltagsprodukt für technische Schäden. Sie ersetzt nicht automatisch den Ertragsausfall – dafür braucht es eine passende Betriebsunterbrechungsregelung oder Mehrkosten-/Stillstandsbausteine.

2. Für wen ist sie sinnvoll – und wann ist sie Pflicht? 🧭

Sinnvoll ist die Maschinenversicherung für Unternehmen, bei denen Maschinen ein zentraler Produktions- oder Leistungsfaktor sind. Das ist nicht nur „Industrie“: Auch ein Handwerksbetrieb mit CNC, eine Bäckerei mit Ofen-/Kältetechnik, ein Reinigungsdienst mit Spezialgeräten, eine Eventfirma mit Aggregaten, ein Landwirtschaftsbetrieb mit Technik oder ein Logistiker mit Fördertechnik kann stark abhängig sein.

Eine gesetzliche Pflicht gibt es meist nicht. In der Praxis wird sie aber sehr häufig faktisch verlangt – vor allem bei Finanzierung und Leasing. Banken/Leasinggeber wollen das Objekt abgesichert sehen, weil ein Totalausfall sonst die Rückzahlungsfähigkeit gefährdet. Außerdem kann sie in Projektverträgen indirekt relevant sein, weil Auftraggeber Ausfallrisiken und Wiederanlauf erwarten (auch wenn sie es nicht „Maschinenversicherung“ nennen).

Der entscheidende Blickwinkel ist nicht „Was kostet die Maschine?“, sondern „Was kostet der Stillstand plus Wiederanlauf?“. Ein Betrieb kann eine Reparatur verkraften, aber nicht zwei Wochen Produktionsausfall plus Expresslogistik plus Ersatzteile plus externe Fremdfertigung.

Trigger im BetriebWarum das Risiko steigtTypische FolgeMaschinenversicherung hilft, wenn…
EngpassmaschineStillstand bei AusfallTermine reißen, VertragsdruckReparatur und Zusatzkosten sauber gedeckt sind
SpezialtechnikErsatzteile/Service knapplange AusfallzeitWiederherstellung inkl. Express möglich ist
Mobile NutzungTransport/Umfeldbelastunghöhere SchadenquoteAußen-/Transportdeckung passt
Hoher AutomationsgradSteuerung/Elektronik kritischFehlersuche teuerSteuerungsanteil mitversichert ist
FinanzierungsdruckBank/Leasing verlangt NachweisVertragspflichtPolice die Objektanforderungen erfüllt

💡 Tipp: Wenn der Ausfall einer Maschine Ihre Lieferfähigkeit innerhalb von 48 Stunden gefährdet, gehört Maschinenversicherung in den Kern – nicht in „später mal“.

3. Was ist versichert – welche Maschinen und Kosten? 🧾

Versichert wird immer die „versicherte Sache“ – und das ist bei Maschinen der wichtigste Punkt: Die Maschine muss eindeutig beschrieben sein (Maschinenliste, Typ, Baujahr, Seriennummer, Standort, ggf. Zubehör/Peripherie). Bei Anlagen kann das eine komplette Linie sein oder ein klar definierter Anlagenabschnitt.

Typische versicherbare Maschinen/Anlagen:

  • stationär: CNC, Dreh-/Fräsmaschinen, Druck- und Verpackungsanlagen, Kompressoren, Pumpen, Fördertechnik, Kälte-/Klimatechnik, Werkstattmaschinen, hydraulische Aggregate, Trockner, Mischanlagen
  • fahrbar/transportabel: Bagger, Radlader, Stapler, Bühnen, Generatoren, Reinigungsmaschinen, Baumaschinen, mobile Kompressoren

In der Praxis ist nicht nur die Reparatur versicherungsrelevant, sondern die Nebenkosten, die den Schaden „wirklich teuer“ machen: Demontage, Montage, Kran, Fundament/Einbringung, Fracht/Express, Zoll, Kalibrierung, Inbetriebnahme, provisorische Maßnahmen. Genau dort entstehen häufig Überraschungen, wenn es nur eine „schmale“ Maschinendeckung ohne brauchbare Kostenpositionen ist.

Kosten-/BauteilbereichWas oft versicherbar istTypische GrenzeWas Sie im Vertrag klären
Reparatur (Teile/Lohn)KernleistungVerschleißteile ausgeschlossenVerschleißdefinition prüfen
Demontage/Montagehäufig mit drinLimits möglichKran/Hub/Einbau ausdrücklich beachten
Express/Fracht/Zolloft mit drin„nur notwendig und angemessen“Nachweis und Freigabeprozess
Kalibrierung/Justageteils mit drinoft Sublimitfür Präzisionsmaschinen wichtig
PeripherieAnbaugeräte, Kühlung, Zuführungnicht automatischMaschinenliste vollständig führen

⚠️ Achtung: Bei komplexen Anlagen ist die Peripherie oft der wahre Risikotreiber. Wenn nur „Hauptmaschine“ versichert ist, aber Zuführung, Kühlung, Hydraulik, Steuerung oder Anbaugeräte fehlen, bleibt genau der häufige Schaden außen vor.

4. Welche Schäden sind gedeckt – was zählt als Maschinenbruch? 🔧

Maschinenversicherung deckt typischerweise Schäden, die plötzlich und unvorhergesehen eintreten. Das ist die zentrale Abgrenzung zu Wartung und Verschleiß. Ein typischer versicherter Schaden ist ein konkretes Ereignis: Bauteil versagt, Maschine kollidiert intern, Antrieb bricht, Getriebe blockiert, Hydraulik reißt, Sensorik fällt aus und verursacht Folgeschäden, Steuerung fährt falsch an, Lager frisst und zerstört Welle/Gehäuse.

Häufig versicherbare Ursachen (je nach Bedingungswerk):

  • Bedienungsfehler, Ungeschicklichkeit, Fahrlässigkeit
  • Kurzschluss, Überspannung, elektrische Ursachen (je nach Definition)
  • Material- und Konstruktionsfehler (häufig erst nach Garantie relevant)
  • Überlastung, Versagen von Mess-/Regel-/Sicherheitseinrichtungen
  • Schmiermittelmangel, wenn unvorhergesehen (z. B. Leitung reißt) – tarifabhängig
  • Vandalismus – tarifabhängig

In der Regulierung entscheidet fast immer die technische Einordnung: Was war Ursache, was war Folge, und ist das ein versicherter Schaden oder „nur“ Endpunkt eines Verschleißprozesses? Deshalb ist Maschinenversicherung diagnosegetrieben: Servicebericht, Fehlercodes, Fotodokumentation, ggf. Gutachten.

SchadenursacheHäufig gedecktPraxisbeispielTypischer Streitpunkt
Bedienungsfehlerjafalscher Parameter, falscher AblaufAbgrenzung zu Vorsatz/Regelverstoß
Elektrischer Defektoft jaSteuerung/Antrieb fällt ausÜberspannungsschutz, Ursache
Material-/KonstruktionsfehlerteilsBauteil bricht außerhalb GarantieSerienfehler, Herstellerprogramme
ÜberlastungteilsMotor/Spindel überlastet„normaler Betrieb“ vs. Fehlbetrieb
Versagen Sicherheits-/Regeltechnikoft jaSensorfehler führt zu KollisionWartungsstatus, Dokumentation

📘 Beachte: Je besser Ursache und Schadenbild dokumentiert sind (Servicebericht, Messwerte, Fehlercodes, Fotos, defektes Teil aufbewahren), desto schneller und sauberer läuft die Regulierung.

5. Was ist ausgeschlossen – und wo wird’s teuer? 🚫

Ausschlüsse sind bei Maschinenversicherung der Punkt, an dem „Papierdeckung“ und „Praxisschutz“ auseinanderlaufen. Die wichtigsten Grenzen sind meist:

  • Verschleiß, Abnutzung, Alterung
  • Korrosion, Oxidation, Verkalkung (allmähliche Einwirkung)
  • fehlende Wartung/Instandhaltung, falsche Pflege
  • Verbrauchsmaterialien und typische Verschleißteile (Filter, Riemen, Dichtungen – je nach Definition)
  • reine Software-/Datenprobleme ohne physische Beschädigung
  • Schäden, die vor Vertragsbeginn angelegt oder bekannt waren

Der teuerste Streitpunkt ist oft die Mischung: Ein Schaden wirkt plötzlich, hatte aber Vorgeschichte (z. B. Lager läuft Monate schlecht, dann frisst es). Dann geht es um die Frage, ob ein konkretes Schadenereignis vorliegt oder nur Verschleiß. Hier entscheidet häufig der technische Befund.

Ausschluss/GrenzeWarum relevantTypischer FallWie Sie das Risiko steuern
Verschleißkalkulatorisch nicht versicherbarLager/Schnecken/KeilriemenWartungsplan + Zustandsüberwachung
Allmähliche Einwirkung„nicht plötzlich“Korrosion, SchleichleckInspektionen und Protokolle
WartungsmangelObliegenheitsproblemSchmierung nicht erfolgtNachweise, Checklisten, Verantwortliche
Software ohne Sachschadenkeine „Sache“ beschädigtSystem hängt, Daten wegCyber/IT-Backup/Elektronik ergänzen
Bekannte UmständeVorvertraglichkeitDefekt war absehbarZustand vor Abschluss dokumentieren

⚠️ Achtung: Wenn du defekte Teile sofort entsorgst und ohne Diagnose „einfach reparierst“, fehlt später oft der Nachweis. Das ist einer der häufigsten Gründe für Diskussionen oder Kürzungen.

6. Versicherungssumme & Wertermittlung – Neuwert, Zeitwert, Unterversicherung 📏

Die Versicherungssumme muss so gewählt sein, dass sie den realen Wiederherstellungs- bzw. Wiederbeschaffungsbedarf abbildet. Sonst droht Unterversicherung und damit eine anteilige Kürzung – nicht nur beim Totalschaden, sondern auch bei Teilschäden.

Je nach Vertrag wird unterschiedlich entschädigt:

  • Neuwert/Wiederbeschaffungswert: Ersatz in gleichwertiger Art und Güte, oft praxisnah
  • Zeitwert: Abzüge für Alter/Abnutzung, kann bei älteren Maschinen relevant sein
  • Reparaturkostenlogik: häufig im Vordergrund, aber Totalschadenregelungen sind entscheidend

Wichtig ist die Vollkostenlogik: Maschine ist nicht nur „Hardware“, sondern Einbau, Fundament/Einbringung, Inbetriebnahme, Kalibrierung, Software-/Parameter-Setup, ggf. Schulung/Einmessung. Wer diese Blöcke nicht mitdenkt, hat im Ernstfall zwar „eine Maschine“, aber keinen schnellen Wiederanlauf.

WertbegriffWas gemeint istWo er passtTypischer Fehler
NeuwertWiederbeschaffung neuwenn Ersatz neu beschafft wirdalte Kaufpreise statt aktueller Neuwert
ZeitwertNeuwert minus Alter/Abnutzungbei älteren MaschinenkonzeptenZeitwert unterschätzt Wiederanlaufkosten
WiederbeschaffungswertPreis für gleichwertiges Ersatzobjektbei Gebrauchtmarkt„gleichwertig“ schwer nachzuweisen
UnterversicherungSumme < tatsächlicher Wertführt zu KürzungPeripherie/Zubehör vergessen
ZusatzkostenEinbau/Transport/Kalibrierungoft separat geregeltnicht eingeplant, obwohl teuer

💡 Tipp: Mach die Wertermittlung „wiederanlauffähig“: Neuwert + Montage/Einbringung + Inbetriebnahme/Kalibrierung + notwendige Expresslogistik als realistisches Gesamtbild.

7. Zusatzbausteine – Elektronik, Betriebsausfall, Transport, Montage 🧩

Maschinenversicherung wird erst dann „richtig rund“, wenn sie zur Betriebsrealität passt. Typische Ergänzungen sind:

  • Elektronik-/Steuerungsanteile: bei CNC, SPS, Mess- und Regeltechnik, Antriebssteuerungen
  • Außen-/Transportdeckung: wenn Maschinen mobil sind oder häufig umgesetzt werden
  • Montage-/Erprobungsdeckung: bei Neuaufbau, Umbau, Standortwechsel
  • Mehrkosten: Express, Überstunden, Notbetrieb, Fremdvergabe (tarifabhängig)
  • Betriebsunterbrechung nach Maschinenschaden: wenn Stillstand der Hauptschaden ist

Gerade bei Engpassmaschinen ist der technische Schaden häufig nur der Start. Die wirtschaftliche Welle kommt über Stillstand, Mehrkosten und Wiederanlauf.

BausteinWas er bringtTypischer EinsatzWorauf Sie achten sollten
Elektronik/Steuerungklare Deckung für Steuerung/AntriebeCNC, SPS, Mess-/RegeltechnikSublimits, Ursachen, Überspannung
Außen/TransportSchäden außerhalb BetriebsstätteBau/Service/MesseRadius, Sicherung, Diebstahlform
Montage/ErprobungSchutz beim Aufbau/UmzugStandortwechsel, UmbauBeginn/Ende, Abnahme, Risikoabschnitt
Mehrkostenschneller WiederanlaufExpress, NotbetriebLimits, Erforderlichkeit, Freigaben
BU nach MaschinenschadenFixkosten/ErtragsausfallEngpassmaschineWartezeit, Haftzeit, Berechnung

📘 Beachte: Für viele Betriebe ist der Stillstand teurer als die Reparatur. Dann müssen Mehrkosten und BU-Logik mindestens genauso sauber sein wie die Maschinendeckung.

8. Beitrag & Kalkulation – wovon der Preis abhängt 💶

Der Beitrag wird im Kern aus Risiko, Technik und Wert kalkuliert. Zwei gleich teure Maschinen können sehr unterschiedliche Prämien haben, weil Nutzungsumfeld und Schadenwahrscheinlichkeit anders sind. Eine Maschine in sauberer, klimatisierter Halle ist anders als eine Maschine im Staub, in Feuchte, unter Vibration, draußen oder im Dauerbetrieb.

Typische Preistreiber:

  • Maschinenwert und Anzahl
  • Baujahr/Alter und technische Komplexität
  • Einsatzumfeld (Outdoor, Baustelle, Staub, Feuchte, Schwingungen)
  • Wartungs- und Instandhaltungsorganisation
  • Schadenhistorie
  • Selbstbehalt und Bausteine (Elektronik, Transport, Montage, Mehrkosten, BU)
PreisfaktorWarum er wirktTypischer EffektIhr Stellhebel
Maschinenwerthöhere MaximalleistungBeitrag steigtSumme sauber, nicht geschätzt
Alter/BaujahrAusfallwahrscheinlichkeitZuschläge möglichWartung/Service dokumentieren
Nutzung/UmfeldBelastung und Risikovariiert starkSchutzmaßnahmen, Standortlogik
SelbstbehaltEigenanteil reduziert RisikoBeitrag sinktSB tragbar wählen
SchadenhistorieErfahrungswertZuschlag/AnnahmenMaßnahmen & Ursachenanalyse zeigen

💡 Tipp: Wenn du Beitrag optimieren willst, nutze Selbstbehalt und saubere Risikosteuerung. „Summe kleinrechnen“ ist das teuerste Sparmodell, weil es Unterversicherung triggert.

9. Schadenfall – Ablauf, Unterlagen, Sofortmaßnahmen 🧷

Im Maschinenschadenfall entscheidet Struktur. Viele Schäden sind technisch erklärungsbedürftig. Wer sauber dokumentiert, beschleunigt Regulierung und reduziert Streit. Gleichzeitig gilt: Schadenminderung ja, aber Reparatur ohne Abstimmung kann später Probleme machen, wenn Ursache und defektes Teil nicht mehr nachvollziehbar sind.

Sofortmaßnahmen:

  • Maschine stoppen, sichern, Folgeschäden verhindern
  • Zustand dokumentieren: Fotos/Videos, Fehlercodes, Anzeigen, Geräusche, Geruch, Temperatur, Zeitpunkt
  • defekte Teile sichern (nicht entsorgen)
  • Service/Techniker hinzuziehen und Diagnose schriftlich festhalten
  • Schaden melden, bevor teure Reparaturschritte laufen (je nach Vertrag/Freigabeprozess)
SchrittWas Sie liefernWarum es wichtig istTypischer Fehler
Sofortmaßnahmensichern, Stillstand, SchadenminderungFolgekosten reduzieren„weiterlaufen lassen“
DokumentationFotos, Fehlercodes, TimelineUrsache muss nachvollziehbar seinnur Vermutung, keine Befunde
MeldungDaten, Schadenbeschreibung, ErstdiagnoseProzess startetzu spät melden
DiagnoseServicebericht, KostenvoranschlagBasis für RegulierungTeile entsorgt, keine Analyse
AbrechnungRechnungen, Fracht, ArbeitszeitenAuszahlungBelege fehlen oder unklar

⚠️ Achtung: Defekte Teile sind bei Maschinen oft das wichtigste Beweisstück. Wenn sie entsorgt sind, wird aus „klarer Schaden“ schnell „unklarer Verschleiß“ – und genau das kostet Zeit und Geld.

10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur Maschinenversicherung ❓

Reicht die Inhaltsversicherung nicht für Maschinen?

Für klassische Gefahren (z. B. Feuer/Leitungswasser/Sturm) kann Inhaltsversicherung Maschinen miterfassen. Viele Maschinenschäden entstehen aber durch Bedienung, Kurzschluss, Material-/Konstruktionsfehler oder technische Ursachen – das ist genau die Domäne der Maschinenversicherung.

📘 Beachte: Entscheidend ist der Auslöser. Wenn Ihr typischer Schaden „technisch“ ist, ist Maschinenversicherung meist der passendere Schutz als reine Inhaltsdeckung.

Zahlt die Maschinenversicherung auch Verschleißteile?

In der Regel nicht. Verschleiß, Abnutzung und allmähliche Einwirkung sind meist ausgeschlossen. Versichert ist der unvorhergesehene Schaden, nicht die planbare Wartung. Die Abgrenzung wird im Schadenfall über Diagnose und Befund entschieden.

⚠️ Achtung: Ohne defektes Teil und Servicebericht wird die Abgrenzung Verschleiß vs. Schaden oft zum Streitpunkt. Dokumentation ist hier Ihr bester Schutz.

Sind Steuerungen und Elektronik automatisch mit drin?

Nicht immer in sinnvoller Tiefe. Je nach Bedingungswerk sind Steuerung/Elektronik enthalten, teils aber mit Sublimits oder enger Ursachenliste. Bei CNC/SPS/Antriebstechnik sollte das ausdrücklich geprüft werden.

💡 Tipp: Wenn Ihre Maschine ohne Steuerung wertlos ist, sollte Steuerung/Antrieb in der Maschinenliste und in den Bedingungen klar abgebildet sein – inklusive Zusatzkosten für Einrichtung/Kalibrierung.

Wie finde ich die richtige Versicherungssumme?

Orientieren Sie sich am heutigen Wiederanlauf: Neuwert/Wiederbeschaffungswert der Maschine plus realistische Einbau-, Transport- und Inbetriebnahmekosten. Unterversicherung entsteht oft durch alte Kaufpreise oder fehlende Peripherie.

📘 Beachte: Der relevante Wert ist nicht „damals bezahlt“, sondern „heute wieder funktionsfähig machen“.

Sind Expresskosten, Montage und Kalibrierung mitversichert?

Häufig ja, aber nicht immer automatisch und oft mit Limits. Gerade Kran, Demontage/Montage, Expressfracht, Überstunden, Kalibrierung und Software-Setup sollten als Kostenpositionen ausdrücklich geprüft werden.

⚠️ Achtung: Der Reparaturbetrag ist oft nicht der größte Block. Expresslogistik und Wiederinbetriebnahme machen aus „10.000“ schnell „25.000“.

Zahlt die Versicherung auch den Stillstand (Ertragsausfall)?

Nicht automatisch. Maschinenversicherung ersetzt in erster Linie den Sachschaden und bestimmte Zusatzkosten. Ertragsausfall/Fixkosten brauchen eine Betriebsunterbrechungsregelung, die auf Maschinenschaden als Trigger abgestimmt ist.

💡 Tipp: Wenn eine Maschine ein Engpass ist, planen Sie den Schutz zweistufig: Maschine reparieren/ersetzen und parallel den Stillstand finanziell tragen (BU/Mehrkosten).

11. Fazit – MAWA Maschinen-Check & Strategie ✅

Maschinenversicherung | Schutz für Technik | MAWA Finanz

Maschinenversicherung ist dann richtig gut, wenn sie nicht nur „ein Teil ersetzt“, sondern den Wiederanlauf realistisch ermöglicht: Reparatur, Demontage/Montage, Expresslogistik, Inbetriebnahme und die wirklich relevanten Teile (Steuerung, Peripherie, Anbaugeräte) sind sauber eingeschlossen. Die größten Fehler sind unvollständige Maschinenlisten, falsche Wertansätze und fehlende Regelungen zu Zusatzkosten sowie Stillstand. Wenn Sie das sauber aufsetzen, wird ein technischer Schaden zu einem kalkulierbaren Vorgang.

MAWA Maschinen-CheckPrüffrageZiel
1Ist die Maschinenliste vollständig (inkl. Peripherie)?keine Lücken im Schadenfall
2Passt die Deckungslogik zu Ihren typischen Ursachen?echte Alltagsrisiken gedeckt
3Sind Zusatzkosten (Montage/Express/Kalibrierung) geregelt?Wiederanlauf wird bezahlt
4Ist die Versicherungssumme realistisch (heutiger Wert)?keine Unterversicherung/Kürzung
5Ist Stillstand wirtschaftlich abgesichert (BU/Mehrkosten)?Liquidität bleibt stabil

📘 Beachte: Die beste Maschinenversicherung ist die, die im Schadenfall nicht diskutiert, weil Maschine, Wert, Ursache und Zusatzkosten vorher klar definiert sind.

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