
Sterbegeldversicherung – Bestattungskosten planbar absichern
Sterbegeld ist kein „Renditeprodukt“, sondern ein Organisations- und Kostenpuffer: sinnvoll, wenn Beitrag, Wartezeit und Auszahlung sauber passen.
Sterbegeldversicherung | Schutz für Angehörige – das solltest du wissen.
🌟 Einleitung

Eine Sterbegeldversicherung ist für viele Menschen ein beruhigender Baustein: Im Todesfall steht Geld bereit, um Bestattungskosten zu bezahlen – ohne dass Angehörige in einer emotional schweren Situation auch noch kurzfristig finanzielle Entscheidungen treffen müssen. Genau diese Entlastung ist der Kern. Es geht weniger um „maximale Rendite“ und mehr um Planbarkeit, schnelle Verfügbarkeit und eine klare Zwecklogik.
In der Praxis scheitert der Nutzen einer Sterbegeldversicherung selten an der Idee, sondern an Details: Wartezeiten werden übersehen, Gesundheitsfragen falsch eingeschätzt, die Versicherungssumme ist zu niedrig (oder unnötig hoch), Beiträge laufen länger als geplant, oder das Bezugsrecht ist nicht sauber geregelt. Dazu kommen Kostenunterschiede zwischen Tarifen, die man erst erkennt, wenn man nicht nur „Beitrag pro Monat“, sondern das Gesamtbild betrachtet.
Auf dieser Seite bekommen Sie eine klare Orientierung: Was ist eine Sterbegeldversicherung, für wen passt sie, wie hoch sollte die Summe sein, wie funktionieren Wartezeiten und Auszahlungen, welche Vertragsbausteine sind sinnvoll, wo lauern Kostenfallen – und wann Alternativen wie Sparen oder eine Bestattungsvorsorge die bessere Lösung sind.
💡 Tipp: Entscheiden Sie zuerst das Ziel: „Bestattungskosten absichern“ oder „zusätzliches Geld für Hinterbliebene“. Sterbegeld ist ideal für Ziel 1. Für Ziel 2 gibt es oft passendere Lösungen.
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1. Was ist eine Sterbegeldversicherung – und wofür ist sie gedacht?
Eine Sterbegeldversicherung ist eine kleine Lebensversicherung mit klarem Zweck: Sie stellt im Todesfall eine vereinbarte Summe bereit, damit Bestattung, Friedhof und die ersten organisatorischen Kosten nicht zur finanziellen Stressprobe für Angehörige werden.
Der wichtigste Unterschied zu „großen“ Hinterbliebenenlösungen (z. B. Risikoleben) ist der Fokus: Sterbegeld ist Bestattungsbudget, nicht Einkommensersatz. Genau deshalb ist die Summe meist kleiner (typisch einige Tausend Euro) – und genau deshalb ist das Produkt für viele Menschen verständlich: ein Ereignis, eine Auszahlung, ein klarer Nutzen.
Warum das praktisch relevant ist:
- Bestattungskosten fallen schnell an (oft innerhalb weniger Tage/Wochen).
- Angehörige müssen Entscheidungen treffen, während sie emotional belastet sind.
- Ohne klare Rücklage entsteht häufig Zeitdruck: Wer zahlt? Aus welchem Topf? Muss jemand privat auslegen?
- Selbst wenn Vermögen vorhanden ist: Bis ein Nachlass geregelt ist, kann es dauern – die Rechnung kommt trotzdem.
Was Sterbegeld nicht ist:
- kein Ersatz für eine Risikolebensversicherung bei Kredit/Familie
- kein „Behandlungsvertrag“
- keine Garantie, dass Bestattung „billig“ wird – aber eine Garantie, dass Geld planbar da ist
| Merkmal | Sterbegeldversicherung | Risikolebensversicherung |
|---|---|---|
| Zweck | Bestattung + kleiner Liquiditätspuffer | umfassender Hinterbliebenenschutz |
| Typische Summe | ca. 3.000–15.000 € | häufig 100.000–500.000 €+ |
| Gesundheitsprüfung | je nach Tarif: voll / vereinfacht / keine | meist eher ausführlich |
| Laufzeit | häufig lebenslang | oft befristet (z. B. 20–30 Jahre) |
| Fokus | schnelle Liquidität für Bestattung | Einkommen/Kredite/Familienstandard |
⚠️ Achtung: Sterbegeld ist ein Bestattungstopf. Wer Familie, Kredite oder Einkommen absichern muss, braucht zusätzlich eine passende Hinterbliebenenlösung.
2. Für wen ist Sterbegeldversicherung besonders sinnvoll?
Sterbegeld ist besonders sinnvoll, wenn das Problem nicht „Vermögen vorhanden“, sondern Liquidität & Klarheit ist. Viele Menschen haben zwar irgendetwas (kleine Rücklagen, Wohnung, Auto), aber eben nicht unbedingt sofort verfügbar oder klar zweckgebunden.
Typische Profile, bei denen Sterbegeld sehr gut passt:
- Menschen, die sagen: „Ich möchte nicht, dass meine Kinder/Nichten/Partner plötzlich zahlen müssen.“
- Rentnerinnen und Rentner mit überschaubarer Rente, für die 7.000–10.000 € auf einen Schlag realistisch schwer sind.
- Alleinstehende, bei denen organisatorisch schnell „jemand“ handeln muss.
- Personen mit Vorerkrankungen, für die eine große Risikoleben schwierig/teuer wäre – Sterbegeld kann hier ein pragmatischer Baustein sein.
- Menschen, die Familienstreit vermeiden wollen: Wenn Geld klar bereitsteht, wird weniger diskutiert.
Die richtige Einordnung gelingt über drei Fragen:
- Kann mein Umfeld die Bestattung kurzfristig zahlen, ohne Schulden oder Stress?
- Gibt es wirklich einen reservierten Topf – oder „irgendwo Vermögen“, das erst verfügbar werden muss?
- Ist geregelt, wer das Geld bekommt und wer sich kümmert?
| Frage | Wenn eher „nein“ | Dann ist Sterbegeld oft stark, weil… |
|---|---|---|
| Liquidität kurzfristig vorhanden? | Angehörige müssten auslegen | Auszahlung schafft sofortigen Handlungsspielraum |
| Rücklagen zweckgebunden? | Geld ist „irgendwo“, aber nicht reserviert | Zweck wird sauber getrennt, weniger Chaos |
| Zuständigkeit geregelt? | unklar, wer organisiert/zahlt | Bezugsrecht schafft klare Zuständigkeit |
| Familienstreit wahrscheinlich? | mehrere Beteiligte / Patchwork | klare Summe reduziert Konfliktpotenzial |
💡 Tipp: Wenn du spürst, dass die Bestattungskosten im Ernstfall nicht „einfach so“ bezahlt werden können, ist Sterbegeld meist weniger „nice to have“ und mehr „Vorsorge mit Wirkung“.
3. Tarifvarianten – klassische, Beitragsende 65/85, Einmalbeitrag
Sterbegeldtarife sehen oberflächlich ähnlich aus, unterscheiden sich aber in einem Punkt massiv: Wie lange zahlst du – und wie kalkuliert der Versicherer die Gesamtkosten?
Drei Grundmodelle dominieren:
(1) Laufende Beitragszahlung (klassisch)
Du zahlst monatlich/jährlich, häufig sehr lange oder lebenslang. Vorteil: niedriger Einstieg. Nachteil: über viele Jahre kann die Beitragssumme hoch werden.
(2) Beitragszahlung bis zu einem Endalter (z. B. 65/75/85)
Du zahlst nur bis zu einem festen Alter, danach läuft der Schutz beitragsfrei weiter. Vorteil: „irgendwann ist es erledigt“. Nachteil: höherer Monatsbeitrag.
(3) Einmalbeitrag
Du zahlst einmalig eine größere Summe und hast danach lebenslangen Schutz ohne laufende Beiträge. Vorteil: sofort abgeschlossen, kein Beitragsrisiko im Alter. Nachteil: du brauchst Liquidität – und Kosten/Leistung müssen sauber passen.
Wichtig: Nicht nur das Modell zählt, sondern auch die „Feinregeln“: Wartezeit, Rückkaufswert, Beitragsfreistellung, Dynamik, Auszahlungsgeschwindigkeit, Nachweisanforderungen.
| Tarifart | Vorteil | Herausforderung |
|---|---|---|
| Laufend | kleiner Monatsbeitrag möglich | Gesamtsumme über Jahrzehnte kann hoch sein |
| Beitragsende | im Alter beitragsfrei, planbar | Monatsbeitrag höher |
| Einmalbeitrag | sofort geregelt, keine laufenden Kosten | größerer Betrag nötig, Kostenstruktur prüfen |
📘 Beachte: Das „beste“ Modell ist das, das du stabil durchhältst. Ein Vertrag, der mit 75 gekündigt wird, weil er dann „lästig“ wird, verfehlt genau den Zweck.
4. Versicherungssumme & Laufzeit – wie viel ist sinnvoll?
Die zentrale Frage ist nicht „Welche Summe nehmen andere?“, sondern: Welche Bestattung willst du – und welche Lücke bleibt ohne eigenes Budget?
Praxis: Bestattungskosten sind regional unterschiedlich, und der große Kostentreiber ist häufig nicht der Bestatter allein, sondern Friedhof/Grab/Stein über Zeit. Wer nur „Sarg/Urne“ denkt, unterschätzt oft die Folgekosten.
Sinnvolle Planung in drei Schritten:
- Wunschbild klären: Erdbestattung/Urne, Trauerfeier ja/nein, Grabart, Stein ja/nein, Friedwald/Seebestattung etc.
- Eigenmittel festlegen: Was soll wirklich dafür reserviert sein (nicht „vielleicht irgendwann“)?
- Lücke absichern: Sterbegeldsumme = Kosten minus bewusst reservierte Eigenmittel.
Typische Zielgrößen in der Praxis liegen häufig im Bereich 7.000–10.000 € (je nach Wunsch/Region). Wer eine sehr einfache Lösung möchte, kann darunter liegen – wer Grabstein, Gestaltung, größere Trauerfeier will, liegt schnell darüber.
| Kostenblock | Typische Spanne (Richtwert) | Warum oft unterschätzt |
|---|---|---|
| Bestatter & Organisation | ca. 3.000–5.000 € | viele Einzelpositionen/Leistungen |
| Friedhof/Grabnutzung | ca. 1.500–3.000 € | Gebühren regional sehr unterschiedlich |
| Grabstein & Gestaltung | ca. 2.000–6.000 € | Stein, Schrift, Fundament, Pflege |
| Nebenkosten | ca. 500–1.500 € | Anzeigen, Blumen, Musik, Urkunden |
⚠️ Achtung: Eine „kleine“ Sterbegeldsumme wirkt günstig, löst aber das Problem nicht. 3.000 € Absicherung bei 9.000 € Bedarf entlastet nur zu einem Drittel – der Stress bleibt.
5. Beiträge & Kosten – Beitragstreiber, günstige & starke Tarife
Sterbegeld wird oft falsch bewertet, weil viele nur den Monatsbeitrag ansehen. Entscheidend ist aber: Was kostet die Lösung über die Jahre – und wie sicher ist die Leistung im Ernstfall organisiert?
Beitragstreiber:
- Eintrittsalter (stärkster Faktor)
- Höhe der Versicherungssumme
- Beitragsmodell (lebenslang vs. Beitragsende vs. Einmalbeitrag)
- Annahmemodell (mit/ohne Gesundheitsfragen)
- Tarifqualität (faire Bedingungen, saubere Werte, klare Prozesse)
Was „gute“ Tarife praktisch auszeichnet:
- verständliche Bedingungen ohne versteckte Hürden
- nachvollziehbare Regelung zu Wartezeit und Leistung bei frühem Tod
- faire Optionen, wenn man den Beitrag später nicht mehr zahlen kann (Beitragsfreistellung)
- transparente Kosten-/Wertelogik (Rückkaufswert ist kein Hauptziel, aber sollte nicht „Null“ sein)
| Beitragstreiber | Warum er wirkt | Was du daraus ableiten kannst |
|---|---|---|
| Eintrittsalter | Risiko steigt, Laufzeit wird kürzer | früh abschließen = bessere Kondition pro 1.000 € |
| Summe | mehr Leistung kostet mehr | lieber passend planen statt „irgendwas“ |
| Gesundheitsmodell | weniger Prüfung = mehr Kalkulationspuffer | bequem ist oft teurer oder mit Wartezeit |
| Beitragsende | Beitrag verdichtet sich | „ab 75 beitragsfrei“ kostet vorher mehr |
| Tarifqualität | faire Regeln kosten | günstige Tarife sparen oft an Schwerefall-/Prozesslogik |
💡 Tipp: „Billig“ ist nicht automatisch schlecht – aber bei Sterbegeld muss die Lösung auch im ersten kritischen Zeitraum (Wartezeit/Anfangsjahre) sauber funktionieren. Sonst ist es nur ein Gefühl, kein Plan.
6. Gesundheitsfragen, Wartezeiten & Annahme – worauf achten?
Sterbegeld gibt es mit drei Annahmelogiken, und die wirken im Ernstfall sehr unterschiedlich. Das Kernprinzip: Je weniger der Versicherer prüft, desto mehr schützt er sich über Wartezeit oder Preis.
Mit Gesundheitsprüfung
- häufig günstiger pro 1.000 €
- dafür muss man „durch die Fragen“
- sinnvoll, wenn man gesundheitlich stabil ist
Vereinfachte Fragen
- pragmatischer Mittelweg
- oft nur schwere Diagnosen/Klinikaufenthalte relevant
- kann bei vielen Menschen ab 50+ gut passen
Ohne Gesundheitsfragen
- bequem, aber meist mit Wartezeit für „natürlichen Tod“
- Unfalltod oft sofort voll versichert
- wichtig: genau lesen, was in Wartezeit passiert (Beitragsrückzahlung? Teilzahlung?)
| Annahmemodell | Typisch | Praktische Folge |
|---|---|---|
| Vollprüfung | mehr Fragen, ggf. Unterlagen | oft günstiger, aber nicht für jeden machbar |
| Vereinfacht | wenige Kernfragen | guter Kompromiss aus Preis und Machbarkeit |
| Ohne Fragen | Wartezeit für natürlichen Tod | bequem, aber Leistung am Anfang eingeschränkt möglich |
📘 Beachte: „Ohne Gesundheitsfragen“ klingt attraktiv, ist aber nicht automatisch besser. Entscheidend ist, ob Wartezeit und eingeschränkte Anfangsleistung zu deiner Situation passen.
7. Praxisbeispiele – was leistet Sterbegeld konkret?
Sterbegeld wirkt dann gut, wenn im Todesfall schnell und ohne Diskussion Geld bereitsteht. Drei typische Szenarien aus der Praxislogik:
Beispiel A: Alleinstehend, wenig Rücklagen
Das Problem ist nicht nur die Summe, sondern die Abwicklung. Sterbegeld sorgt dafür, dass die Person, die organisiert, nicht privat vorfinanzieren muss.
Beispiel B: Paar, eine Rente bricht weg
Stirbt ein Partner, ist die Liquidität im ersten Jahr oft enger (Witwenrente, Übergänge, Umorganisation). Sterbegeld verhindert, dass die Bestattung „aus dem laufenden Monat“ bezahlt werden muss.
Beispiel C: Vermögen vorhanden, aber nicht liquide
Da ist vielleicht Eigentum oder gebundenes Geld, aber die Bestattungskosten kommen sofort. Sterbegeld überbrückt diese Zeit – und verhindert, dass Angehörige „mal eben“ Kredit/Dispo nutzen.
| Ausgangslage | Typisches Problem im Todesfall | Wie Sterbegeld praktisch hilft |
|---|---|---|
| Alleinstehend | niemand will/ kann vorstrecken | klare Auszahlung an Bezugsberechtigte |
| Paar/Rentner | Monatsbudget im Übergang eng | Bestattung ohne Druck aus laufender Rente |
| Vermögen gebunden | Nachlass dauert, Rechnung kommt sofort | Liquidität sofort, Nachlass später sortieren |
💡 Tipp: Der Wert ist oft nicht nur „Geld“, sondern Zeit: Angehörige müssen nicht erst Finanzierung klären, sondern können Entscheidungen ruhiger treffen.
8. Sterbegeld vs. Alternativen – Risikoleben, Sparen, Bestattungsvorsorge
Sterbegeld ist eine Lösung – aber nicht die einzige. Die beste Wahl hängt davon ab, welches Problem du löst:
- Willst du Bestattung sicher finanzieren? → Sterbegeld oder zweckgebundene Rücklage
- Willst du Familie/Kredit/Lebensstandard absichern? → Risikoleben
- Willst du maximale Flexibilität? → Sparen (aber Disziplin nötig)
- Willst du konkrete Planung/Preise fixieren? → Bestattungsvorsorgevertrag (Bindung beachten)
In vielen Fällen ist eine Kombination sauber:
- große Risiken (Kredit/Familie) über Risikoleben
- Bestattung über Sterbegeld oder klare Rücklage
- ergänzend: Dokumente/Verfügungen, damit es organisatorisch klappt
| Lösung | Stärke | Schwäche/Risiko |
|---|---|---|
| Sterbegeld | klare Summe, einfacher Zweck | laufende Beiträge, ggf. Wartezeit |
| Risikoleben | hohe Summen, starker Hinterbliebenenschutz | Laufzeit befristet, Annahme strenger |
| Sparen | flexibel, jederzeit verfügbar | Zweckbindung fehlt, Geld wird oft „angefasst“ |
| Vorsorgevertrag | konkrete Umsetzung, Planungssicherheit | Bindung an Anbieter, Flexibilität geringer |
📘 Beachte: Sterbegeld ist dann richtig gut, wenn du Zweckbindung + schnelle Liquidität willst – und nicht erst „Nachlass und Bank“ klären möchtest.
9. Typische Fehler & Missverständnisse bei Sterbegeldversicherungen
Die größten Fehler sind fast immer Planungsfehler – nicht „Versicherer böse“.
- Zu geringe Summe
Man schließt 3.000 € ab, obwohl man real 8.000–10.000 € erwartet. Ergebnis: Angehörige zahlen trotzdem – nur etwas weniger. - Wartezeit unterschätzt
Gerade bei Tarifen ohne Gesundheitsfragen kann in den ersten 24–36 Monaten die Leistung eingeschränkt sein. Wer das nicht weiß, glaubt an Sicherheit, die am Anfang gar nicht voll da ist. - Bezug/Information nicht geregelt
Es existiert eine Police, aber niemand weiß davon oder das Bezugsrecht ist unklar. Dann wird es im Ernstfall nicht schnell, sondern kompliziert. - Nur Beitrag verglichen
Ein paar Euro Ersparnis pro Monat können über schlechtere Regeln (Wartezeit, Kosten, schwache Optionen) teuer werden – emotional und organisatorisch.
| Fehler | Folge | Besserer Ansatz |
|---|---|---|
| Summe zu niedrig | Problem bleibt teilweise bestehen | realistische Kostenschätzung + Lücke schließen |
| Wartezeit übersehen | Überraschung im Ernstfall | Wartezeit/Anfangsleistung aktiv prüfen |
| Niemand informiert | Auszahlung verzögert/vergessen | Vertrauensperson einweihen, Unterlagenmappe |
| Billigsttarif gewählt | schwache Bedingungen, unruhige Abwicklung | nicht nur Preis, sondern Logik/Regeln prüfen |
⚠️ Achtung: Die beste Sterbegeldversicherung ist wertlos, wenn im Ernstfall niemand davon weiß. Mindestens eine Vertrauensperson sollte wissen, wo Police/Unterlagen liegen und wer bezugsberechtigt ist.
10. FAQ – 6 wichtige Fragen zur Sterbegeldversicherung
Sterbegeld ist keine klassische Geldanlage, sondern eine Risikoabsicherung: Sie zahlen Beiträge, damit im Todesfall sicher eine bestimmte Summe zur Verfügung steht – egal, ob der Tod früh oder spät eintritt.
Stirbt jemand früh, ist die „Rendite“ sehr hoch. Stirbt jemand erst mit 95, können die gezahlten Beiträge rechnerisch höher sein als die Leistung. Das ist bei allen Risikoabsicherungen so (z. B. Haftpflicht oder Hausrat): Man zahlt Beiträge, um ein Risiko planbar zu machen.
„💡 Tipp: Entscheidend ist nicht die mathematische Rendite, sondern die Frage: Können Ihre Angehörigen Ihre Bestattung ohne finanzielle Sorgen bezahlen – ja oder nein?“
Eine Risikolebensversicherung ist in vielen Fällen die wichtigste Hinterbliebenen-Absicherung, weil sie hohe Summen zu oft günstigen Beiträgen bietet. Aber:
- sie hat meist eine befristete Laufzeit (z. B. bis 67)
- sie verlangt in der Regel eine klare Gesundheitsprüfung
- ihr Zweck ist breiter (Einkommen, Kredite, Familie), nicht nur Bestattung
Sterbegeld hingegen:
- läuft in der Regel lebenslang
- kann teilweise mit vereinfachter oder ohne Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden
- fokussiert sich gezielt auf Bestattungskosten
„📘 Beachte: Für Familien mit Kindern und Krediten steht die Risikolebensversicherung an erster Stelle – Sterbegeld ist die Ergänzung, um den letzten Weg klar geregelt zu haben.“
Bei Tarifen ohne oder mit sehr einfachen Gesundheitsfragen sind Wartezeiten von 12, 24 oder 36 Monaten üblich.
In dieser Zeit gilt häufig:
- bei natürlichem Tod: Erstattung der eingezahlten Beiträge oder bestimmte Teilleistung
- bei Unfalltod: sofort voller Versicherungsschutz
Tarife mit ausführlicher Gesundheitsprüfung können eine kürzere oder gar keine Wartezeit haben.
„⚠️ Achtung: Lesen Sie die Wartezeit-Regelung genau – insbesondere, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen einen Tarif ohne Gesundheitsprüfung wählen.“
Ja, in der Regel ist das möglich. Optionen:
- Kündigung: Vertrag endet, häufig Auszahlung eines Rückkaufswertes
- Beitragsfreistellung: keine Beiträge mehr, dafür reduzierte Leistungssumme
- Summenänderung: Anpassung der Sterbegeldsumme nach oben oder unten (tarifabhängig)
Kündigen heißt aber auch: Der sicher aufgebaute Schutz geht verloren – inklusive bereits „abgearbeiteter“ Wartezeit.
„💡 Tipp: Bevor Sie kündigen, prüfen Sie, ob eine Beitragsreduzierung oder Beitragsfreistellung sinnvoller ist – so bleibt ein Teil des Schutzes erhalten, ohne dass jeden Monat Geld abfließt.“
Je älter der Einstieg, desto teurer wird die Absicherung – und desto genauer muss gerechnet werden. Ab einem gewissen Alter kann ein Einmalbeitrag sinnvoller sein als laufende Beiträge.
Bei sehr hohem Eintrittsalter gilt:
- nicht alle Versicherer nehmen noch neue Kunden
- Wartezeiten sind besonders wichtig
- eine ehrliche Gegenüberstellung „Beitrag vs. mögliche Leistung“ ist entscheidend
„📘 Beachte: Im hohen Alter ist Sterbegeld keine Standardlösung, sondern eine Rechenaufgabe – ein individueller Vergleich zeigt, ob ein Tarif für Sie wirklich sinnvoll ist oder ob eine zweckgebundene Rücklage besser passt.“
Wichtig ist nicht nur der Abschluss, sondern auch die Organisation:
- Benennen Sie eine oder mehrere Bezugsberechtigte.
- Informieren Sie diese Personen über den Vertrag und den Versicherer.
- Bewahren Sie Police, Vertragsnummer und Kontaktdaten gut auffindbar auf (z. B. Vorsorgemappe).
- Sinnvoll ist eine Kombination mit Vollmachten und einer kurzen schriftlichen Verfügung zur Bestattung.
„💡 Tipp: Eine Sterbegeldversicherung ist nur dann wirklich stark, wenn mindestens eine vertrauenswürdige Person genau weiß, dass es sie gibt – und wie sie im Ernstfall an das Geld kommt.“
11. Fazit – MAWA Finanz Sterbegeld-Check & Tarifvergleich
Sterbegeldversicherung – Bestattungskosten planbar absichern | MAWA Finanz
Eine Sterbegeldversicherung ist dann gut, wenn sie ein klares Problem löst: Bestattungskosten sollen im Todesfall schnell und planbar gedeckt sein, ohne dass Angehörige finanziell oder organisatorisch überfordert werden. Sie ist kein Renditeprodukt und kein Ersatz für große Hinterbliebenenabsicherung, sondern ein gezielter Kostenpuffer mit Prozessvorteil.
Der Schlüssel liegt in vier Punkten: passende Versicherungssumme, verständliche Wartezeitlogik, sauberes Bezugsrecht und eine Beitragsgestaltung, die man dauerhaft durchhält. Wer nur auf Monatsbeitrag schaut, übersieht genau die Mechanik, die im Ernstfall zählt. Wer Alternativen wie Sparen oder Bestattungsvorsorge prüft und bewusst kombiniert, baut meist die robusteste Lösung.
| MAWA Check | Prüffrage | Ziel |
|---|---|---|
| Ziel | Geht es um Bestattungskosten oder um Hinterbliebene? | richtige Lösung statt falscher Anspruch |
| Summe | Reicht die Summe realistisch inklusive Puffer? | echte Entlastung im Ernstfall |
| Wartezeit | Wie ist die Leistung in den ersten Jahren geregelt? | kein falsches Sicherheitsgefühl |
| Bezugsrecht | Ist klar, wer das Geld bekommt? | schnelle Auszahlung ohne Streit |
| Beitragslogik | Ist Laufzeit/Beitrag langfristig tragbar? | Vertrag bleibt bestehen, wenn er gebraucht wird |
📘 Beachte: Die beste Sterbegeldversicherung ist die, die im Ernstfall nicht diskutiert werden muss: Summe reicht, Auszahlung ist klar, Bezugsrecht passt, und die Bedingungen wurden vorher verstanden.
